Reflex: Die Versuchungen, das Kitzeln am Fuß und unsere Sünde.
Tobe mit meinem Sohnemann Ole auf dem Bett herum. Ist so unser Abendritual. Heisst im Vater-Sohn-Jargon „Schwimmen“. Weil es in einer Zeit entstanden ist, als die Bettwäsche zufällig gerade blau war. Ich schweife ab.
Kitzeln gehört dazu. Schnappe mir einen Fuß von Ole und tu nur so, als ob ich ihn kitzele. Stattdessen bewegen sich meine Finger einen Zentimeter über der Fußsohle und berühren ihn gar nicht. Die Reaktion aber ist identisch. Er schmeisst sich weg vor Lachen. Dieser Versuch tut es auch ganzkörpermäßig. Ohne ihn zu berühren mache ich schwebende Krabbelbewegungen und er schmeisst sich weg… wie ein … Kitzelreflex.
Ich wusste ziemlich sofort, als ich das fasziniert beobachtete, dass das eine wichtige Metapher sein kann für unser geistliches Lebens. Zum Beispiel für Versuchungen. Eigentlich haben sie längst nicht mehr die Macht über uns, weil Kinder Gottes keine Sklaven der Sünde mehr sind! Ja, wir können sogar – theoretisch – jede Erprobung, jede Versuchung bestehen (1.Kor 10,13). Zusätzlich erreicht die Versuchung gar nicht mehr unser Innerstes, den Geist – der ist ganz und gar aus Gnade geschenkter (Begegnungs-) Raum Gottes und kann nicht verletzt oder versucht werden…
Kurz: Versuchungen sind kein Betriebsunfall des Lebens und ohne Wissen Gottes geschehen, sondern sind an Gott vorbei gegangen und sollen uns lehren und stark machen, reifen lassen…
Aber reflexartig reagieren wir trotzdem immer noch auf die Versuchung nach alter Art… und gebären Sünde. Und ähnlich wie mein Sohn genießen wir das immer noch ein bisschen?! Auch wenn parallel ein anderes Gefühl da ist: ich wäre gerne frei! Wie kann dieser Reflex unterbrochen werden? Durch Buße. Durch Kämpfen aus dem Geist und nicht aus dem eigenen Willen und der eigenen Disziplin. Der Geist soll zunehmend die alten Spuren neu prägen… Es muss quasi eine De-Sensibilisierung stattfinden, der Reflex muss unterbrochen werden… wie? Was denkst du dazu?
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