Psalm 3 – über den Zerbruch zur Kraft

David ist auf der Flucht, als er Psalm 3 dichtet. Bedrängt, beengt, verfolgt. Er flieht vor seinem eigenen Sohn Absalom. Wie bitter muss das für einen Vater sein, der seinen Sohn über alles liebt. Bedrängnis ist furchtbar – Bedrängnis durch die eigenen Freunde und Verwandten ist der reine Horror.
David beschreibt es kurz und nüchtern. Und wendet sich dann dem Einzigen zu, der in einer solchen Extremsituation Halt geben kann. Warum nur muss man anscheinend immer wieder in solche Situationen geraten, um wirklich zu verstehen, was das Eigentliche ist? Gerade Männer brauchen anscheinend den äußeren Zerbruch, um ein wahrhaft zerbrochenes Herz zu bekommen, das endlich empfangsbereit ist für Gottes Kraft, Heilung und Gnade? Vielleicht sind Kämpfer so gestrickt… eigentlich steckt dahinter oft genug Stolz. David jedenfalls erkennt hier deutlich, was Sache ist:

Doch du, Herr, umgibst mich mit deinem Schutz, du bist meine Ehre und richtest mich auf.

Wo nimmt ein Mann seine Ehre her? Die Frage beantwortet sich von selbst, wenn du in dein Herz schaust. Wenn dieses aber zerbricht, bleibt nur eins: Gott gibt Ehre. Dieses urhebräische Denken brauchen wir ganz dringend, denn es schafft Freiheit in Bedrängnis: Gott gibt Ehre, Gott macht den Menschen zum Mensch – nichts Anderes. David jedenfalls kann sicher schlafen – ein Geschenk in einer solchen Situation.

Ich legte mich nieder, um zu schlafen, und erwachte in Sicherheit, denn der Herr behütete mich.

David kann sich selbst nicht mehr beschützen, aber er weiß um den eigentlichen Beschützer und der heisst Jahwe. Und obwohl David ein echter Kämpfer ist, weiß er auch um den eigentlichen Kämpfer hinter allem:

Rette mich, mein Gott, denn du schlägst meinen Feinden ins Gesicht.

David hat das Schwert nicht aus der Hand gelegt und Däumchen gedreht. Aber er hat etwas gelernt über die wahre Macht, die einzige Kraft hinter allem. Hoffentlich wird er sich daran erinnern, wenn es ihm wieder besser geht, wenn er vermeintlich alles aus eigener Kraft schaffen kann… hoffentlich hast du ein zerbrochenes Herz, das Gott wieder zusammengefügt hat und das empfangsbereit ist für Sein Wirken. Sonst: warte nicht bis zum äußeren Zerbruch, das ist nicht Gottes Lieblingsmethode für seine Kinder – geh ins Gebet und bitte um einen produktiven Zerbruch. Gott schenkt seine Fülle gerne her an die, die sie tragen können und sich danach sehnen…

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