Zwischenruf: Frontal21, Wort und Geist und die Zukunft der Freikirchen

Frontal21 hat also wieder zugeschlagen (nachdem Panorama erst vor kurzem dran war).

Journalismus der untersten Kategorie, bezahlt durch GEZ-Gebühren, der mit versteckten Kameras, Überrumpelungstaktiken und Methoden arbeitet, die man sonst eher im Bereich der Stasi verorten würde. Zum Beispiel dem Einschleusen vermeintlich bibeltreuer Teilnehmer als Spione. IM Frontal21 bzw. Panorama. Dazu geschickte Anmoderationen, die mal eben die Evangelikalen auf eine Höhe von Wort und Geist stellen. Freikirchen nähmen ja die Bibel wortwörtlich (Wie kann man nur! aber was heisst das? Welche Abstufungen gibt es hier? Unterschiede in der Hermeneutik? Herme…. was?). Aus jedem Wort der drei Berichte in den letzten Monate trieft die Ahnungslosigkeit über das evangelikale Spektrum. Ihr lieben Journalisten: ihr habt in den ersten beiden Programmen einen Bildungsauftrag. Der hat nichts mit BILD zu tun! Es wäre ein leichtes gewesen, sich sachliche Stellungnahmen zu holen, aber nö: es wird polemisiert. Die üblich unheilsschwangere Hintergrundstimme hinterlegt Beiträge, die nur eins im Sinn haben: zu diskreditieren, Stimmung zu machen. Tendenzjournalismus, wie man ihn nur aus Diktaturen oder dem untersten Boulevard kennt.

Klar ist: Wort und Geist ist mittlerweile ganz klar eine Sekte und produziert heftigste Irrlehren. Zahlreiche Männer und Frauen aus dem evangelikalen und charismatischen Spektrum haben das ganz klar benannt und davor gewarnt. Klar ist aber auch, dass immer noch evangelikale und charismatische Christen einen Schmusekurs mit solchen Bewegungen fahren und damit erweisen sie dem Ganzen einen Bärendienst!

Freikirchen bzw. Bewegungen haben nun eine zweifache Aufgabe: endlich politisch und medial aktiv zu werden und auf gute Weise den Mund aufzumachen. Lokalpolitiker anzusprechen und deutlich zu machen: wir tragen keine Bombengürtel und wollen dem Volk dienen. VEF, Evangelische Allianz, Kontakt zu den Bundestagsabgeordneten – das muss normaler werden, wenn man Vertrauen aufbauen will. Dazu: massiver Einspruch, mails, Leserbriefe an solche Sender wie ARD und ZDF, die solchen Journalismus dulden. Vielleicht ist irgendwann als Akt des sozialen Ungehorsams dran, die GEZ-Gebühren einzubehalten.

Ein zweites. Wir brauchen eine theologische Beschäftigung mit den Rändern des Evangelikalismus. Es müssen klare Aussagen der Abgrenzung getroffen werden, wenn Irrlehren im Raum stehen. Das gilt gegenüber Wort und Geist und ähnlichen Bewegungen genauso wie gegenüber extremen Brüdern, bei denen die Kinder, weil ungläubig, an einem anderen Tisch essen müssen, bei denen geprügelt wird (Frau und Kinder), bei denen den Töchtern verboten wird, zu studieren und Ärgeres mehr. Hier darf nicht aus einer falsch verstandenen Bruderliebe heraus der Deckmantel des Schweigens über alles gedeckt werden! Solche Bewegungen bewegen sich nicht in einer Grauzone des christlichen Glaubens, sondern sind ganz klar Sekte und auszugrenzen – hier muss Gemeindezucht zum Schutz des Leibes auch innerhalb des christlichen Spektrums ausgeübt werden! Dazu muss es quer durch alle evangelikalen und charismatischen Gemeinden und Freikirchen Gespräche geben,

  • was Konsens ist, was unser Zentrum ist,
  • mit welchen Abweichungen wir leben können,
  • und wo endgültig Schicht im Schacht ist.

Diese Dinge müssen dann auch publik gemacht werden. So publik, dass Journalisten und die sonstige mediale Öffentlichkeit ganz klar Fakten vor sich haben, an denen sie nur unter noch gröberer Missachtung der journalistischen Ethik vorbei kommen.

Klar ist aber auch: die Luft wird dünner. Die Wahrheitsfrage steht bei allen Berichten unausgesprochen im Hintergrund und damit verbunden der Sündenfall in einer toleranten Gesellschaft: zu behaupten, es gäbe nur eine Wahrheit und die wäre Jesus Christus. Daran kommen wir nicht vorbei. Wie man die vermittelt – darüber sollte man reden. Daran fest halten – daran führt kein Weg vorbei. Es muss auch weiterhin möglich sein, das offen zu sagen und auch offen ethische Haltungen des christlichen Glaubens auszusprechen, auch wenn diese kontrovers sind. Wenn das nicht mehr möglich ist (siehe den Vorgang um Sarrazin) – dann Mahlzeit! Es wird spannend! Der Maulkorb wedelt am Horizont. Kriegen wir trotzdem auf evangeliumsgemäße Weise den Mund auf?

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26 Antworten zu “Zwischenruf: Frontal21, Wort und Geist und die Zukunft der Freikirchen

  1. Ich könnte mich nur noch aufregen. Beim letzten mal waren es sogenannte Killerspiele(r) jetzt sind es Christen. Und wenn man wie ich beiden Gruppen angehört dann wird einem nur noch übel. Du sprichst mir auf jeden Fall aus der Seele.

  2. Wir Christen, die vom Glauben ein anderes Bild tragen als das eines auf soziale Gewissenhaftigkeit reduzierten Zeitgeistgekuschels, müssen hierzulande (und natürlich nicht nur hier) endlich aus unserem Dämmerschlaf aufwachen: Lethargie und Depression überwinden und Mut und Vertrauen fassen. Gott wirft uns nichts einfach in Schoß, wenn er uns Gaben und Talente gegeben hat, um an seinem Reich zu bauen.

    Angesichts einer wachsenden und institutionell (ob bewußt oder unbewußt) geförderten Glaubensfeindlichkeit kann man von einem Kirchenkampf sprechen, bei dem wir langsam anfangen sollten, uns ihm zu stellen.

  3. guten tag. ich bin christ und journalist – mir fällt es daher schwer und leicht zugleich, „beide seiten“ zu sehen. auch wenn manche kollegen schlecht recherchieren und nicht zwischen „frei- und freikirchen“ unterscheiden können – vielleicht wird es zeit, dass christen mal eine diskussion starten über das, woran sie wirklich glauben und wie es „draußen“ wirkt? wenn es einzelne auch aufrichtig meinen mögen, muss manche art und weise auch „intern“ hinterfragt werden dürfen. denn sowohl im frontal21-, als auch panorama-bericht waren die peinlichen szenen von den christen selbst.

    ich habe eine intensive und an die grenzen gehende zeit als ehrenamtlicher pressesprecher für die ermordeten helferinnen im Jemen hinter mir. genau 50 journalistInnen durfte ich „betreuen“. gerade mal zwei sind unangenehm aufgefallen, alle anderen hielten sich an absprachen, waren verständnisvoll und ergriffen. niemand wollte von vornherein negativ berichten oder schien nicht an „der wahrheit“ interessiert. auch hier waren es wieder „gereizte gläubige“, die kein wirklich christliches bild abgaben. zudem waren es durchweg christen, die sich nicht an vereinbarungen hielten.

    es genügt eben nicht, sich über „die medien“ aufzuregen. denn damit tut man genau das, was man ihnen vorwirft, nämlich über „die christen“ herzuziehen. meine konkrete kritik an der an- und abmodertation in frontal21 (und nur die war schlecht, der beitrag „leider“ so sachlich wie möglich!) wurde innerhalb weniger stunden vom zdf beantwortet.

    dialog ist immer besser als vor-urteilen – auf beiden seiten!

  4. @Peter Fehlhaber: danke für Ihre Rückmeldung. Ich habe in meinem Artikel sehr deutlich geschrieben, was ich von den evangelikalen Exzessen halte und habe auch gesagt, dass die Anmoderation das Problem war. An Selbstkritik mangelt es meinem post wahrlich nicht. Dennoch muss man konstatieren: was in den drei Sendungen von Frontal21/Panorama über die Leinwand gegangen ist, ist nicht aller Ehre wert. Die Gleichstellung aller Freikirchen bzw. die Gleichstellungen mit islamistischen Bombenattentätern war präsent. Und manchmal ist eben das, was man unterlässt zu sagen genau so wichtig, wie das, was man sagt, oder? Es wäre wie gesagt ein leichtes gewesen, in allen drei Sendungen ein neutrales Bild herzustellen. Zudem betreibe ich nicht generell Medienklatsche – es ging mir um drei Sendungen. Ich glaube aber, dass die Zahl der sachlichen und unabhängigen Medien signifikant abnimmt. Das Zentrum meines posts war aber: selbstkritisch nach innen zu arbeiten und kritisch offen nach außen (Zitat: endlich politisch und medial aktiv zu werden und den auf gute Weise den Mund aufzumachen). Genau das geschieht im Augenblick von christlicher Seite unzureichend. Insofern kann ich Ihre Kritik nicht ganz nachvollziehen.

  5. Einer der Gründe, warum ich nichts mehr der GEZ zahle (also kein Fernsehen mehr schaue) – weil eben nicht die Wahrheit interessiert, sondern die Popularität. Traurig, aber wahr. Witzigerweise war es auch Frontal 21, der der Waldorfschule Rassismus (ich war auch auf so ner Schule) vorgeworfen hat. Also für mich nichts neues. Wir leben nicht mehr in einer Zeit, in der zensiert wird und so scheint die Wahrheit schlicht langweilig geworden zu sein….

  6. nun, lieber „wegbegleiter“ – „unterste kategorie“, „stasi“ „jedes wort triefende ahnungslosigkeit“ etc… es sind wohl diese art der formulierungen schon am beginn eines beitrages, die den inhatlich sicherlich korrekt gemeinten rest untergehen lassen. beinahe ähnlich wie frontal21, wo die abmoderation ein schlechtes licht auf den gesamten beitrag wirft. übrigens: offenbar ist in der zdf-mediathek die abmoderation nicht mehr auffindbar. journalisten lassen sich offenbar aufklären:)

  7. btw: abgesehen daovn richtet sich meine kritik nicht persönlich gegen sie – es gibt hier (und in vielen anderen netzen) noch andere fragwürdige kommentare, die für das gez-freie schwarzsehen eine ausrede suchen;)

  8. Natürlich muss man über „Selbstdarstellung“ und Außenwirkung christlicher Gruppen und Gemeinden nachdenken – vieles ist vermutlich verbesserungswürdig.
    Dennoch stellt sich doch auch die Frage, mit welcher Zielsetzung / Absicht / Motivation Reportagen über Christen gemacht und veröffentlicht werden.
    Ich habe den Beitrag auch gesehen, es waren schon starke Szenen, die, völlig aus ihrem gottesdienstlichen Kontext gerissen, die Frommen in ein ziemlich schräges Licht stellen (sollten?) und dann unmittelbar danach dieser kleine Hinweis zum Schluss, dass es ca 300 000 freikirchliche Christen in Deutschland gebe. Hmmh ja, vermutlich alle so schräge Vögel – man kann sich doch so einer Assoziation kaum entziehen.
    Und wenn ich mir manche Gottesdienste in meiner völlig „normalen“ Gemeinde ansehe und mir vorstelle, ein Team käme und würde einige Beiträge aus einer – sagen wir – Gebetsgemeinschaft filmen, ganz ohne Bezug zur Predigt und all dem, was Gemeinde ausmacht, würde das in außer-freikirchlichen christlichen Gemeinden vielleicht auch Kopfschütteln auslösen, wieviel mehr bei Nichtchristen oder bekennenden Atheisten!
    Aber sollen wir deshalb aufhören, unser Christsein unserem Glauben gemäß zu leben?
    Und den „Griechen ein Grieche zu sein“ kann doch nicht heißen, Jesus zu verleugnen, weil er nicht ins atheistische Umfeld passt oder darauf verzichten zu sagen, dass Jesus Gottes Sohn ist, weil das für andere Religionen die Einheit Gottes infrage stellt?
    Wir müssen eigentlich viel entschiedener unsere Sache vertreten!

  9. @Peter: ich habe die Kritik auch nicht persönlich genommen und sorry: Informanten einschleusen, mit versteckter Kamera filmen, Szenen aus dem Zusammenhang reißen und anderes mehr ist unterste journalistische Kategorie. Darf man das noch sagen? GEZ ist ein Thema für sich – wenn man sieht, wie sich die Öffentlich-Rechtlichen dem Boulevard angepasst haben, dann ist das schon ein Grund, nachzudenken. Zumal mehrere Millionen pro Jahr in Volksmusiksendungen fließen…;-). Ich würde dann eher darüber nachdenken, den Fernseher abzuschaffen.
    Noch mal: alle Zuspitzungen bezogen sich auf die besagten Sendungen. Das ist ganz klar markiert. Eben nicht so wie bei Frontal21. Nirgendwo wird pauschal gegen DIE Presse verallgemeinert und ich verstehe weiterhin Ihre Kritik nicht.
    Zudem: werfen wir doch Kategorien nicht durcheinander. Mein Zwischenruf ist eindeutig als Meinung gekennzeichnet, er darf einseitig sein und zuspitzen. Seriöser Journalismus muss anders arbeiten. Bin ich froh, dass es zumindest noch die FAZ gibt und einige wenige andere…

    @Rika: danke für die Ergänzungen. Sie zeigen, wie da gearbeitet wurde. Seit Theo Koll die Sendung verlassen hat, scheint es jemand drauf anzulegen, die Evangelikalen ins Visier zu nehmen.

  10. Hey lore.ley: Hör dir mal diesen Predigtausschnitt an: http://www.youtube.com/watch?v=Tv1HJwumKMo

    Das sollte reichen. Helmut Bauer ist der neue große Völker-Apostel, unter dessen Schutz man steht (wenn man für ihn ist), er ist auf einer Stufe mit Jesus Christus. storch, Martin Dreyer, Peter Wenz und viele andere haben deutliche Worte gefunden zu dieser Entwicklung bei W&G…

  11. Habe die Sendung nicht gesehen, aber habe schon oft erlebt, dass bei Berichterstattung über Christen Dinge aus ihrem Zusammenhang gerissen werden, wie Rika auch richtig schreibt. Das tut weh, ist verkehrt . Aber je älter ich werde, umso weniger habe ich Lust, mit Nichtchristen zu diskutieren. Es ist mir ‚wie Perlen vor die Säue werfen‘. Wer Gottes Geist nicht hat, KANN uns nicht verstehen.

    Sollten wir uns deshalb schmollend zurückziehen und die Welt mal ihren Lauf laufen lassen?
    Nein, nein, nein! Dann sind wir ja kein Licht. So finde ich den Vorschlag von Wegbegleiter sehr gut, quer durch alle in Frage kommenden Gemeinden in Gesprächen Klarheit zu bekommen über die drei Punkte, die er nennt, und – wichtig – das dann auch weltumfassend an die Öffentlichkeit zu bringen. Das ist eine grosse und wichtige Aufgabe!
    Angegriffen, verfolgt werden, das ist ja unser Weg mit Jesus, vielleicht in der Zukunft bis zum Äussersten. Das wird uns in Gottes Wort vorausgesagt.
    Lasst uns nun evangliumsgemäss den Mund aufkriegen. Danke Wegbegleiter!

  12. Ich verstehe nicht was den Journalisten, Peter Fehlaber, so stört an dem was hier gesagt wurde. Ich kenne die Metoden des KGB sehr gut, und hier wurde nicht anders verfahren. Biblisch gesprochen, haben sich hier Wolfe in Schffskleider angezogen und sind auf die Jagd gegangen. So konnte man ahnungslose Schaffe leichter erlegen. Als ernster Christ in eine Veranstaltung sich zu schleusen und zu Filmen, um nachher Deteils dieses Films, die aus dem Zusammenhang gerissen werden, weiterzugeben an Menschen die so wie so mit dem Chrislichen Glauben nichts anfangen können. Ist so was nicht unterste Schublade. Das sind Geheimdienst Metoden. Es war im KGB Regime insofern einfacher, weil wir immer mit so was rechnen mussten und etwas wachsammer waren. Warscheinlich müssen wir als Christen auch in diesem Land etwas mer auf die Umgebung achten.
    Wenn dan Christen was sagen dann fühlen sich sollche auf den Schlips getretten, die warscheinlich so eine Art von Journalismus nie betreiben würden. Das habt ihr nicht nötig. Wir als Christen wollen ja nicht die Journalisten schlecht machen die gute Arbeit leisten. Aber wenn so ein Misst abgelifert wird, wie bei Frontal 21 und Panorama, dann wollen wir auch nicht mehr schweigen. Auch wenn die Kommentare manchmal etwas heftiger werden. Es geht nicht darum Menschen persönlich anzugreifen, sondern aufmerksam zu machen wo es nicht Ordnung ist was veröfentlicht wird.

  13. Ich glaube, insgesamt werden Freikirchen schon von den meisten Menschen als nahe bei Sekten gesehen, zumindest war das bei mir so und bei vielen die ich kenne.
    Das liegt an der Pluralität, dem Nachteil, wenn keine große Institution im Rücken steht, die ein Sprachrohr ist. Es fehlt schon auch Aufklärung für Menschen, die eigentlich (echt) tolerant eingestellt sind.
    Bei mir war das so, dass ich mir zumindest die „feg“ mal näher angesehen habe, aber wenn man das nicht macht – wundert man sich wohl auch nicht über so einen Bericht. Das Image von Freikirchen ist in der Welt schon sehr schlecht und ich glaube, die Fernsehsendung bestätigt v.a. die Meinung vieler.
    Drum wäre ein gemeinsamer Standpunkt (auch öffentlicher!!) von freikirchlichen Gemeinden schon mal sinnvoll, aber ist es nicht das, was sie gerade nicht wollen??

  14. @Mailin: na, ganz so ist es nicht, die VEF (Vereinigung evangelischer Freikirchen) und nicht zuletzt die evangelische Allianz einen ja die meisten Freikirchen, ich glaube, du bedienst da auch – ohne es zu wollen – ein Klischee – die meisten Freikirchen sind sich in den zentralen Fragen sogar sehr einig! Viele Freikirchen sind auch ökumenisch aktiv… die Wahrnehmung fehlt oder bös gesagt: wenn irgendwo 200 Neonazis protestieren, ist es in den Nachrichten, wenn die evangelische Allianz dagegen was sagt…

  15. Ja sicher ist es ein Klischee, irgendwo, aber das sollte man sich mal bewusst machen, dass Frontal 21 eigentlich nicht viel anderes sagt als sich die meisten Menschen ohnehin DENKEN. Und man sollte sich mal fragen, woher so eine Außenwirkung kommt. Sind nur die Medien schuld?
    Drum wäre es zumindest mal wichtig, dass Freikirchen wie etwa evangelische und katholische Kirche etwas präsenter in der ALLTÄGLICHEN (!) Diskussion wird. Wie auch immer. Weil sie, denke ich, schon mittlerweile einen großen Teil der Christen ausmachen. Warum ist das nicht so? Weil sie keine Kirchensteuer haben? Weil sie keiner fragt? Das fände ich mal wichtig, zu bedenken. Warum sie eigentlich weder gehört noch gesehen werden (außer bei einem „Nazi-Aufmarsch“ 😉 )

  16. PS: Es kann auch gut sein, dass es eine Sache der Evangelischen Kirche ist, aufzuklären, weil sie, so glaube ich, derzeit mehr Ansehen hat und ihr zugehört wird. Oder gleich eine Aufgabe der ganzen Christenheit, sich wieder klarer zu positionieren. Vielleicht eine Chance. Kann sein, dass sich Christen zurzeit grundsätzlich kaum zu reden trauen und dann „passiert“ eben sowas.

  17. @Mailin: jetzt kommen wir thematisch etwas auf Abwege, aber interessant. Einmal ist es eine Geldfrage. VEF und EA können sich einfach keine Riesenpressestelle leisten. Da haben es die beiden großen Kirchen leichter, aber seien wir ehrlich: auch deren mediale Aufmerksamkeit beschränkt sich auf die üblichen Verlautbarungen, die kaum noch einen interessieren, auch deren Öffentlichkeit schrumpft. Dazu: zahlenmäßig sind die FK wesentlich kleiner, wenn auch der Gottesdienstbesuch aller Freikirchen und Evangelikalen zusammen mittlerweile mit den beiden großen Kirchen gleich gezogen hat. Zudem: Neonazis und andere Gruppen haben eben ein besonderes Merkmal, das sie hervorhebt und für die Presse interessant macht. Wichtig ist ja vor allem der Aufhänger, der Skandal…. keiner will Normalität sehen. Wen interessieren denn ein paar hunderttausend Christen, die brav ihr Ding machen, so manches diakonische Ding stemmen und ansonsten nicht groß auffallen? Ist ja von der Außenwirkung auch eher langweilig.
    Das sind alles nur Mutmaßungen – ich finde nun mediale Präsenz auch nicht unbedingt ein tolles Ziel… aber der Nachteil ist klar. Wenn was Negatives passiert, kennt uns kaum einer…

  18. Achja, b.t.w. Christen sollten – auch wenn sie nicht zu Freikirchen gehören – bei so was eigentlich geschlossen den Mund aufmachen, denn wenn es die einen erwischt, sind die anderen auch bald dran. Das zeigt die Geschichte… deswegen bin ich da oben VC dankbar für seinen katholischen Zwischenruf.

  19. Ach so, der ist katholisch? Wusste ich nicht. Und ich werde jetzt auch nicht noch mehr vom Thema ablenken, sind nur so Gedanken. Ich denke nur immer auch gerne über eine längerfristige Lösung nach. Und nun: Man sollte nicht nur aus Angst, dass es einen selbst demnächst erwischt, den Mund aufmachen 😉 . Punkt.

  20. Mal ehrlich, ich kann einfach nicht so recht glauben, dass es den Machern von Frontal21 nur darum ging, einen Bericht über Wort+Geist zu machen, um vor einer Sekte zu warnen. Wäre doch für die bundesdeutsche Öffentlichkeit völlig irrelevant, welche Spirenzchen da ein paar Sektierer abziehen. Meiner Meinung nach ging es implizit auch darum, anhand einer zurecht kritikwürdigen Gruppierung das Spektrum evangelikaler Freikirchen und Christen zu diskreditieren. Wie sonst soll ich den Kommentar von Hilke Petersen in der Abmoderation des Wort+Geist-Beitrags verstehen, die darauf hinweißt, dass es in Deutschland 330.000 freikirchliche Christen gibt. Dadurch fühle ich mich einfach massiv diskriminiert und stigmatisiert. Meiner Meinung nach wird dem uninformierten Zuschauer damit doch nahegelegt, dass Freikirchen als Sekten oder zumindest als sektennah einzustufen sind.

    Zum besseren Verständnis für Nicht-Evangelikale: Man stelle sich vor, Frontal21 sendet einen Bericht über die Piusbruderschaft und deren Bischof Richard Williamson, der mit antisemitischen Entgleisungen auf sich aufmerksam gemacht hat. Wie würde es wohl verstanden werden, wenn in der Abmoderation der uninformierte Zuschauer darüber informiert würde, dass es in Deutschland soundsoviele katholische Christen gäbe?! Spätestens wenn Katholiken, wie in meinem Gedankenbeispiel angenommen, ähnlich den Evangelikalen, in Deutschland eine kleine Minderheit wären, dann würden sich katholische Christen genauso diskrimiert und in den Blicken der uninformierten Öffentlichkeit stigmatisiert fühlen.

    Ähnlich manipulative Meinungsmache, und da stimme ich der Darstellung von wegbegleiter zu, finde ich auch in den beiden vorausgegangenen Beiträgen von Frontal 21 und Panorama. Mich verschreckt das und es ärgert mich, dass ich mit meinen GEZ-Gebührenbeiträgen dafür zahle, dass man meine innersten Glaubensüberzeugungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen stigmatisiert!

    Vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Deutschland erwarte ich einfach einen Journalismus, der solide recherchiert ist und keine minderheitenfeindlichen Ressentiments befördert! Von uns freikirchlich-evangelikalen Christen wünsche ich mir, dass wir in der Öffentlichkeit mehr darüber aufklären, was wir glauben und wie wir diesen Glauben leben und dadurch nicht zulassen, dass wir als Fanatiker dargestellt werden. Wer sich stattdessen in seine Privatheit zurückzieht, und mit Blick auf den Widerstand gegen das Evangelium die Bibel zitiert und konstatiert, dass Gegenwind ja ganz normal sei, der entzieht sich damit seiner demokratischen Teilhabe und entmündigt sich im öffentlichen Diskurs selbst.

  21. Die Frage, die ich mir in diesem Zusammenhang stelle ist: wann werden wir Christen endlich zusammenstehen. Katholisch, evangelisch, frei: wir werden momentan alle in den Medien angegriffen.
    Dabei glauben wir – bis auf Randerscheinungen – das selbe: Es wird Zeit unsere Geschwister gegenseitig in Schutz zu nehmen, auch wenn manchem das ein oder andere am Anderen stört. Zu urteilen ist nicht unsere Aufgabe, aber zusammenstehen.

    Liebe Grüße, Simon

  22. Das tat richtig weh! Schlimm genug die Sache, die „Wort und Geist“ betreibt. Schlimmer aber zu ertragen ist eine so inkompetente und unrecherchierte Moderation. Gegen diese verbalen Rundumschläge öffentlich rechtlicher Sender müsste ein Aufschrei aus allen freikirchlichen Kehlen zum Sender gehen!
    Der ERF ermutigt dazu. Wie man von dort hört, zählt jede Zuschaueräußerung so, dass sie für ca. 1000 Zuschauer gerechnet wird.
    Also los!!!
    Nur, lieber Wegbegleiter, die Schärfe der Sprache bringt’s nicht, auch nicht der Streit um die Wahrheitsfrage. Aber authentisches Vorleben der Christen im Umgang mit einander, verbunden mit mit sachlicher Kritik, wo sie nötig ist, das könnte wahrscheinlich auch die Fernseh-Journalisten zum neuen Hinsehen bewegen.

  23. @alouette: ach, wäre doch sauberes Lesen gang und gäbe…: ich beziehe mich mit meiner Häme auf Frontal21/Panorama und fordere sonst dazu auf, gut und evangeliumsgemäß den Mund aufzumachen gegenüber Politik und Medien. Wo ist das Problem? Frontal21 hat immerhin mittlerweile eine Klage wegen ihre Berichtes am Hals, also kann der Vorwurf der – äh – undemokratischen Methoden, doch nicht so ganz aus der Luft gegriffen sein? Zudem nochmal, wie schon weiter oben gesagt: ein Großteil meiner Kritik richtet sich an die Christen, an mich und uns selbst.

  24. Umso mehr ich zu dem Thema lese, umso mehr bekomme ich das Gefühl, dass schon viel zu viel geredet wird..
    Ich denke, es wäre gut, wenn wir Christen uns wieder auf das Kerngeschäft (Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst) konzentrieren würden und nicht wegen jedem Gegenwind gleich in Verteidigungsstellung springen würden. Gott wird schon dafür sorgen, dass dem richtigen Recht widerfährt.

  25. habe diesen Eintrag heute gelesen, muss zunächst mal sagen daß ich dem letzten Kommentar von toex sehr zustimme.

    Nichts detso trotz ist bei dem ganzen Thema (leider) nicht außer Acht zu lassen, dass inzwischen christlich-freikirchliche „Insider“ das ganze Vokabular der Anschuldigungen bis hin zum Terrorismus „nachbeten“, möglicherweise um innerhalb der Gesellschaft als angesehenes Mitglied akzeptiert zu sein (eine rein spontane Vermutung).
    Solche Entwicklungen haben eine ganz andere Qualität als Anwürfe von „außerhalb“ z.B. in den Medien, wo ich auch nicht gleich in Verteidugungsstellung gehen würde.
    Googled doch einfach mal nach „Terrorcamps gehören ausgeräuchert“ und lest dazu den 3. Kommentar (ist vom Blogautor selbst).

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