Blonde Frauen am Strand mit Kaffeetasse

Eine aktuelle Untersuchung hat gezeigt: Frauen, die eine Zeit lang eine schöne warme Kaffeetasse in den Händen halten durften, waren im Vergleich zu denen, die eine kalte Tasse Kaffee halten mussten emphatischer und aufgeschlossener und hatten ein positiveres Bild vom Gegenüber. Wer sponsert solche Untersuchungen? Tchibo? Nun, bei denen kauft eh kein Kaffeekenner (frei nach der Masche: wer spät am Abend Tchibo trinkt, des Morgens mit dem Tode ringt). Egal. In mir kommen spontan Bilder aus diversen Werbungen in den Kopf.

Leicht verfroren aussehende, aber dennoch leicht gebräunte blondmähnige Frauen, in dicken, naturfarbenen Pullis am Nordseestrand mit einer Tasse leicht dampfendem Kaffee in der Hand (nein, nicht irgendwie in der Hand, sondern wie eine Schale von unten mit den Händen umschlossen!), daneben trabt ein Golden Retriever. Zarte Schönwetterwolken ziehen Schlieren über den blassblauen Himmel. Hach. Neuerdings auch immer mehr in Publikationen christlicher Verlage. Gar nicht hach. Auch hier halten die schönen Menschen von den Fotoagenturen Einzug und erzeugen eine virtuelle Photoshop-Welt. Aber nur mal so gefragt: warum spricht dieses Bild uns eigentlich so an? Ist das irgendwie archetypisch? Wenn sogar schon Wissenschaftler diese typisch weibliche Kaffeetassenhaltung analysieren…

Hm, war jetzt relativ sinnfrei der Artikel, kam mir nur so und ich frage mich: warum lösen manche Bilder etwas in uns aus und warum? Und: wenn Bilder eine solche Kraft haben, warum verwenden protestantische Denominationen so wenig Bildhaftes…?

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3 Antworten zu “Blonde Frauen am Strand mit Kaffeetasse

  1. Also irgendwie konnt ich mir Dein Werbebild sofort vorstellen 🙂 – entweder ist es also in unserem Kopf so einprogrammiert – oder aber ich hab einfach in meinem Leben viel zu viel Werbefernsehen gesehen …

  2. Hmmm, da wäre es interessant, zu fragen, wie Werbung denn funktioniert. Und da gibt es viele Antworten. Klar: Sie soll in uns ein Bedürfnis erzeugen, das vorher noch nicht da war (Highlight: Ein Toiletten-Papier-Vorwärmer… gibts wirklich… wer braucht so was??). Und sie zielt auf Sehnsüchte von Menschen: Sei es Ruhe und Entspannung (da wären wir bei Kaffetassen-Bild oder bei der friesischen Bierwerbung … seufz …), sei es sexuelle Attraktivität oder materieller Wohlstand. Und das funktioniert.
    Warum wir protestanten so bilderfeindlich sind? Keine Ahnung, vielleicht grüßen da die Ikonoklasten aus dem Hintergrund … Ich habe jedenfalls bei den Power-Point-Liederfolien in der Gemeinde immer Naturbilder im Hintergrund und stelle fest, dass es sich auf die Atmosphäre auswirkt. Ist das unzulässige Manipulation? Oder legitimes Anknüpfen an eine in den Menschen vorhandene Sehnsucht? Hmm…

    … muss gerade feststellen, dass die Antwort auch ziemlich sinnfrei war …

  3. Da haben wir es: Neurofeedbacksitzungen würden die blonde Frau am Strand zur brünetten Teetrinkerin machen 😉

    Zufällig im Fernsehen erzaapt, also: alles im Leben ist irgendwie Gehirnwäsche.

    Unzulässige Manipulation im Gottesdienst durch Einsatz von Bildern? Ich meine nein, wenn ich Jesus dabei einlade, in mein Herz zu sprechen und meine Sinne dabei mit der Zeit „umprogrammiert“ werden. Falscher Götzendienst … ja davor muss man aufpassen … zusammen mit Jesus „…Herr, bewahre, behüte“ und zusammen mit dem Heiligen Geist „…das Gute bewahre, das Schlechte lass“, bin ich in der Hinsicht offener geworden als vor ein paar Jahren.

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