Wenn du das Ende der Fahnenstange erreichst…

Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. (Matthäus 5,3)

Kongenial übertragen von Eugene Peterson in „The Message“:
“You’re blessed when you’re at the end of your rope. With less of you there is more of God and his rule.“ („Du bist gesegnet, wenn du am Ende der Fahnenstange angekommen bist. Weniger von dir bedeutet mehr von Gott und seiner Herrschaft!“)

Ich habe in den letzten Wochen gespürt, wie sehr ich das benötigt habe: mich hilflos mit schmerzendem Herz in die Arme Gottes fallen zu lassen. Nun habe ich wieder eine depressive Verstimmung. Keine Depression – dann könnte ich nicht mehr arbeiten. Aber es ist schwer genug. Tränen laufen immer wieder über das Gesicht. Schichten zerbrechen. Enttäuschungen schmerzen – aber es ist so gut, Täuschungen loszuwerden. Und man wird sie nicht los, indem man sie verneint. Indem man ein wie auch immer geartetes siegreiches Christsein dagegen hält.

Gott hat seinen Zeitplan und seinen Weg – und der führt nicht am Schmerz vorbei, sondern mitten durch ihn hindurch. Das scheinen mir manche Charismatiker (bei allem Guten, dass sie wieder entdecken) zu vergessen. Wir folgen dabei nur unserem Herrn – durch den Tod in das Leben. Wir tragen den Schmerz dieser Welt ein Stück weiter auf unseren Schultern – wie Paulus sagt. Wir benötigen immer wieder neue Bekehrungen, nicht zum Heil, aber zum Leben. Und Bekehrungen sind verbunden mit Geburtsschmerzen…

Gottes Schule des Vertrauens und der Liebe führt in tiefe Täler hinein, um dort zu begreifen: du bist ja immer bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich (nicht: holen mich hier heraus!). Und am Ende steht das Festmahl im Angesicht der (inneren und äußeren) Feinde. Am Ende.

Dieses Blog wird in den nächsten Wochen ruhiger werden. Wahrscheinlich verstummen. Ich kann gerade mal nicht mehr. Ich setze an zu einem neuen Sprung. Hinab in die Arme Gottes, denn Reifen heisst: hinabsteigen (!) zur Größe. Bitte betet für mich. Bis in ein paar Wochen.

P.S. wenn du ähnlich empfindest, schreib doch einen Kommentar und wir bleiben in Kontakt – es ist wieder einmal Zeit für die dunkle Nacht der Seele. (Johannes vom Kreuz).

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40 Antworten zu “Wenn du das Ende der Fahnenstange erreichst…

  1. Danke für das (Mit-)Teilen. Das ist zugleich Ermutigung pur für viele, die ähnlich empfinden. Ich bin z.Zt. in keinem Tal, aber ich kenne sie, ich war mehrfach in ihnen, in diesen scheinbar endlosen Tunneln, die sich um Kurven winden, so dass man noch nicht einmal das Licht am Ende sehen kann … Aber Gott ist ja mittendrin, ob wir ihn grad wahrnehmen oder nicht.
    Ich steige ein ins Gebet für dich und deine Familie. Gott behüte dich!

  2. Wünsche dir, dass Du Dich ganz in die liebenden Arme Gottes fallen lassen kannst, um diese Zeit mit seiner Hilfe durchzustehen! Segen Dir!

  3. Wie mutig von Dir, Dich so offen zu machen. Das berührt mich sehr. Ich kann Dir keinen Rat geben, keine Durchhalteparole. Aber ich werde beten, daß Du Dich aufgefangen erfährst in den Armen Gottes. Daß Deine Seele bei Ihm zur Ruhe kommt, wie ein Baby bei seiner Mutter.

    Andreas

  4. Wegi, tiefes empfinden für dich und Gottes überströmenden Segen und seine wunderbare Heilung wünsche ich dir !!!

  5. Danke für deine Offenheit und deinen Mut! Ich halte auch nichts von platten Durchhalteparolen – wenn es wirklich dunkel wird, können wir uns nicht mehr selbst halten… Da gibt es nur noch Einen, der wirklich hält. Seinen Segen wünsch ich dir!
    „Durch den Schmerz hindurch“ – das ist schwerer und härter als dem Schmerz auszuweichen oder ihn zu betäuben – aber tiefer.

  6. Lieber Wegbegleiter, ich möchte Dir ein Bild mitgeben, das ich neulich in einer Therapiesitzung hatte: Ich wollte in einen tiefen Brunnen hinab, weil ich an dessen Boden Gott vermutete und ihm nahe sein wollte. Plötzlich schlängelte sich eine lange Schlange hoch, die ich packte und mich von ihr nach unten ziehen ließ – obwohl ich große Angst vor Schlangen habe. Mit der Zeit verschwand sie, und auf meine Frage, wo denn Jesus in diesem Fallen sei, streckten sich mir zwei Hände entgegen und hielten mich fest. Wie zwei Hochseilakrobaten sausten wir weiter nach unten, wo es sich nach einem Wasserfall anhörte. Als es in der Tiefe dieses Tunnels bedrohlicher und dunkler wurde, wurde Jesus immer kleiner – aber er hielt mich weiter fest und blieb bei mir. So ging die Fahrt weiter – ohne je den Boden zu erreichen, aber nie alleinegelassen. Die „Ruhe Gottes“ erwartet uns erst im Himmel. Aber tröstlich: Im Flug der Zeiten begleitet uns Jesus. Und das wünsche ich Dir, wenn Du Dich nun auf den Sprung machst. Vielleicht kann diese Geschichte Dir etwas Mut machen.

  7. das hilft mir momentan, das Lied von casting crown:
    Who Am I
    Who am I, that the Lord of all the earth- Would care to Know my name-
    Would care to feel my hurt- Who am I, that the Bright and Morning Star-
    Would choose to light the way- for my ever wandering heart-
    Not because of who I am- but because of you´ve done-not because of what I´ve d one- but because of who you are- I am a flower quickly fading- here today and gone tomorrow- a vapor in the wind- still you heare me when I´m calling lord- you catch me when I´m falling- and you told me who I am- I am yours,I am yours- who am I, that the eyes that see my sin- would look on me with love and watch my rise again- who am I, that the voice that calmed the sea- would call out through the rain- and calm the storm in me- I am yours- whom shall I fear-whom shall I fear- `cause I am yours- I AM YOURS
    horst

  8. Lieber Christoph,
    Auch wenn wir unterschiedliche Wege gehen,uns nicht immer ganz verstehen und unterschiedliche Hintergründe haben, fühl dich ganz brüderlich von mir gedrückt.
    Gottes ganz lieben Segen Dir.
    Auch wenn ich manchmal das scheinbare Gegenteil von Dir schreibe, denke ich sehr viel nach, über das was Du sagst.

    Noch einen Psalm in der Lutherübersetzung.

    [Ps 46,2] Gott ist unsre Zuversicht und Stärke. Eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. [Ps 46,3] Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken, [Ps 46,4] wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. (Sela.) [Ps 46,5] Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. [Ps 46,6] Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben; Gott hilft ihr früh am Morgen.

  9. Hallo Christof,
    ich lese deinen Blog sehr gerne – deine Ehrlichkeit, dein Tiefgang, Ermutigung, die für mich rüberkommt, auch wenn auch bei im Leben „nicht alles toll ist“. Ähnliches finde ich musikalisch bei Jens Böttcher, den ich dir heute einfach als musikalisch Empfehlung in deiner Situation weitergeben möchte – hier erlebe ich häufig Gottes Reden in meine Situation und Verständnis, wenn ich mal wieder durchhänge – vielleicht hat es auch dir was zu sagen.
    http://www.myspace.com/jensboettcher
    Lieben Gruß
    Julika

  10. In unserer Brüdergemeinde haben wir ein Jahreslos aus dem Buch Habakuk . Hab. 3, 18-19 ( ich hatte das vorher nie gelesen). Es wurde uns klar, dass Gott uns nicht alles aus dem Weg räumt, was uns Schwierigkeiten macht. Die Berge, über die wir in unserem Leben gehen müssen, bleiben bestehen. Doch Gott stärkt uns, dass wir hindurchkommen.
    HGL

  11. He Moment mal. Erst bloggst du wie ein Weltmeister, dann einfach so die Biege?? 🙂
    Na gut, sei es dir vergönnt. Deine Beiträge waren für mich seit deinem Auftritt in Dunkeldeutschland sehr bereichernd und ich freue mich auch schon auf Dein Comeback.
    Gönn dir einfach viel Zeit an der Dankstelle Gottes.
    Liebe Grüße
    Holger

  12. Lieber Christof, geliebter Bruder und Freund,

    mein Herz versinkt in Traurigkeit, wenn ich Deine Worte lese. Warum nur, warum? Die Frage nach dem ‚Wozu‘ stelle ich nicht, weil ich in Deinem Leiden keinen Sinn sehen will. Ich habe nur die Wahl zwischen bedrücktem Schweigen oder der drängenden Frage, warum Gott Dir das zumutet. Daß Du selbst noch einen Zweck darin zu erkennen vermagst, ehrt Dich und zeigt gleichzeitig, daß in Dir noch gewaltige Kräfte wirken.

    Kluge Sprüche und Weisheiten habe ich nicht für Dich. Die bleiben mir sämtlich im Halse stecken. Aber ich würde gern Dein Augenmerk auf den 23. Psalm lenken, den Du in Deinem Post zitierst.

    Du hast Recht: Gottes Stecken und Stab trösten (nur). Sie holen Dich nicht heraus aus dem Tal der Tränen. Aber: es ist SEIN Stab und SEIN Stecken – er leiht sie Dir für die Zeit der Wanderung im Finstern. Seine Gegenwart wird anfaßbar. So bewahrt er Dich davor, zu stolpern und zu stürzen.

    Du hast Recht: (Erst) am Ende wartet der gedeckte Tisch. Aber er, der Heilige, der Allmächtige, dessen Herrlichkeit das ganze Universum nicht zu fassen vermag, er, der sich für Dich zum Diener macht, zum Sklaven, der den Tisch deckt, er wartet auch. Er wartet auf Dich und schaut Dir entgegen. Er, der ganz und gar Licht ist, blickt hinein in die Finsternis Deiner schweren Tage. Er streckt Dir die Hand entgegen und wartet auf Dich, um Dir die edelsten Speisen zu servieren. Ein Festmahl für Dich, nur für Dich.

    Im Angesicht Deiner Feinde; sie gehen leer aus. Nicht nur, daß sie nicht eingeladen sind, nein, sie müssen zuschauen, wie Gott Dich ehrt. Sie müssen zuschauen, wie er Dich mit hinein nimmt in seine Herrlichkeit, indem er Dir zum Diener wird.

    Er salbt Dein Haupt mit Öl. Ein Zweifaches liegt in dieser Geste. Du wirst unwiderruflich zum Eigentum Gottes erklärt. Kadosch. Heilig dem Herrn. Niemand außer ihm kann über Dich verfügen. Und damit wirst Du zum Gesalbten, zum Repräsentanten des Königreichs der Himmel auf Erden. Kein irdisches Amt, keine adlige Abstammung kann damit konkurrieren. Das Höchste, was ein Mensch auf Erden erreichen kann, ist, ein Gesalbter des wahrhaftigen Gottes zu sein.

    Dein Becher fließt über. Gott schenkt Dir mehr, als Du für Deine Nöte brauchst. Gottes Liebe wird immer im Überfluß geschenkt. Wo unser Verstand sagt: „Es ist genug“, da sind Gottes Möglichkeiten noch lange nicht am Ende. Gott ist verschwenderisch mit seinen Gaben.

    Statt ‚Gutes und Barmherzigkeit‘ übersetzt Tur-Sinai ‚Glück und Liebe‘. Sie werden bei Dir sein, Dein Leben lang. Hier ist Dr. Martinus unsauber, der hebräische Text spricht von ‚kol jemei chajai‘: ‚alle Tage meines Lebens‘. Das ist in der Summe zwar ‚ein Leben lang‘, aber es bedeutet auch, daß es nicht nur im Durchschnitt paßt, sondern an jedem einzelnen Tag Deines Lebens. Es gibt keinen einzigen Tag in Deinem Leben, an dem seine Liebe, Güte, Barmherzigkeit nicht sichtbar und spürbar sind. Keinen einzigen Tag. Auch wenn Deine Empfindungen davon nichts wahrnehmen können, wenn Glück und Liebe Dir unerreichbar fern scheinen.

    Lieber Christof, ich wünsche Dir von ganzem Herzen, daß Gott Dich an den Armen packt, ‚Dich hinaus führt ins Weite, Dich heraus reißt, weil er Lust zu Dir hat‘ (Ps. 18,20), daß er ‚Deinen Schritten weiten Raum gibt, daß Deine Knöchel nicht wanken‘ (Ps. 18,37), ja, mehr noch, daß er mit Dir über diese elende Mauer springt (Ps. 18,30).

    Wisse, daß wir ganz fest an Dich und Deine Lieben denken.

    Hans (und Christa)

    P.S.: Es war schön bei Euch; Danke für die gute Zeit!

  13. @all: ihr Lieben, danke euch. Ein berührender Sonntag mit einer Taufe von 4 jungen Erwachsenen liegt hinter mir und es war ein bewegender Gottesdienst. Momentan sind Predigten für mich selbst Therapie. Luther hat mal gesagt: ich predige bis ich glaube und dann predige ich weil ich glaube! Kantiger Spruch (und alle Antilutheraner können mich gerade mal…). Aber er ist wahr. Und dann keine Heuchelei, wenn man gleichzeitig ernsthaft Menschen an seinem Prozess teilhaben lässt, transparent ist. Ich bin dankbar für eine Gemeinde, in der das (zunehmend) möglich ist.

    Schmerzen dieser Art – es sind Geburtswehen. Ich empfinde sie im Augenblick als konstruktiv. Ich bin stiller geworden. Das ist gut. Ich werde Täuschungen los. Auch das ist gut. Und es ist gut, begleitet zu werden in Gedanken und Gebeten. Wisst ihr das? Das ist keine Floskel. Hier in der Bloggerei und auch bei mir in der Gemeinde. Denn diese ist – ich zitiere mal Yaconelli: kein Museum für Superfromme, sondern ein Krankenhaus für Verletzte – auf dem Weg zur Heilung.

    @Hans: ich freue mich sehr über euch und die vielen Kilometer zwischen uns schmerzen. Und irgendwie hat diese Phase etwas sehr jüdisches: lachend weinen oder weinend lachen. Ich liebe diese biblischen – diese jüdischen Spannungsfelder… Segen dir. Segen euch. Wie schön, dass wir ein paar Stunden hatten…

  14. Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Wer weinend hingeht und den Samen zur Aussaat trägt, der kommt gewiß mit Freuden zurück und bringt seine Garben. Ps.126,5-6

  15. Lieber Christof,

    zutiefst berühren mich die vielen liebevollen und sehr anteilnehmenden Reaktionen auf Deinen letzten Blog- und dabei gelten sie gar nicht mir!
    Wie ehrlich hast Du in Dein Herz blicken lassen und,
    – die mitunter sonst auch mal miteinander auf diesem Blog „streiten“ kommen sich nahe und berühren ihre Herzen.
    Wie schön! Das schmeckt wirklich nach Göttlichem und tut gut.
    Wisse Dich geliebt und umbetet, weil Du vielleicht nur stammeln kannst:
    „Wenn ich auch gleich nichts fühle von DEINER MACHT, DU bringst mich doch zum Ziele, auch durch die Nacht.“
    Mit dem schönen Motiv einer e-card will ich Dich erfreuen und grüßen und zum Meditieren einladen.

    Frieden und Freude Dir!

    hier ist schon mal der link:
    http://ecard.erf-mediaservice.de/senden.php?id=57&PHPSESSID=q9u414fgq5dqkpvcamtbo2m8v2

  16. Mir, dem Charismatiker, geht es ähnlich. Auch wir gehen durch tiefe Täler, schmerzhafte Erfahrungen. In diesem Tal bin ich Gott aber doppelt dankbar für seinen Heiligen Geist, der neue Kraft und Perspektive gibt. Das Sprachengebet ist für mich eine Kraftquelle und die prophetische Vision gibt mir Perspektive und Hoffnung für die Zukunft.
    Ich wünsche dir von ganzem Herzen Gottes Trost, sein Getragensein, neue Kraft und eine neue wunderbare Perspektive für die Zukunft. Vielen Dank auch nochmal für deine Beiträge mit geistlichem Tiefgang. Be blessed!

  17. Lieber Wegbegleiter,

    danke für dein Mitteilen – ja es geht mir (seit Monaten in Achterbahn wellen) ähnlich. Es wäre schön in Kontakt zu bleiben, denn deine Blogs haben mir Mut gemacht.
    Danke
    Andreas

  18. Hallo, viel Kraft und Gottes Nähe Dir ! Versuch, auch einfach mal easy-going zu leben, die schönen Dinge des Lebens zu leben – denn Gott schenkt auch diese. Du hast keine Verpflichtung dazu, Dich nur auch die Negativen Dinge des Lebens auszurichten.

    Ergib Dich auch nicht zu sehr in das „Schicksal“. Besser ist der Spruch:

    Was wir tun können, das sollen wir auch tun. Für alles andere sorgt bereits Gott.

  19. Lieber Christof – Ich weiß um das, was Du durchringst – den Feuersee der tentatio. Ich bin bei Dir…

  20. Lieber Christoph – habe Deinen letzten Blog gelesen und schließe mich all den guten Wünschen von den hier schreibenden Geschwistern an. Danke auch für all Deine guten Gedanken und all den hilfreichen Predigten. Hoffe, Deine Ruhezeit ist eine Gesegnete. Komm aber dann auch wieder, denn Dein Wegbleiben wäre echt sehr schade. ( Ich mag Dich einfach, das mal nur so unter Gladbachern gesagt).

  21. Vorposter haben alles gesagt, dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Werde auch für Dich beten

  22. Lieber Christoph,
    ich kann nicht gut in Worte fassen was ich empfinde, aber Deine offenen Gedanken berühren mich tief. Es ist wahrscheinlich die einzige Art mit Depri-Phasen umzugehen.
    Danke dir ganz arg!
    Möchte Dir ein Lied mitgeben, das mich gerade begleitet:

    herzliche Grüsse

    Gregor Herold

  23. Danke euch! Es ist hochinteressant, diese Phase bewusst anzugehen und nicht nur zu erleiden. Sich selbst wahrzunehmen und auch wahrzunehmen: wo sind gerade Grenzen, wo brauche ich gerade dringend Zeit für Stille, für Gott. Ich rede weniger, höre weniger Musik, bin stiller… Ich fokussiere meine Kraft mehr, denn sie ist schnell weg. Nach dem Vortrag im alpha-Kurs gestern Abend, der richtig Freude gemacht hat, war ich leer. Müde, groggy. Aber es ist gut. Ich fühle mich auf ungewöhnlich, fast kontemplative Weise Gott nah. Es ist alles so… zart, behutsam… und dennoch sehr anstrengend. Ach, man kann es nicht beschreiben. Ich versuche nur einer Versuchung nicht zu folgen: das alles durch Aktionismus und Durchhalteparolen platt zu bügeln. Zu funktionieren. Sondern still zu sein und zu harren!

  24. Als jemand, der solche Phasen (in allerdings milder Form) kennt, einen Gruß auch von mir.
    Übrigens: Ich lese gerade „The Shack“ von William P. Young – gibt es inzwischen auch auf Deutsch. Obwohl ich noch nicht ganz durch bin, kann ich das Buch – gerade in dunklen Phasen des Lebens – empfehlen.

    Liebe Grüße, Günter

  25. @Günter (Matthia): danke für den Tipp -steht eh auf meiner „Willhaben“-Liste und wird nun nach vorne rücken und in drei Wochen mit in Urlaub gehen…

  26. Lieber Wegbegleiter,

    danke, ein sehr offener und ehrlicher Blog von dir.
    Ich wünsche mir noch mehr davon. Also komm doch bitte wieder, in erneuerter,
    erfrischter und erüllter Form zurück.
    „Dies“ ist doch genau ein Teil, von der geistlichen Art zu leben,
    sich von IHM verändern zu lassen, und es „allen“ mitzuteilen.
    Speziell dein Part lieber Wegbegleiter
    Es würde was fehlen wenn du weitergehst ohne dich umzudrehn und zu erkennen, dass es hier Menschen gibt, welche sehr von deiner offenen Sensibilität profitieren.
    Spr. 12,26 Der Gerechte erspäht seine Weide, aber der Weg der Gottlosen führt in die Irre.

    Liebe Grüße von Annisett

  27. Danke für deine Ehrlichkeit und für die Chance, die du uns gibst, mit dir und für dich zu empfinden und zu beten. Als Pastor bin ich schon öfter am Ende und manchmal auch jenseits des Endes der Fahnanstange angelangt und hatte dann dienstlich bisweilen nicht mal die Chance, rechzeitig auszusteigen. Deine Auslegung von Mt 5,3 von Petersons englischer Wiedergabe her stärkt mich. Falls du in dieser Richtung noch mehr Tiefgang aus Gottes altem Liebesbrief finden möchtest, könnte auch folgender, exegetischer Aufsatz was für dich sein?: Philipp H. Towner, Das Paulusbild und die Theologie des 2. Timotheusbriefs: Das Schlusskapitel der Paulusgeschichte, in: Jahrbuch für evangelikale Theologie, Bd. 18 / 2004, S. 127 – 144. Towner legt den ganzen 2.Tim als letzte Worte des Paulus aus, als dieser am Ende der Fahnenstange angekommen ist.

    Von mir kriegste hier noch’n paar Gedichte mit in deine Auszeit (mehr dasvon s. unter http://www.kirche-lensahn.de: „Predigten + Gedichte“):

    Beten

    Beten heißt: Sich fallen lassen
    in den Strom der Schöpferliebe,
    heißt ganz fest Vertrauen fassen,
    Abstand suchen vom Geschiebe
    und Gedränge dieser Welt,
    die uns stets in Atem hält,
    Stille werden, nichts mehr tun,
    unter Gottes Augen ruhn,
    die voll Wärme auf mich blicken,
    voller Freude über mich,
    Hektik in die Wüste schicken,
    Gott erzähln: Ich liebe dich.

    (R. Fuchs 7.12.2006)

    Am Abend

    Der Abend naht. Fast ist’s geschafft.
    Ich lauf ins Ziel mit letzter Kraft.
    Die Sonne sinkt, malt Farbenpracht
    ans Firmament und ruft die Nacht.
    Ein langer Tag liegt hinter mir.
    Er ist vorbei. Nun bin ich hier,
    daheim. Ich leg die Stunden ab,
    die ich am Tag durchschritten hab.
    Ich leg sie ab wie meine Jacke,
    die ich an die Garderobe hänge.
    Ich atme durch, schau nicht zurück
    auf die geschaffte Tageslänge,
    sonst würde ich noch mal durchleben,
    was hinter mir für immer liegt,
    und nähme mir so mit ins Bett,
    was viel zu viel schon von mir kriegt.
    Nein, ich entzieh mich dem Vergangnen.
    Ich mach mich frei davon und ich
    verbanne, was mich nahm gefangen
    und öffne mich, mein Gott, für dich.
    Mal bin ich froh, mal müder Krieger,
    mal ein Besiegter, mal auch Sieger,
    mal hoch erfreut, voll Lob und Dank,
    mal tief verletzt, im Herzen krank.
    So, wie ich bin, komm ich zu dir.
    Ich trete ein. Du bist die Tür.
    Du hast gewartet schon auf mich,
    umarmst mich, sagst: Ich liebe dich,
    wenn ich mich ins Gebet begebe,
    in deine Liebe. Bin zu Haus.
    Und dann, wenn ich zu Bett mich lege
    mach ich getrost das Nachtlicht aus.

    Geist, Seele, Leib befehle ich
    dir, Schöpfer meines Lebens, an,
    der mich in dieser Nacht behüten
    und morgen frisch erwecken kann.
    Gedanken gehen in Träume über.
    Bilder, Düfte, Töne schwinden,
    verblassen. Vieles kehrt nie wieder.
    Mir ist’s egal, will Ruhe finden.
    Ob ich am Morgen hier erwache?
    Ob ich am Morgen drüben bin?
    Du, Herr, bist hier, du, Herr, bist dort.
    Geborgen geb ich mich dir hin.
    Ich lass mich los, weiß gar nichts mehr.
    Ich liebe dich, mein Gott und Herr.

    (R. Fuchs, 26. Februar 2009)

    Liebeslied an meine neue Brille

    Ich liebe dich, du, meine Brille.
    Im Nebel stünd´ ich ohne dich.
    Ich setze dich am Morgen auf,
    dann lüftet gleich der Schleier sich,
    dann seh ich klar, renn nirgends gegen,
    hab gute Sicht auf allen Wegen.
    Jedoch ist Klarsehn nicht nur gut.
    Man sieht den Staub in allen Ecken.
    Im Nebel durch Pupillenknick
    konnt sich so mancher Dreck verstecken.
    Nun aber ruft die klare Sicht:
    Um´s Putzen rum, da kommst du nicht!
    Schwing endlich Staubtuch und den Feudel,
    die Brille ist nicht nur zum Lesen!
    Sie zeigt dir auch erbarmungslos:
    Es ist längst Zeit für deinen Besen,
    für Staubsauger und Kachelschrubben,
    sonst sieht die Wohnung aus wie´n Schuppen,
    in dem die Spinnen fröhlich weben
    und Netze in die Ecken kleben…
    Ich liebe dich, du, meine Brille!
    Du machst mir klar und scharf den Blick.
    Das ist mir meistens großer Segen.
    Nur für den Hausputz ist´s kein Glück.
    Den müsst´ ich nicht so häufig machen,
    wenn ich im Nebel bleiben würde.
    Ach, liebe Brille auf der Nase,
    mal bist du Segen, mal auch Bürde!

    So ist’s mit vielen Nützlichkeiten:
    Sie haben allesamt zwei Seiten.
    Was uns das Leben leichter macht,
    macht uns das Leben nie nur leicht.
    Es hat so manchen Nachteil auch,
    wenn einen Vorteil man erreicht.
    (R. Fuchs, 26.2.09)

    Klage findet zum Licht, Grübeln nicht

    Am Morgen, nach durchweinter Nacht,
    in Angst, Verzweiflung, Sorgen,
    weiß ich nicht, was mich gläubig macht?
    Ich fühle mich geborgen.
    Ich fand doch keine Antwort nicht,
    null Lösung, nicht das kleinste Licht.
    Vermutlich sagt jedoch mein Herz:
    Du hast es Gott geklagt – vertrau!
    Er wird im finstern Tal dich leiten.
    Er, der dich liebt, kennt dich genau
    und deine Not, die du ihm sagtest
    und ungeschminkt zu klagen wagtest.
    Du hast dir nicht dein Hirn zermartert
    und nur im Selbstgespräch gegrübelt
    und hast dem rätselhaften Gott
    nicht grollend nur den Weg verübelt,
    den er dir zugemutet hat.
    Du hast nicht nur dein Leben satt.
    Nein, du, du schreist dein Leid zu Gott.
    Du machst dein Leid zu seiner Not.
    Drum wird der Schmerzensmann am Kreuz
    das, was dich drückt, auch auf sich nehmen.
    Sei nur getrost, er bringt zum Frieden
    all deinen Schmerz, dein müdes Sehen,
    er, der gesagt hat: „Kommt zu mir,
    mit allem was euch Kummer macht!“,
    hat jeden bisher, der ihm traute,
    ans Licht zurück nach Haus gebracht.

    (R. Fuchs, 22.5.09)

    Dennoch

    Du sagst: Wer anfängt, Christ zu sein
    und willigt in den Bund mit ein
    mit dir und mit den deinen,
    der darf nicht hoffen auf viel Glück,
    der soll nicht sehnen sich zurück,
    auch wenn er oft wird weinen.
    Denn: Du, Herr, bist kein Wunder-Gott,
    der bei Gebet nimmt jede Not,
    damit man weiterlebe
    als wie zuvor in alter Welt
    für Essen, Trinken, sorglos Geld,
    als ob`s dein Reich nicht gäbe.
    Du hilfst wohl manchmal, wunderbar,
    im Rückblick wird auch manches klar,
    doch müssen wir viel leiden
    für und auch durch die kranke Welt,
    die nichts von deiner Weisheit hält
    und erntet Schmerz und Schreien.
    Wir soll`n – wie du – das Mit-Leid wagen
    und für die Welt dein Kreuz mittragen,
    damit noch mancher Sünder
    durch unsre, deine Liebe doch
    verlässt sein finstres Tal und Loch
    und wird eins deiner Kinder.
    Wie du, so müssen wir hier sein – und –
    so wie sie: oft ganz allein,
    als hätt`st du uns nicht gerne,
    als wäre unser Bittgebet
    ein Spruch, der nur ins Leere geht,
    als seist` uns völlig ferne.
    Ach, Jesus, großer Schmerzensmann,
    treib dein Werk durch uns doch voran
    und hilf uns nicht verzagen,
    dass wir, trotz Zweifel, Not und Angst
    dir folgen, der du`s machen kannst,
    dass wir ein „Dennoch“ wagen:
    Dennoch bleib ich stets an dir,
    was auch geschieht auf Erden mir,
    wenn ich nur dich, Herr, habe.
    Und wenn mein Herz und Mut zerbricht,
    wenn ich auch nicht mehr seh dein Licht –
    Hilf, dass ich’s dennoch wage!

    (R. Fuchs, zu Beginn des 8. Dienstjahres
    in Lensahn, Sonntag Okuli, u.a. nach Lk 9,62;
    2.Kor 11-12 und Ps 73)

    Unbeschwerte Augenblicke

    Es gibt sie, diese tollen Stunden,
    die leider viel zu selten sind:
    Ich fühl mich leicht wie eine Feder,
    froh-unbeschwert, so wie ein Kind.
    Dann tanz und spring ich zur Musik
    oder auf ´ner Sommerwiese.
    Ich spüre nichts mehr, außer Glück,
    ich fühl mich frei, wie wenn ich fliege.

    Es gibt die Zeit, ganz ohne Last,
    ganz ohne Druck und ohne Hast.
    Probleme sind voll ausgeblendet.
    Man möchte, dass das nie mehr endet!

    Dann jubel ich in´s Himmelblau
    und Sonnenstrahlen kitzeln mein Gesicht,
    wenn ich hoch in die Wolken schau,
    ins ungetrübte, helle Licht.
    Ich breite beide Arme aus
    und dreh mich, bis ich taumelnd schwanke.
    Es gibt sie, diese tollen Stunden!
    Und dafür, Gott, sag ich dir danke!

    (R. Fuchs, Samstag 7. 3. 09,
    während mir die Beerdigung Nr. 4 bis
    Donnerstag per Telefon angekündigt wird
    und ich keine Lust habe, in Panik zu geraten…)

    Usedom

    Hier, am Strand, am Morgen,
    knie ich und schaue
    und blick ins Rot am Horizont.
    Ganz leise schwinden
    Schmerz und Sorgen
    in meiner Brust,
    weil Frieden wohnt,
    wohin Zerstörung noch nicht drang:
    Im Farbenspiel da oben.
    Behutsam wächst in mir Gesang
    und wird zu Dank und Loben.
    Stille um mich. Wellen streicheln
    sanft über den Strand
    als würd’ Gott selbst die arme Erde
    ganz zärtlich trösten mit der Hand.
    Und Morgenrot auf allem,
    liegt auch auf mir,
    wie sein Umarmen.
    Ich lass ins Farbenspiel mich fallen
    und von der Schönheit
    mich umgarnen.
    Und Tränen laufen über mein Gesicht.
    Ich singe ihm mein Liebeslied
    und lass es zu, dass durch sein Licht
    die Heilung Gottes mir geschieht.
    Ich halte still,
    will gar nichts mehr,
    will nur noch hier sein,
    hier bei dir,
    mein Schöpfer,
    Meister aller Farben,
    komm, komm
    und wohn und bleib in mir…
    (R. Fuchs, 8. Okt. 05, Erinnerung an einen Morgen
    im September am Strand während der Kur auf Usedom)

    Perlenmuschel

    Wie eine Auster,
    die aus Schmerzen
    Perlen macht,
    mach du aus dem,
    was dir viel Weh gebracht
    doch Mit-Leid-Perlen
    für den Menschen,
    der ähnlich leidend
    dir begegnet,
    weil Gott durch den,
    der weinen musste,
    die Weinenden
    besonders segnet.

    Ein Mensch,
    der niemals
    Schmerzen hat ertragen,
    kann Leiden nur
    von außen sehn,
    doch der gelitten hat,
    kann Worte sagen,
    die trösten,
    und der kann verstehn.

    Du kannst nur mit
    dem andern leiden
    und ihm ganz nah sein
    in der Dunkelheit,
    wenn du durch Schmerzen
    und durch falsche Tröster
    bist leiderprobt
    zum Trost bereit.
    (R. Fuchs 15.07.05 zu 2.Kor 1,1-7; Hebr 4,14-5,10)

    Gott liebt dich! Er segne dich!

  28. Kleiner Nachtrag: Das Lied und Gebet von SUPERTRAMP „Even in the quietest moments“ (s. YouTube) tröstet mich gerade wieder mal sehr am Ende der Fahnenstange…

    LG, Rüdiger

  29. „Kenn ich“ hilft manchmal nicht.
    „Du schaffst das“ genauso.

    Ich bet für Dich.

    Jetzt bist du mal mehr „Fährtensucher“ als „Wellenreiter“.

    SEGen, Martin.D

  30. @Martin: danke dir! Ich finde Fährtensuchen spannend – man weiss nie, was man entdeckt…

    @Rüdiger: danke für die feinen Gedichte – der Aufsatz würde mich interessieren, kannst du den kopieren? Einscannen?

  31. Hallo Wegbegleiter,

    da ich neu hier bin – schreib mir mal ne Mail und ich schau mal, ob ich den Aufsatz von meinem Freund Phil dranhängen kann. Einscannen kann ich nicht.
    LG, Rüdiger

  32. Lieber blog-schreiber,

    danke fuer diesen Betreig hier. Bin auch am Ende der Fahnenstange angelangt nach 24 jahren Erkrankung und 17 Jahren als Christ. Erlebe auch das Taeuschungen gehen, leide, erleb seelische schmerzen, weine auch oft, auch fehlt es mir an geeigneten Gespraechspartnern. Wurde durch die Beitraege von euch allen hier sehr gesegnet. Danke! all den einfuehlenden Mitmenschen, Bruedern und Schwestern. fuer alle Worte des Trostes, hilfen zum Verstaendnis um beim aufstehen zu helfen, alles ist besser als liegen zu bleiben. Hab das Aufstehen ja auch schon so oft geuebt, doch es wird mit jedemmal leichter, um so oefter ich es geuebt habe. Und die mit Traenen saeen, ernten mit Lobgesang. Frag mich auch oft herr wozu das alles, was willst du mir damit sagen ? Wozu all das leid, die Traenen, was soll ich aendern, wo mich veraendern. Rede Herr , dein Diener hoert.

    Gott segne euch alle hier, vielen dank fuer die Beitraege hier.

    Sulamit

  33. @sulamit
    Wer ist sie, die hervorglänzt wie das Morgenrot, schön wie der Mond, klar wie die Sonne, furchtgebietend wie Heerscharen mit Kriegsbannern? Hohelied 6,10

  34. Dies hab ich diese Woche gelesen:

    „Und doch gibt es Augenblicke, wo wir alle, auch die sogenannten gestandenen Christen, leer und ausgebrannt sind, wo wir nichts fühlen von seiner Macht und wo die Finsternis des Nichts uns wie ein Strudel in sich hineinziehen will. Dann fällt uns nichts Erbauliches mehr ein, und selbst unser Gebet sinkt mit müden Schwingen wieder von der Zimmerdecke herunter. Dann kann der Moment gekommen sein, wo es uns wichtig wird, dass andere glauben und dass wir in ein Gebet hineinkriechen, das andere formuliert haben. Vielleicht ist dies das Letzte, was uns bleibt, wenn die dunklen Wolken übermächtig werden wollen: Dass es eine Gemeinde gibt, die lobt und dankt und die stellvertretend für mich ihre Hände erhebt, während ich selbst keinen Ton mehr herausbringe oder auf einem Krankenlager oder als Sterbender meiner Gedanken und Worte nicht mehr mächtig bin. Um mich herum lebt Jesus Christus in seinen Zeugen.“ von Helmut Thielicke

    Gott mit Dir, alles Gute,
    martha
    >

  35. Lieber Wegbegleiter,

    bin neu hier. Deine ehrliche Haltung hat mich berührt. Ich kenne diese dunklen Zeiten auch. Wenn sie dann wieder vorbei sind, frage ich mich, wie ich diese depressiven Zeiten überstanden habe. Das nachfolgende Gedicht drückt aus, wie es mir desöfteren schon erging. Sei gesegnet!

    ZU DIR FLIEHE ICH

    Zur Ruhe kommen
    möchte ich,
    Herr, du mein Gott,
    denn ich bin unruhig
    wie einer, der auf der Flucht ist.
    Gehetzt bin ich
    wie ein Tier,
    dem eine Meute Hunde nachjagt.
    Meine Gedanken wirbeln umher
    wie ein Haufen dürrer Blätter,
    den der Sturm auseinanderpeitscht.
    Fern vom Gelingen
    sind meine Tage,
    und in den Nächten
    finde ich keinen Schlaf.

    Sei mir Zuflucht!
    Was mich umtreibt,
    nimm in deine Hände,
    denn du, Gott, bist es
    der die Dinge meines Lebens ordnet.
    Ich bin nicht preisgegeben
    blinder Schicksalsmacht.
    Du birgst mich
    und lässt mich bei dir
    zu Hause sein.

    Du begleitest meinen Weg
    auf dieser Erde.
    Ich möchte, Herr, dass manchmal
    mich dein Atem streift,
    damit ich spüre:
    Du bist da.

    Herzlich grüßt dich
    Elsika

  36. Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit. Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon. Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen. Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes. Ich merkte, dass alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun. Das alles tut Gott, dass man sich vor ihm fürchten soll. Was geschieht, das ist schon längst gewesen, und was sein wird, ist auch schon längst gewesen; und Gott holt wieder hervor, was vergangen ist.

    🙂

  37. Vielleicht entstehen viele Schmerzen und Leiden am Ende der Fahnenstange erst deshalb, weil man sich so lange wie möglich krampfhaft an der selbigen festhält?
    Wenn man nur rechtzeitig loslassen würde würde man schneller in die Arme des Vaters fallen.
    Liebe und Segen wünscht
    Der Ralle

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