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Artikel getaggt mit ‘Gott hören’

Gott hören

War heute in der FeG Düsseldorf zum Predigen und abgesehen davon, dass ich aufgrund eines Marathons mit der S-Bahn die Stadt betreten musste und der Gottesdienst halb leer war, war es eine feine Sache. Und Gott hat Humor! Als mein Liturg irgendetwas ansagte von wegen auf Gott hören, klingelte just in diesem Moment ein Handy im Publikum mit einem herrlichen altmodischen Klingelton (Modell Analogtelefon aus Bakelit/70er Jahre). Irgendetwas strahlte in mir auf und ich hatte das unweigerliche Gefühl: hier will Gott was sagen… von wegen: ich will ja reden, aber keiner hebt ab! Oder: ich rede andauernd und bin auf Senden geschaltet – bist du auf Empfang geschaltet? Erinnerte mich irgendwie an den Club der toten Dichter und die berühmte Szene in der Schulversammlung, in der ein Telefon klingelt und ein Schüler in die distinguierte Gesellschaft hineinruft: es ist Gott, es ist für Sie! Ein schönes Bild für einen echten Mangel in unserer Spiritualität war das – und so fuhr ich innerlich beschwingt nach Hause, im Bewusstsein: Gott hatte gesprochen – durch ein Handy.

Geistliches Leben und Hören auf Gott

18 Februar, 2008 wegbegleiter 3 Kommentare

Erwin McManus auf die Frage, wie er Zeit mit Gott verbringe:

Atmen.

(Zitat aus AUFATMEN 4/2007)

Viele Puzzlestückchen fügen sich im Augenblick zusammen. Rob Bell mit seinem „everything is spiritual“ – alles ist geistlich.
Meine Predigt vom letzten Sonntag, in der es um die Neubesetzung des vakanten 12. Apostelpostens ging (Apg 1,12ff). Am Ende entscheidet das Losverfahren – faszinierend, dass dieses akzeptierte Verfahren des AT nach Pfingsten nicht mehr auftaucht. Ab dort soll und kann das Reden Gottes im Heiligen Geist direkt wahrgenommen werden – ein Losen ist nicht mehr nötig. Daraus folgt aber, dass das Reden Gottes wahrzunehmen ein ganz normaler und alltäglicher Akt sein soll, der nicht besondere Geistlichkeit oder stundenlange Vorbereitung verlangt. Sondern schlicht: Zeit mit Gott und eine erwartende, hörende Haltung des Herzens.
Dritter Impuls: in unserem Abenteuer Alltag Kurs, der wieder von vielen Christen in unserer Gemeinde durchlaufen wird und nicht nur mich fasziniert, kommt die Frage hoch: wie kann ich Gott hören – es herrscht hier und da Ratlosigkeit. Wie geht das? Daneben Unzufriedenheit bei vielen mit der eigenen Stillen Zeit.
Mein Fazit zunehmend: Gott zu erleben, mit ihm zu leben, ihn zu hören – das ist eine Sache des Alltags. Alles ist geistlich. Wenn ich eine Stille Zeit definiere, dann riskiere ich damit automatisch (wir sind halt dualistisch geprägt), dass die restliche Zeit deshalb keine Stille Zeit, sprich: Gemeinschaft mit Gott ist. Gott aber will im Alltag prägen – das unterscheidet Evangelium von Religion. Erst, wenn ich lerne, das Hören auf Gott und das Leben mit ihm ganzheitlicher und alltäglicher zu sehen, werde ich mich vielleicht auch der Stillen Zeit wieder unverkrampft zuwenden können, ohne dass diese zu einer unseligen Zweiteilung meines Lebens führt. In diesem Sinne: Atmen. Guter Wochenstart dir.