downsize your life – das Leben vereinfachen und den Glauben stärken

Über peregrinatio-Peter kommt heute ein wirklich herausforderndes Zitat aus einem Buch, das er gerade liest…:

Wenn wir in der Kirche wirklich zusammen Gottes Familie sind, dann wirkt sich die Entscheidung eines Paares, ein Ferienhaus zu kaufen, auf ihre Beziehung zu der alleinerziehenden Mutter in der Gemeinde aus, die zwei Jobs verrichtet, um die Miete zu zahlen und Essen auf den Tisch zu stellen. Es ist schwer vorstellbar, wie sie eine ehrliche Beziehung zu einander haben können, selbst wenn sie zu derselben Gemeinde gehören.

Puh, starker Tobak. Und dennoch ganz biblisch konform, sofern es sich um echte Not handelt und nicht um Herumliegen in der sozialen Hängematte. Man lese mal Apostelgeschichte 4, 32ff:

32 Alle in der Gemeinde waren ein Herz und eine Seele. Niemand betrachtete sein Eigentum als privaten Besitz, sondern alles gehörte ihnen gemeinsam. 33 Mit großer Überzeugungskraft berichteten die Apostel von der Auferstehung Jesu, und alle erlebten Gottes Güte. 34 Keinem in der Gemeinde fehlte etwas; denn wer Häuser oder Äcker besaß, verkaufte seinen Besitz 35 und übergab das Geld den Aposteln. Die verteilten es an die Bedürftigen.

Wie gesagt: starker Tobak, der mich immer wieder hinterfragt. Sorgen wir in der Gemeinde für einen gewissen Ausgleich? Gerade in Zeiten schrumpfender Sozialsysteme? Oder um es mit Haggai zu sagen: leben wir in feinen Häusern, während der Tempel Gottes in Trümmern liegt? Sind wir bereit, eine Nummer kleiner zu leben, wenn es dem Reich Gottes und den Bedürftigen in ihm hilft? Mir fällt immer wieder auf, wie viel Krempel man sich so anschafft. Gerade Kinder laufen aus Gruppendruck mit unheimlich viel Zeugs herum, dass nach wenigen Wochen out ist und entsorgt wird… aber sind Erwachsene immer besser?

Unsere Regel als Familie ist zunehmend geworden: (1) lieber wenig in guter Qualität kaufen und da dann teurer eine Nummer kleiner (Nachhaltigkeit) und (2): bei jedem Kauf eine Verzögerung einbauen und zwar: je teurer, desto länger (Das hat zur Folge, dass ich mir eine neue Digitalkamera, die ich ersehne, erst ein halbes Jahr später kaufe, um wirklich zu wissen, ob ich sie brauche). Und (3): bei jedem Kauf außerhalb des normalen Budgets fragen: brauche ich das wirklich? Brauche ich es auch noch in 2 Jahren? In 10 Jahren? Vielleicht hilft das ja, sensibel zu werden…

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3 Antworten zu “downsize your life – das Leben vereinfachen und den Glauben stärken

  1. Ja, gute Tips! Zum Glück hab ich mir gestern schon eine neue Digicam gekauft, sonst hät‘ ich mir das heut‘ noch mal überlegen müssen… 😉

  2. Mannomann, da machst Du ja ein Faß auf … hier ein Auszug aus einer Predigt, die ich neulich über den Zehnten hielt:

    Welche Chancen hätte die Gemeinde Jesu auf Erden, wenn wir diese einfachen Grundprinzipien wirklich verstehen und gehorsam danach leben würden:

    1) Wir gehören nicht mehr uns selbst, sondern Gott. Was Gott gehört, darüber bestimmt auch Gott.
    2) Was uns gehört, gehört Gott. Alles – nicht nur zehn Prozent.
    3) Die Frage ist nicht länger: wieviel soll man geben, sondern: wieviel darf man behalten.

    Im Alten Bund ging es um den Gehorsam dem Gesetz gegenüber. Es gab keinen Ermessensspielraum. Jeder wußte, woran er war. Es gab klare Regeln für Alle. Mit seinem Tod am Kreuz hat Jesus das ganze Gesetz erfüllt. Wir sind, sagt Paulus, für das Gesetz gestorben. Damit meint er, daß das Gesetz keinerlei Forderungen an uns hat. Auch nicht die nach der Zahlung eines oder mehrerer Zehnten.

    Gott will nicht 10% von Dir oder Deinem Besitz, sondern 100%. Du gehörst ihm ganz und gar. Es geht noch immer um Gehorsam. Aber nicht um den Gehorsam des Gesetzes, sondern um den Gehorsam Deines Herzens. Wieviel darfst Du behalten, wieviel darfst Du geben? Diese Frage mußt Du selbst klären, im Gespräch mit Deinem Herrn. Und dabei geht es nicht nur um Geld, sondern auch um Zeit, um Deine Begabung, um Dein ganzes Leben.

    Sei ganz sein, oder laß es ganz sein.

    Amen.

  3. @Hans: Amen! Wobei ich die letzte Zeile als Perfektionist mit Zweifeln und Anfechtungen immer sehr bedrohlich finde, trotz des schönen Wortspiels…;-). Dieses klare entweder oder, schwarz weiß trifft eben nicht immer… Hingabe und Leidenschaft für Jesus empfinde ich als Wachstum über Jahre hinweg. Und so erkenne ich heute Dinge, die ich vor Jahren anders gesehen habe… aber klaro: das Ziel ist es, ganz sein zu sein – und damit ist Geld nett, aber nebensächlich und vor allem eins: Gottes Eigentum und uns nur anvertraut zur weisen Verwaltung… (sagt das mal jemand den Siemens-Chefs? Da kann man ja zum Linken werden…)

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