Erkältung und geistliches Leben

Bin nun seit Donnerstag erst verschnupft, dann verhustet (falls es ein solches Wort gibt) und finde es (zumindest nachdem ich heute meine Predigt in Aachen mit krächzender Stimme überstanden habe) ganz spannend zu sehen, wie sehr körperliches Wohlbefinden Einfluss hat auf das geistliche Wohlbefinden. Nun, bei Krankheit kann man das vielleicht noch verstehen, aber gilt dann nicht auch der Umkehrschluss? Dass ein gesunder und geschätzter Körper Räume öffnet für geistliche Erfahrung? Doch Vorsicht: auch und gerade in Krankheit lassen sich natürlich tiefste geistliche Erfahrungen machen, eben weil man sie nicht mehr vom allgemeinen Wohlbefinden abhängig macht nach der sehr kindlichen Herangehensweise: ich glaube an dich Gott, wenn du mich segnest und gesund erhältst… das Wirken Gottes gerade an den körperlichen Tiefpunkten macht aber dennoch meines Erachtens nicht den Gedanken überflüssig, dass ein gutes und entspanntes Verhältnis zur eigenen Körperlichkeit auch das geistliche Leben fördern kann, zudem ja manche – gerade Männer – ihren Körper erst dann wahrzunehmen beginnen und vielleicht auch zu schätzen lernen, wenn sie krank werden. Generell gilt aber für Krankheit wohl wie für jede Krise: sie kann uns zum Stolperstein im Glauben werden (und in die Verbitterung führen gegen Körper, Leben und nicht zuletzt Gott) oder aber zum Sprungstein (hinein in größeres Vertrauen, Anbetung „trotzdem“ und größerer Aufmerksamkeit). Was macht den Unterschied? Die Sichtweise, zu der ich manchmal auch gegen meine inneren melancholischen Stimmen zwingen muss. Aber dann merke: sie tragen weiter und tiefer als die negativen Stimmen…

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