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Artikel getaggt mit ‘Gebet’

Immer neu bewegend: Gott braucht unser Gebet!

11 Oktober, 2009 wegbegleiter 12 Kommentare

Heute ERF-Fernsehgottesdienst. Spannend und sehr aufregend. Kameras, Scheinwerfer – aber unsere Gemeinde hat sich von Anfang bis Ende gut aufgelegt gezeigt und alle haben letztlich sehr gelassen einen wunderschönen Gottesdienst geschaffen – Dank sei Gott. Wer die Predigt sehen möchte und das drumherum selbstverständlich auch (lohnt sich! Anspiel! Musikstücke!), der kann dies im ERF nächsten Sonntag ab 11 Uhr machen oder sich eben aufnehmen. Zum Thema eine Hammerstelle:

(Hes 22,28-31)):
28 Deine Propheten übertünchen alles, geben leere Visionen weiter und verkünden erfundene Botschaften. Sie sagen: Das sagt Gott, der Herr, obwohl der Herr gar nicht gesprochen hat. 29 Sogar das Volk im Land erpresst und raubt. Die Menschen unterdrücken den Armen und Schwachen und bedrängen den Ausländer mit Gewalt, obwohl das gegen jedes Recht verstößt. 30 Ich hielt Ausschau nach einem unter ihnen, der die Mauer schließt und vor mir für das Land in die Bresche springt, damit ich es nicht zerstöre, aber ich fand niemanden. 31 Deshalb werde ich meinen Groll über sie ausgießen und das Feuer meines Zorns wird sie vernichten. Ich werde sie so bestrafen, wie sie es für ihr Verhalten verdienen, spricht Gott, der Herr.
Hes 22,28-31:
28 Deine Propheten übertünchen alles, geben leere Visionen weiter und verkünden erfundene Botschaften. Sie sagen: Das sagt Gott, der Herr, obwohl der Herr gar nicht gesprochen hat. 29 Sogar das Volk im Land erpresst und raubt. Die Menschen unterdrücken den Armen und Schwachen und bedrängen den Ausländer mit Gewalt, obwohl das gegen jedes Recht verstößt. 30 Ich hielt Ausschau nach einem unter ihnen, der die Mauer schließt und vor mir für das Land in die Bresche springt, damit ich es nicht zerstöre, aber ich fand niemanden. 31 Deshalb werde ich meinen Groll über sie ausgießen und das Feuer meines Zorns wird sie vernichten. Ich werde sie so bestrafen, wie sie es für ihr Verhalten verdienen, spricht Gott, der Herr.
Diese Stelle hat mich fasziniert und der heutigen Predigt bewegt. Denn bei aller Härte gibt sie dem Gebet eine kaum glaubliche Würde und Kraft. Gott möchte nicht nur unser Gebet, er freut sich nicht nur darüber nein, er macht sich sogar davon abhängig. Hätte er eine Person gefunden, die in die Bresche springt… dieses ungewöhnliche Verhalten pflanzt sich im NT fort!
Jesus Christus legt alle königliche Würde ab und wird ganz Mensch (Phil 4). Gott hätte sich willige und gehorsame Jünger aus Steinen erwecken können – nein, er lässt sich auf fehlbare und unsichere Menschen ein. Eben auf dich und mich. Er verleiht unserem Gebet die Würde, Gottes Güter zu verteilen und anzuwenden oder eben nicht. Das begrenzt Gottes Souveränität nicht – er bleibt es weiterhin – aber er beschränkt sich freiwillig und möchte mit seinem Leib zusammen arbeiten! Ein herrliches und produktives Spannungsfeld ergibt sich da! Wir treten im Gebet und in Tat in Jesu Fußstapfen und führen sein Werk fort: „Wie der Vater mich gesendet hat, so sende ich euch (apostello)“. Sein Werk auf Erden ist abgeschlossen – er arbeitet nun durch uns weiter. Bist du dir dieser Qualität des Gebets bewusst?
Springe in die Bresche zwischen Gott und deinem Herz, deinen Mitmenschen, deiner Straße, deiner Stadt, deinem Dorf, deinem Land und bete! Bete um die Dinge, die Gott in seinem Wort verheißen hat. Prayer is not production business, it’s distribution business!
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Ein vergessenes Wort: die Muße und unser Gebet und Glaube!

8 September, 2009 wegbegleiter 3 Kommentare

„Die Arbeit bekommt immer mehr alles gute Gewissen auf ihre Seite: der Hang zur Freude nennt sich bereits „Bedürfnis der Erholung“ und fängt an, sich vor sich selbst zu schämen. „Man ist es seiner Gesundheit schuldig“ – so redet man, wenn man auf einer Landpartie ertappt wird. Ja, es könnte bald soweit kommen, dass man einem Hange zur vita contemplativa (also zum Spazierengehen mit Gedanken und Freunden) nicht ohne Selbstverachtung und schlechtes Gewissen nachgäbe!“ (Friedrich Nietzsche, 1944-1900)

3004506995_bb1a560e1b_mNietzsche hat die Phase der Industrialisierung mit erlebt. Zum ersten Mal in der Weltgeschichte wurde nicht mehr gearbeitet, um zu leben, sondern um zu produzieren. Arbeit schob sich in den Vordergrund und verdrängte bzw. verlagerte das gesellschaftliche Leben und den Grund menschlicher Wertschätzung. Was hat diese noch junge Entwicklung (nur 150 Jahre gegenüber Jahrtausenden anderer Praxis!) mit dem Glauben gemacht?

Der Glaube wurde sachlicher. Man könnte sagen: eine systembedingte Gefährdung zur Gesetzlichkeit ist eingezogen. Der Glaube muss sich beweisen, er muss Erfolg haben, er muss Ziele erreichen. Die Muße dagegen schlendert. Genießt. Nimmt wahr. Plauscht mit Freunden (und somit auch mit Gott – während wir den Kopf schon bei der nächsten Aufgabe haben). Die Muße riecht und schmeckt. Sie beobachtet Wolken durch Blätter – wenn man im hohen Gras liegt. Den Geruch des Bodens und der Gräser einsaugt. Die laue Luft. Das Summen der Insekten. Wind rauscht durch durch bebende Birkenblätter. Die Gedanken schweifen hierhin und dorthin, sie müssen nicht mehr zweckgebunden und zielgerichtet sein, sondern dürfen Schlangenlinien laufen. Sie kommen zur Ruhe, denn so sind sie gedacht. Gehirnhälften spielen wie von selbst zusammen. Begegnung mit Gott entsteht… vita contemplativa eben.

Begegnung mit Gott? Ist zuerst überhaupt nicht zweckgebunden, sondern Treffen zweier Liebenden. Das kann sicherlich auch in der U-Bahn oder am Hot-Dog-Stand bei IKEA geschehen… angemessener und passender ist aber der Raum der Muße. Am siebenten Tage ruhte Gott. Warum? Um in Muße seine Schöpfung und speziell den Menschen zu genießen. Müde war Er sicherlich nicht. Später traf er seinen Menschen, indem er im Garten Eden mit ihm zusammen schlenderte… was schließen wir daraus?

Sicher: Gebet und Glaube gehören überall hin – auch in das Kampfgeschehen des Alltags. Glaube IST alltagstauglich. Aber es muss auch unser Kampf sein, Inseln der Stille und der Muße zu gestalten. Sonst verlieren wir unser schöpfungsbedingtes Vorrecht, mit Gott einfach herumzuschlendern….

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John Eldredge: ein Gebet der Vollmacht und Hingabe für jeden Morgen

10 Februar, 2009 wegbegleiter 13 Kommentare

Ich mag John Eldredge. Man mag nicht alles in seinen Männerbüchern und sonstigen geistlichen Wegbegleitern teilen, aber er regt an und macht Mut zu einem kraftvollen, sensiblen und verwegenen Leben in der Vollmacht Gottes. Er weiß um unser verzagtes und verletztes Herz und führt es in die Heilung und in die Kraft hinein. Und letztlich in die Aktion – denn Eldredge ist kein typischer „Ich und mein Gott“-Innerlichkeitsapostel! Mir haben seine Bücher gut getan. Ich kann sie nicht immer lesen, in manchen Phasen wären sie genau das Falsche, in anderen dagegen sind sie Balsam für mich.

Was mich besonders angerührt hat, in seine Ehrlichkeit, mit der er auch seinen eigenen Weg beschreibt, mit sich selbst und mit seiner Frau. Er musste lernen, sich selbst vor Gottes Angesicht im Gebet die geistliche Wahrheit zu sagen und diese auszusprechen, um ihr so prägende Kraft im Leben zu geben.

So hat sich bei ihm ein Gebet (auch theologisch) immer weiter entwickelt, dass er jeden Morgen betet und dass in der deutschen Ausgabe seines Tagebuchs nicht mit abgedruckt wurde, obwohl es in der englischen Originalausgabe vorhanden ist. Aber man findet es auch auf seiner Homepage hier zum download (in englischer Sprache) und ich habe mir mal die Mühe gemacht, es zu übersetzen, für dich zum Service auch zum download! Die Übersetzung mag hier und da holpern, manchmal muss man auch frei übersetzen, damit es schön klingt, mir hilft jedenfalls dieses Gebet und der Kampf gegen den Widersacher und den inneren Schweinehund ist enorm, wenn es darum geht, es jeden Morgen zu beten. Aber es tut gut! Lad es dir herunter und genieße es – ob in Deutsch oder Englisch.

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Sicherheit bei Gott? Äh, nein!

20 Januar, 2009 wegbegleiter 9 Kommentare

Wieder mal ein Aha-Effekt. Hans-Peter Royer beschreibt in einem seiner Bücher die verschiedenen Zentralthemen der letzten Jahrzehnte in der westlichen Kultur. Lange war das Hauptthema (1) Gerechtigkeit. Abrüstung, Gerecchtigkeit zwischen den Menschen und Kulturen und nicht zuletzt soziale Gerechtigkeit. In den 80ger Jahren bröselte das weg und wurde ersetzt durch (2) Toleranz. Das intolerante Dogma der Postmoderne, das uns absolute Toleranz predigt und damit meint: habe keine Meinung von einer Wahrheit, es gibt sie nämlich nicht. Bzw. unendlich viele. Dieses Dogma ist so unglaublich leicht durchschaubar, und dennoch prüft es die Christenheit, denn es gilt festzuhalten: an der einen Wahrheit in Person: Jesus Christus. 

Doch nun der Aha-Effekt. Das Zentralthema dieses Jahrtausends – gerade nach 9/11 und gerade von USA her gepusht – ist: Sicherheit. Onkel Bush hat es auch wieder in seiner Abschiedrede ganz hoch gehängt. Ich war erfolgreich, weil es keinen weiteren bösen Anschlag auf die USA mehr gab. (nur zigtausend tote Soldaten, aber das ist hier nicht das Thema). Und das hat mich ganz neu gestoßen auf unsere Gebete – ob die dich auch betreffen – entscheide selbst. Denn immer häufiger und fast parallel mit dem Rückzug ins Private, mutieren auch unsere Gebete zu Sicherheitsgebeten – ist so meine Beobachtung. „Herr, bewahre uns, schütze uns, bring uns heil nach Hause, gib, dass wir gesund bleiben, dass wir genug Geld haben etcetc.“

Das System ist verstanden – und solche Gebete sind ja auch nicht komplett falsch…, aber ich fürchte: Gott wird zum Sicherheitsberater.  Und: abgesehen vom verzweifelten Gebet Jesu vor seiner Hinrichtung (und auch da geht es nicht um Sicherheit) kann ich das so nicht in der Bibel finden. Wir haben kein Recht auf Sicherheit – auch nicht von Gott her. Wir haben ein Anrecht – denn es kann uns geschenkt werden. Oder auch nicht.

Paulus hatte viel Geld, wenig Geld, wurde verfolgt, geschlagen, gesteinigt, musste fliehen… – was ist mit den Missionaren, die sich in Länder rein trauen, wo es nur so vor Gefahren wimmelt, weil sie nicht anders können, als die Botschaft weiterzugeben? Jesus hatte nichts, wo er seinen Kopf hinlegen konnte und sagte das seinen Nachfolgern auch zu. Warum beten wir nicht um Risiko? Um Abhängigkeit von Jesus in der verrücktesten und gefährlichsten Situationen? Können wir beten: Herr, mache mit meinem Leben, was du willst, auch wenn ich es schwer ertragen kann? Das wäre echte Hingabe. Sicherheit dagegen ist kein Wert an sich im Neuen Testament. Denn Sicherheiten dieser Welt lenken uns von der einzigen Sicherheit ab, die wir haben sollen: die Beziehung zu Jesus Christus. Bete mutig und verwegen! Sei Gott dankbar in allen Dingen (1. Thessalonicher 5,18). Ja, auch in den schweren und unsicheren!

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Prayer! What prayer?

9 Januar, 2008 wegbegleiter 3 Kommentare

gebet_essen.jpgOder für die musikalisch Interessierten Leser auch: crisis! What crisis? Passt genauso, denn ich nehme eine Krise des Gebets bei vielen überzeugten Christen wahr. Der alltägliche, selbstverständliche Umgang mit Gott ist eben das nicht mehr: selbstverständlich. Stattdessen ist Gebet oft nur noch der Notnagel wie in dieser herrlichen Karikatur. Gott will aber jede Minute unseren Lebens Reich Gottes bauen. Mit diesem Bauen dringen wir aber in einen Krieg ein, der unsichtbar unter uns tobt. D.h. Gegenwehr ist zu erwarten, ja, ist logisch! Dann ist aber genauso logisch, dass Gebet einfach not-wendig im wahrsten Sinne des Wortes ist. Vielleicht verdirbt auch nur eine falsche, materialistische Weltsicht die Freude und die Notwendigkeit des Betens…

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Beten nach Schlumpfart

26 Oktober, 2007 wegbegleiter 6 Kommentare

schlumpf.jpgDochdoch – dieser Post ist durchaus ernst gemeint. Ich habe letzte Woche einen betenden Mönchschlumpf ersteigert, denn den gibt es so nicht mehr auf dem Markt. Nun steht er auf meinem Mac herum (aber natürlich nicht auf der Tastatur, wie auf dem Bild!) und erfreut das Kind in mir. Aber auch mehr – denn dieser Mönchschlumpf hat eine vorbildliche Gebetshaltung – äußerlich wie innerlich.

Er sitzt nicht in Haarwaschhaltung mit geschlossenen Augen (unsägliche Aufforderung mancher Liturgen: wir neigen uns zum Gebet! Bitte! Es gibt mehr als eine Gebetshaltung, liebe Liturgen!) – nein, unser Schlumpf steht aufrecht und blickt sogar mit wachen Augen in die Welt. Welt und Gebet gehören für ihn zusammen, Reich Gottes findet für ihn nicht nur unsichtbar statt, sondern auch sichtbar. Sein Blick ist schon fast neugierig zu nennen, als wolle er schauen, was die Welt ihm von Gott und seinem Handeln zeige…

Gleichzeitig umspielt sein Gebet ein friedliches Lächeln. Er ringt nicht mit seinem Gott, sondern genießt dieses offene Gebet und hat dabei heitere Gelassenheit (trotz (oder wegen?) Zölibat). Er kann ganz wie Luther sagen: nun sitzt ich hier bei meinem Wittenbergisch Bier und weiß: Gott handelt! Gott sitzt im Regimente, da darf man wohl im Gebet lächeln – trotz vielleicht widriger Umstände.

Dennoch – trotz aller Offenheit der Gebetshaltung – die Hände sind gefaltet, es geht hier nicht um Chaos, sondern schon um Sammlung und Konzentration – so ist der Mönchschlumpf ganz bei sich und dennoch ganz bei Gott und seiner Welt.

Möge also dein Gebet schlumpfiger werden und bitte: das ist jetzt keine Erlaubnis, blau zu beten, obwohl das besser wäre, als blau nicht zu beten. Daneben sagt aber Paulus: wir sollen uns nicht mit Alkohol abfüllen, sondern mit der Fülle des Geistes – insofern ist blau erlaubt, nur eben abgefüllt mit Gottes gutem Geist. Und jetzt Augen auf zum Gebet!

Ist Beten immer einfach?

18 Oktober, 2007 wegbegleiter 4 Kommentare

Bei Storch hat sich über seine feinen Ausführungen zum Vers „Betet ohne Unterlass“ eine kleine Diskussion ergeben, die mir zu schnell abzusaufen droht, deswegen hier der Versuch einer Fortführung bei meinen Lesern und vielleicht können die ja bei Storch auch mitreden. Denn wir haben ein spannendes Thema der Glaubenspraxis vor uns: wie leicht fällt uns Gebet? Gebet ist großartig, wir können mit dem Vater und Schöpfer reden und auf dem Gebet ruhen bombastische Verheißungen. Soweit die bekannte Theorie. Trotzdem leiden viele mir bekannte Christen immer wieder einmal unter Gebetslosigkeit oder empfinden das Gebet als trocken und unfruchtbar. Liest man nun die Kommentare, könnte der Eindruck hochkommen: hey, ist doch alles easy. Genug Geist und die richtige Einstellung und Beten ist t-o-t-a-l einfach.

Von der Theorie stimme ich dem zu: bist du mit Gottes Geist erfüllt mit zum Rand, dann sollte das Gebet keine Pflichtübung mehr sein, sondern schlicht Freude und Bedarf… und trotzdem ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich schneller den Rechner hochfahre, als mir vorher noch Zeit zu nehmen, bei einem Tässchen Kaffee mit Gott zu reden und so den Tag zu beginnen (und nun sag nicht, storch, es läge am Kaffee…;-). Und viele andere langjährige Christen berichten mir auch von ihren Kämpfen und Niederlagen. Sind wir nicht siegreich genug in unserem Glauben? Haben wir was nicht kapiert? Nicht genug Geist? Das sind so die Fragen von einem, der Gebet liebt und unendlich viel darüber gelesen hat – aber immer noch kämpft… wie geht es dir?