Um Vergebung der Sünden bitten? Jein…

Ich sprach: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde. (Psalm 32,5; NGÜ)

Selbstanzeigen sind gerade sehr beliebt. Da hat einer Steuern hinterzogen, droht aufzufliegen, kann sich aber selbst beim Finanzamt anzeigen und entgeht nach der fälligen Nachzahlung der sonst drohenden gerechten Strafe. Praktisch! Ganz ähnlich betrachten viele Menschen auch das Thema Sündenvergebung bei Gott. Hast du was Falsches gemacht, bete: „Herr vergib mir xyz!“ – und in diesem Moment ist dir vergeben. Moment! Mal ganz langsam an dieser Stelle…

freeSünde ist nicht zuerst moralisches Versagen, sondern Beziehungsstörung. Zwischen Gott und Mensch. Was ist also mit den Sünden, die ich gar nicht wahrnehme? Was ist mit den guten Taten, die ich unterlasse? Dann wird ja täglich neu die Beziehung zu Gott gestört?! Und ich merke es nicht einmal! Im Judentum gab es dafür die Opfertiere, die die Schuld des Volkes auf sich luden und dann beseitigten. Aber ab diesen Zeitpunkt wurde neue Sünde angehäuft. Eine belastende Situation. Kann es sein, dass selbst mancher Christ noch in diesem Modus lebt, den auch der Psalmvers ausdrückt?

Ja, durch ihn, unseren Herrn, wurden wir freigekauft, und durch ihn sind uns die Sünden vergeben (Kolosser 1,18; NeÜ). Das ist der Kontrapunkt. Jesus hat Fakten geschaffen und alle Sünde beseitigt. Egal, ob wir neue aufhäufen, es ändert nichts an unserem Stand, unserer Identität, unserer Würde vor Gott als Königskinder. Wir bekommen also Sünde gar nicht neu und Tag für Tag vergeben – wir stellen uns nur neu unter bereits vorhandene Vergebung. Braucht Gott diese Bitte um Vergebung? Nein – aber wir können sie nötig haben. Um neu zu begreifen: So umfassend hat Jesus Christus mich am Kreuz erlöst. Ich bin und bleibe frei.

Nicht an rosa Elefanten denken oder: Wie kann ich mich ändern?

Richtet eure Gedanken ganz auf die Dinge, die wahr und achtenswert, gerecht, rein und unanstößig sind und allgemeine Zustimmung verdienen; beschäftigt euch mit dem, was vorbildlich ist und zu Recht gelobt wird. (Philipper 4,8; NGÜ)

Denk nicht an den rosa Elefanten! Na super – und prompt bildet sich vor meinem inneren Auge das Bild eines grinsenden molligen rosa Elefanten mit Glubschaugen à la Mordillo. Mann! Ich kriege meine Gedanken einfach nicht kontrolliert!

elephant-parade-trier-179368_640Und das ist auch kein Wunder: Wir können nicht etwas nicht denken. Unser Gehirn kann diese Aufforderung nicht umsetzen! Genau das ist aber die Vorgehensweise, die wir am häufigsten erleben und uns auch selbst zumuten, wenn es darum geht, etwas bleiben zu lassen. Mach dir nicht so viele Sorgen! Denk nicht an Morgen! Hör auf, immer nur an das eine zu denken! Was auch immer „das eine“ ist…

Prompt denkt man an das eine und schämt sich, dass man so schwach ist und so wenig diszipliniert. Dabei ist das alles keine Frage der Disziplin, sondern schlicht biologische Realität, der wir uns stellen müssen. Vielleicht aber auch eine Frage des Mutes! Nämlich die alte Prägung loszulassen, dass wir nur etwas erkannt und verstanden haben müssen – dann setzen wir es auch um. Nein – tun wir nicht. Wir Menschen sind mehr als disziplinierte Willensmonster. Aber was hilft?

Paulus sagt: Denk an das Stattdessen. Was möchte dir Gott schenken. Was tut gut! Nicht: Hör auf, sorgenvolle Gedanken zu pflegen. Stattdessen: Fülle dich mit den Zusagen Gottes, dass du versorgt wirst und du ihm vertrauen kannst. Nicht: Kämpfe gegen den „falschen“ Gedanken, sondern: Denke stattdessen den besseren Gedanken. Da gehört unser Wille hin. Damit neue Wege entstehen können, wo bisher ausgetretene Pfade verliefen.

Hier ist Gott nicht! Doch – ist er!

Wohin könnte ich schon gehen, um deinem Geist zu entkommen, wohin fliehen, um deinem Blick zu entgehen? (Psalm 139,7; NGÜ)

Kinder haben so eine (für uns Erwachsene) lustige Phase, in der sie sich die Augen zuhalten und dann glauben, so werden sie nicht gesehen! Bis sie Subjekt und Objekt klar unterscheiden können und wissen: Meine Augen sind nicht deine Augen. Man stelle sich das einmal in einer Polizeikontrolle bei einem Erwachsenen vor – urkomisch! Augen zuhalten und rufen: Hier ist niemand!

father-241423_640So unwirklich dieses Beispiel anmutet: Bei Gott machen wir Menschen das oft genug. Sich verstecken und glauben: Hier findet mich Gott nicht. Oder in einer milden Variante: Das persönliche Gebet so gestalten, dass die wirklich wichtigen Themen nicht vorkommen, stattdessen fromme Floskeln und Wahrheiten ohne Ende. Glauben wir, Gott kennt unsere wirklichen Themen nicht? Oder: Gott findet uns nicht?

Der Psalmist geht sogar bis ins Totenreich und bis an den Horizont ans Meer – dabei ist das Meer ein für Juden unheimlicher Ort, in dem sich das Böse aufhält. Beides also nicht gerade heimelige Orte. Und trotzdem: Gott ist da und hält bei der rechten Tat-Hand. So besingt es der Psalmist. Selbst, da, wo Gott nicht vermutet wird.

Zu oft gilt auch bei uns: Na, mit diesem Thema wird sich Gott nicht abgeben. An diesem Ort bin ich nun endgültig allein. Da macht sich Gott nicht die Finger schmutzig. Doch – macht er. Wenn du ein krummes Gottesbild hast, wird diese Tatsache für dich eher bedrohlich sein. Wenn Gott aber der liebende Vater für dich ist – ist das eine befreiende Tatsache. Kein Ort, kein Gedanke, keine Schuld, kein Schmutz, keine kaputte Lebensgeschichte kann Gott davon abhalten, seinen Menschen an die Hand zu nehmen.

Hingezogene Hoffnung macht das Herz krank…

Hingezogene Hoffnung macht das Herz krank, aber ein eingetroffener Wunsch ist ein Baum des Lebens. (Sprüche 13,12; ELB)

Es gab eine Zeit in meinem Leben, da ist mein Herz langsam bitter und krank geworden. Eine Zeit, in der ich mit Gott gerungen und gekämpft habe, aber er einfach nicht das tat, was ich erbat und erwünschte: sich mir zu zeigen und mein Herz so zur Ruhe zu bringen. Jahre hat das gedauert und ich habe in dieser Zeit mehr und mehr gelernt und bin noch mitten drin, dass ich mein Herz zur Ruhe bringen kann – und dann zeigt sich Gott. Ich habe Methoden, Masterpläne, Patentrezepte abgestreift und habe wieder auf den geschaut, um den es geht.

tree-338211_640Gott hat in dieser Zeit meine Grenzen und inneren Mauern respektiert – obwohl mein Gebet darum gerungen hat, dass er sie sprengt und übergeht. Aber Gott ist niemals Grenzverletzer. Ebenso gilt: Er spielt nicht mit uns aus Gehässigkeit oder um uns für irgend etwas zu strafen. Dieses kaputte Gottesbild bewirkt auch, dass Hoffnungen sich hinziehen. Alle Schuld, alle Sünde hat am Kreuz ihr Ende gefunden, also wird nichts, in Worten: NICHTS mehr gegen uns verwendet von Gottes Seite.

Trotzdem braucht man mit Gott einen langen Atem – denn er hat Zeit, behutsam zu warten. Er kennt den optimalen Weg für mein und dein Herz. Aber – und hier müssen wir nun den Sprung vom AT zum NT vollziehen – ein Gedanke hilft aus hingezogenen Hoffnungen und ich denke manchmal, dass genau dieser Gedanke, bzw. das Bewusstsein dafür, der Baum des Lebens ist. Dieser Gedanke lautet: Gott ist da. In dir, um dich herum. Das sagt Jesus selbst am Ende seines irdischen Lebens zu. Das wahrzunehmen und von sich weg auf diese Gegenwart Jesu zu schauen – das kann das Herz heilen.

Zynismus – die Giftpflanze für die Seele

Achtet darauf, dass niemand sich selbst von Gottes Gnade ausschließt! Lasst nicht zu, dass aus einer bitteren Wurzel eine Giftpflanze hervorwächst, die Unheil anrichtet; sonst wird am Ende noch die ganze Gemeinde in Mitleidenschaft gezogen. (Hebräer 12,15; NGÜ)

oliver-kahn-406393_640Spargel (bis vor 20 Jahren), Chicorée, Endivien. Was haben diese drei Salate bzw. Gemüse gemeinsam? Sie beinhalten Bitterstoffe. Ursprünglich reichlich, doch man hat sie in den letzten Jahrzehnten stark weg gezüchtet. Heute stellt man fest: Diese Bitterstoffe sind äußerst gesund für den Körper!

Mit den Bitterstoffen der Seele verhält es sich genau anders herum. Sie sind hoch schädlich für die Seele, aber sie werden in unserer Zeit nicht weniger, sondern mehr. Zynismus als Grundhaltung – eine Pflanze, die prächtig gedeiht. Ich stelle manchmal auch an mir Triebe dieser Pflanze fest. Das Problem am Zynismus: Er fühlt sich gut an, abgeklärt, realistisch. Die Welt ist halt mies! Zynismus ist die Mauer, die uns davor bewahrt, uns allzu emotional mit dem Schmerz der Welt auseinander zu setzen. Zynismus ist eine Schutzfunktion.

Das Problem: Zynismus ist gottlos. Im wahrsten Sinne des Wortes – denn er rechnet nicht mit Gottes Handeln. Bitterkeit rechnet nicht mit dem aufblühenden Reich Gottes in mir und anderen, nicht mit Hoffnung, Versöhnung, Wachstum, Heilung. Deswegen warnt der Autor davor, dass Bitterkeit von der Gnade ausschließen kann. Nicht weil Gott sauer und bitter ist – sondern weil die Bitterkeit des Menschen eine Mauer gegenüber der Gnade aufrichtet. Bitterkeit ist gnaden-los. Aber es bleibt nicht dabei: Zynismus mag Applaus finden und beifällig zustimmendes Gelächter – es vergiftet Gemeinschaft. Lassen wir das nicht zu in unserer Seele.

Muss ich denn sterben, um zu leben? – Dinge sterben lassen, damit sie neu werden können.

Ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es ein einzelnes Korn. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. (Johannes 12,24; NGÜ)

Aaahh, da liege ich so richtig gemütlich auf der Couch! Die Fernbedienung neben mir, eine Tüte Chips, ein Bier. Klasse! Das muss auch mal sein, oder? Einen klasse Film gucken. Abschalten.

wheat-381848_6402 Stunden später. Der Film ist zu Ende und ich will mich aufrichten und merke, wie steif ich geworden bin. Puh, naja, ich bin auch nicht mehr 25 Jahre alt. Es war ja auch so bequem. Die Chips füllen meinen Magen, Antipasti haben sich dazu gesellt. Kann ich nicht einfach liegen bleiben? Nein, so weit geht es dann doch nicht. Das Bett ruft…

Es ist trotzdem erstaunlich, wie schnell sich Komfortzonen bilden. 2 Stunden gerade einmal. Wie ist das bei Komfortzonen, die ich schon Jahrzehnte pflege? Die haben sich auch ganz tief als neuronale Muster ins Gehirn eingefräst. Das Gehirn sagt: Mach mal so weiter wie immer – das spart Energie und du weißt, wo du dran bist! Leider ist diese Autobahn, die ich da fast automatisch entlang fahre, nicht immer der beste Weg. Sondern entstanden aus Prägungen, Wunden.

Jesus Christus verspricht neue Wege in seiner Nachfolge. Heilung der Verletzungen. Er verändert uns sogar durch seinen guten Geist. Aber – wir müssen bereit sein, etwas sterben zu lassen. Es ihm zu geben. Jesus, nimm meine Wut, die da immer automatisch hochkommt und verwandle sie! Jesus, nimm mein selbstzerstörerisches Verhalten. Führ es in den Tod und lasse Neues auferstehen. Das ist immer der Weg – etwas loslassen in den Tod, damit es neu werden kann. Nicht verdrängen – loslassen und dahin geben. Das ist: Verlassen der Komfortzone. Den Rest macht er.

Glückliche Tage erleben statt sich zur Hölle reden…

»Wer nach dem wahren Leben verlangt und glückliche Tage sehen will, der nehme seine Zunge gut in Acht, dass er nichts Schlechtes und Hinterhältiges sagt. (1. Petrus 3,10; GN)

Eine ganz alltägliche (etwas übertriebene) Situation: Was für ein mieser Tag! Draußen regnet es, ich komme mit meinem Zeitplan überhaupt nicht hin und der Hund hat eine Pfütze ins Wohnzimmer gemacht. Ich bin schlecht gelaunt, meine Kids werden dadurch schlechter gelaunt und es entsteht eine Spirale nach unten. Ausstrahlung ist das Stichwort. Meine ist gerade negativ, hier und da sogar toxisch! Bäh!

calendula-185322_640Gott verspricht wahres Leben und glückliche Tage! Das klingt gut. Es ist aber verknüpft daran, dass ich anderen das Leben nicht zur Hölle mache, denn dann werde ich Hölle ernten! Aber der Vers geht noch weiter und eigentlich beginnt er da. Es beginnt damit, wie ich über meinen Tag denke und rede. Wie ich über mein Handeln und mein Denken rede. Worte werden ja ganz schnell zu Festlegungen und selbst erfüllenden Prophezeiungen. Wenn ich dauernd vor mich hin murmele: „Was für eine scheiss Firma, in der ich arbeite…!“ – was ändert das? Nun – eine Menge. Nach unten. Ich werde immer negativer gegenüber meiner Firma und werde genau das ernten: Unglück.

Wenn ich dann noch über mich selbst negativ rede und denke (Was bin ich für ein Versager! Ich schon wieder! Ich pack das nicht!), dann läuft es nicht anders! Ich werde kleiner, dunkler, schwächer… was ist das Gegenmittel? Vers 9: Segnet eure Beleidiger! Die Umstände segnen, die Firma, den Nächsten. Und ja: Auch mich selbst, die Stimmen in mir, die mich anklagen, klein machen. Grenzen setzen – ja. Aber auch segnen. Damit eine Spirale nach oben entstehen kann. Glückliche Tage werden kommen!

„Dienstaufsichtsbeschwerden erst am nächsten Tag!“ – Die Weisheit der Bundeswehr

Jeder sei schnell bereit zu hören, aber jeder lasse sich Zeit, ehe er redet, und erst recht, ehe er zornig wird. (Jakobus 1,19; NGÜ)

„Dienstaufsichtsbeschwerden erst am nächsten Tag!“ So blaffte es der Unteroffizier in den Raum. Bundeswehr. Noch zu einer Zeit, als alle hin mussten und man versuchte, mit allen möglichen Tricks durch die Musterung zu fallen. „Dienstaufsichtsbeschwerden erst am nächsten Tag!“ – eine gute Regel. Einmal drüber schlafen. Nicht im ersten Zorn etwas anzetteln, das am nächsten Morgen übel aufstößt und unnötig Porzellan zerschlägt.

leo-350690_640Heute sind wir das Gegenteil gewohnt. Eine SMS oder email sind rasend schnell beantwortet. Smartphone raus und eine wütende SMS abgesendet! Oder email. Rumms! Ist das Kind in den Brunnen gefallen. Dabei fehlen unendlich viele Informationen. Vor allem das „Hören“. Geschriebene Sätze sind vieldeutig. Allein durch die Betonung kann man einen Satz wie: „Das Essen wird kalt!“ mehrfach verschieden verstehen – Vorwurf, Klatsche, liebevolle Erinnerung. Also: Hinhören. Nachfragen. Gar nicht einfach. Ganz schnell habe auch ich das Gelesene und Gehörte nicht wirklich neu gehört und stattdessen sofort in meine von Kindheit an geprägten Schubladen gesteckt. Ich habe statt wirklich zu hören nur akustische Trigger aufgenommen. Schnell geredet und leider manchmal auch zornig reagiert.

Nun ist Zorn auch ein wertvolles Gefühl. Es zeigt: Da ist etwas empfindlich getroffen worden. Oft habe ich dabei eigentlich nicht den anderen gehört, sondern meine eigenen inneren Stimmen. Also: Auch hinhören auf das, was in einem selbst passiert! Und einfach mal den Mund und die Finger still halten. Dann wird das Gehörte und die innere Reaktion zum Lehrmeister des Wachstums.

“Warte, bis Papa nach Hause kommt!” – Endgericht statt Festmahl?

Du wirst mit uns Erbarmen haben und alle unsere Schuld wegschaffen; du wirst sie in das Meer werfen, dort, wo es am tiefsten ist. (Micha 7,19; GN)

„Komm du mir nach Hause!“ Das sind so Sätze, wie Kinder sie wohl fürchten und hassen zugleich. Da droht Strafe! Oder andersherum: „Warte, bis Papa nach Hause kommt, dann wirst du schon sehen…“. Unheilvoll verklingen diese Drohworte im Raum. Die Stunden, bis Papa dann kommt und sein Urteil beschließt und vollstreckt ziehen sich wie Kaugummi und sind eine einzige Quälerei.

submarine-168884_640Ich kenne solche Sätze durchaus und mache sie meinen Eltern nicht mehr zum Vorwurf. Sie wussten es nicht besser und ich weiß selbst aus eigener Elternschaft, wie diese manchmal an die Grenzen führt. Aber solche Sätze können tief gehend verunsichern und ein gesundes Bild von den Eltern und vom „Zuhause“ beschädigen. Denn was geschieht, wenn wir das auf Gott übertragen? Gut – du bist gerettet durch Jesus Christus. Na, gerade so! Aber warte mal, wenn Papa wieder kommt, dann kommt das Endgericht und dann wirst du schon sehen!

Nun ich denke, wir werden sehen. Wir werden sicherlich auch sehen, wo wir weit unter unseren Möglichkeiten geblieben sind und darüber sich trauern. Aber noch viel mehr werden wir sehen und erleben, was jetzt schon gilt: Wir sind mit Christus gestorben, auferstanden, erhöht worden, haben eine neue Würde, einen neuen Stand in Christus. Unsere Sünde ist ins tiefste Meer versenkt und von dort wird Gott sie nicht mehr mit einem U-Boot hervor holen. Nein – Gott wird keine alte Sünde mehr ausbuddeln. Stattdessen werden wir eine Dankbarkeit, Freude, Liebe, ein Jubeln erleben, dass die ganze Welt noch nie erlebt hat. So schlägt Gottes Herz für dich!

Licht, das durch Zedern bricht – mehr als nur Hoffnung auf Gottes Herrlichkeit…

Denn derselbe Gott, der gesagt hat: »Aus der Finsternis soll Licht hervorstrahlen!«, der hat es auch in unseren Herzen hell werden lassen, sodass wir in der Person von Jesus Christus den vollen Glanz von Gottes Herrlichkeit erkennen. (2.Kor 4,6; NGÜ)

sunbeam-76825_640Wanderung in der Eifel. Es geht durch Wälder, in denen noch der Frühnebel hängt, doch die Luft ist weich und voller Erwartung eines sonnigen Tages. Plötzlich brechen Lichtstrahlen durch die Baumwipfel und Sonnenstrahlen wie ein „Finger Gottes“ erreicht den Boden vor mir. Staubteilchen und Insekten leuchten auf und schweben durch den erleuchteten Dunst. Staunen, Schweigen, Freude.

Solche Lichtstrahlen, die urplötzlich durch eine düstere Wolkendecke stoßen, den Dunst vertreiben, lieben wir Menschen. Vielleicht weil solche Erfahrung eine tiefe Sehnsucht in uns widerspiegelt. Dass auch in düsteren Lebensphasen, in denen der Nebel der Traurigkeit, des Zweifels, der Sorge festzuhängen scheint, ein Lichtstrahl erscheint und Hoffnung bringt. Der Apostel Paulus beschreibt ab 2. Kor 4,8 genau solche Zeiten: Bedrängnis, Not, Verfolgung, drohender Tod! Keine Kleinigkeiten also. Und er betont in Vers 7 sogar, dass wir zerbrechliche Gefäße sind, die das aushalten müssen. ABER!

Wenn wir als Kinder Gottes unterwegs sind, können wir in solchen Phasen Licht erleben! Urplötzlich, nicht verfügbar, aber da! Unser Herz wird erhellt, so dass wir „den vollen Glanz von Gottes Herrlichkeit“ erkennen können. Wahnsinn!! Mehr geht kaum! Genau dieses Bewusstsein und Erleben von Gottes Macht, Liebe, Glanz ist es, was wir in solchen Dunkelheiten brauchen! Und vielleicht bietet die Dunkelheit eine besondere Chance, das wahrzunehmen, was längst da ist? Das helle Licht im Herzen, dass Gott ja bereits ausgegossen HAT…