Notwendig: nicht verarschen lassen, kompetent werden!

KäseLese eine gute Zeitschrift zum Thema Kochen. Hintendrauf eine Werbung für einen Hartkäse. Der wirbt nicht mit gutem Geschmack, sondern vor allem damit: frei von Laktose, Gluten und Konservierungsstoffen. Boah, wie toll öko! Leider Verarschung, um es deutlich zu sagen. Hart- bzw. Schnittkäse enthält grundsätzlich keine Laktose und wird daher Menschen mit Laktoseunverträglichkeit ebenso grundsätzlich empfohlen. Bitte: was soll ein Klebeeiweiß aus Getreide (!) in einem Käse? Kein Käse enthält Gluten. Und Konservierungsstoffe enthalten nur Billigstkäse der Geiz ist Geil-Kategorie und auch nur in der Rinde. Was soll also der Blödsinn der Kategorie: Katjes hat 0% Fett?

Kurz gesagt: die Medien haben mittlerweile fast göttliche Beraterfunktion. So wie uns mittlerweile flächendeckend verkauft worden ist, die Krise hätte mit der Lehman-Bank angefangen (dabei hat sie bereits ein Jahr vorher mit der Rettung der IKB Düsseldorf (10,5 Milliarden wurden dort hinein gepumpt) und dem Einbruch der Binnennachfrage angefangen). So wie jede Woche eine neue Ernährungsmär durch das Dorf gejagt wird. Alle stürzen sich drauf. Vegetarier bekommen weniger Krebs! Toll. Dafür mehr Darmkrebs. Steht aber nicht im Artikel. Und Eskimos fressen überhaupt kein Gemüse und sind trotzdem gesund.

Aber was glauben wir nicht alles? Nichts gegen Vegetarier – mir geht es hier und heute um eine Aufforderung: NICHTS einfach glauben! In wichtigen Fragen sich eine eigene Meinung bilden. Dazu müssen Grundaussagen dieser Gesellschaft miteinander diskutiert werden, denn allein kann man die Medienflut nicht bewältigen! Wir brauchen einen Diskurs in den Gemeinden, in Hauskreisen über relevante Fragen (dazu zählt der Käse sicherlich nicht!). Die Dreistigkeit der Medien bzw. vor allem der PR-Büros, die die Medien durchsetzen und mit pseudowissenschaftlichen Erkenntnissen zu ihren Gunsten versorgen, nimmt stetig zu. Daraus kann man schließen: die Leute lassen sich immer besser verarschen. Ein schöneres Wort kann man dafür nicht finden.

Für jeden Christen bedeutet das: kompetent werden. Einer allein kann das nicht – dafür brauchen und benötigen wir die Schwarmintelligenz einer Gruppe, zu der jeder Mosaiksteine von Wissen hinzu trägt. Kompetent werden aber auch in Gottes Wort. Er will (!), dass wir „alle nötige Weisheit und Einsicht bekommen, um seinen Willen in vollem Umfang zu erkennen“ und „imstande sind, stets das zu tun, was gut und richtig ist, sodass unser Leben Früchte tragen wird, und unsere Gotteserkenntnis immer weiter anwächst“! Großartige Zusagen aus Kolosser 1,9.10. Wie? Indem wir sein Wort erkennen (und nicht nur lesen!), indem wir sein Wort hören, zum Beispiel im Gebet. Doch immer mehr Christen werden auch in diesem Bereich inkompetent und gleichen daher immer mehr dem „Schilfrohr im Wind“. Dieses aber lässt sich von jeder Medienmeinung und tradierten Meinung hin- und herwerfen. Der Schlüssel findet sich in Gottes Wort und im Gebet. Dieses verknüpft mit einem wachen, kritischen Geist in der Beobachtung des Zeitgeschehens – das wäre ein spannender Anfang! Dann wäre Christsein wieder Salz und Licht! Und nicht: das bunte Bonbon für den spirituellen Lebensbereich.

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20 Antworten zu “Notwendig: nicht verarschen lassen, kompetent werden!

  1. Sehr gut. Die Christenheit sollte stehen wie EIN Mann. Unbeirrt,einfältig und eindeutig. Mit gutem Gewissen gegen den Strom. Niemals lau,sondern unbequem. Danke Dir.

  2. Bin ganz Deiner Meinung:Ein wacher,“bibeltreuer“,weiblicher oder männlicher, kritischer Geist ,ist wichtig.Die Medien sind mir schon lange ein Dorn im Auge.
    Das weibliche Wesen,oder das ,was dafür gehalten wird ,wird ausgebeutet.Ich weiß,
    darüber nachzudenken ist unbequem,vor allem für (viele)männliche Wesen,für (viele)Frauen ,die privilegiert sind und für (viele)junge Frauen.Das ist noch wichtiger als die Käsefrage,finde ich .Oder?

  3. Ich liebe diese alltäglichen Weisheiten im Vergleich mit geistlichen Wahrheiten!! Fein und kompetent … Und das Wort „Schwarmintelligenz“ finde ich ja toll, kannte ich zuvor nicht, ist aber noch nicht mal Wegi’s Eigenkreation. Stimmt … Kollektive Intelligenz ist was feines.

    Prüft alles, aber nur das Gute behaltet.

    Segensgruß

  4. @Sabina: merci! Schön, von dir zu lesen…
    @lore.ley: willkommen! Lustiger Name. Männer werden auch ausgebeutet. Die Medien sind voller Stereotype, wie Frauen und Männer zu sein haben. Schlimm. Hast Recht. Der Käse ist ja auch nur ein – wenn auch leckeres – Beispiel…;-D

  5. Wow! Ein leidenschaftliches Plädoyer für eigenständiges Sehen, Hören und Denken und gegen medial inszenierte Camouflage ideenloser Entscheidungsgewalt insonderheit!

  6. Hier schreibt ein wacher Mensch mit gesundem Menschenverstand, der von Gottes Geist geprägt ist.
    Der zudem noch gute Phantasie und ein ansprechendes Sprachtalent hat und einen frischen Wind zu uns bringt. Freue mich auf mehr!

    Danke! und Gottes Segen weiterhin

    getrou

  7. Eigenständiges Denken ist eigendlich ziehmlich selten in evangelikalen Kreisen…
    Gott hat uns die Intelligenz gegeben damit wir sie auch gebrauchen können.
    Intelligenzloses Christsein ist voll von verpassten Möglichkeiten.
    Obwohl ich auch zu Jesu Schäfchen gehöre (im biblischen sinn) so bin ich hoffendlich doch kein Schaf, bin also nicht dem Herdentrieb unterlegen.
    Jeder von uns sollte es wagen selbstständig zu denken.
    Richtig: kollective Intelligenz ist wertvoll.
    Wieder mal gut geschrieben, Christof.
    Danke!

    Werde ab und zu mal wiederkommen.

  8. @PVM: leider ein typischer klischee-frommer Kommentar. Dumm nur, dass Luther erheblich drastischer war in seiner Ausdrucksweise und sogar der liebe Paulus sein altes Leben als – so wörtlich im Griechischen – Scheisse betrachtete. Dürfen die das? Ja! Wenn es passt und keine Masche ist. Und für die Vorgehensweise dieser Werbung und manch anderer Medien gibt es leider kein anderes passenderes Wort als Verarsche. Wo ist das Problem?

  9. hmm, Hart/Schnitt/Weich-Käse generell lactosefrei stimmt so nicht ganz. Das muss bei den einzelnen Sorten erfragt werden. Man kann sich gut am Kohlehydratgehalt orientieren.

    Bei völliger Lactoseunverdaubarkeit kann schon ein Lactoseghalt von unter 1g/100g Lebensmittel eine mittlere Katastrophe bedeuten.

    http://www.was-wir-essen.de/download/Laktosegehalt.pdf

    Renner bezeichnet Inhalte unter 1g/100g als Lactosefrei, obwohl sie nicht ganz lactosefrei sind
    http://www.libase.de/Beitrag_Lactoseintoleranz_B_Renner_Giessen_1994_Institut_fuer_Humanernaehrung_der_CAU_T231.html?rpage=15

    Gluten kann Käse als Emulgator zugesetzt sein. Im nachfolgenden link wird dies bestätigt. Deswegen halte ich die Werbung der von dir im Bild angeführten Käsesorte (Sorte erkennbar) als eine Hilfe für Menschen, die Gluten und Lactose nicht vertragen.
    http://www.uniteis.com/pagine_de/news/090917_gluten_und_zoliakie.htm

    Im Grundprinzip gebe ich dir recht: sich nicht zu informieren ist eine Nachlässigkeit, die ungute Folgen haben kann.

    Segen
    Deborah

  10. @Deborah: stimmt, Weichkäse kann Lactose haben, Hartkäse ist so gut wie immer laktosefrei – das bestätigt auch die DGE und macht eine Freigabe. Gluten in Hartkäse? Wir essen haufenweise Käse und haben das noch nie erlebt… welcher Käse benötigt einen Emulgator.. na denn, die Werbung fällt für mich weiterhin in die Kategorie Irreführung.

  11. @wegbegleiter: der grüne Käse oben ist kein Hartkäse wie alter Gouda, Gouda, Parmesan, Greyerzer z.B. sondern eher weich.
    Jemand aus der Landwirtschaft hat mir noch ein zweite Quelle für Gluten in Milch und Käse genannt: Getreidebeifutter. Fragmente der Eiweisse (Klebereiweiss) können in die Milch übergehen. Dafür habe ich aber noch keine schriftliche Bestätigung.
    Ich vertrage weder-noch und kann auch mit Lactosefreier Milch nichts werden.

    Was in den neuen Käse- und Wurst-Imitaten drin ist, da habe ich noch keine Informationen. Wurst fällt für mich ja auch flach, weil die meisten Gewürzmischungen Lactose enthalten.

  12. Hi deborah – wir sollten jetzt hier keine Käsediskussion anfangen…;-) – für mich fällt dieser Käse weiterhin in die Täuschungskategorie, denn natürlich mag es Ausnahmen geben, wo irgendwas mit Gluten als Futter passiert uswusw. Aber dieser Käse wird als grün und öko und natürlich beworben aufgrund dieser Tatsachen und das ist schlicht Blödsinn. Wenn die Reklame in einem Fachblatt für Menschen mit Laktoseunverträglichkeit stünde und einen anderen Wortlauf aufwiese…

    Zudem: es gibt viele solcher Produkte, auf denen groß: OHNE Konservierungsstoffe als werbewirksame Maßnahme steht, dabei sind die dann zum Beispiel in dieser Produkten nicht mal gesetzlich erlaubt (was irgendwo winzig steht in grüner Schrift auf grünem Grund). Dann gibt es die neuen supertollen Produkte ohne den Zusatzstoff Geschmackverstärker. Dafür hauen sie Hefeextrakt rein – was de facto denselben Effekt hat. Firmen wie FROSTA sind die glorreiche Ausnahme und produzieren echte Transparenz. Ansonsten wird getrickst ohne Ende – ich sage nur Katjes – 0% Fett….

  13. Gemeinde als Schwarmintelligenz – geiler Vergleich. Aber durchaus treffend. Ohne den Schwarm bekommt der Fisch schnell ein Problem. Er spürt vielleicht nicht unmittelbar einen Nachteil, wenn er den Schwarm verlässt, sogar mehr Freiheit. Aber nach und nach wird er verhungern, weil er (geistlich) die falschen Entscheidungen trifft. Schönes Bild. Der Kandidat hat 100 Punkte.

    Zusatzfragen: Kann ein Schwarm auch kollektiv falsche Entscheidungen treffen? Braucht ein Schwarm eine Führung oder ist es ein selbststeuerndes System? Müssen wir dann die Leuitungsstrukturen abschaffen und gegen Kommunikationsstrukturen ersetzen?

  14. @Rolf: danke für die Punkte – wo klebe ich sie mir nur hin….;-D
    Wenn man das Bild von einem Gänseschwarm nimmt, dann benötigt dieser Führungsgänse – diese dürfen aber auch zwischendurch zurück fallen und auftanken und andere springen ein. Ich verstehe in diesem Bild den Schwarm nicht als führungslos – im Gegenteil. Aber der Schwarm an für sich ist hoch beweglich und dynamisch.

  15. Nein!

    Okay, alle sagen, Sachen kritisch hinterfragen, wichtig! Da will ich der (hoffentlich) eine Advocat des Diaboli sein, der das kritisch hinterfragt.

    Und ohne Scherz: Natürlich ist hinterfragen gut. Aber man kann (gerade als Deutscher) auch zuviel Hinterfragen. Irgendwann wird man sehr kritisch und das prägt – negativ zu sein. Ich habe das selber erfahren, lebe seit nem dreitvierteljahr in Großbrittanien und habe einfach festgestellt, dass meine kritische Einstellung, manchmal tatsächlich überzogen ist.

    Ein Pastor, in dessen Gemeinde ich in meiner Heimatstadt in Deutschland war, stammt aus Nigeria. Er hat viel weniger hinterfragt. Das hat manchmal zu schmerzlichen Fehlern geführt, aber gleichzeitig auch zu viel Mut zu Neuem. Und Gott hat das Ganze gesegnet.

    Natürlich alles Hinterfragen nur ein Problem wenn mans übertreibt. Stimme dir also zu 🙂

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