Geistliche Atmosphäre im „Wilden Osten“

War auf einer Tagung in Friedensau – in der Nähe von Burg – in der Nähe von Magdeburg. Absolute Pampa. Ansiedlungsverbot während der DDR-Zeit, Wohnerlaubnis nur für Studenten der Siebenten-Tags-Adventisten. Wie eine Enklave liegt das schöne Gelände mitten im Wald. Man meint den Rückzug aus der verfolgten und bedrängten Wirklichkeit immer noch spüren zu können.

Vorher Magdeburg, dort übernachtet und erschrocken. Neben den schönen alten Gebäuden und diversen Bausünden der vergangenen Jahrzehnte in Klotzbauweise vor allem Menschen, traurige Menschen, desillusionierte Menschen, leere Menschen. Ich gehe immer gerne durch die Straßen der Stadt und habe das stundenlang dort gemacht. Selten ein Lächeln, viel Härte und ganz viel Leere und geistliche Dunkelheit. Wie eine Regenwolke dunkel und schwer hing eine eigenartige Last auf mir, wie ich es sonst kaum erfahren habe.

Später erzählte mit ein sonst ganz nüchterner Christ, er würde wie eine graue Decke über der Stadt spüren, wie ein Schleier der Hoffnungslosigkeit. Eine Decke, die die frohe Botschaft fern hält, obwohl viele Menschen aller Denominationen beten und versuchen, Gemeinde zu bauen…Mich hat das frustriert – und vielleicht fehlt uns die Antenne oder auch die Methodik, um mit solchen „Decken“ umzugehen!?

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3 Antworten zu “Geistliche Atmosphäre im „Wilden Osten“

  1. Ja, das erzählen auch viele, die im Osten Deutschlands als Missionare oder Gemeindegründer sind. Das muss ein geistlich unglaublich hartes Pflaster sein; zur jahrelang verdordneten Gleichgültigkeit Gott gegenüber kommt noch die schwierige soziale Situation dazu… schätze ich mal…

    Wie war denn das Treffen?

  2. curioustraveller ist sehr nett! Hi, Rolf! Doch war spannend. Besonders ein kritischer Baptist, der fragte, was denn eigentlich mit den Kindern in unseren Gemeinden ist? Eigentlich stehen sie im Mittelpunkt, sind aber natürlich nicht Glied der Gemeinde. Im Material zum Biblischen Unterricht werden andauernd Bekehrung und Heiligung vertauscht, sprich: man spricht schon zu 50% über ethische Themen und die praxis pietatis, dabei sollen sich die Kids doch erst entscheiden…; weitere Fragen: dürfen denn die Kinder am Abendmahl teilnehmen, wenn sie schon gläubig geworden sind, aber noch nicht getauft? Klar, würde ich sagen – ist aber für andere wohl nicht so klar… etcetc. Allg. ist die Rolle der Kinder wohl nicht ganz so definiert in den Freikirchen… außerdem ging es noch um die Weitergabe des Evangeliums an Jugendliche, aber das sprengt hier den Rahmen, das erzähle ich dann beim Chinesen in 2 Wochen…

  3. Zu Weihnachten zog es mich zu meiner Familie nach Thüringen.Ich selbst wohne jetzt in Hamburg.Die von dir beschriebene „geistliche Kälte“ gegen alles Glaubende ist erschreckend.In Erfurt steht auch noch ein Lutherdenkmal.Aber mal ehrlich-heute würde man in Erfurt über Luther lachen.Gott ist für die Menschen dort ein Begriff ähnlich wie der Begriff Weihnachtsmann.Das ist traurig.Was 40 Jahre gelebter und praktizierter Atheismus haben eine Schneise des Unglaubens und der Herzenshärte gezogen.Doch Gott lebt und zieht vom geistlichen Tod zum Leben hin.

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