Durchgeknallte Dispensationalisten - oder: Kühezüchten für Christen

18 12 2007

Christus kommt - Advent! Wer ist das Zentrum der Schrift und damit auch der Schriftauslegung? Christus. Was sagt das über Prophezeiungen des AT aus? Sie sind von Christus her zu verstehen, zu korrigieren, in ihm als erfüllt zu betrachten. Nicht alle, aber viele. Was passiert dagegen, wenn man die Bibel flächig liest und allen Aussagen die selbe dogmatische Gewichtung gibt? Dazu hat die Frankfurter Allg. Sonntagszeitung (FAS) einen schönen Artikel im Hauptteil gehabt am 16.12. - amerikanische evangelikale Christen, die eine prämilleniaristischen Dispensationalismus pflegen, wollen den Tempel wieder aufbauen (denn vorher kommt Christus nicht wieder), sie züchten alte Kuhsorten wieder (denn auch die werden ja in der Offenbarung erwähnt), sprechen palästinensischen Christen ihr Christsein ab - denn sonst müssten diese ja Israel lieben und auf ihr Land verzichten, diese Christen wollen Israel in den alten Grenzen notfalls militärisch wieder herstellen (dabei kennt allein das AT mindestens drei verschiedene Grenzziehungen).
Bei uns findet man diese Theologie vor allem in Teilen der Brüderbewegung und mit Verlaub - sie lässt mich Grausen, um nicht drastischere Begriffe zu verwenden. Aus ihr spricht sicherlich ernster Glaube, den möchte ich niemandem absprechen - aber ein vollkommenes Unverständnis des Charakters der Heiligen Schrift und ihrer Auslegung. Schief wird es immer dann, gesetzlich, menschenverachtend - wenn Christus und seine Gnade nicht mehr im Mittelpunkt stehen, sondern die Schrift in ihrer Ganzheit. Aber die Schrift ist der Geist gehauchte Wegweiser zu Christus, aber nicht Christus selbst. Wenn ich aber Christus im Mittelpunkt habe, dann kann ich oben genannte Dinge nicht mehr glauben und leben. Christus kommt - Advent!





Gottes Wort und Beethoven

7 07 2007

Morgen in meiner Predigt (die ich gerade “feintune”, um die Sache auf den Punkt zu bringen) geht es unter anderen um die Frage, wie man zum Ursprünglichen von Gottes Wort durchstoßen kann. Da das nur ein kurzer Teil der Predigt sein wird, beschränke ich mich auf zwei Anmerkungen, zuerst auf die christozentrische Hermeneutik - alles ist von Christus her zu lesen. Viel zu viele Menschen lesen die Bibel flächig und übersehen dabei den Charakter von Gottes Wort, nämlich zielgerichtet auf den Erlöser zu sein und nicht Lehr- oder Gesetzbuch. Damit koranisieren so manche Christen Gottes Wort, das doch viel mehr organisch gewachsenes (nichtdestotrotz autoritatives) Beziehungsbuch ist. Als zweites müssen wir mehr und mehr lernen, jüdisch zu denken und nicht westlich (also: griechisch geprägt). Wir müssen also nicht nur von Jesus her denken, sondern auch wie Jesus denken lernen…

Haso hat heute morgen auf einer ganz poetischen Ebene ein schönes Bild gebraucht, um den Charakter von Gottes Wort deutlich zu machen. Es ist kein Text um seiner selbst willen, sondern eine Aufforderung zum Tanz, eine Einladung zum Mitsingen - schaut’s euch an!