Heilsam: Wohin mit Wunden und Verletzungen?
Was gefällt uns eigentlich so gut an gemütlichen italienischen Altstädten? Die Perfektion? Die Makellosigkeit? Nein – das malerisch Verkommene. Nicht alles ist perfekt, sondern hier und da bröckelt der Putz und trotzdem: hat es Liebe und Stil. In den Häusern mit der ockerfarbenen Fassade verbergen sich oft wunderschöne und elegante Wohnungen…
Warum nur streben wir so oft nach Perfektion und komplettem Heilsein? Anders gefragt: wie bewertest du deine Wunden? Die Wunden, die dir das Leben geschlagen hat. Damit habe ich lange gekämpft. Ich bin überzeugt. Gott möchte Wunden heilen. Aber er möchte sie nicht verschwinden lassen, denn sie haben aus uns auch etwas gemacht! Sind Teil unserer Geschichte! Gott will um jeden Preis die Verbitterung und den Groll heilen, der sich auf Wunden häufig aufbaut. Er möchte die Mauern niederreißen, die wir um die Wunden als Schutz erbaut haben. Was macht er mit den Wunden? Er heilt sie, aber sie werden sichtbar bleiben. So wie der Auferstandene noch die Wundmale an seinem geistlichen Leib trug. Warum?
Weil Wunden Chancen sind. Weil Wunden uns zu Persönlichkeiten machen, die nicht auf sich selbst vertrauen, sondern auf Gott. Paulus hat das erlebt. Er war eher klein, konnte rhetorisch nicht glänzen, trug so manche Wunde mit sich herum. Das Leben und der Glaube haben ihn schon mehr als einmal vom Pferd geworfen. Was sagt er dann?
Denn derselbe Gott, der gesagt hat: »Aus der Finsternis soll Licht hervorstrahlen!«der hat es auch in unseren Herzen hell werden lassen, sodass wir in der Person von Jesus Christus den vollen Glanz von Gottes Herrlichkeit erkennen. Wir allerdings sind für diesen kostbaren Schatz, der uns anvertraut ist, nur wie zerbrechliche Gefäße, denn es soll deutlich werden, dass die alles überragende Kraft, die in unserem Leben wirksam ist, Gottes Kraft ist und nicht aus uns selbst kommt. (2. Korinther 4, NGÜ)
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