Diskutabel: Zufriedenheit als Maßstab?

„Was ist einer der größten Lügen, die Menschen in der heutigen Zeit glauben?“ „Eine große Lüge ist, dass Gottes Hauptanliegen unsere Zufriedenheit ist. Und obwohl es stimmt, dass Gott will, dass Sie und ich glücklich sind, ist das sicherlich nicht seine Hauptpriorität.“ (Frage an Bayless Conley)

Wie sehr ist eigentlich Zufriedenheit, besser: meine Zufriedenheit, der Maßstab für mein christliches Leben und das Gemeindeleben? Ist es unsere Aufgabe, sich in dieser Beziehung immer wieder den Puls zu fühlen und als Antwort auf das Ergebnis Forderungen zu stellen? An Gemeinde, an mich selbst, sogar an Gott?

Ich bezweifle sogar, dass Gott unser Glück will – zumindest wenn man die amerikanische Version des Glücks dabei vor Augen hat. Sein Glück – das bekommen wir, wir bekommen sogar seinen Frieden, seinen schalom – aber keine menschliche Zufriedenheit. Daraus folgt: je mehr wir unseren Maßstab der Zufriedenheit an Gottes Maßstab anpassen – desto zufriedener werden wir sein.

Wenn sein Geist zu unserem Geist spricht und wir hören und handeln – dann ist das höchste erreicht, was ein Mensch erreichen kann in seinem Leben. Gleichzeitig – das als Warnung – wird ein solcher Mensch aus dem Raster dieser Gesellschaft als nützliches und williges form- und lenkbares Konsumwesen herausfallen. Das wird die Gesellschaft nicht unbestraft lassen. Willst du das?

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9 Antworten zu “Diskutabel: Zufriedenheit als Maßstab?

  1. Nö,
    aber wenn ich gefunden habe was ich immer suchte und meine Mitmenschen dann durch mich zu ihrem Heil verunsichert werden, dann gerne.:)

  2. Dann bin ich vielleicht in meiner Umgebung ein totaler Außenseiter, sozusagen ein Jesus-Revolutionär. In unsrer heutigen Gesellschaft ist das vollkommen unerwünscht. In den Fußspuren des Rabbi laufen – es kann möglicherweise tödlich enden.
    Aber auf jedem anderen Wege gibt es weder Happyness noch Glück.

  3. Ich denke, dass Gott außerordentlich an unserer Zufriedenheit interessiert ist. Ganz im Gegensatz zur Konsumgesellschaft. Denn wer zufrieden ist, der kauft nicht mehr ;).
    Ich sehe dass Problem eher in einem falschen Bild von Zufriedenheit. Wenn ich erst zufrieden sein kann, wenn ich alles habe, wenn alles perfekt ist, dann macht mich das krank – aber genau das lehrt uns z.B. die Werbung.
    Das Bild der Bibel legt für mich den Fokus auf den „Frieden“. So wie Gott, als er am 7. Tag der Schöpfung geruht hat. Auf das schauen, was schon getan ist. Gott dafür danken können. Aber gleichzeitig auch wissen, dass es weiter geht.
    Und ganz nebenbei sorgt Zufriedenheit auch dafür, dass die Sünde nicht mehr so verlockend erscheint.

  4. Hi Toex – ja, genau! Deswegen schrieb ich ja auch: Daraus folgt: je mehr wir unseren Maßstab der Zufriedenheit an Gottes Maßstab anpassen – desto zufriedener werden wir sein.

    Nicht wenige Christen erwarten aber Zufriedenheit nach menschlichem Maßstab und die bietet Gott nicht oder nur indirekt an.

  5. Ich muß nicht immer zufrieden und glücklich sein, auch wenn ich mir das ersehne. Daß Gottes Willen in meinem Leben zum Tragen kommt und Gottes Geist in mir Gestalt annimmt; das allein sollte mir wichtig sein. Dieser Prozeß kann schmerzhaft sein und viele Wünsche, Vorstellungen muß ich mir durchkreuzen lassen.

  6. „Willst du das?“
    Ja! Und ich freue mich, damit nicht alleine zu sein. Die Gemeinschaft der „Jünger Jesu“, fällt auf und raus.

    @ Ruth Gatz: Ich würde nicht soweit gehen, das es lebensgefährlich wird. So radikal nachzufolgen haben wir doch gar keinen Mut.

  7. @toex
    Sehr schön auf den Punkt gebracht! Diese Zufriedenheit ist eine Gnade Gottes. Wie Lewis B. Smedes in seinem Büchlein „Die Gabe der Gnade“ schreibt, ist es das Wissen darum und das Vertrauen darauf, das alles okay ist, selbst wenn in mir und um mich herum gerade mal gar nichts in Ordnung zu sein scheint. Weil Gott durch Christus schon alles in Ordnung gebracht hat.
    Zufriedenheit entsteht, wenn wir das Leben und die Welt um uns herum von ihrem Ende her betrachten.

    Grüßle, Sec

  8. Hamlet, du hast ja leider recht. Trotzdem, das ist die Konsequenz, und wir haben gerade in unsrer Zeit genügend Beispiele davon, dass Menschen in den Fußspuren Jesu ihr Leben geringer achteten als persönliche Zufriedenheit.

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