Wenn Gier zuschlägt…

Armer Biber. Knabbert sich aus Gier und vielleicht auch aus Unachtsamkeit den Weg weg. Stillstand ist die Folge. Kein Weg zurück, aber auch nicht nach vorne.

Gier ist tödlich. Egal ob sie Konsumgütern, Menschen, Sex, Macht oder sogar Frömmigkeit hinterher jagt. Ja, auch Frömmigkeit kann Opfer von Gier werden. Wo ist die gesunde Grenze zwischen Sehnsucht und berechtigter Erwartungshaltung gegenüber Gott, dass er mehr tun möge und der Gier nach Vertiefung des geistlichen Lebens? Die Antwort erscheint mir einfach – in der Praxis ist sie wohl nicht so einfach umzusetzen: geht es dir um Gott selbst um seiner selbst willen oder um seine Gaben, Wunder, Gefühle, Einsichten, Weisheit, was auch immer? (…) Suche Gott und sonst nichts. Der Rest wird dir gegeben. Sehnsucht ist erlaubt, flehentliche Bitte auch. Solange ich weiss: ich erbitte damit etwas wie den Kuss eines Geliebten – und nicht die Dienstleistung eines Anbieters, der mir das Leben nach meinen Vorstellungen zu gestalten und zu erleichtern hat. In diesem Sinne sollten wir lernen, die Gier zu hassen. Denn die Gier stellt das ICH in den Mittelpunkt, die Sehnsucht im besten Fall das DU. 

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2 Antworten zu “Wenn Gier zuschlägt…

  1. Die Umsetzung ist auch deshalb schwierig, weil das Kriterium (geht es mir um Gott oder geht es mir um mich selbst) in der Praxis nie eindeutig ist. Bei mir zumindest ist das immer ein Mischmasch. Natürlich geht es mir bei vielem was ich tue um Gott. Aber zugleich geht es mir dabei auch um mich. Solange ich als Mensch hier auf der Erde lebe, werde ich wohl bei keiner einzigen Tat wirklich Gott allein und sonst nichts suchen. Da sind auch immer (ob bewusst oder unbewusst) meine „fleischlichen Begierden“ mit im Spiel…

  2. Hallo Windhauch und willkommen auf meinem Blog! Und du hast natürlich Recht, es gibt wohl auf Erden nicht die „reine“ Motivation. Das wäre eine druckmachende Illusion – mir geht es nur darum, Gott nicht zu instrumentalisieren (in meinem Buch habe ich das einen funktionalen Glauben genannt, in dem es mehr um das geht, was Gott machen kann, als was er ist). Meistens hilft mir die Frage: warum erbittest oder ersehnst du das jetzt? Und dann versuche ich halt, das manchmal nicht sehr schmeichelhafte Ergebnis genauso vor Gott zu bringen und ihm zu sagen: du weisst, wie viel Egoismus in dieser Bitte ist – aber du weisst auch um den anderen Teil und der sehnt sich nach dir. Ich versuche mich einfach nicht ganz so ernst zu nehmen und damit wahrscheinlich gleichzeitig sehr ernst…;-)

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