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Artikel getaggt mit ‘Psalm’

Psalm 4 – nachdenken über den eigenen Zorn

7 November, 2007 wegbegleiter Kommentieren

Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da… dumdidum… sondern auch, ja? Ja? Ja, auch dazu, aber auch zum Nachdenken über den eigenen Zorn. Wie jetzt? Dochdoch…
Mitten im Psalm 4 (Vers 5) empfiehlt David seinen Gegnern, doch mal eine Nacht über ihren Zorn nachzudenken.

Sündigt nicht, wenn ihr zornig seid. Nehmt euch eine Nacht Zeit, um darüber nachzudenken und verhaltet euch ruhig.

Die Nacht schaltet äußere Einflüsse herunter, wirft zurück auf die Innenwelt, es kommt hoch, was einen wirklich beschäftigt. Manche Menschen flüchten sich auch in Träume welcher Art auch immer, um diese Gedanken zu betäuben. Doch das ist schade – denn sie sollten (1) zum Quell der Selbsterkenntnis werden. Wo stehe ich gerade, was sind meine Themen? Sie sollten (2) zum Gebet werden – denn das ist die beste Art, mit Gedanken umzugehen, die bewegen und bedrücken. Sie können aber auch hier und da (3) abgewiesen werden vom Torwächter des Herzens. Die wenigsten Menschen haben einen solchen Torwächter – viele lassen einfach alles ungefiltert durch und verletzten sich damit selbst. Den Torwächter einzusetzen heisst, Verantwortung für die Gedanken zu übernehmen und selbst zu entscheiden, was mich prägen darf und was nicht.

Wichtig bei dem ganzen Prozess ist die Stille und das Hineinlauschen ins eigene Herz und auf die Stimme Gottes. „Verhaltet euch ruhig!“ – sprich: nicht vor sich hin schimpfen und meckern. Ruhig sein, schweigen und so – zur Ruhe kommen. Oder auch nicht, dann gibt es einen guten Grund, zornig zu sein und man muss Wege finden, diesem Zorn auf produktive Weise Ausdruck zu verleihen. Zorn ist nicht Sünde. Nein, manchmal ist geradezu Sünde, keinen Zorn zu haben!

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Psalm 3 – über den Zerbruch zur Kraft

6 November, 2007 wegbegleiter Kommentieren

David ist auf der Flucht, als er Psalm 3 dichtet. Bedrängt, beengt, verfolgt. Er flieht vor seinem eigenen Sohn Absalom. Wie bitter muss das für einen Vater sein, der seinen Sohn über alles liebt. Bedrängnis ist furchtbar – Bedrängnis durch die eigenen Freunde und Verwandten ist der reine Horror.
David beschreibt es kurz und nüchtern. Und wendet sich dann dem Einzigen zu, der in einer solchen Extremsituation Halt geben kann. Warum nur muss man anscheinend immer wieder in solche Situationen geraten, um wirklich zu verstehen, was das Eigentliche ist? Gerade Männer brauchen anscheinend den äußeren Zerbruch, um ein wahrhaft zerbrochenes Herz zu bekommen, das endlich empfangsbereit ist für Gottes Kraft, Heilung und Gnade? Vielleicht sind Kämpfer so gestrickt… eigentlich steckt dahinter oft genug Stolz. David jedenfalls erkennt hier deutlich, was Sache ist:

Doch du, Herr, umgibst mich mit deinem Schutz, du bist meine Ehre und richtest mich auf.

Wo nimmt ein Mann seine Ehre her? Die Frage beantwortet sich von selbst, wenn du in dein Herz schaust. Wenn dieses aber zerbricht, bleibt nur eins: Gott gibt Ehre. Dieses urhebräische Denken brauchen wir ganz dringend, denn es schafft Freiheit in Bedrängnis: Gott gibt Ehre, Gott macht den Menschen zum Mensch – nichts Anderes. David jedenfalls kann sicher schlafen – ein Geschenk in einer solchen Situation.

Ich legte mich nieder, um zu schlafen, und erwachte in Sicherheit, denn der Herr behütete mich.

David kann sich selbst nicht mehr beschützen, aber er weiß um den eigentlichen Beschützer und der heisst Jahwe. Und obwohl David ein echter Kämpfer ist, weiß er auch um den eigentlichen Kämpfer hinter allem:

Rette mich, mein Gott, denn du schlägst meinen Feinden ins Gesicht.

David hat das Schwert nicht aus der Hand gelegt und Däumchen gedreht. Aber er hat etwas gelernt über die wahre Macht, die einzige Kraft hinter allem. Hoffentlich wird er sich daran erinnern, wenn es ihm wieder besser geht, wenn er vermeintlich alles aus eigener Kraft schaffen kann… hoffentlich hast du ein zerbrochenes Herz, das Gott wieder zusammengefügt hat und das empfangsbereit ist für Sein Wirken. Sonst: warte nicht bis zum äußeren Zerbruch, das ist nicht Gottes Lieblingsmethode für seine Kinder – geh ins Gebet und bitte um einen produktiven Zerbruch. Gott schenkt seine Fülle gerne her an die, die sie tragen können und sich danach sehnen…