Die Fenster des Herzens putzen

14 01 2008

Montag. Pastorensonntag. Fensterputzen. Hinterher fällt mir immer wieder auf, wie sauber das jetzt aussieht, sprich: wie dreckig es vorher war und die Durchsicht durchaus getrübt war und man hat es lange nicht gemerkt. Es gibt in unserem Herzen einen ähnlichen Mechanismus: man gewöhnt sich an langsame Trübungen, die schleichend intensiver werden und merkt nicht, wie das Leben und die Intensität und Kraft des Glaubens leidet. Andersherum: man kann nicht ein bisschen putzen, man kann nicht von 30% Trübungsgrad eines Fensters auf 10% runterputzen - geht technisch nicht. Putzen heißt beim Fenster sauber. Höchstens noch ein paar Schlieren. Heißt für unser Herz: auch hier brauchen wir immer wieder Radikalreinigungsaktionen - möglichst oft!

Frage an dich: was trübt das Herzensfenster? Was reinigt es?

Schleichende Trübungen, die mir einfallen: verharren in Sünde, Gesetzlichkeit, Bitterkeit -

Reinigungsmethoden, die mir einfallen: Buße, Hinterfragen lassen von einem Mitchristen…

Was fällt dir ein?





Das größte Hindernis für das Zusammenleben

27 12 2007

Immer wieder fällt mir bei Konflikten in der Gemeinde, aber auch im privaten Bereich, auch in der eigene Ehe eins auf: Stolz ist die Hauptursache für Konflikte und vor allem für deren Weiterbestehen. Kommt man miteinander ins Gespräch (ja, wenn es denn schon so ist!), dann kann eigentlich bei aller vielleicht notwendigen Diskussion von Fragen auf der Sachebene letztlich nur eins helfen: sich die Hand zu reichen, sich zu vergeben (nicht zu vergessen! Das ist eine andere Schiene!), willentlich einen Schlussstrich zu ziehen und dem anderen zu sagen: ich mache Fehler, du machst Fehler, wir sind begnadigte Sünder und leben von der Gnade, die vergibt, auch wenn wir es nicht erkennen. Und das alles nicht als theoretisches Konzept, sondern konkret: ich habe an dieser Stelle gefehlt. Wo ein Konfliktpartner das nicht kann - scheitert jedes Gespräch.

Letztlich steckt das Problem aber noch tiefer - denn hinter der mangelnden Fähigkeit zu sagen: ich habe mich geirrt, ich habe dir gegenüber einen Fehler gemacht steckt eigentlich Gottlosigkeit. Scott Peck hat einmal weise gesagt: das Problem für die Gott ist nicht die Sünde (für die ist er in Jesus Christus gestorben), das Problem ist das Verbergen der Sünde.  Wer nun vor anderen seine konkrete Sünde verbergen muss, offenbart damit einen geistlichen Notstand. Und noch weiter: er (meistens ist es ein Er) bedroht aktiv seinen Glauben. Denn Jesus selbst sagt: wenn ihr nicht vergebt, wird euch auch nicht vergeben werden. Reden wir uns dieses Wort nicht klein!

Letztlich steckt hinter diesem Stolz aber noch ein zweites: ein mangelndes Wissen von der eigenen Identität bei Gott.  Oder anders gesagt: Minderwertigkeitskomplexe. Da bricht es in der Tat mehr als einen Zacken aus der Krone, wenn man eingestehen müsste: ja, ich habe gegen dich gesündigt. Da bricht die Welt zusammen, vor allem die Scheinwelt, die man von sich selbst aufgebaut hat.

Das sind so die Erkenntnisse, wenn ich in mein eigenes Herz schaue und ich bin dankbar, dass mich Gott vergeben gelehrt hat - auch wenn ich noch manchmal blutiger Anfänger bin. Mir ist bange um die Christen, die nicht vergeben können. Sie verletzen sich selbst und - schlimmer noch - sie verletzen andere Menschen, manchmal ganze Gemeinden. Und keiner kann ihnen helfen außer Gott selbst, der das harte, aber gleichzeitig so kleine, verletzte Herz erreicht.





Aufs Herz kommt es an!

29 10 2007

“Dieselbe Sonne, die das Eis zum Schmelzen bringt, kann den Ton steinhart machen!” (BIll Johnson) - und so ist es auch mit Gottes Werk in dieser Welt, an dir und mir. Auf unser Herz, auf unsere innere Haltung kommt es an, ob wir von Gottes Geist und Gottes Willen weich und formbar werden oder eben hart und unbeweglich.

Das ist spannend bei alten Leuten zu beobachten, die mit Jesus gegangen sind - manche sind immer härter und enger geworden, andere weicher, barmherziger, weiter und dabei nicht weniger wahrhaftig. Man bewegt sich immer in eine der beiden Richtungen - in welche du?