Knapp vorbei: Weisheit bei McFit

Was man so alles beim Training bei McFit erleben kann! Auf dem Bildschirm vor einem flimmern nicht nur die Klitschkos, sondern auch ab und an Weisheitssprüche. Und so stand da, bei Minute 6 auf dem Liegendfahrad: „Wer auf das Licht zugeht, der sieht seinen Schatten nicht.“ 

Ok, darüber muss man dann mal nachdenken, denn der Satz klingt ja erst mal total klasse und wohltuend. Und die geistliche Deutung (die dieser Spruch nicht impliziert) lautet: schau auf Jesus, dann lebst du im Licht und dein Schatten – der ist unsichtbar und irrelevant. Ist nur absolut falsch, äh, ich zitier mal:

Und so vollzieht sich das Gericht: Das Licht ist vom Himmel in die Welt gekommen, aber sie liebten die Dunkelheit mehr als das Licht, weil ihre Taten böse waren. Sie hassen das Licht, weil sie im Dunkeln Böses tun. Sie bleiben dem Licht fern, weil sie Angst haben, dass ihre Taten aufgedeckt werden. Wer sich aber nach der Wahrheit ausrichtet, tritt ans Licht und jeder kann sehen, dass er in Verantwortung vor Gott handelt. (Johannes 3).

Tja. Also: wer in das Licht Christi tritt, wird offenbar. Motivationen, Sünde, Verborgenes wird sichtbar. Und eben nicht unsichtbar. Allerdings: das ans Licht kommen ist der Ausgangspunkt dafür, dass Vergebung und Heilung statt finden kann und somit der Schatten nicht nur aus dem Blick gerät, sondern in Gottes Augen wirklich verschwindet. Der Weg dahin aber ist manchmal schmerzhaft und offenbart die eigene Untiefen und seelische Gletscherspalten.

Der Fehler beim Spruch von McFit? Das Menschenbild. Wer den Menschen als Lichtwesen sieht, das auch einen Schatten hat – dann funktioniert das. Wenn der Mensch aber von Natur aus Schatten ist – tja, dann offenbart das Licht nur umso brutaler den Schatten… Was also so einleuchtend und nett klingt, geht doch am Ziel vorbei. Ist geistliche Abkürzung nach der Masche: schau auf Jesus, dann wird die Sünde klein – das Gegenteil ist heilsam der Fall!

Allerdings: für eine (christliche) Menschengruppe darf der Spruch dann doch gelten: für die, die sich selbst nicht vergeben können, obwohl ihnen vergeben ist. Die durch die Dunkelheit gegangen sind und dennoch das Licht nicht spüren. Die dürfen getrost auf Jesus schauen und sich die Gnade und Liebe auf den Pelz brennen lassen, denn der Schatten – der ist verschwunden. Der Weg ist gegangen, nur: die neue Realität ist nicht verankert. Und da kann nur noch eins helfen: vom eigenen Schatten (der in Gottes Augen getilgt ist) wegschauen auf das Licht und wie die Blümlein willig sich entfalten und sich dem Lichte hinhalten (Tersteegen) die Wärme Gottes genießen.

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5 Antworten zu “Knapp vorbei: Weisheit bei McFit

  1. Jedes Lichtwesen hat Schatten denk ich, wir bewegen uns alle zwischen Licht und Schatten und sind immer wieder auf Vergebung angewiesen.
    Es wär doch schön, wenn wir uns nicht immer wieder gegenseitig das Licht verdunkeln würden – um im Bild zu bleiben.
    🙂

  2. Pingback: Kurz gecheckt 16.12 « BESSERWIXER.de·

  3. Schade, dass hier keine Meinungsfreiheit herrscht und der glaube einen wohl aufgezwungen wird.

    Auch wenn mein Kommentar gelöscht wurde, hier nochmal:

    McFIT MÖCHTE DAMIT NICHTS BESONDERS SAGEN! ES IST GEMEINT WAS DA STEHT!
    „JEMAND DER AUF DAS LICHT ZUGEHT SIEHT SEINEN SCHATTEN NICHT, DENN ER IST HINTER EINEM!“

    Unglaublich…

  4. Hi anonymous,

    zwei Gründe, warum ich deinen Kommentar erst nicht freigeschaltet habe: du gibst keine gültige email-Adresse ein und stehst nicht zu deinem Senf. Solche Kommentare werden bei mir nicht frei geschaltet, denn wir diskutieren hier ehrlich.
    Zweiter Grund: dein Kommentar ist vorsichtig gesagt sehr schlicht gedacht oder deutlicher: dämlich. Mit demselben Argument kannst du auch Jesus sagen (der immer gerne Alltagssachen aufgegriffen und geistlich gedeutet hat): Ey, Jesus, wat redest du über ne Ernte so einen Stuss? Ist doch nur ne Ernte? – Ist Quatsch, siehst du? Deswegen die Nichtveröffentlichung. Leider musste ich ja jetzt veröffentlichen, damit ich dir überhaupt antworten kann. Anonymes Schreiben ist feige und peinlich. Insofern: tschö!

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