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Artikel getaggt mit ‘Sünde’

Reflex: Die Versuchungen, das Kitzeln am Fuß und unsere Sünde.

12 August, 2009 wegbegleiter 19 Kommentare

2424777670_d3296b9cf3Tobe mit meinem Sohnemann Ole auf dem Bett herum. Ist so unser Abendritual. Heisst im Vater-Sohn-Jargon „Schwimmen“. Weil es in einer Zeit entstanden ist, als die Bettwäsche zufällig gerade blau war. Ich schweife ab.

Kitzeln gehört dazu. Schnappe mir einen Fuß von Ole und tu nur so, als ob ich ihn kitzele. Stattdessen bewegen sich meine Finger einen Zentimeter über der Fußsohle und berühren ihn gar nicht. Die Reaktion aber ist identisch. Er schmeisst sich weg vor Lachen. Dieser Versuch tut es auch ganzkörpermäßig. Ohne ihn zu berühren mache ich schwebende Krabbelbewegungen und er schmeisst sich weg… wie ein … Kitzelreflex.

Ich wusste ziemlich sofort, als ich das fasziniert beobachtete, dass das eine wichtige Metapher sein kann für unser geistliches Lebens. Zum Beispiel für Versuchungen. Eigentlich haben sie längst nicht mehr die Macht über uns, weil Kinder Gottes keine Sklaven der Sünde mehr sind! Ja, wir können sogar – theoretisch – jede Erprobung, jede Versuchung bestehen (1.Kor 10,13). Zusätzlich erreicht die Versuchung gar nicht mehr unser Innerstes, den Geist – der ist ganz und gar aus Gnade geschenkter (Begegnungs-) Raum Gottes und kann nicht verletzt oder versucht werden…

Kurz: Versuchungen sind kein Betriebsunfall des Lebens und ohne Wissen Gottes geschehen, sondern sind an Gott vorbei gegangen und sollen uns lehren und stark machen, reifen lassen…

Aber reflexartig reagieren wir trotzdem immer noch auf die Versuchung nach alter Art… und gebären Sünde. Und ähnlich wie mein Sohn genießen wir das immer noch ein bisschen?! Auch wenn parallel ein anderes Gefühl da ist: ich wäre gerne frei! Wie kann dieser Reflex unterbrochen werden? Durch Buße. Durch Kämpfen aus dem Geist und nicht aus dem eigenen Willen und der eigenen Disziplin. Der Geist soll zunehmend die alten Spuren neu prägen… Es muss quasi eine De-Sensibilisierung stattfinden, der Reflex muss unterbrochen werden… wie? Was denkst du dazu?

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Leidenschaftlich in die Sündenfalle

17 Juli, 2008 wegbegleiter 9 Kommentare

Ich bin ein emotionaler und leidenschaftlicher Mensch. Dazu passend die andere Seite der Medaille: ein Hang zur Melancholie und Depression. Und immer wieder tappe ich in Sündenfallen, die mich maßlos ärgern und mich manchmal auch unbarmherzig gegenüber mir selbst werden lassen. Zumal ich auch noch Perfektionist bin (quasi eine notwendige Vorbedingung für Depressionen). Vielleicht kennst du das ja ansatzweise.

Spätestens ab dem Punkt der Unbarmherzigkeit gegenüber einem selbst gilt der Satz von Johannes, dass die Gnade stärker ist, wenn unser Gewissen uns verurteilt, denn diese Art der Selbstverdammnis ist nicht von Gott. Er bewirkt einen Zug im Herzen, der uns in die Vergebung und die Buße zieht. Aber wenn beides geschehen ist, ist alles Folgende Reaktion unseres „Fleisches“ – oder anders gesagt: unseres alten, gottlosen Menschen. Die gottgewollte Traurigkeit, von der die Bibel spricht, will zur Umkehr bewegen – sie fällt aber weg, wenn diese von Herzen gegangen wurde. Woher dann die Selbstverurteilung?

Ich habe bei Adrian Plass einen schönen Hinweis in einer Andacht über David gefunden (aus: Stürmische Zeiten). Adrian Plass und ich sind – so empfinde ich das bei der Lektüre seiner Bücher und bei den beiden Begegnungen mit ihm – irgendwie Seelenverwandte. Zudem er Engländer ist und dieses skurrile Volk schon immer meiner Sympathie genossen hat…;-). Er schreibt – sinngemäß zusammen gefasst – dass diejenigen Menschen, die leidenschaftlich und voller Herz für eine gute und göttliche Sache kämpfen leider genauso dazu neigen, leidenschaftlich und voller Herz in die Sünde hinein zu stapfen (siehe David). Weil ihr Charakter das so nahe legt. Ein Phlegmatiker, der schon für die Herstellung eines Frühstücksbrötchens seine Zeit braucht (wenn er sie denn angeht), der wird auch weniger schnell zur Sünde sein. Ein vorsichtiger Rationalist ebenso. Macht ihn das deswegen heiliger? Nein. Eben.

Sünden nach der „Bekehrung“

25 Januar, 2008 wegbegleiter 28 Kommentare

Habe in der Vorbereitung auf unsere Taufe am Sonntag (7 Täuflinge = 4 Jugendliche, 3 Erwachsene – einfach großartig! – Ich werde total verkrumpelte Hände bekommen vom langen im Wasser stehen.;-)) einen schönen Satz vom wie immer pointierten Martin Luther gefunden:
„Mit der Erbsünde nach der Taufe verhält es sich ebenso wie mit einer Wunde, die zu heilen beginnt. Es ist zwar in Wirklichkeit eine Wunde, aber eine, die heilt und fortlaufend den Vorgang der Heilung durchmacht, jedoch immer noch eitert und schmerzt.“

Abgesehen vom von mir nicht (so) geteilten Konzept der Erbsünde ist das eine plastische Beschreibung des manchmal anstrengend erscheinenden Kampfes gegen die Sünde nach der Hinwendung zu Jesus (und Taufe – sieht die Bibel ja meist recht eng zusammen). Es sind keine Schuldschmerzen mehr, keine neuen Wunden, sondern Heilungsschmerzen. Und der Herr und Meister desinfiziert, reinigt, entfernt Eiter und Schorf. Nicht angenehm, aber ein positiver Prozess. „Haltet euch der Sünde für gestorben“ – sagt Paulus im Römerbrief – eine echte Provokation, aber Wahrheit des Evangeliums. Toll!

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