Karfreitag: der einmalige König, gesprengte Ketten – und der 4./5. Fastentag

Der gestrige Fastentag war ein Erlebnis – wie im Rausch habe ich die Predigten für Ostern konzipiert und geschrieben – fokussiert, intensiv. Und heute morgen dann der Karfreitagsgottesdiensthier ist die Predigt zum Thema: Gott sprengt Ketten. Ich habe mich zur Predigt mit einer endlos langen schweren Kette wie ein Sklave fesseln lassen, hey, das war anstrengend! Aber toll. Diese Ketten – abgesehen davon, dass es momentan 12 Millionen Sklaven und Sklavinnen weltweit gibt – symbolisieren wie nichts unser Gefangen-sein von allen möglichen Sklavenhaltern. Geld, Macht, Sex, Karriere, Familie, Anerkennung… alles ist nicht übel – aber es taugt nicht zum Herrn. Jesus will befreien und die hat die Ketten bereits gesprengt. Wir halten also freiwillig gesprengte Ketten in den Händen, weil wir es nicht besser wissen oder alte Abhängigkeiten nicht sein lassen können (was zugegebenermaßen auch schwer ist – aber leichter wird, wenn wir vom Geist her leben). Mich hat der König Jesus fasziniert, dessen Kreuzigung exakt wie eine antike Königskrönung abläuft…:

  • Proklamation (Pilatus: bist du der König? Jesus: Ich bin es!“)
  • Krönung (Dornekrone, Purpurgewand und „Huldigung“ durch Schmähruge, Bespucken und Schlagen)
  • Präsentation (Pilatus zum Volk: Seht, dieser Mensch, seht den König von Israel – „Huldigung“ des Volkes)
  • Inthronisation (Das Kreuz als Thron, das Schild in drei Sprachen zeigt an: es ist der König der Welt (für die die drei Sprachen symbolisch stehen))

Ein ganz einmaliger König wird hier gekrönt und inthronisiert – nicht in Macht, sondern in Machtlosigkeit. Einen glanzvollen König kann man absetzen, beneiden, seinen Palast stürmen. Einen solchen König wie Jesus kann man nur anbeten oder ablehnen. Dazwischen gibt es NICHTS. Denn entweder ist dieser Mann ein Aufschneider und Lügner, die in die Klapse gehört (weil er sagt, er sei der König) oder er hat Recht. Dann dürfen alle, die daran glauben, sich als Königkinder verstehen und aus der Kraft dieses Königs leben. Einen gesegneten Karfreitag wünsche ich dir!

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3 Antworten zu “Karfreitag: der einmalige König, gesprengte Ketten – und der 4./5. Fastentag

  1. ÄHH ÄHH Ich würde gerne einen Antrag stellen, auch Krankheit und den Fresser, den der Herr für uns schelten will, bei den Sklavenhaltern, einzureihen. 🙂 🙂

    Ihr wißt schon, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben, und durch dessen Striemen Ihr geheilt worden seid.

  2. na also, Dein Fasten bringt was – das merkt man schon! Mit Suppe und Saft faste ich ja nicht, gell ;o) – aber eine tolle Karfreitags-Predigt hatten wir heute dann doch: 1.) Jesus war kein Opfer der Justiz, sondern bis zum Ende Herr seiner Entscheidungen und Täter im Wortsinn von Tat

    und 2.) – noch wichtiger – vor dem Kreuz wendet er sich noch einmal um und an die Hinterbliebenen, regelt seinen Nachlass und gründet hier, unter dem Kreuz, seine Kirche.

    so warfen wir, die Gemeinde, heute einen letzten Blick auf das Leben von Jesus und nahmen davon Abschied. Und feiern am Sonntag die Auferstehung des Christus. Wär´s nicht so komisch, würde ich jetzt schon „Halleluja“ sagen.

    Gute Zeit Dir.

  3. Mit einer Macht, die nicht von dieser Welt ist – die sich deshalb an Ostern als „anders“ erweisen kann als die Macht der Könige dieser Welt. Haben wir zweitausend jahre gebraucht, um das immer noch nicht kapiert zu haben, dass da ein Gott ist, der sein Werk nicht „sich selbst überläßt“, obwohl es manchmal so zu sein scheint? (Der aber auch dem Satan die Erlaubnis gab, die Menschheit in Versuchung zu führen, sich von diesem Gott abzuwenden. )

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