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Dankbar: wenn Nebel Gottes Angesicht gnädig verhüllt

dsc00324Ich schaue aus dem Fenster meines Arbeitszimmers und sehe direkt in die Sonne hinein. Der Nebel schirmt sie gerade so weit ab, dass ich direkt hinein schauen kann, was für ein seltenes Vergnügen! Seltsam monochrom und unscharf mutet die Atmosphäre an, auf eine heitere Weise gelassen und still. Und ich denke an Gott – dass man ihn auch nicht direkt sehen kann, ohne zu vergehen, so hell ist sein Licht, so groß seine Schönheit, so unglaublich seine Macht und Ausstrahlung. Eines Tages wird er Sonne sein über unserer erneuerten Welt. Eines Tages sehen wir ihn von Angesicht zu Angesicht – wie es so schön altmodisch heisst. Bis dahin könnten wir es nicht ertragen.

Und dennoch nähert er sich behutsam und geduldig und auf äußerst kreative Weise. In seinem Sohn kommt er uns nahe. In seinem Geist wohnt er in jedem, der seinem Sohn vertraut. In Visionen und Bildern nähert er sich den Seinen – so wie Paulus (heute in der Tageslosung Apostelgeschichte 18,9: Der Herr aber sagte nachts in einer Vision zu Paulus: Fürchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht!) Gott findet in seiner unglaublichen Liebe zu allen Menschen ebenso unglaubliche Wege, den Menschen nahe zu kommen, ohne sie zu zerstören. Er vernebelt sich gnädig, damit wir ihn sehen können. Wie groß ist diese Liebe zu seinen seltsam verkrümmten Geschöpfen, die dennoch kaum niedriger als ER geschaffen sind und berufen sind, zu regieren, zu gestalten, zu lieben und zu verändern. In seinem Namen. Wie groß ist die Liebe – und ich sinke dankbar auf die Knie. Wieder wird alles in Nebel getaucht. Diesmal durch Tränen.

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  1. Lebensnot/Lebensrettung
    27 Januar, 2009 um 6:23 | #1

    Die unendliche Liebe Gottes spüren dürfen – durch einen Nebel aus Tränen
    hindurch. – DANKE!

  2. 27 Januar, 2009 um 9:02 | #2

    Eine sehr schöne Meditation.

  3. 27 Januar, 2009 um 11:38 | #3

    Danke euch – hat mich auch bewegt…

  4. 28 Januar, 2009 um 6:18 | #4

    Wie unterschiedlich die Sichtweise unter den Geschwistern. Mit dem Nebel habe ich es so gar nicht. Gott ist für mich so etwas wie Sonne, die wärmt. Die Nacht mit dem Mond und der großen Ruhe, das hat auch was von Gottes Ausstrahlung für mich.

  5. Lebensnot/Lebensrettung
    28 Januar, 2009 um 10:32 | #5

    @apassionata
    Wenn die Sonne blendet, ist es für die Augen gut, wenn sie sich hinter Wolken/Nebel verbirgt. Mich hat die Formulierung „Nebel aus Tränen“ berührt -
    sie sagt nichts darüber aus, ob für den Autor gilt, dass Jesus „d i e Sonne“ ist, die wärmt, die Dunkelheiten erhellt etc…

  6. 29 Januar, 2009 um 10:26 | #6

    Kein Problem – ich glaube, jedes Bild hinkt und hat seine Schwächen. Die wärmende Sonne – ja die habe ich auch schon als Gottes Freundlichkeit oft erfahren und hoffe, dass es mir Ende der Woche auf meiner Einkehr auf Mallorca auch so ergeht. Mir ging es eher um die phantasievolle Annäherung Gottes, den wir ja nicht direkt anschauen können… und der Nebel ermöglicht den direkten Blick.

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