Das ist die Hölle! Huber und die Höllenfrage…

Vorgestern bei Kerner – der bekennende Atheist (bereits eine quasireligiöse Wortverknüpfung!) Richard Dawkins diskutiert mit Bischof Huber und dem unvermeidlichen Heiner Geissler über die Hölle. Auch noch dabei: ein blasser katholischer Bischof. Und Dawkins staunt Bauklötze: hey – die Christen in Europa haben die Hölle praktischerweise abgeschafft! Das ist ja toll und fortschrittlich! Geissler leugnet die Hölle komplett, Huber insistiert noch auf der Verantwortlichkeit des Menschen (tun Humanisten auch – nur nicht vor Gott), aber lobt die liberale Theologie für ihre Demontage des Höllengedanken.

Ihr Lieben: habt ihr den Verstand und vor allem die Augen ausgeknipst?

  • Was soll eine abstrakte Verantwortlichkeit des Menschen vor Gott, wenn diese keinerlei Konsequenzen hat? „Lauf nicht auf die Autobahn, mein Kind, du könntest überfahren werden. Wenn du es doch tust, wirst du eben überfahren, ich habe dich dafür aber immer noch ganz doll lieb!“ Super Gottesbild. Nur dass ein solcher Gott ohne Konsequenz nicht liebevoll, sondern dumm und lieblos wäre.
  • Keiner beachtet anscheinend die theologisch gegebene Linearität zwischen Reich Gottes auf Erden und Reich Gottes in der neuen Welt, bzw. Hölle auf Erden und Hölle in der Ewigkeit. Beide sind bereits hier und jetzt verortet, wenn auch in geringerem Maßstab und in abgeschwächter Intensität. Beide werden gesteigert ins unermesslich Schöne bzw. Grausame in der Ewigkeit. Dazwischen liegt auf persönlicher Ebene der Tod, der seit Jesus Christus immer noch schlimm ist, aber seine Bedeutung verloren hat – bzw. auf globaler Ebene die Wiederkunft Christi mit der Schaffung einer neuen Erde in Kontinuität der jetzigen Schöpfung, nur eben: geheilt! Das ist gutes biblisches Zeugnis – und so ist eben das Reich Gottes bereits mitten unter uns, aber auch die Hölle! Und wer wollte das leugnen? Wer verschließt die Augen vor der Tatsache, dass diese Welt bereits in Teilen grausame höllische Realität ist? Huber anscheinend schon. Ich kann das nicht und ich will mir nicht vorstellen müssen, wie Hölle in der Ewigkeit aussieht. Ich will Menschen in die Ewigkeit hinein lieben und retten. Aber es gibt eben keine Ewigkeit ohne Hölle, kein Gut ohne Böse, keine Herrlichkeit ohne Verfolgung, kein Friedensreich ohne das Aufbäumen der Gegenseite. Huber sieht das nicht. Gott sei ihm gnädig.
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4 Antworten zu “Das ist die Hölle! Huber und die Höllenfrage…

  1. man kann diese kirche leider nicht mehr ernst nehmen. zumindest nicht in geistlichen fragen. sie machen halt sozialarbeit ohne den anspruch der religiosität.

  2. Eine anderer krasser Absonderung von Huber war vor ca. einer Woche:
    „Die ev. Kirche soll sich in Zukunft inhaltlich klarer profilieren … dabei geht es aber nicht um Abgrenzung von anderen Religionen“

    …was für einen „Inhalt“ könnte Huber bloß meinen??

  3. Vor ein paar Monaten habe ich zufällig eine Pressekonferenz mit Huber und einem katholischen Bischof gesehen. Da habe ich mir mal den Spaß gemacht und habe mitgezählt, wie oft sie das Wort „Gott“ in den Mund genommen haben.
    Katholischer Bischoff: 1
    Huber: 0
    Also sie haben ihn auch nicht irgendwie anders genannt. Gott war einfach kein Thema.

    Aber mal was ganz anderes, nämlich zur Hölle.
    Was würdest du jemandem antworten, der total panische Angst vor der Hölle hat? Und alles versucht, um Gott gnädig zu stimmen, aber immer an der inneren Gewissheit hängen bleibt, nicht zu den Erlösten zu gehören, bis er einen psychischen Schaden erleidet und sich total frustriert von Gott abwendet.

  4. @Philip: Huch, das klingt nach einem extremen Fall, den ich hier ungern öffentlich verhandeln würde oder was denkst du? Mal so allgemein gesagt: Zuerst einmal müsste ich die Vorgeschichte dieses Menschen kennen und ernst nehmen, denn so gesehen glauben wir ja alle historisch kritisch – manchmal und nicht zu selten leider! Wie ist dieser Mensch geprägt worden? Ist er (oder sie? ich denke eher ein er?) perfektionistisch geprägt? Mit sensiblem Gewissen? Skrupel? Dem Wunsch, es Anderen recht zu machen? Mmmhm, das Paradoxe ist ja, dass man Gott ja nicht gnädig stimmen kann, denn er ist es bereits… also liegt es häufig an unserer Wahrnehmung, an unserer Psyche, an unserer Verfassung, warum wir das so nicht begreifen können… deswegen kämpfen viele mit der Liebe Gottes und können sie nur als abstrakt begreifen, weil sie in Menschen, selbst in den eigenen Eltern nie einen Anklang echter Liebe gefunden haben, immer nur „Ich liebe dich, wenn…“. Puh, ich taste mich vor, aber vielleicht sendest du mir ein paar mehr Details? Wenn du willst übers Kontaktformular… oder hier… Segen dir!

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