Endlich: der ultimative Hamlet!

10 08 2007

HamletJahrelang hat sich Warner geweigert, diesen Film auf DVD zu bringen, trotz zahlreicher Petitionen, die unterschrieben wurden, nun endlich - am 24. August - also passenderweise einen Tag vor meinem Geburtstag, kommt sie heraus und ich ersehne sie in meinem DVD Player (und mein Bruder wird das Sehnen beenden - danke!). Die ultimative Hamlet-Verfilmung mit Kenneth Branagh, Julie Christie, Billy Cristal und vielen anderen Stars. Vor 10 Jahren habe ich diesen Film im Kino am Jungfernstieg in Hamburg gesehen - knapp 4 Stunden Originaltext ohne jede Kürzung, und nicht eine Sekunde langweilig. Dazu eine Darstellung vom Hamlet in einer bedrückenden Intensität, dass ich teilweise mit Tränen im Kino saß. Das ist mir sonst - meine ich - nur bei Grüne Tomaten passiert (okok, Frauenfilm) und bei Matrix, Teil 1, der mich einfach nur überwältigt hat.

Immerhin hat mich alter Shakespeare-Fan die Idee nicht mehr losgelassen, die viele, tiefgehenden christlichen Betrachtungen von Hamlet in Bezug zu setzen zur damaligen Theologie und zum kirchengeschichtlichen Umfeld im England seiner Zeit. Hochinteressant. War aber als angedachte Abschlussarbeit am TSE Ewersbach dann zu umfangreich und zu fächerübergreifend, so dass ich dann doch beim Mystiker und UNO-Generalsekretär Dag Hammarskjöld gelandet bin - sein Denken verfolgt mich auch noch bis heute, aber ich schweife ab…

Hamlet, also, in Deutsch und Englisch ein Genuss, zwei DVD, einfach: gucken!





Der gute Hirte - der Film…

5 08 2007

Letztens ein gemütlicher DVD Abend - das Kino für Eltern mit kleinen Kindern. 165 Minuten Epos mit Matt Damon, Robert deNiro, Angelina Jolie etcetc…: Der gute Hirte.

Wirklich gut, stringent erzählt, in wunderschönen blaustichigen Bildern, exzellente Schauspieler, aber: auch eine Art Meditation, lang - ohne langatmig zu sein, aber nur, wenn man Geschichte mag; denn dieser Film erzählt die Entstehung des CIA - zuerst zu Kriegszeiten, dann nach dem Krieg anhand eines Protagonisten, der aus einer Eliteausbildung und der skulls-Loge kommend (wie übrigens auch G.W. Bush) seinen Weg macht. Dabei aber zunehmend konturenlos wird in der Aufopferung für das Vaterland. Folter? Warum nicht. Die Ehe scheitert. Naja, muss wohl. Der eigene Sohn geht vor die Hunde und ich liefere seine zukünftige Frau ans Messer - alles für die USA. Am Ende ist der Hauptdarsteller allein mit sich und hat keine Freunde mehr, keine Ziele mehr, ist ganz bei sich und ist dennoch ganz verloren. Ein spannender Film, ein toll gemachter Film, ein geduldiger Film, aber eben auch ein melancholischer Film.

Ich habe mich jedenfalls erst einmal auf unsere Terrasse gesetzt und eine gute Zigarre geraucht (mache ich selten, dann aber mit Genuss) und habe über mein Leben und diese Welt nachgedacht. Und mir ist wieder deutlich geworden, welches Vorrecht es ist, für Gott zu kämpfen und zu arbeiten und nicht für irgendeinen anderen vergänglichen Wert. Insofern blieb beim Zubettgehen - irgendwann nachts um halb eins nach vielen Gebeten - eine heitere und zuversichtliche Melancholie übrig. Schön eigentlich. Ein Film, der über die eigenen Prioritäten und Ziele im Leben nachdenken lässt. Schauen!