Simplify your spirituality
Das Thema hat mich nun endgültig gepackt. Siehe auch dieser Post vor einigen Tagen, der unheimlich viele Leser hatte.
Nun les ich gerade ein seelsorgerisches Buch von John und Paula Sandford („Umgestaltung des inneren Menschen“), und da springt mich ein Satz an: „das Fleisch (sprich: die alte menschliche Natur, die lieber ohne Gott auskommen möchte) ist der Vater der Ruhelosigkeit.“ Und ich ergänze: der Teufel hat immer wieder einen Plan: unseren Alltag komplex und gehetzt zu machen und zeitliche Leerstellen möglichst schnell und sei es noch zu sinnlos aufzufüllen. Denn er weiß: Ruhe ist eine Verheißung für die Kinder Gottes. Und Ruhelosigkeit (sei es auf der Zeitachse oder auf der Komplexitätsachse unseres Lebens) treibt uns weg von Gott, lässt uns seine Stimme überhören, macht uns fahrig und unkonzentriert gegenüber der leisen Stimme Gottes. Und wenn dann noch unser Glaubensleben Druck ausübt… dann dient unsere Spiritualität – sei sie privat oder gemeindlich praktiziert – dem Fleisch und Mister S. – aber nicht Gott. Dann ist die Religion und damit der Tod im Topf, aber keine heilmachende, christuszentrierte und befreiende Spiritualität.
Deswegen: Leerstellen einbauen (Blaise Pascal (sinngemäß zitiert): die Problematik der Menschen heute ist es, dass sie nicht mehr mit sich allein eine Stunde in einem Raum sein können). Nichts tun. Schweigen. Sich Gott hinhalten. Gebete mit wenigen, langsamen, sorgfältigen Worten (plappert nicht wie die Heiden!) und dafür mehr Zeit zum Hören Gottes. Komplexität herausnehmen. Im Alltag (sorgt euch um nichts!), aber auch in der Praxis des Glaubens. Gebet der Bibel beten (Psalmen). Weniger Impulse, die dafür vertiefen und umsetzen. Der Teufel möchte, dass wir uns an 10 verschiedenen Stellen gleichzeitig ändern. Denn er ist der Ankläger und er weiss: das wird nie gelingen. So verbündet er sich mit dem Fleisch und treibt uns in die Selbstverbesserungsspirale (die sehr fromm getarnt sein kann! die aber immer letztlich traurig macht!). Gott verklagt nie! Er hinterfragt sanft und liebevoll und möchte dich in die Weite führen. Deswegen lohnt es, das eine Thema heraus zu finden, das in den nächsten Monaten dran ist. Was noch? Ich forsche daran herum. Spannend. Ideen?
P.S. dieser Post spricht nicht gegen eine kindliche Beziehung zu Gott, die ganz selbstverständlich mit ihm redet und so eben auch viele Worte macht. Alles zu seiner Zeit. Ich denke aber, es gibt auch Zeiten und Reifestufen des Glaubens, in denen die Worte weniger werden dürfen, ja sogar müssen. So wie Liebende einfach zusammen sitzen und sich in die Augen sehen und dabei verstehen.
P.S. die Zweite: und wenn jemand einen treffenderen nicht-englischen Namen für diese Gedanken hat: bitte! Ich bin selbst damit nicht zufrieden…;-)
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