Krieg ist grausam, meist sinnlos und immer unmenschlich. Ist er manchmal notwendig? Darüber kann man trefflich streiten, aber jeder Krieg, selbst der, der Diktatoren beseitigt, hinterlässt dafür wieder Tausende von Opfern, nicht mit gerechnet die, deren Seelen verwundet, ja traumatisiert sind. Ein gutes Mittel, mit Krieg umzugehen, das wissen Kriegspsychologen, ist den Krieg zu versachlichen und den Feind zu entmenschlichen. Ich sage: Ein gutes Mittel, um den Krieg spürbar zu machen ist, die Gefühle sichtbar zu machen. Hier ein Nachrichtenvideo von einem GI, der nach 7 Monaten Irak zurück darf und seinen Sohn in der Schule überrascht. Wenn man von der Abgeschmacktheit absieht, so etwas zu filmen und einem Millionenpublikum vorzuführen, so rührt diese Szene doch zu Tränen und macht deutlich, wie sehr Kinder leiden können, wenn sie keinen Vater haben (eine Option, die manche Väter ja auch noch freiwillig in Kauf nehmen und mit stolz geschwellter Brust 70 Stunden die Woche arbeiten).
Aber ich schlage für mich im Herzen die geistliche Brücke, denn irgendwie hat das was vom verlorenen Sohn, wenn auch umgekehrt. Die Tränen der Erleichterung, den Vater wieder in die Arme schließen zu können. Ihn zu spüren, zu riechen, zu drücken… möge unser Zulaufen auf den himmlischen Papa auch so unser Herz erreichen dürfen, gerade wenn wir nach einer Strecke der geistlichen Distanz IHN wieder im Türrahmen sehen…
hallo,
du triffst mit deinem kommentar genau eines der hauptthemen meines lebens.
das ist auch in meinem blogg zu lesen.
ich war einmal unter den friedensbewegten. aber inzwischen schaeme ich mich fuer diese zeit.
es gibt in der tat gruende krieg zu fuehren. diese gruende muessen nicht die schlechtesten sein und manchmal gibt es auch gar keine andere wahl.
zum beispiel wenn die “nachbarn” staendig mit allen mitteln versuchen zivilisten des betroffenen staates zu ermorden oder wenn diesem staat wiederholt und leider glaubhaft mit der vernichtung durch die atombombe gedroht wird.
die rede ist von israel.
an diesem beispiel und durch zahllose aufenthalte in israel habe ich gelernt das pazifismus eben nicht die beste loesung ist.
pazifismus kann auch bedeuten sich selbst aufzugeben. als person und als volk.
viele gruesse,
der grenzgaenger
Hallo grenzgänger und willkommen auf meinem Blog!!
… Was nicht jede Aktion Israels automatisch rechtfertigt, auch da gab es Gräueltaten - Israel sind nicht immer automatisch die Guten (wenn auch häufiger) und Palästina die Bösen. Fakt ist natürlich: Israel ist bedroht - und wird es wohl immer bleiben. Fakt ist auch: Ausgeprägt islamische Länder haben einen ebenso ausgeprägten Antisemitismus. Dagegen darf und muss sich Israel wehren - ob deswegen jede Aktion Israels der Deeskalation dient, wage ich aber zu bezweifeln. Es bleibt für mich dabei: bei aller Berechtigung, sich zu wehren und durch Geheimdienste gegen hohe Tiere des Islamismus vorzugehen - dafür bin ich, ansonsten sollte möglichst viel guter Wille und Wille zur Deeskalation gezeigt werden. Diese Balance fällt sicherlich nicht leicht, aber man sollte sich eben auch nie auf das Niveau des extremistischen Gegners begeben.
zustimmung, lieber wegbegleiter, zustimmung !
Einen Krieg zu führen bzw. sich daran zu beteiligen, zeugt letzten Endes immer von einem Mangel an Gottvertrauen, finde ich. Mit der Gewissheit des ewigen Lebens kann man sich doch ganz entspannt der Aufgabe widmen, Böses mit Gutem zu vergelten.
Aber naja, der alte Mensch in uns will einfach nicht sterben. Denn der Tod ist wirklich sein Ende. Wir, die wir aus dem Geist geboren sind, wissen aber, dass es da erst richtig losgeht.
“Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn.”, wie Paulus so schön sagt.
Die gütigen Augen Gottes sehen alle, die eine verwundete Seele haben und Er will Ihnen helfen.
Sei ermutigt die Tränen der Enttäuschung eines Sohnes und einer Tochter, die rebellisch vor Gott leben sind von himmlischen
Papa gesehen und Er möchte sie wegwischen.
Predige in deinem Herzen für die geistliche Brücke zwischen Gott und Mann, Jesus Christus, so dass Gott
dir die Tränen der Erleichterung und Freude gaben kann.
Ehre das Wort Gottes und Gott selbst und dein Vater wird dich in Seine rettenden Arme schließen können.
Vor längerer Zeit bat mich die Redaktion von ‘Christsein Heute’, den Satz “Wenn ich an Israel denke …” zu Ende zu schreiben. Dies war der Satz, den die Zeitschrift veröffentlichte:
Wenn ich an Israel denke, dann denke ich an die vielen Menschen, denen ich in den letzten 5 Jahren auf nahezu 40 Reisen dorthin begegnet bin … ich denke an ihren Stolz und an ihre Liebe zu diesem Land; ich denke an das pulsierende Leben in Tel Aviv, inmitten der Todesgefahr durch Terroranschläge; ich denke an Gilad Shalit, den jungen Soldaten, der in den Gazastreifen verschleppt wurde - und ich sehe die entsetzliche Angst in seinen Augen; ich denke an den Duft der Orangenblüten, der das Land überzieht, und ich freue mich auf die nächste Reise nach Israel - Flüge und Hotel sind schon gebucht.
Schalom,
Hans
P.S.: Besondere Grüße an den Grenzgänger, dessen Icon das Antlitz von Gilad Shalit trägt!
Gibt es wirklich einen Bellum Iustum? Wer mir einen Krieg in der Geschichte zeigen kann, der frei von handelsstrategischen Beweggründen war und der sich moralisch gelohnt hat. Bekommt von mir eine Tüte Gummibärchen.
Kann ich die Gummibärchen auch so haben? Krieg ist die gerecht, sondern Teil der gefallenen Welt. Daraus folgt, dass Christen vielleicht den einen oder anderen Krieg zähneknirschend ertragen und mittragen müssen, wenn er einer Verhinderung größeren Unrechts wie zum Beispiel Völkermord dient. Niemand hat zum Beispiel im Sudan eingegriffen, wo seit Jahren Tausende und Abertausende von Christen hingerafft werden und sich - weil es sich nicht lohnt - keiner groß einmischt. Hier wäre ein kriegerischer Einsatz nach Versagen aller anderen Mittel vielleicht angemessen? Ich weiß es nicht, denn Krieg ist Sünde und kann nur dazu dienen, noch größere Sünde zu verhindern. Aber es bleibt dabei: Krieg ist schmutzig und erzeugt neues Leid und wir haben als Christen noch viel zu wenig erforscht, gebetet und (friedlich) gekämpft für alternative Lösungen… ist so mein Eindruck…
Die Frage, weshalb die Völker der Erde dem Völkermord der Nazis so lange tatenlos zusahen, und warum die Alliierten nicht die Zufahrtswege zu den ‘Vernichtungslagern’ zerstörten, findet keine Antwort. Im Diasporamuseum in Tel Aviv gibt es eine Wandinschrift, in der das Leid beklagt wird, das die Deutschen den Juden angetan haben haben. Am meisten berührt hat mich jedoch der letzte Halbsatz des Textes: “… whilst others stood in silence.”. Doch, es gibt Krieg und Gewalt im Zeichen der Gerechtigkeit.
Für mich war immer klar, daß Folter garnicht geht. Bis ich eines Tages mit einem Israeli darüber sprach, der mich mit folgender Situation konfrontierte: Drei Terroristen sind auf dem Weg zu ihrem Einsatzort, um dort als Selbstmordattentäter möglichst viele Menschen zu töten. Zwei davon werden von der Security geschnappt, der dritte setzt seinen Weg fort. Es bleiben vielleicht nur Minuten, oder wenige Stunden, um ein Unglück zu verhindern. Welche Verhörmethoden sind erlaubt, um aus den beiden gefangenen Terroristen herauszuquetschen, wo der Anschlag stattfinden und wer der Kerl ist, der ihn ausführen soll? Ist die Menschenwürde der beiden Terroristen höher zu achten, als die der Opfer? Was, wenn durch Schläge und Folter einer der beiden Attentäter mürbe wird und rechtzeitig aussagt? Wer von uns, die wir eben bequem im Sessel sitzen und diesen Blogeintrag lesen, kann sich anmaßen, zu sagen, was hier Recht und Unrecht ist?
@Hans: klar ist: es gibt keine einfachen und billigen Antworten in einer gefallenen Welt. Man wird immer Situationen kreieren können, in der der Standard nicht greift, wie du schon beschrieben hast: Gefahr im Verzug. Wenn es denn einen Standard gibt, von dem man abweicht. Die Tendenz geht aber dann in der Denke schnell dahin, das Grauen und die Abweichung eben aufgrund solcher Fälle zum notwendig möglichen Standard zu erheben. Und da komme ich nicht mit.
Bonhoeffer hat sich mit dieser Frage seriös und intensiv auseinander gesetzt und er hat entschieden: ich nehme die Schuld der Abweichung auf mich, aber es bleibt eine Abweichung, für die ich in den Augen Gottes den Tod verdient habe, und nicht der Standard. Und seien wir ehrlich: 95% der heutigen kriegerischen Varianten sind nicht so extrem gepolt und das Interesse dahinter durchschaubar (strategisch, wirtschaftlich etc.) und nicht dermaßen extrem an konkreten Menschenleben unter Zeitdruck geknüpft…
b.t.w.- im Augenblick läuft wieder die grandiose Fernsehserie 24 mit Kiefer Sutherland als Agent Jack Bauer und der foltert fröhlich, was das Zeugs hält. Bis er selbst gefoltert wird von Chinesen und etwas an Härte in ihm zerbricht und in der aktuellen Staffel kann er irgendwann nicht mehr foltern… wobei seine Härte immer noch reicht…. Wenn man ihn beobachtet, dann weiß man: er versucht Menschenleben zu retten - aber man spürt automatisch: …und wird dabei selbst zum Schuldigen. Es gibt eben keine einfache Rechnung. Nur ein Abwägen… aber kämpfen wir doch bitte um einen Standard und opfern diesen niemals auf dem Altar des Pragmatismus.
Bevor man in so Zwangslagen kommt, wo man nur noch zwischen zwei schlechten Alternativen wählen kann, ist doch meistens schon viel im Vorfeld passiert. Sobald man zur Polizei, zum Militär oder in die Politik geht, nimmt man eben billigend in Kauf, dass solche Situationen vermehrt auf einen zukommen.
Natürlich kann es immer noch sein, dass man in Zwangssituationen kommt, wenn z.B. zufällig eine Pistole auf dem Boden liegt und man dadurch das Leben eines Opfers retten kann, indem man auf den Täter schießt. Aber ich meine, man muss sich nicht extra eine Waffe kaufen und damit rumlaufen. Dann beschwört man solche Situationen erst richtig herauf. Und da trägt man doch irgendwie auch eine Verantwortung, dass man die Ausnahmesituation möglichst schon im Vorfeld vermeidet.
Aber alles in allem denke ich, dass der oberste Maßstab bei Gott immer noch die Liebe ist und die über Gewaltlosigkeit zu setzen ist. In dem Beispiel mit den israelischen Polizisten würde ich sagen, dass sie korrekt handeln, wenn sie sich für die Folter entscheiden, sofern die einzige Motivation darin besteht, die Opfer zu retten. In der Realität wird aber immer der Hass auf die Attentäter mitspielen und das sollte eben nicht so sein. Genauso korrekt wäre es auch, sich gegen Folter zu entscheiden, denke ich, sofern die einzige Motivation darin besteht, dass man einem anderen Menschen keine Gewalt zufügen möchte.
Aber es ist sowieso nicht meine Aufgabe, über andere zu urteilen. Da muss jeder seine Gedanken machen. Eine allgemein gültige Regel würde ich für die Extremfälle auch nicht aufstellen wollen.
Noch ein Beispiel aus Israel: Ariel Sharon sagte einmal, daß er sich vor keinem Befehl so sehr fürchte wie vor dem, ein ziviles Passagierflugzeug, das sich in der Hand von Terroristen im Anflug auf Tel Aviv befindet, abschießen zu lassen. Unseren Regierenden hat ein Gerichtsbeschluß diesen Befehl untersagt. Was ist besser, den Befehl zu verbieten oder den Politikern diese schwierige Entscheidung auf die Schultern zu legen? Ich weiß schon, warum ich nach Israel nahezu ausschließlich mit EL AL fliege. Da gibt es vor dem Cockpit eine Sicherheitsschleuse und bewaffnete Sky Marshals sitzen in meiner Nähe. Das gibt mir ein gutes Gefühl. Israelis leben in einer Realität, die Lichtjahre von unserer entfernt ist.
@Christof: Klar, kannst Du auch so Gummibärchen haben.
@Hans: Zwei Sekunden wirklich nachgedacht und dir sollte aufgehen, dass dieses Argument (wir zerstören ein weniger wertvolles Leben, um viele wertvolle zu erhalten) so invalide ist, dass es einen AOK-Schopper und einen Zivi braucht, um überhaupt Argument zu sein. Mit diesem Argument kannst Du auch Abtreibung, Euthanasie und jede andere Form von Mord rechtfertigen. In dem Moment wo ein Menschenleben aufgrund seines von Dir oder mir (oder wem auch immer) zu-oder abgesprochenen Wertes verhandelbar wird, betreten wir den innen Kreis des Infernos.
Im Allgemeinen:
Was ist, wenn doch alles ganz einfach ist. Das was man tut, ist das was man in Wahrheit ist. Was ist, wenn es die Höflichsten aller Lügen ist, dass gute Menschen in extremen Situationen schlechte Sachen tun? Was ist wenn Umstände, Zeit und Druck eigentlich keine Bedeutung haben und daher nichts entschuldigen? Lehnen wir uns mal einen Augenblick bei Mt 7, 16 oder wahlweise der Drei Groschen Oper oder Forest Gump an.
Was also wenn, ein Monster erst wirklich zu einem Monster wird, wenn es wirklich monströses tut? Kann man wirklich einen Menschen töten ohne anschließend ein Mörder zu sein? Kann man einem bestimmten Menschen, die elementare Rechte vorbehalten ohne anschließend selber ein Gesetzloser zu sein? Wohl kaum.
Aber machen wir uns nichts vor, wir haben die Folter nicht aus dem Handbuch für Befragungstechniken gestrichen, weil sie uns zu Monstern macht. Damit leben wir ja ganz gut. Wir wenden sie nicht mehr an, weil 98% der Informationen, die man durch Folter erhält einfach falsch sind. Das musste übrigens auch das FBI in den letzten Jahren erfahren. Viel Zeit und Geld wurde aufgewandt, um Informationen nach zu gehen, die durch innovative Verhörtechniken gewonnen wurden und die sich alle samt als falsch erwiesen. Die meisten dieser Verhörtechniken findet man übrigens in Aufzeichnungen der Gestapo, soviel zu innovativ.
[...] hat mit diesem Artikel ein Thema angestoßen, das ich sehr interessant fand. Die dort gezeigte Szene rührt zu Tränen, [...]