Tag für Tag mit Merles Herz

Wie geht es weiter mit unserer kleinen Merle. Sie ist gestern geröntgt worden – kein wirklich schöner Anblick, sondern ein Vorgang, der in mir ein hohes Maß an Wut und Beschützerinstinkten auslöst. Die Kleine wird festgeschnallt an allen Gliedmaßen, in eine Kunststoffhalbschale gepresst und dann kopfüber aufgehängt. Dabei schreit sie jämmerlich. Grausamer Anblick. So traurig und ein gelebtes Zeichen einer gefallenen Welt, in der Leid vorkommen muss. Aber auch ein Zeichen für Gottes Schmerz, wenn er uns in den Zwängen sieht, in denen wir kopfüber baumeln…

Freitag nun die erste kleine Katheteroperation zur Voruntersuchung des Herzens. Dann Pause, dann nächste Woche Donnerstag die endgültige 8 Stunden OP, danach wird sie noch eine Woche im Dämmerzustand gehalten auf Intensiv, dabei wird die Brust offen gelassen die ersten Tage und nur mit einem sterilen Tuch abgedeckt. Ich habe Angst vor diesem Anblick.

Erfahre aber auch so viel Trost – von vielen lieben Leuten aus meiner Gemeinde, von Storch (JF Remscheid) und von allen, die trostvolle Worte hier in mein Blog schreiben. Anderen wiederum merkt man an, dass sie mit einer solchen Situation nicht umgehen können – gerade für die Menschen, bei denen alles glatt läuft und die auch diesen Anspruch an ihr Leben haben, merkt man die peinlich berührte Hilflosigkeit. Aber wie sagt Paulus: wir sollen andere in dem trösten, in dem wir von Gott Trost empfangen haben. Das ist mir in schweren Zeiten ein Trost. Und wir beten weiterhin für Merle und für ein Wunder – das Wunder der Heilung, sei es durch Gott (spontan) oder durch Gott (Ärzte), denn beides macht er.

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5 Antworten zu “Tag für Tag mit Merles Herz

  1. Oh Christof, ja es sind viele Beter für Euch alle da, und Gott ist eh‘ dort wo Seine Kinder sind – also dort wo Ihr seit! Aber ich weiß, dass wirklicher Trost nur von Gott selber geschenkt werden kann! In solchen harten Zeiten haben wir immer „Trostpaten“ für die schon größeren Kinder gefunden, die mal unbeschwert mit ihnen etwas unternommen haben – ein Tipp für Deinen „Großen“ – dann ging es uns als Eltern auch etwas besser. Gottes Kraft mit Euch !!! myriel

  2. Danke euch allen für eure Gedanken und Gebete – ich gehe im Augenblick wie in einer traurigen Trance durch das Leben, aber ich weiß mich gleichzeitig getragen von Gott – komische Mischung. Schön, dass es euch gibt…

  3. Hallo Christof, wir kennen uns zwar nicht, aber das hindert ja nicht daran, für euch in dieser belastenden Situation zu beten 🙂 Da zwei unserer Kinder schon mal knapp am Tod vorbeigegangen sind, kann ich ein wenig nachvollziehen, wie hilflos und sprachlos man sich da in vielen Momenten fühlt. Für uns war es immer eine ganz große Hilfe, dass andere für uns beten, wenn wir nur noch Tränen, aber keine Worte mehr hatten – und es ist schön, dass es auch für euch viele solcher Begleiter gibt!

    Mit haben in belastenden Zeiten oft die Worte Bonhoeffers geholfen: „Ich glaube, daß Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.“ Das ist allerdings kein Wort für den Verstand, sondern für’s Herz. Und da ist es manchmal schwer zu buchstabieren und zu leben. Aber trotzdem: viel Kraft dazu!

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