Warum nur?

15 05 2008

“Gott spricht zu uns. Wir spüren, wie diese Begegnung mit Gott Kreise in unserem Leben zieht - wie auf einem ruhigen See. Doch die Welt wirft gedankenlos Steine in unser Leben, die diese Bewegung zerstören. Und wir lassen es zu. Als Folge verlieren wir die Vision, die Gott uns für diese Welt und für unsere Rolle darin geben kann. Zu rasch und oft ohne uns zu wehren, machen wir statt Geschichte lieber Geld, tauschen Leben gegen Beruf, leben für das Wochenende statt für Gott. Wir verzichten um des Erfolgs willen auf Sinn und Bedeutung und machen Jagd nach Oberflächlichkeiten wie akademische Würden, Haus, Wagen, Aktienportfolio, statt im Großen zu leben. Wir werden gerettet, aber nicht gepackt; erlöst, aber ohne Drang.” (James Emery White, Hart gegen den Wind, R. Brockhaus Verlag, Seite 10)

Warum nur machen wir nicht ernst? Was steht uns im Wege? Mutmaßungen: Wir haben schiefe Bilder von Gott, vom Leben, von uns selbst. Wir müssen weniger machen, mehr loslassen. Wenige ich, mehr wir. Weniger wir, mehr Gott. Zeit auskaufen. Ernst machen. Und dabei spielerisch bleiben - denn das Leben ist eine Choreographie, eine Liturgie (=heiliges Spiel) Gottes. Was denkst du?





Sünden nach der “Bekehrung”

25 01 2008

Habe in der Vorbereitung auf unsere Taufe am Sonntag (7 Täuflinge = 4 Jugendliche, 3 Erwachsene - einfach großartig! - Ich werde total verkrumpelte Hände bekommen vom langen im Wasser stehen.;-)) einen schönen Satz vom wie immer pointierten Martin Luther gefunden:
“Mit der Erbsünde nach der Taufe verhält es sich ebenso wie mit einer Wunde, die zu heilen beginnt. Es ist zwar in Wirklichkeit eine Wunde, aber eine, die heilt und fortlaufend den Vorgang der Heilung durchmacht, jedoch immer noch eitert und schmerzt.”

Abgesehen vom von mir nicht (so) geteilten Konzept der Erbsünde ist das eine plastische Beschreibung des manchmal anstrengend erscheinenden Kampfes gegen die Sünde nach der Hinwendung zu Jesus (und Taufe - sieht die Bibel ja meist recht eng zusammen). Es sind keine Schuldschmerzen mehr, keine neuen Wunden, sondern Heilungsschmerzen. Und der Herr und Meister desinfiziert, reinigt, entfernt Eiter und Schorf. Nicht angenehm, aber ein positiver Prozess. “Haltet euch der Sünde für gestorben” - sagt Paulus im Römerbrief - eine echte Provokation, aber Wahrheit des Evangeliums. Toll!