Ist Beten immer einfach?

Bei Storch hat sich über seine feinen Ausführungen zum Vers „Betet ohne Unterlass“ eine kleine Diskussion ergeben, die mir zu schnell abzusaufen droht, deswegen hier der Versuch einer Fortführung bei meinen Lesern und vielleicht können die ja bei Storch auch mitreden. Denn wir haben ein spannendes Thema der Glaubenspraxis vor uns: wie leicht fällt uns Gebet? Gebet ist großartig, wir können mit dem Vater und Schöpfer reden und auf dem Gebet ruhen bombastische Verheißungen. Soweit die bekannte Theorie. Trotzdem leiden viele mir bekannte Christen immer wieder einmal unter Gebetslosigkeit oder empfinden das Gebet als trocken und unfruchtbar. Liest man nun die Kommentare, könnte der Eindruck hochkommen: hey, ist doch alles easy. Genug Geist und die richtige Einstellung und Beten ist t-o-t-a-l einfach.

Von der Theorie stimme ich dem zu: bist du mit Gottes Geist erfüllt mit zum Rand, dann sollte das Gebet keine Pflichtübung mehr sein, sondern schlicht Freude und Bedarf… und trotzdem ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich schneller den Rechner hochfahre, als mir vorher noch Zeit zu nehmen, bei einem Tässchen Kaffee mit Gott zu reden und so den Tag zu beginnen (und nun sag nicht, storch, es läge am Kaffee…;-). Und viele andere langjährige Christen berichten mir auch von ihren Kämpfen und Niederlagen. Sind wir nicht siegreich genug in unserem Glauben? Haben wir was nicht kapiert? Nicht genug Geist? Das sind so die Fragen von einem, der Gebet liebt und unendlich viel darüber gelesen hat – aber immer noch kämpft… wie geht es dir?

Advertisements

4 Antworten zu “Ist Beten immer einfach?

  1. mir fällt beten leicht. ich kann mir kaum vorstellen, einen tag nicht zu beten. wenn ich auf tour bin und nicht zum beten komme fehlt mir nachher was.
    mein ganzes leben ist so auf gott ausgerichtet, dass es einfach nicht funktioniert wenn ich keine zeit mit ihm habe.

  2. ..also Gebet als Last oder Pflichterfüllung, das kenn ich nun wirklich gar nicht!!
    ok – meine „Verbindung“ ist mal intensiver (gradezu ekstatisch!) und auch mal etwas lauer aber ich verstehe das Gebet keinesfalls als eine Einbahnstrasse, auf der ich zu Gott gelange, sondern als eine „Standleitung“ die ich als sein Kind einfach habe und wo Er mir auch ganz viel flüstert, wenn ich so unterwegs bin – allein schon dass Er mir ein dankbares, gelassenens und fröhliches Herz gibt und ich mich sicher fühlen darf, ist ein starker Beweis Seiner Gegenwart… Gebet als „Geisteshaltung und Lebensstil“ eben.

    Denke was du da ansprichst ist villt. die Menge an Plänen, Sorgen, Anhaftungen, vergangenem, zukünftigem, Bestrebungen, Wünschen und sonstigem, was unsere Mailbox zumüllt, dass Telefon besetzt und ein „beten ohne Unterlass“ scheinbar verhindert – doch ich weiß, dass Gott das alles mitbekommt, manchmal den Kopf schüttelt oder mitleidig lächelt und nicht selten auch schallend lacht, aber niemals ungeduldig wird – und genau so betrachte ich dieses Gewusel in meiner längst befreiten Seele eig. auch ‚(oder bemühe mich darum)… wenn wir da um die „Vorherrschaft kämpfen“, dann verwechseln wir villt., dass Gott über einen ganz anderen Kanal mit uns redet…

    puh, wasn Vortrag – finde aber prima, dass du das Thema nicht so einfach untergehen lässt!!

    Nochwas fällt mir grade auf: Was man oft so unter Gebet versteht, also ein Termin bei Gott, wo ich alles loswerde von Lobpreis, Danksagung, Bitte und Fürbitte usw., sowas mach ich eigentl. hauptsächl. in der Gemeinschaft.

    Wie gehts der kleenen Merle?? Bei meiner Tochter steht nun bald die OP an und wir haben die Hammerversion mit Brustkorb öffnen und so schon „weggebetet“ und ist nun von Klappenreperatur mit Lasersonde die Rede…
    Segen – Bento

  3. Hallöchen Bento!
    Und danke für deinen „Vortrag“ – waren echt gute Sachen dabei. In der Tat bin ich ein ziemlicher Perfektionist und da neigen vielleicht häufiger als einem lieb ist Nebensächlichkeiten dazu, einem die Leitung zuzukleistern. Meint man. Eigentlich ist es nur die eigene Wahrnehmung und Gott ist in all dem und jenseits von all dem. Klingt jetzt mystisch, aber ich denke immer mehr, dass da eine Wahrheit begraben liegt a la Karl Rahner: der Christ des 21. Jahrhunderts ist ein Mystiker oder er ist kein Christ mehr. Steile Aussage und vielleicht würde es sich mal lohnen eine moderne Mystik zu definieren, entschlackt von allen alten Schlacken der Weltfremdheit und Zurückgezogenheit… denn so manches, was ich erlebe und auch von euch höre, hat seine mystische Komponente…

    Zu Merle: spätestens am Montag hätte ich von ihr geschrieben, denn am Sonntag wird sie in unserer Gemeinde zusammen mit zwei anderen Babies gesegnet. Ein für uns sehr berührender Moment. Sie ist fit wie ein Turnschuh. Alle Nachuntersuchungen sind perfekt gelaufen, das Herz ist einfach bestens in Ordnung und wird nun einige Jahre wunderbar schlagen. Alle Ärzte sind verwundert über eine so gute Operation und Nachsorge – auch ein Wunder, hm? Ich und wir wünschen euch viel Segen bei dem vor euch liegenden Eingriff. Und wenn ihr mal drüber reden wollt – freu mich drüber! Die Zeit mit Merle hat uns sehr geprägt und wir werden wohl erst in 2 oder 3 Jahren alles verarbeitet und begriffen haben. Aber all das erfüllt uns mit tiefer Dankbarkeit… Segen euch!

  4. Wow – das hört sich ja echt gut an mit der Kleenen – hatte zwischendurch nix mehr mitbekommen, nur den Hammer-Anfang… aber da ist ja wohl echt ein Wunder gelaufen!!<- Ausrufezeichen. Danke – echt krass Jesus!

    Ja – entstaubte und befreite Mystik hört sich gut an, hab ich noch gar nicht drüber nachgedacht über das „label“..

    Segen
    Bento

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s