Durchgeknallte Dispensationalisten – oder: Kühezüchten für Christen

Christus kommt – Advent! Wer ist das Zentrum der Schrift und damit auch der Schriftauslegung? Christus. Was sagt das über Prophezeiungen des AT aus? Sie sind von Christus her zu verstehen, zu korrigieren, in ihm als erfüllt zu betrachten. Nicht alle, aber viele. Was passiert dagegen, wenn man die Bibel flächig liest und allen Aussagen die selbe dogmatische Gewichtung gibt? Dazu hat die Frankfurter Allg. Sonntagszeitung (FAS) einen schönen Artikel im Hauptteil gehabt am 16.12. – amerikanische evangelikale Christen, die eine prämilleniaristischen Dispensationalismus pflegen, wollen den Tempel wieder aufbauen (denn vorher kommt Christus nicht wieder), sie züchten alte Kuhsorten wieder (denn auch die werden ja in der Offenbarung erwähnt), sprechen palästinensischen Christen ihr Christsein ab – denn sonst müssten diese ja Israel lieben und auf ihr Land verzichten, diese Christen wollen Israel in den alten Grenzen notfalls militärisch wieder herstellen (dabei kennt allein das AT mindestens drei verschiedene Grenzziehungen).
Bei uns findet man diese Theologie vor allem in Teilen der Brüderbewegung und mit Verlaub – sie lässt mich Grausen, um nicht drastischere Begriffe zu verwenden. Aus ihr spricht sicherlich ernster Glaube, den möchte ich niemandem absprechen – aber ein vollkommenes Unverständnis des Charakters der Heiligen Schrift und ihrer Auslegung. Schief wird es immer dann, gesetzlich, menschenverachtend – wenn Christus und seine Gnade nicht mehr im Mittelpunkt stehen, sondern die Schrift in ihrer Ganzheit. Aber die Schrift ist der Geist gehauchte Wegweiser zu Christus, aber nicht Christus selbst. Wenn ich aber Christus im Mittelpunkt habe, dann kann ich oben genannte Dinge nicht mehr glauben und leben. Christus kommt – Advent!

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3 Antworten zu “Durchgeknallte Dispensationalisten – oder: Kühezüchten für Christen

  1. o mann. das kommt bei mir ins kuriositätenkabinett. btw. wirklich lieben tue ich israel auch nicht. fällt mir schwer etwas so abstraktes wie ein land oder eine nation zu lieben.

  2. Amen, dazu, Storch.
    Weder Israel noch die Bibel sind Mitglieder der Trinität.
    Und hier sieht man mal wieder: das Bibelverständnis macht’s. Es kann Ursprung vieler Irrlehren werden.
    Wer Israel und Schrift so überhöht, steht in der Gefahr gerade Christus aus den Augen zu verlieren.

  3. Tjaja, die Amis. Die sammeln allen Ernstes Spenden für den Wiederaufbau des Tempels (trotz so mancher Worte von Jesus zum Tempel und wer wie richtig anbetet (nämlich im Geist!)). Aber auch bei uns treibt die Israelliebe seltsame Blüten. In einer bekannten charismatischen Gemeinde in Köln hing wirklich neben dem Kreuz die Israelflagge… räusper. Naja. Bleiben wir bei Paulus und bei Römer 9-11 – an Christus geht kein Weg vorbei, auch für Israel nicht.

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