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Entscheidende Frage: mag mich Gott?

Bild 1Gott liebt mich. Das ist wohlbekannt und sozusagen sein Job (immerhin IST er Liebe). Aber mag er mich auch? (frei nach Adrian Plass)

An dieser Frage hängt alles. Ich begreife, je länger ich Christ bin, wie wenig ich von der Liebe Gottes verstanden habe. Wie sehr eigene Blockaden, Prägungen, Bilder diese Liebe blockieren und wie sorgsam und behutsam vorsichtig Gott versucht, diese Barrieren zu durchbrechen.

Wir haben Gottes Liebe vielleicht tot geredet. Zwei Verliebte labern sich auch nicht permanent voll in ihrer Liebe und spätestens nach dem 150sten „Ich liebe dich“ wird es langweilig und unangenehm. Verliebte schauen sich an. Und wissen. Um ihre Liebe. Sie sind gerne zusammen. Teilen Banales. Schweigen. Und Blicken gemeinsam nach vorne. Reden, wenn nötig. Sind. Und machen weniger. Diese Liebe offenbart sich auch im Glauben wohl eher durch die Stille und die Hingabe und das Schauen als durch Aktivität und viele Worte. Gott mag mich – und dich. Er kommt dir mit wehenden Gewändern entgegen, um dich zu umarmen und mit dir zu feiern. Weil er so gerne mit dir zusammen ist.

Und jetzt schließe einfach mal die Augen und schweige für eine Minute.

Kategorien:geistliches Leben
  1. 2 Juni, 2009 um 10:52 | #1

    „Er kommt dir mit wehenden Gewändern entgegen, um dich zu umarmen und mit dir zu feiern.“

    WOW – danke! Wenn es mir total mies geht, und ich mal wieder Mist gebaut habe, dann stelle ich mir genau das vor. Das Gott einfach her kommt und mich in den Arm nimmt und mich nie mehr los lässt. Ich mache die Augen zu und eine tiefe Sehnsucht nach Gott erfüllt mich. Eine Sehnsucht nach einer Welt, wo Jesus einem die Tränen abwischt und es kein Leid und keinen Schmerz mehr geben wird. Ich kann Johannes verstehen, wenn er das alles gesehen hat und ruft: „Ja komm Herr Jesus“

  2. tobibo1
    2 Juni, 2009 um 11:19 | #2

    Hi Wegbegleiter,

    interessant. Diese Frage beschäftigt auch mich schon seit geraumer Zeit. Ich geh jetzt mal davon aus, dass „Mögen“ das gleiche wie „Wohlgefallen an jemand haben“ ist. Gott hat zu Jesus gesagt, dass er an ihm „Wohlgefallen“ hat. Aber gilt das auch für mich? Ich bin zwar einerseits vor Gott gerecht, aber anderseits sündige ich doch auch? Mag er mich auch, wenn ich mal nicht in seinem Willen bin?

  3. 2 Juni, 2009 um 11:23 | #3

    Hi tobibo, natürlich mag er dich, auch wenn du sündigst. Seine Liebe ist immer gleich, alle Sünden sind getilgt, vergangene, gegenwärtige und zukünftige. Du kannst ihm weder durch Wohlverhalten besser gefallen noch durch Sünde betrüben (kann Gott enttäuscht werden? Glaube ich nicht…)
    Wäre ja auch keine echte Frohe Botschaft, wenn Gott dieselbe Schiene fahren würde wie die ganze Belohnungsgesellschaft: benimmst du dich konform, mag man dich, sonst wirst du fallen gelassen….

  4. 2 Juni, 2009 um 12:25 | #4

    Ich hab grad mal wieder den genialen Film „A Beautiful Mind“ geguckt. Er handelt von der Lebensgeschichte des Nobelpreisträgers John Nash, der an Schizophrenie erkrankt ist. Trotz aller „Macken“, die dieser Mann hat aufgrund seiner Behinderung – seine Frau hält zu ihm, liebt ihn, begleitet seinen Weg.
    Als ich grad der Aufforderung nachgekommen bin, mal die Augen zu schließen, stand mir dieser Film (und besonders die letzte Szene bei der Nobelpreisverleihung) vor Augen: So liebt mich Gott. Er weiß um meine Fehler, Behinderungen, Beschränkungen. Und doch: Ich brauch sie nicht zu verstecken, er steht einfach zu mir. Wow, das hat grad super-gut getan!

  5. 2 Juni, 2009 um 7:30 | #5

    „Von allen Mächten verzeiht die Liebe am meisten, aber sie entschuldigt am wenigsten; sie erfreut sich an wenig, aber sie verlangt alles.
    Wenn das Christentum sagt, dass Gott den Menschen liebe, so ist gemeint, dass Gott den Menschen liebe – nicht, dass Er sich auf irgendeine ‘desinteressierte’, unbeteiligte Weise mit unserem Wohlergehen befasse, sondern dass wir, eine schauererregende und überraschende Wahrheit, der Gegenstand seiner Liebe sind.“
    C. S. Lewis

  6. Dirk
    3 Juni, 2009 um 2:35 | #6

    Mag Gott seine Schöpfung? Sind wir seine Schöpfung?

    Ja.

  7. 4 Juni, 2009 um 7:21 | #7

    Ja, es ist so, dass in unserer hektischen Zeit das Schweigen untergeht. Das Schweigen, Staunen und Schauen. Wir Menschen sind empfindlich aus dem Gleichgewicht, was Geschäftigkeit und Ruhe betrifft. Dieses Gleichgewicht lernt man heute eigentlich nur noch hinter Klostermauern. Das ist sehr bedauerlich.

    Einen lieben Gruss

  8. olli w.
    4 Juni, 2009 um 7:27 | #8

    Vielen Dank euch für diese wunderbaren Gedanken, neue Perspektiven durch neue Wörter….

    In eine ähnliche Richtung wie das „mögen“ geht das „für mich sein“ Gottes, das mir in letzter Zeit groß wurde:
    Aus Psalm 118: „Der Herr ist FÜR mich, darum….“ Das heißt, er ist konsequent auf meiner Seite, er würde mich wählen, stünde ich auf einem Wahlbogen, er ist stolz auf mich, er vertritt mich vor anderen, er steht zu mir etc….

    Im Gegenzug dann hörte ich die Antwort in einem Lobpreislied, ( dessen Text ich seither vergeblich suche): „Lord, I’ m for you, not against you“:
    Das heißt, ich bin FÜR Jesus, stelle mich auf seine Seite, wähle ihn, stimme ihm zu, strahle ihn an, bin stolz auf ihn…..
    Was für eine Beziehung! PTL!

  9. Jutta Borcherding
    4 Juni, 2009 um 8:40 | #9

    Der Vergleich ist wunderbar einleuchtend! Gott liebt mich! Kann ich diese Liebe erwidern? – Mir fällt dazu ein Lied ein, das wir früher im charismatischen Gebetskreis gesungen haben: ich lieb Dich Herr, keiner ist wie Du, anbetend neigt sich mein Herz Dir zu. Mein König, Gott, nimm dies Lied von mir, laß mich Herr ein Wohlklang sein vor Dir! Es fällt mir immer mal wieder nicht leicht, mich in Seine Liebe „fallen zu lassen“!ich will es aber – immer wieder neu-üben!

  10. 4 Juni, 2009 um 7:19 | #10

    Also mich mag er!

  11. 4 Juni, 2009 um 11:45 | #11

    @Dirk

    Mag Gott seine Schöpfung? Sind wir seine Schöpfung?

    Ja

    Wenn Gott seine Schöpfung mag, warum gabs dann eine Sintflut?

  12. Dirk
    5 Juni, 2009 um 10:14 | #12

    @ Oolon Coluphid

    Gott liebt den Sünder, aber er hasst die Sünde. Die Sintflut war in erster Linie ein Auslöschen der Sünde und nicht des Sünders und der Natur. Diejenigen, die dort gestorben sind, haben nach ihrem Tod eine neue Chance bekommen ihr Leben neu zu beginnen. Jesus Christus ist nach seiner Kreuzigung sogar ins Totenreich gegangen, um den Verstorbenen die gute Botschaft von der Erlösung zu bringen. Richten wir unseren Blick nur auf das diesseitige Leben und unser begrenztes Zeitverständnis, können wir ein solch heftiges Gericht natürlich nicht mit Gottes Liebe in Einklang bringen. Nehmen wir aber die Dimension der Ewigkeit in unsere Überlegungen mit auf, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Mal ehrlich, wenn es einen gerechten Gott gibt, müsste er uns doch eigentlich alle bestrafen. Wir alle haben uns gegen Gott und andere Menschen versündigt, sie verletzt und ihnen geschadet. Aus lauter Liebe hat Gott dann aber die gerechte Strafe, die wir alle verdient haben, auf seinen Sohn Jesus Christus gelegt. Er hat freiwillig unsere Strafe auf sich genommen. Was für eine wunderbare Erlösung! Diese Erlösung gilt für uns, aber auch für unsere Vorfahren und Nachfahren, auch für die Menschen, die vor Christus gestorben sind. Das Einzige, das wir tun müssen, ist dieses Geschenk anzunehmen. Wenn du vor Gott mit deinem Leben kapitulierst und das Geschenk der Erlösung in Jesus Christus annimmst, bekommst du ewiges Leben in seiner Herrlichkeit. Mit dieser Perspektive kann man das Leid in dieser Welt viel besser verstehen und ertragen, auch die Sintflut bekommt eine andere Bedeutung.

    Gott mag seine Schöpfung und seine Geschöpfe.

  13. 5 Juni, 2009 um 2:01 | #13

    @ Dirk

    Die Sintflut war in erster Linie ein Auslöschen der Sünde und nicht des Sünders und der Natur.

    Hat aber alles nichts genützt, die Sünde existierte danach weiter, man könnte fast den Eindruck haben, dass Gott trotz Allmacht, entweder nicht fähig ist die Sünde zu vernichten oder darauf abzielt, dass der Himmel eine „Entschädigung“ für das Leid auf der Erde ist. Aber das kann es doch nicht sein?

    Meiner Meinung nach, war Gott wütend auf seine Schöpfung und wollte sie, bis auf ein paar Wenige, vernichten. Hier hat ein zorniger Gott gehandelt nicht ein liebender, wie so oft im AT.

  14. 5 Juni, 2009 um 5:24 | #14

    Zorn ist ein Ausdruck von Liebe – wer das nicht verstanden hat, der hat noch nicht geliebt. Sollte ein zorniger Gott nicht sauer sein dürfen auf Sünde? Auf Verbrechen, die wir Menschen anrichten? Völkermord? Aber nein, Gott muss nett sein. Ist er aber nicht. Er hasst Sünde. Weil sie uns zerstört.

    Und warum sollte Gott seine Allmacht spielen lassen, um die Sünde zu vernichten? Sünde ist die logische Konsequenz des freien Willens, eine göttlich ausgelebte absolute Allmacht würde die Freiheit des Menschen brechen und somit eine echte Beziehung in Liebe unmöglich machen…

    Die Frage ist nur: willst du das überhaupt lesen und ernst nehmen? Wenn man Blasphemie schon so wichtig und zentral im Leben findet, dass man sein Blog so nennt und in diesen Dienst stellt…

  15. Dirk
    5 Juni, 2009 um 9:03 | #15

    @ Oolon Coluphid

    Wir sind keine Marionetten und dürfen (oder müssen?) eigene Entscheidungen treffen. Für unsere Entscheidungen können wir wohl kaum Gott verantwortlich machen. Wenn du mit 100 Sachen durch die Ortschaft knallst, regst du dich ja auch nicht über den doofen Polizisten auf, der dir den Lappen entzieht, damit du keinen Schaden anrichten kannst. Du hast eine Entscheidung getroffen und eine höhere Instanz, die die Regeln festlegt, hat dich zur Rechenschaft gezogen. Ich finde das gut, denn es kann nicht jeder beliebig machen, was er will. Nur eine geschützte Freiheit, die dem anderen seine Rechte lässt, ist eine echte Freiheit.

  16. Dirk
    5 Juni, 2009 um 9:06 | #16

    p.s. Ich finde es interesant, dass du an den zornigen Gott glaubst, aber den liebenden ignorierst. So richtig konsequent ist das aber nicht ;)

  17. 6 Juni, 2009 um 12:37 | #17

    @wegbegleiter

    Und warum sollte Gott seine Allmacht spielen lassen, um die Sünde zu vernichten?

    Wahrscheinlich, weil es das klügste wäre um die Sünde entgültig los zu werden. Laut Offb. 20, 7-10 kann und wird Gott den Satan (Sünde) entgültig vernichten, aber auf was wartet er?

    Sünde ist die logische Konsequenz des freien Willens

    Wenn der freie Wille zur Sünde führt, heißt das, dass im Himmel wo keine Sünde ist, auch kein freier Wille ist?

    eine göttlich ausgelebte absolute Allmacht würde die Freiheit des Menschen brechen und somit eine echte Beziehung in Liebe unmöglich machen…

    Wenn Gott mit seiner Allmacht klug und gezielt eingreift ohne den extrem den freien Willen einzuschränken, ist beiden geholfen. Wenn Gott einen Verkehrsunfall durch Allmacht verhindert, ist meine Freiheit durch sein Wirken noch lange nicht gebrochen und eine Beziehung zu ihm deswegen auch nicht in Gefahr.

    Wenn man Blasphemie schon so wichtig und zentral im Leben findet, dass man sein Blog so nennt und in diesen Dienst stellt…

    Nein, Blasphemie ist nicht wichtig für mein Leben, und im Blog kommt auch sehr wenig Blasphemie vor. Mein Blog hat nichts mit dem zu tun, was ich hier schreibe.

    @Dirk

    p.s. Ich finde es interesant, dass du an den zornigen Gott glaubst, aber den liebenden ignorierst. So richtig konsequent ist das aber nicht

    Der liebende Gott hat sich bei mir leider nicht vorgestellt.

  18. Dirk
    6 Juni, 2009 um 7:58 | #18

    @ Oolon Coluphid

    Er hat sich dir vorgestellt, aber du hast es ignoriert. Jesus Christus ist vor ca. 2000 Jahren auch für deine persönliche Schuld und Sünde gestorben. Er hat dich erlöst. In der Bibel, in Gottes Wort, gibt es jede Menge Informationen darüber. Du brauchst sie nur zu lesen. Die Frage ist nicht, ob er dich liebt, sondern, ob du ihm das glaubst. Gott bietet uns ein Geschenk an, annehmen müssen wir es schon selber.

  19. Dirk
    6 Juni, 2009 um 8:00 | #19

    p.s. Gott ist eine reale Person, zu der wir eine Beziehung aufbauen können. An einer Beziehung muss man arbeiten, daran kommst du nicht vorbei.

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