Verletzbar sein in einer harten Welt?!

Liebe heisst, verletzlich sein. Liebe irgend etwas, und es wird dir bestimmt zu Herzen gehen oder gar das Herz brechen. Wenn du ganz sicher sein willst, dass deinem Herzen nichts zustösst, darfst du es nie verschenken, nicht einmal an ein Tier. Umgib dein Herz sorgfältig mit Hobbys und kleinen Genüssen; meide alle Verwicklungen; verschliesse es sicher im Schrein oder Sarg deiner Selbstsucht. Aber in diesem Schrein – sicher, dunkel, reglos, luftlos – verändert sich das Herz. Es bricht nicht; es wird unzerbrechlich, undurchdringlich, unerlösbar. Es gibt nur einen Ort ausser dem Himmel, wo wir vor allen Gefahren und Wirrungen der Liebe vollkommen sicher sind: die Hölle. (C.S. Lewis 1898-1963)

Wer sein Herz schützt, erreicht da Gegenteil. Er (oder sie) glaubt den Himmel zu haben (weil vermeintlich sicher und geschützt), bevölkert aber die Hölle. Aus schlechten Erfahrungen oder schiefer Erziehung wird das Herz verborgen, werden Gefühle unterdrückt, wird Liebe nur dosiert oder funktionalisiert abgegeben. Wie tragisch, dass wir dabei an einen Gott glauben, der sich bis zum Exzess verletzbar gemacht hat, der sich bis zum Abwinken verschenkt hat und sich bewusst hat verletzen lassen. Stehen wir über dem Meister? Warum sichern wir uns, wo er losgelassen hat? Wie kann man das leben in einer harten Gesellschaft, ohne kaputt zu gehen? Und: ist kaputt gehen an der Härte der Menschen nicht eigentlich Schicksal eines lebendigen Christen? Haben wir eine Gewährleistung auf Unversehrtheit bis zum Lebensende? Hatte Jesus das? Was denkst du?

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6 Antworten zu “Verletzbar sein in einer harten Welt?!

  1. Das sind ganz schön schwere Fragen – finde ich.

    Schicksal eines Christen, an der Härte der Menschen kaputt zu gehen? Klingt bei mir so wie „es ist vorprogrammiert“. Nein, das denke ich dann nun nicht, das es vorprogrammiertes Schicksal eines jeden Christen ist.

    Eine Gewährleistung haben wir nicht, unversehrt bis ans Lebensende zu kommen. Ganz bestimmt nicht.
    Wer viel gibt – und das wiederum scheint dem Christen zu Eigen – der macht sich in der Tat angreifbar und verletzlich. Mir hat da nur geholfen, immer wieder zu lesen, dass Jesus mein Anwalt ist und er mich trägt und unendlich liebt.

    Warum wir uns sichern? Es fällt eben schwer, los zulassen. Je mehr Lebensverletzungen da sind, desto schwerer fällt es wohl wirklich.

    Ich glaube nicht, dass meine Antworten so richtig helfen. Ich glaube nur, ich mache mich doch lieber verletzlich und lebe und fühle, als mich den Wirrungen und Gefahren der Liebe zu entziehen, wenn es die Hölle ist. Und das ist sie bestimmt.

  2. Ja – Selbstschutz ist absolut kontraproduktiv und nur der Schutz Gottes kann unser Herz bewahren!

    Die garantierte „Unversehrtheit“ kann sich wohl nur auf unsere Versiegelung beziehen und nicht darauf, dass die Steine, mit der die Welt um sich wirft, uns nix anhaben könnten, dennoch sehe ich unser Heil hier auch als (einzige) Heilung für diese Wunden…

    Ich sehe Liebe und Verletzbarkeit auch in einer direkten Korrelation und denke, wenn wir wirklich voll brennen, will uns die Welt zieml. bald „entsorgen“, wie sie es auch mit Jesus tat – (ob es ihr gelingt liegt da aber ausschliesslich in Gottes Hand!) aber deshalb scheuen wir uns wohl vor diesem Segen auch.

  3. Natürlich haben wir keinen Anspruch auf Unversehrtheit. Aber zwischen Unversehrtheit und „kaputt gehen“ liegt doch noch eine ganz große Bandbreite. Ich beobachte an mir selbst, dass im Lauf meines Lebens der Schutzpanzer um mein Herz dicker zu werden scheint. Das ist traurig. Woran liegt das? Enttäuschungen, Verletzungen, Bequemlichkeit,…?
    Zum Verletzlich sein gehört letztendlich sehr viel Kraft und Mut. Man muss stark sein, in sich ruhen, um schwach sein zu können (ohne dabei kaputt zu gehen).

  4. Hmm… Das Leben ist paradox. Die jenigen, die dienen und andere über sich stellen, werden erhöht. Die jenigen die sich aufreiben lassen im Dienst werden ganz. Die jenigen, die ihr Ego verliehen, finden sich wirklich. Die jenigen, sich verletzen lassen, werden heil. Wer nicht mehr seinen eigenen Willen durchsetzten will, dem wird alles zum Guten gewedet. Die jenigen, die ihr Leben verlieren, leben erst wirklich… Jesus sagt: Selig seid ihr, wenn… dass wir selig sind hören wir gerne, aber erfüllen wir die danach gestellten Bedingungen?
    Wenn die Welt eine Frau in den Wehen ist, ist die Frage ob Jesus gekommen ist um eine Peridural-Anästhesie zu setzten??
    Fromm und Tapfer waren mal Synonyme.
    Das Heil ohne Schmerz, die Liebe ohne Verletzung und das Leben einen Tod, wird es für uns wohl nicht geben.
    Jeder will im Licht des Ostermorgens den Herrn sehen oder an Pfingsten, trunken vom Geist die Stadt staunen machen.
    Nur, wenn Er donnerstags in der Nacht fragt, ober wir wach bleiben, werden wir quengelig wie übermüdete dreijährige und den Weg danach mit gehen, dass halten wir für eine Zumutung. Wenn wir wirklich Freunde wären, würden wir auf sein: „Ich lass dich nicht alleine“, nicht antworten: „Ich dich auch nicht.“?

  5. Tolle Kommentare – danke! Sie sprechen vom großen selbst erlebten und erfahrenen Verständnis bei euch. Tapferkeit, wow, das ist ein altmodisches und doch so schönes Wort… ob es wohl eine Theologie der Tapferkeit gibt? Noch nie was von gelesen, aber man müsste das mal biblisch erforschen… kurz: wir stehen nicht über unserem Herrn und deswegen gehört zum „siegreichen“ Leben auch das Leiden an und mit der Welt. Man muss es nicht ersehnen, aber es ist uns verheißen. Allerdings ist uns auch Kraft verheißen in solchen Situationen…

  6. Wer liebt ist zwar verletzlich, aber niemals einsam. Nur Jesus wurde am Kreuz vom Vater verlassen – ich glaube das war ein einzigartiges und einmaliges Opfer.
    Für uns gelten eher die letzten Worte des Stephanus, falls wir gesteinigt werden sollten: Siehe ich sehe den Himmel offen!
    Das Einzige was Menschenherzen verändern kann ist Liebe.
    Das Einzige, was Menschenherzen heilen kann ist Liebe.
    Das Einzige, was die Welt verändern und heilen kann ist Liebe.

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