Kraft und Vollmacht…

4 11 2007

Über meinem Schreibtisch (besser gesagt gegenüber) hängt nun seit einiger Zeit ein Bibelvers, der mir immer wichtiger wird. Und der sich zunehmend bewahrheitet und deutlich macht: nein, es geht nicht vor allem um Wissen und Worte, es geht um die Kombination:

Worte plus Taten durch Vollmacht und Zeichen (Wunder)

Je länger und mehr ich NT lese, desto mehr wird mir deutlich, wie verkürzt eine reine Textbezogenheit intellektueller Art ist. Sie endet schnell in einem religiösen Geist und in aufgeblasenem Theoriewissen. Paulus schreibt (das ist mein Schreibtischvers):

Ich würde es nicht wagen, auf etwas anderes stolz zu sein als auf Christus, der die anderen Völker durch mein Reden und Tun zu Gott geführt hat. Ich habe sie gewonnen durch die Wunder, die als Zeichen Gottes durch mich geschahen und durch die Kraft des Heiligen Geistes (Römer 15,18.19)

Wie sind wir eigentlich je auf die Idee gekommen: lehre nur das reine, nüchterne Evangelium und die Leute finden zu Gott? Erzähl nicht von dir, mach dich nicht zum Thema! Das mag ja alles so grob richtig sein - aber es muss flankiert werden von einer Person, die das mit ihrem Leben in allem Beschränkung auch verkörpert (DU! ICH!), und die damit rechnet und es auf dem Plan hat, durch Gottes Vollmacht Wunder zu tun, kurz: mit Dingen zu rechnen, die wir sonst nicht auf dem Plan haben. Haben wir den Mut, darum zu beten? Damit zu rechnen? Oder argumentieren wir solche Stellen theologisch weg? Dabei hängt es eben nicht am Wort - sondern an der Kraft. Ich wünsche dir einen kraftvollen Wochenanfang. Und untersuche das NT auf solche und ähnliche Stellen - du wirst sie reichlich finden…


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8 Antworten zu “Kraft und Vollmacht…”

5 11 2007
Bento (17:43:01) :

hmm - was Paulus hier sagt, ist ja erstmal nur eine Bestandsaufnahme, dass es so geschehen ist und sagt eigentl. nicht direkt etwas über unseren Auftrag aus. Immerhin war Paulus das von Jesus extra “auserwählte Werkzeug” für diesen Job (Apg.9.15) - warum sollte er jmd. extra auserwählen und bevollmächtigen, wenn es allgemeiner Auftrag wäre??

Mich macht in diesem Zusammenhang immer stutzig, dass es nicht eine einzige Ermahnung in den Briefen gibt, fleissig Zeichen und Wunder zu tun, oder auch nur dafür zu beten - wenn es ein allg. Auftrag wäre, wäre er so ungewöhnl., dass er es Wert gewesen wäre, immer wieder (oder doch wenigstens einmal) erwähnt zu werden - meinst du nicht?

5 11 2007
wegbegleiter (18:54:43) :

Klar ist - die Apostel haben eine einmalige Funktion und Qualität gehabt, daran müssen und dürfen wir nicht rütteln, deswegen habe ich mit den heutigen Aposteln so meine Schwierigkeiten. Dennoch: was machen wir mit Jesus, der deutlich sagt, dass wir in seinem Namen Größeres als er vollbringen werden? Was machen wir mit einem Paulus der immer wieder von der dynamis des Evangeliums spricht, mit dieser Kraft, die nicht in klugen Worten besteht, sondern in Taten? Warum erleben wir in der Apg immer wieder diese selbstverständliche Mischung aus Worten und Wundern? Teilweise auf eine fast anstößig magische Weise?

Nun - da stimme ich dir zu - kann man das nicht zum Maßstab für alle Zeiten erheben, Gott wirkt durch uns Wunder, wie und wann er will, nicht wann wir es wollen. Ich stimme auch zu, Wunder sind nicht Ausweis besonderer Geistlichkeit, immerhin gibt es Menschen, die laut Jesus Wunder tun und ihn Herr nennen und dennoch nicht zu ihm gehören… aber kann es sein, dass wir nicht doch zu wenig erwarten? Ich neige nicht zu charismatischer Überspanntheit, spüre dagegen bei mir eine Überbetonung des rein intellektuellen, dass ich so auch nicht in der Bibel finden kann, eher in Warnungen, sich keinen religiösen Geist einzufangen… insofern strecke ich mich nach Taten und Wundern aus, wohlwisssend, dass diese unverfügbar sind. Aber - das ist nur mein jetziger Erkenntnisstand - danke für deine kritische Nachfrage!

5 11 2007
Bento (21:33:01) :

ja mein Lieber - das hört sich ganz gut an in meinen Ohren, der Pfad ist eben echt schmal - an beiden Seiten ist nur der Abgrund…

5 11 2007
Bento (21:52:23) :

..achso, und “Grösseres als ich tun” ist eine spannende Sache - was könnte das sein??
Wenn wir mit Vollmacht heilen, Geister austreiben usw. tun wir ja nix Grösseres als Jesus getan hat!

- ich denke, es kann sich eig. nur um die weltweite Verbreitung seiner Botschaft handeln - was Jesus ja nur im “kleinen Kreis” tat.

- ein anderer Ansatz wäre: Es ist ja eigentl. nix “besonderes”, wenn Jesus die Worte und das Werk Gottes tut - wenn aber solchen Pappnasen wie uns sowas anvertraut wird, ist das schon ein Mega-Ding…

6 11 2007
storch (01:38:10) :

du sprichst mir aus dem herzen, wegbegleiter.ich bin so froh, dass immer mehr sich aufmachen in gottes kraft zu kommen. wir haben so viel damit erlebt, es ist echt toll. ich hoffe, dass wir auf unserer neuen seite eine zeugnisseite hinbekommen.

@bento: die briefe sind voll von übernatürlichen. der ganze galater geht nur über den wandel im geist. epheser 6 ist komplett dem kampf mit engel und sogar engesfürsten gewidmet. 1.korinther ist voller geistesgaben (heilung darunter). thessalonicher: geist nicht dämpfen. timotheus: gnadengaben anfachen. jakobus: kranken hände auflegen, usw.usw.

btw. die ersten (12) apostel hatten zwar einen speziellen auftrag, der nicht wieder zu bringen ist weil niemand mehr jesus nach dem fleische kennt. aber das war auch schon alles. schon ab paulus ht das amt des apostels genauso funktioniert wie heute.

6 11 2007
Bento (12:56:42) :

..mann Storch, dass du mir jetzt fast die ganze Bibel um die Ohren haust ist echt nDing…
Natürlich ist sie voller übernatürl. Ereignisse, und klaro kann Gott auch heute jmd. auswählen oder sonstwie das tun, was wir Wunder nennen - mir geht es NUR um den allg. Auftrag oder die General-Vollmacht, die du ja offenbar propagierst - wo ist die in der Schrift zu sehen??
Und eben das find ich einfach sehr seltsam, wenn wir zu allem anderen detailiert unterrichtet werden…

6 11 2007
wegbegleiter (13:11:21) :

Jesus sendet seine Jünger aus, um das Reich Gottes zu verkünden und Menschen zu heilen und Dämonen auszutreiben. Gilt diese Aufforderung heute nicht mehr? Ich denke doch. Das Reich Gottes verbreitet sich immer mit Zeichen und Wundern. Deswegen ist in der Anfangszeit des Glaubens (Ev und Apg) auch alles nur so vollgestopft mit Wundern. Aber auch heute wächst Reich Gottes, auch heute verbreitet es sich und dabei wird es auch (wenn auch nicht so intensiv) begleitet von Zeichen und Wundern. Diese sind einfach ein Zeichen des in die Welt hinein brechenden Reiches Gottes und Heil ist ganzheitlich. Warum sind diese Zeichen in Deutschland so viel weniger als z.B. in Afrika? Will Gott hier keine Erweckung? Will er sein Reich nicht bauen? Diese fatalistische Theorie habe ich viele, viele Jahre selbst vertreten, um die unterschiedlichen Entwicklungen weltweit zu erklären. Aber kann es nicht anders herum sein? Dass wir ganzheitliches Heil erwarten und erbeten sollen, anstatt nur intellektuelle Zustimmung? Dass wir Gott mit unserer Sehnsucht nach dem sichtbaren Reich in den Ohren liegen sollen? Wird er es dann endlos verweigern?

6 11 2007
Bento (15:56:59) :

jo - alles korekt und voll nachvollziehbar!
Was ich vom Plan Gottes erkenne, dass offenbart er auch in seinem Wort, der Rest sind meine pers. Schlussfolgerungen…

Bevor ich hier noch als Vertreter einer fatalen Theologie dastehe und mich demnäxt jmd. fragt “ja willst du denn nicht, dass sich Gottes Reich mit Macht ausbreitet?” - aber klar doch!

Wenn du durch deinen Glauben Berge versetzt - ok, ich bin dabei!! Aber sonstige Vollmachten und allgemeine Forderungen möchte ich gerne von ihm unterschrieben sehen, bevor ich sie verkünde…

Übringens war es ja nichtmal bei Jesus und den Apostel ein Schlüssel zu allgemeiner Hingabe - und ob Gott die entschlafenen Abendländer mit ihrer verstaubten Bibel im Schrank nochmal wachrütteln will und wenn ja wie, dass weiß ich echt nicht - der Glaube, weil man sieht, wurde jedenfalls nicht besonders gelobt…

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