Mogadischu – als Symbol für geistlichen Kampf!
Gestern fasziniert die Dokumentation über die Entführung der Pasagiermaschine „Landshut“ Oktober 1977 betrachtet – etwas, was in meinen direkten Bewusstsein gerade noch so verankert ist – 10 Jahre war ich alt zu diesem Zeitpunkt. Fernseher brauchten noch 30 Sekunden zum Hochheizen, es gab 3 Programme und meine Eltern saßen wie gebannt vor den Nachrichten. Dann nach endlosen Tagen und einer Odysee über mehrere Flughäfen: die Stürmung. Geiseln befreit. Entführer tot oder schwer verletzt.
Und wenn ich fasziniert bin und in mir Regungen spüre (die bei den Bildern der Befreiung sogar in Tränen umschlugen), dann frage ich mich sofort: will mir das was sagen? Jenseits der oberflächlichen Bedeutung? Denn Gott spricht ja permanent und nicht selten durch Geschehnisse des Alltags und vermeintlich nebensächliche Regungen…
Für mich ist das Ganze – und ich habe es noch nicht zu Ende durchbuchstabiert – ein Symbol für die dunklen Teile in uns, die uns unerlaubt gefangen nehmen. Sie besetzen unser Lebensschiff, nehmen Geiseln und blockieren das normale Leben. Die Geiseln leben irgendwie weiter, essen, trinken, schlafen (wenn auch schlecht), haben Körperfunktionen (wenn auch beeinträchtigt). Aber sie leben ihr Leben nicht in Fülle, in Kraft, in Freiheit. Die Geiselnehmer? Das ist der alte Adam, der trotz Ersäufen in Glaube und Taufe immer noch schwimmt (Luther). Das sind alte Wunden, die wir seit Jahrzehnten mit uns herum schleppen. Menschen, denen man nie vergeben hat und sie so quasi mit einem Fluch belegt hat – und sich selbst gleich mit (Vergebung heilt zuerst uns selber!). Das Ergebnis ist eine bittere Wurzel – vor der die Schrift deutlich warnt. Die Geiselnehmer sind auch alte Muster, die das Vakuum in uns gefüllt haben, bevor Gottes Geist unseren Geist neu geschaffen hat. Doch manchmal (vielleicht sogar oft?) erscheint Gott weit entfernt und wir greifen wieder zu den alten Füllseln – anstatt die Spannung zu ertragen und auf den Herrn zu warten, dass er füllt. Er will uns Geduld lehren und starken Glauben (Jakobus 1). Doch wie schwer fällt das…
Kann das Lebensschiff gestürmt werden? Wohl kaum von denen, die besetzt sind. Die sich in Haft befinden. Doch ganz Opfer sind sie eben auch nicht. Auch im Fall Mogadischu ist es gelungen, das Schiff letztlich auf ein Territorium zu lenken, auf dem eine Stürmung möglich war (im Jemen nicht!). Auch im Fall Mogadischu hat der Kapitän geschickt Informationen weiter gegeben. Was hilft uns? Nicht wir kämpfen aus eigener Kraft gegen die Dunkelheit in uns – sondern aus der Kraft und Vollmacht Gottes. Er schickt seine himmlischen Heerscharen, um uns beizustehen und den Sieg zu bringen. Wir sollten uns in Position bringen, die Stürmung erbeten, geduldig warten, den Moment abpassen, und dann – verbunden mit Geschwistern im Glauben – Gott handeln lassen. Und er handelt durch uns. Wird dabei immer alles glatt gehen? Nein, es können auch Teile von uns sterben – nicht immer sind Kollateralschäden zu vermeiden…
Wie immer: jede Metapher hat ihre Ecken und Kanten, mich bewegt sie irgendwie… hast du Ergänzungen?
Neueste Kommentare