Wassermelonen und immer währende Freude

An Wassermelonen habe ich intensive Kindheitserinnerungen. Am Strand von Laigueglia an der italienischen Riviera, heißer Sand, der Geruch von Sonnencreme, italienischen Süßspeisen und dann der Melonen-Mann, der seinen Wagen durch den Sand schurgt und dabei: „Mälonä, Mälonä“ brüllt. Und dann in brüllender Hitze eine saftige Wasermelone für ein paar zerknitterte, sepiafarbene und eingerissene 1000 Lire-Scheine. Dann gestern einen Satz gelesen:

„Warum nehmen wir nicht Gottes großartiges Geschenk für unser Leben wie ein großes Stück Wassermelone in die Hand, lassen uns das saftige, süße Fruchtfleisch auf der Zunge zergehen und spucken den ungenießbaren Rest einfach aus? Warum knabbern wir immer trübsinnig auf den Samenkörnern und der harten Schale herum?“ (Mike Mason)

Ja, warum strecken wir uns nicht nach der Freude aus, die immer währt, wie Paulus in Phil 4,4 schreibt? Denn die ist schon da, immer während, denn es ist göttliche Freude und nicht selbst gemachte. Freude mit Ewigkeitscharakter. Stattdessen stehen zu oft die Kerne im Mittelpunkt, auf denen sich trefflich herum kauen lässt… die Kerne zu leugnen – das wäre auch krank und sinnlos, weil es die Realität verzerrt. Sie wahrnehmen, lokalisieren und dann sich bewusst für die Freude Gottes zu entscheiden, die auch Kerne überdauert – das ist entscheidend! Und dann mit Verve die Kerne ausspucken – was eine Freude an für sich ist…;-) – damit der Mund wieder leer ist für ein saftiges Stück süßen Fruchtfleischs. Mahlzeit!

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14 Antworten zu “Wassermelonen und immer währende Freude

  1. Ja, ich fürchte fast, dass es eine Art deutsche Mentalität ist, das Fruchtfleisch mit schulterzuckender Selbstverständlichkeit wegzuhauen und sich dann über Schale und Kerne zu beschweren – macht natürlich auch nicht vor Gemeinden halt. Da wird Freude häufig zum theoretischen Konstrukt … Leider.

    Danke übrigens für die Erweiterung meines Vokabulars: „schurgen“ war mir bis jetzt unbekannt! 😉

  2. Ein schönes Bild, mit einer Schattenseite: Ich mag keine Wassermelonen. Dürfen es vielleicht auch Oliven sein? Die haben ja auch Kerne … 😉

  3. Ich glaube storch. Aber wenn ich ehrlich bin: ich ziehe Honigmelonen auch vor. Nur für Kürbisse werde ich mich wohl nie begeistern können. Hokkaido Kürbis: färbt die Hände wie blöd und schmeckt wie eine langweilige Kartoffel. Aber Kürbiscremesuppe klingt halt besser als Kartoffelsuppe…;-)

  4. also hier werden jetzt aber Äpfel mit Birnen verglichen tztztz…

    @ Hans

    nein, es dürfen keine Oliven sein!

    ..und das nicht, weil Storch oder sonstwer die nicht mag, sondern weil Gottes Geschenk an uns nicht mikrig und klein ist und man mit einer niemals zufrieden ist, sondern gleich immer mehrere haben will – ausserdem kann man ne Olive nicht mit niemandem teilen, auch der Kern nimmt da einen zu großen Teil der Veranstaltung ein und ist viel zu leicht und einmalig zu entsorgen!

    Wie anders ist da die Melone:
    prall und drall (habe schon Expl. von 15kg+ gehabt) süß und saftig und die ganze Familie wird da kaum mit fertig, sondern man muss noch Freunde und Nachbarn einladen… ausserdem versteckt sich immer wiedermal ein Kern, auch wenn man denkt, die längst alle raus zu haben…

    du wirst also hoffentl. einsehen – Oliven geht gar nicht 😉

  5. Nee, ich will trotzdem keine Wassermelone, nein, ich mag sie nicht!!! Das ist ja gar keine richtige Melone, sondern nur ein dicker, fetter, grüner Klumpen. Eine reife Galia- oder Cantaloupe-Melone, ja, das laß ich mir eingehen.

    Und wer sagt da was gegen Kürbis? Naja die süßsaure deutsche Hausfrauenversion, die mag ich auch nicht, aber was man sonst alles aus diesen tollen Dingern machen kann … am besten, man schaut, was die Italiener oder die Orientalen damit anstellen, da gibt es schöne Gerichte. Und bei den Ölkürbissen ergeben die Kerne das Allerbeste, das steirische Kerndlöl, eben – ein Wahnsinn; sieht aus wie Altöl aber schmeckt unheimlich gut.

    Schmecket, wie gut der Herr ist … 😉

  6. Nix süßdeutsche Hausfrauenversion von Kürbis – zusammen mit Lamm, Tomaten, Koriander, Zimt und anderen Orientzutaten geschmurgelt. Aber naja – so ganz schlägt die Begeisterung noch nicht ein, war ok, aber nicht der Renner. Zumal die Verarbeitung dieser steinharten Teile einfach nervt. Hat mal jemand ne Axt?
    Aber ja: steirisches Kürbiskernöl – das adelt auch meine Öltheke – und ist einfach ein Traum. Dazu geröstete Pinienkerne, Feldsalat… ich geh dann mal zum Abendessen.

  7. Für den Kürbis tut’s auch die Bandsäge … 🙂
    Was ich auf jeden Fall gerne esse sind Zucchini, die gehören rein botanisch gesehen ja auch zu den Kürbissen. Aber wir kommen vom eigentlichen Thema ab…

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