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Artikel getaggt mit ‘geistlicher Kampf’

Mogadischu – als Symbol für geistlichen Kampf!

1 Dezember, 2008 wegbegleiter 8 Kommentare

Gestern fasziniert die Dokumentation über die Entführung der Pasagiermaschine „Landshut“  Oktober 1977 betrachtet – etwas, was in meinen direkten Bewusstsein gerade noch so verankert ist – 10 Jahre war ich alt zu diesem Zeitpunkt. Fernseher brauchten noch 30 Sekunden zum Hochheizen, es gab 3 Programme und meine Eltern saßen wie gebannt vor den Nachrichten. Dann nach endlosen Tagen und einer Odysee über mehrere Flughäfen: die Stürmung. Geiseln befreit. Entführer tot oder schwer verletzt.

Und wenn ich fasziniert bin und in mir Regungen spüre (die bei den Bildern der Befreiung sogar in Tränen umschlugen), dann frage ich mich sofort: will mir das was sagen? Jenseits der oberflächlichen Bedeutung? Denn Gott spricht ja permanent und nicht selten durch Geschehnisse des Alltags und vermeintlich nebensächliche Regungen…

Für mich ist das Ganze – und ich habe es noch nicht zu Ende durchbuchstabiert – ein Symbol für die dunklen Teile in uns, die uns unerlaubt gefangen nehmen. Sie besetzen unser Lebensschiff, nehmen Geiseln und blockieren das normale Leben. Die Geiseln leben irgendwie weiter, essen, trinken, schlafen (wenn auch schlecht), haben Körperfunktionen (wenn auch beeinträchtigt). Aber sie leben ihr Leben nicht in Fülle, in Kraft, in Freiheit. Die Geiselnehmer? Das ist der alte Adam, der trotz Ersäufen in Glaube und Taufe immer noch schwimmt (Luther). Das sind alte Wunden, die wir seit Jahrzehnten mit uns herum schleppen. Menschen, denen man nie vergeben hat und sie so quasi mit einem Fluch belegt hat – und sich selbst gleich mit (Vergebung heilt zuerst uns selber!). Das Ergebnis ist eine bittere Wurzel – vor der die Schrift deutlich warnt. Die Geiselnehmer sind auch alte Muster, die das Vakuum in uns gefüllt haben, bevor Gottes Geist unseren Geist neu geschaffen hat. Doch manchmal (vielleicht sogar oft?) erscheint Gott weit entfernt und wir greifen wieder zu den alten Füllseln – anstatt die Spannung zu ertragen und auf den Herrn zu warten, dass er füllt. Er will uns Geduld lehren und starken Glauben (Jakobus 1). Doch wie schwer fällt das…

Kann das Lebensschiff gestürmt werden? Wohl kaum von denen, die besetzt sind. Die sich in Haft befinden. Doch ganz Opfer sind sie eben auch nicht. Auch im Fall Mogadischu ist es gelungen, das Schiff letztlich auf ein Territorium zu lenken, auf dem eine Stürmung möglich war (im Jemen nicht!). Auch im Fall Mogadischu hat der Kapitän geschickt Informationen weiter gegeben. Was hilft uns? Nicht wir kämpfen aus eigener Kraft gegen die Dunkelheit in uns – sondern aus der Kraft und Vollmacht Gottes. Er schickt seine himmlischen Heerscharen, um uns beizustehen und den Sieg zu bringen. Wir sollten uns in Position bringen, die Stürmung erbeten, geduldig warten, den Moment abpassen, und dann – verbunden mit Geschwistern im Glauben – Gott handeln lassen. Und er handelt durch uns. Wird dabei immer alles glatt gehen? Nein, es können auch Teile von uns sterben – nicht immer sind Kollateralschäden zu vermeiden…

Wie immer: jede Metapher hat ihre Ecken und Kanten, mich bewegt sie irgendwie… hast du Ergänzungen?

Geistliche Atmosphäre im „Wilden Osten“

9 März, 2008 wegbegleiter 3 Kommentare

War auf einer Tagung in Friedensau – in der Nähe von Burg – in der Nähe von Magdeburg. Absolute Pampa. Ansiedlungsverbot während der DDR-Zeit, Wohnerlaubnis nur für Studenten der Siebenten-Tags-Adventisten. Wie eine Enklave liegt das schöne Gelände mitten im Wald. Man meint den Rückzug aus der verfolgten und bedrängten Wirklichkeit immer noch spüren zu können.

Vorher Magdeburg, dort übernachtet und erschrocken. Neben den schönen alten Gebäuden und diversen Bausünden der vergangenen Jahrzehnte in Klotzbauweise vor allem Menschen, traurige Menschen, desillusionierte Menschen, leere Menschen. Ich gehe immer gerne durch die Straßen der Stadt und habe das stundenlang dort gemacht. Selten ein Lächeln, viel Härte und ganz viel Leere und geistliche Dunkelheit. Wie eine Regenwolke dunkel und schwer hing eine eigenartige Last auf mir, wie ich es sonst kaum erfahren habe.

Später erzählte mit ein sonst ganz nüchterner Christ, er würde wie eine graue Decke über der Stadt spüren, wie ein Schleier der Hoffnungslosigkeit. Eine Decke, die die frohe Botschaft fern hält, obwohl viele Menschen aller Denominationen beten und versuchen, Gemeinde zu bauen…Mich hat das frustriert – und vielleicht fehlt uns die Antenne oder auch die Methodik, um mit solchen „Decken“ umzugehen!?

Ist Beten immer einfach?

18 Oktober, 2007 wegbegleiter 4 Kommentare

Bei Storch hat sich über seine feinen Ausführungen zum Vers „Betet ohne Unterlass“ eine kleine Diskussion ergeben, die mir zu schnell abzusaufen droht, deswegen hier der Versuch einer Fortführung bei meinen Lesern und vielleicht können die ja bei Storch auch mitreden. Denn wir haben ein spannendes Thema der Glaubenspraxis vor uns: wie leicht fällt uns Gebet? Gebet ist großartig, wir können mit dem Vater und Schöpfer reden und auf dem Gebet ruhen bombastische Verheißungen. Soweit die bekannte Theorie. Trotzdem leiden viele mir bekannte Christen immer wieder einmal unter Gebetslosigkeit oder empfinden das Gebet als trocken und unfruchtbar. Liest man nun die Kommentare, könnte der Eindruck hochkommen: hey, ist doch alles easy. Genug Geist und die richtige Einstellung und Beten ist t-o-t-a-l einfach.

Von der Theorie stimme ich dem zu: bist du mit Gottes Geist erfüllt mit zum Rand, dann sollte das Gebet keine Pflichtübung mehr sein, sondern schlicht Freude und Bedarf… und trotzdem ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich schneller den Rechner hochfahre, als mir vorher noch Zeit zu nehmen, bei einem Tässchen Kaffee mit Gott zu reden und so den Tag zu beginnen (und nun sag nicht, storch, es läge am Kaffee…;-). Und viele andere langjährige Christen berichten mir auch von ihren Kämpfen und Niederlagen. Sind wir nicht siegreich genug in unserem Glauben? Haben wir was nicht kapiert? Nicht genug Geist? Das sind so die Fragen von einem, der Gebet liebt und unendlich viel darüber gelesen hat – aber immer noch kämpft… wie geht es dir?