Tradition richtig verstanden

Letzten Sonntag wieder Tatort geguckt – mein Kulttatort aus Münster mit Börne und Thiel, diesmal im fiesen Verbindungsmilieu (schlagend, saufend, kotzend) angesiedelt. Und zwischendurch ein Satz, der sofort bei mir hängen geblieben ist, weil er finde ich trifft:

Tradition heißt nicht, die Asche aufzubewahren, sondern das Feuer (wahlweise: die Streichhölzer) weiterzureichen.

So. Das ist doch eigentlich ein gutes Unterscheidungsmerkmal für gute und zerstörerische Tradition. Nun rühmen sich ja gerade Freikirchen, Charismatiker, Evangelikale damit, keine Tradition zu haben und auch keine Liturgie – ist natürlich Quark. Alle Gruppen bilden sofort Traditionen und Liturgien – aber eben unhinterfragt und eher als Gewohnheit und damit wenig reflektiert (und damit gefährlicher).

Die Testfrage sollte eigentlich in einer Gemeinde bzw. Gemeinschaft immer wieder, alle paar Jahre lauten: brennt das Feuer noch? Oder halten wir an den Methoden fest, die früher das Feuer getragen haben? Und stochern längst in der lauwarmen Asche herum?

Advertisements

3 Antworten zu “Tradition richtig verstanden

  1. Sehr schöne, Ergänzung, danke! Wobei: wenn die klaren Sinne vernebelt sind, braucht man vielleicht doch Straßenlaternen, äh, Traditionen zum Festhalten…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s