CDs schöner brennen…

2 07 2008

Wer ab und an Musik bei iTunes et al. kauft (was ich immer noch selten tu, bin irgendwie mehr von der altmodischen “ich will was in der Hand haben”-Generation, aber gerade habe ich eine Platte von der abgedrehten Gruppe Balkan Beat Box gekauft, und die ist einfach im Handel zu teuer) und diese nun nett brennen will (was ja seit iTunes-plus auch noch unendlich oft geht), der steht oft ratlos vor hässlichen Discounter-Rohlingen. Und tut diese dann in hässliche Leerhüllen, die auch noch was kosten.

Abhilfe, die mir optisch gefällt, bringen nun die hübschen Rohlinge mitsamt schicker Papphüllen von mediumroh. Die kann man guten Gewissens verschenken und sie sehen auch noch edel aus. Und der Preis ist mit ein Euro pro Rohling und Papphülle angemessen. Nur so mal als Tipp für Schöngeister. Und Leute, die auch mit den Augen hören… (und ich habe auch nix dagegen, wenn jemand in solch schönen Hüllen meine Predigten verschenkt… ;-)





pablik vjuing - und die Veränderung von Wortinhalten

30 06 2008

Nu isse vorbei - die EM2008 und endlich verschwinden die vielen unsäglichen Fahnen aus den Autofenstern und sausen einem nicht mehr als Geschosse Richtung Windschutzscheibe auf der Autobahn (weil eben nur bis Tempo 80 ausgelegt).

Apropos: public viewing war ja wieder mal das Stichwort diese EM. Aber wo kommt das eigentlich her? Der englische Begriff kommt ursprünglich (bis vor ein paar Jahren zumindest) von der Aufbahrung eines Leichnams zur letzten Betrachtung der Trauernden und Kondolierenden (F.A.Z./30.6.2008). Nun könnte man sagen: die deutsche Mannschaft hat gestern auch ziemlich tot gespielt… aber nein: dieses Wort hat einfach innerhalb von wenigen Jahren eine komplett neue Sinnfüllung erhalten. Spannend. Und lehrreich für Christen.

Bei meinem “Casting” beim WDR haben wir auch eine nette Menge an Medientheorie bezüglich Vermittlung geistlicher Inhalte bekommen und die geistlichen Unworte im Radio erfahren: Gnade, Buße, Sühne, Reich Gottes… all diese Begriffe werden einfach nicht mehr oder eben schief gefüllt vom Normalhörer einer Radiosendung vor dem ersten Kaffee. Also: striktes Verbot. Gut, Sühne sowieso, denn da (die Medienstelle gehört zur Rheinische Landeskirche) tobt auch gerade die Diskussion um die Haltbarkeit der Sühnetheologie (grmpf). Aber auch sonst: wie finden wir neue Worte für bekannte Begriffe, ohne sie zu verwässern oder zu vereinseitigen? In Gemeinde haben wir da einen Bildungsauftrag, dass solche Begrifflichkeiten erklärt und so erhalten bleiben. Aber gegenüber Entkirchlichten? Was hast du für Vorschläge für Umschreibungen für bekannte dogmatische Begriffe des christlichen Glaubens? 





Unfreiheit entlarven…

27 06 2008

Es gibt zwei Arten von Propheten. Die einen erklären den Geknechteten, dass sie frei sein können. Das ist der schwierige Weg des Mose. Die anderen erklären denen, die sich für frei halten, dass sie in Wahrheit geknechtet sind. Dies ist der noch schwierigere Weg Jesu.
(Richard Rohr, Vom wilden Mann zum weisen Mann)

Die Frage des Pilatus: was ist Wahrheit - das ist nicht mehr die Frage in der Postmoderne. Eine Binsenwahrheit (sic!). Vielleicht ist heute eher die Frage: was ist Freiheit? Denn darum dreht sich in Gesprächen eine ganze Menge, Freiheit von Zwängen, finanzielle Freiheit, Freiheit zur Selbstverwirklichung. Und nur durchs Christ-werden verschwinden solche Gedanken ja nicht automatisch, sondern werden manchmal nur getauft und fromm verbrämt. Zur echten Freiheit der Kinder Gottes zu kommen - das setzt voraus, die eigene brutale Unfreiheit zu erkennen, die dann am stärksten herrscht, wenn wir uns besonders frei fühlen. Echte Freiheit bedeutet Bindung an eine Person: Jesus. Alles andere ist Teil einer Werbeveranstaltung des Teufels.





Abmeldung für drei Tage…

22 06 2008

So. Italien-Spanien ist strunz-langweilig. Ich gehe in die Heia. Davor ein paar persönliche Worte. Wenn die dich nicht so interessieren (was ok ist, wenn du theologische Gedanken erwartest), dann klick den Beitrag einfach weg. Zustand: weiterhin und zunehmend ziemlich erschöpft. Müde. Ausgepowert. Morgen (Montag) geht es für drei Tage nach Düsseldorf - zu einem Seminar des WDR, der neue Leute für seine Andachten im Radio sucht und nun auch bei den Freikirchen vorbei schaut. Spannend. Aber Programm und Training von morgens bis abends. Das erschreckt mich etwas. Gott wird zeigen, was dran ist. Aber der Kräfte-level tendiert erschreckend gegen Null. Viel gearbeitet, viel investiert und in dem allen immer wieder die manchmal bohrende Frage: wann kümmert sich eigentlich mal jemand um mich? Manchmal ist es nur noch ein Funktionieren… und es fehlt die Umarmung, die ehrliche Wertschätzung, das offene Ohr, die Ermutigung, einfach so als Mensch… Aber in all dem geschieht innerlich auch ganz viel… und auch Lustiges und Kraftvolles… ich kriege trotzdem meinen Melancholischen und das trotz eines hervorragenden österreichischen Veltliners gerade…;-) 

Bis Donnerstag dann - und ich freue mich über dein stützendes Gebet. 





Sind Christen Sünder? Nein!

19 06 2008

Was treibe ich im Augenblick so? Äußerlich: Medialer Overkill wegen meines Buches innerhalb von zwei Wochen: gestern Radioaufnahmen im ERF (Calando - Ausstrahlung Mitte August), nächste Woche Rundfunkschulung beim evangelischen Rundfunkbeauftragten für den WDR in Düsseldorf, übernächste Woche Donnerstag Fernsehaufnahmen für Cafe Aperto (Bibel-TV) - Ausstrahlung 10.8., 22 Uhr. Gut, für die Rundfunkschulung bin ich vom BFeG vorgeschlagen, hat also nix mit dem Buch zu tun, die suchen neue Sprecher für die Morgenandacht WDR1-WDR5 (können wir nicht irgendwie WDR4 umgehen?). Und sonst?

… beschäftige ich mich zunehmend mit der Frage: wer bin ich eigentlich in Christus. Bin ich immer noch ein Sünder? Und das Faszinierende ist vom Neuen Testament her: nein, ich bin kein Sünder mehr. Ich sündige immer noch (1.Joh 1), aber ich bin kein Sünder mehr. Hier ist die Unterscheidung zwischen Tat und Identität wichtig und entscheidend - wenn auch für westlich gepolte Menschen schwer geistlich umzusetzen, denn wir identifizieren und oft mit unseren und über unsere Taten! 3 Stellen kennt das NT noch, die darauf hindeuten könnten, dass Christen noch Sünder sind (Identität) - aber alle drei sind meines Erachtens doch bei näherem Hinsehen auf die Zeit vor der Hinwendung zu Christus gemünzt. Und auch wenn es mir noch unklar erscheint, wie man solche schönen Einsichten für sich umsetzt (jenseits der intellektuellen Befriedigung, etwas Schönes erkannt zu haben - wobei das sicherlich nicht neu ist…), bei dem Thema bleibe ich mal dran. Gibt also irgendwann mal eine Predigt oder so…

Irgendwelche Tipps oder Anmerkungen?





Teures Benzin - billige Esel…

16 06 2008

Abgesehen davon, dass es in den USA mittlerweile Gebetsgemeinschaften an Tanksäulen gibt, um den Benzinpreis herunterzubeten (ob diese Tanksäulen als Folge des Gebets nun nach vorne oder hinten umfallen oder die Gallonenanzeige beginnt zu zittern, ist nicht überliefert) - heute berichtet die Frankfurter Allg. Sonntagszeitung (F.A.S.) von tragischen Seiteneffekten der hohen Benzinpreise. Der Eselpreis (als Zugmaschine für den Acker) ist in Folge der explodierenden Rohölpreise in der Türkei massiv nach oben gegangen - von 26 Euro für einen Esel auf 180 Euro.

Nennt mich sentimental: mich hat das irgendwie traurig gemacht (genau wie die 4 Euro für einen Hamster oder die 50 Cent für einen Goldfisch in Zoohandlungen). 26 Euro - das ist zweimal die Komplettreinigung mit allem pipapo fürs Auto in der Waschstraße hier in Eschweiler. Und dafür ein Tier? Ein Esel? Irgendwie sind die Maßstäbe aus den Fugen geraten und Nebensächliches ist zentral geworden und Natürliches und Normales nebensächlich und billig. Aber immerhin kostet der Esel nun so viel wie eine Spielekonsole… eine kleine…





Verletzbar sein in einer harten Welt?!

10 06 2008

Liebe heisst, verletzlich sein. Liebe irgend etwas, und es wird dir bestimmt zu Herzen gehen oder gar das Herz brechen. Wenn du ganz sicher sein willst, dass deinem Herzen nichts zustösst, darfst du es nie verschenken, nicht einmal an ein Tier. Umgib dein Herz sorgfältig mit Hobbys und kleinen Genüssen; meide alle Verwicklungen; verschliesse es sicher im Schrein oder Sarg deiner Selbstsucht. Aber in diesem Schrein - sicher, dunkel, reglos, luftlos - verändert sich das Herz. Es bricht nicht; es wird unzerbrechlich, undurchdringlich, unerlösbar. Es gibt nur einen Ort ausser dem Himmel, wo wir vor allen Gefahren und Wirrungen der Liebe vollkommen sicher sind: die Hölle. (C.S. Lewis 1898-1963)

Wer sein Herz schützt, erreicht da Gegenteil. Er (oder sie) glaubt den Himmel zu haben (weil vermeintlich sicher und geschützt), bevölkert aber die Hölle. Aus schlechten Erfahrungen oder schiefer Erziehung wird das Herz verborgen, werden Gefühle unterdrückt, wird Liebe nur dosiert oder funktionalisiert abgegeben. Wie tragisch, dass wir dabei an einen Gott glauben, der sich bis zum Exzess verletzbar gemacht hat, der sich bis zum Abwinken verschenkt hat und sich bewusst hat verletzen lassen. Stehen wir über dem Meister? Warum sichern wir uns, wo er losgelassen hat? Wie kann man das leben in einer harten Gesellschaft, ohne kaputt zu gehen? Und: ist kaputt gehen an der Härte der Menschen nicht eigentlich Schicksal eines lebendigen Christen? Haben wir eine Gewährleistung auf Unversehrtheit bis zum Lebensende? Hatte Jesus das? Was denkst du?





Demuts-Award 2008 und überhaupt: soll’s weitergehen mit diesem Blog?

3 06 2008

Es gibt Preise, die sind ein Widerspruch in sich - Bento hat mich nominiert für den Demuts-Award 2008. Nett von dir. Wenn man Demut richtig versteht, aber dazu habe ich an dieser Stelle ja schon was gesagt. Soll ich weitere Blogger nominieren? Mmmh, es verbietet mir meine Demut, über die Demut anderer nachzudenken, insofern fällt mir das schwer. Allerdings wäre Bento selbst keine schlechte Wahl, denn er lebt seinen Glauben intensiv, ehrlich und hingebungsvoll. Fromme Fassaden? Soweit ich das aus der auch leider vorhandenen räumlichen Ferne beobachten kann: Fehlanzeige.

Und sonst: bin ich in einer kleinen Blog-Krise. Ich frage mich: soll ich das hier überhaupt weitermachen? Wer liest das überhaupt? Wer bin ich und wenn ja, wie viele? Der Teufel scheint sich seit einigen Monaten gerade prächtig mit meiner alten Natur zu verbinden (für Luther84-Fans: Fleisch) und die Maximalbelastung meines Glaubens und Lebens auszuprobieren. Nun, den Kampf nehme ich an. Aber interessiert das wen? Bringt dieses Blog irgendwem irgendwas? Bin gerade etwas erschöpft, glaube ich… hat mal jemand ein freundliches Wort? Tipps aus ähnlichen inneren Krisen? 





Die große Gefährdung: der Islahm

31 05 2008

Die größte Gefährdung des Christentums geht vom Is’lahm aus: der Gottesdienst is lahm, das eigene geistliche Leben is lahm, der Hauskreis is lahm … (frei zitiert aus dem aktuellen dran)

Und das Gegenmittel? C.S. Lewis: “Gott ist wild, wissen Sie?” - sich der leidenschaftlichen Kraft des wilden Gottes und seines Sohnes aussetzen und sich selbst mit allen Bildern und Blockaden loslassen. Angst? Zurecht. Aber es lohnt sich. 





Grinsen macht krank!

28 05 2008

So nun haben wir es amtlich (und die F.A.S. hat es am Sonntag gebracht): Dauergrinsen macht krank! Soviel zum Dalai Lama. Aber Dieter Zapf von der Uni Frankfurt bezieht es weniger auf ihn, als auf Berufsgruppen, die das professionell betreiben müssen: Verkäufer, Call-Center-Mitarbeiter und Stewardessen hat er untersucht und begleitet. Fazit: ein natürliches Lächeln dauert zwischen einer halben Sekunde und vier Sekunden - alles darüber hinaus ist künstlich und macht krank, baut innerlich Aggressionen auf, die dann natürlich zu Depressionen führen können. Zapf stellt heraus: solche Berufsgruppen bräuchten dringend Rückzugsräume, in denen sie ihr echtes Ich mit all den angestauten Aggressionen über nervige Kunden rauslassen und einfach sie selbst sein dürften.

Amen dazu. So allmählich geht der ganze positiv-Denken-Eso-Müll den Bach runter. Lächle und du fühlst dich auch besser. Jo. Und man wird auf Dauer krank. Man kann natürlich auch krankhaft pessimistisch sein und die Mundwinkel zu oft den Forderungen der Schwerkraft übergeben. Klar. Aber darum geht es hier nicht. Fakt ist: jede Fassade macht auf Dauer krank. Nun kann keiner ohne Fassaden leben, denn so funktioniert nun mal unsere Gesellschaft und es wäre ja auch gar nicht wünschenswert, vollkommen transparent zu sein wie Jim Carrey in “Der Dummschwätzer”. Die Frage ist eher: bin ich mir dieser Fassade bewusst? Oder verwechsele ich sie irgendwann mit mir selbst? Habe ich Räume der Offenheit? Und habe ich eine Gemeinde, in der ich das leben darf und kann? Inwieweit fördert mein Glaube die Offenheit und Transparenz oder verstärkt sogar noch das Fassadenspiel? Wenn ich so manche Grinsekatzen von amerikanischen Pastorenehepaaren sehe und beobachte, dann beschleicht mich ein Verdacht, dass fromm sein die Sache nicht automatisch verbessert… ;-)

Äh, daran arbeite ich gerade für die Predigt am nächsten Sonntag. Thema: Selbstbilder oder: wie ich mich nicht mehr selber im Wege stehe. Am Sonntag in der FeG Eschweiler und ab mittags dann im Netz als PDF und mp3 (wenn unser PC (würg!) mitmacht).