2010: Diäten, gute Vorsätze und doch noch ein echtes Ziel

Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen. (Johannes 3,30)

Vorsätze sind unsinnig. Natürlich kann es dran sein, seinen Lebensstil zu ändern, wenn man gerade einen Herzinfarkt erlitten hat. Doch meistens gelingt die Umsetzung weniger als gewünscht. Ich habe einmal eine Lungenheilklinik besucht, in der haufenweise Leute ohne Kehlkopf da saßen mit einem lustigen Darth-Vader-Stimmenimitator, der ihnen ermöglichte, zu kommunizieren. In der anderen Hand: die Zigarette. Ein Arzt sagte mir: hier wird so viel geraucht, wie nirgendwo sonst. Bitter. Die Anteil an Menschen, die durch Diäten dauerhaft Erfolg haben, liegt bei 2-3%. Denn die eigentlich Probleme liegen tiefer. Hinter jeder Sucht liegt eine Sehnsucht… (und damit verbunden ein Götzendienst – aber das ist ein eigenes Thema)

Eine ungewöhnliche Diät empfiehlt der Täufer Johannes: Abnehmen, um IHN wachsen zu lassen. Ich ergänze: und um so zu wahrer Größe zu reifen. Veränderung und Wachstum ist ein spirituelles Paradoxon. Wer es sucht, wird es nicht finden. Wer es loslässt und nur noch Jesus Christus sucht um seiner selbst willen – der wird es empfangen und staunen über die ungewöhnlichen Ergebnisse. Kein Wunder: Gott hat irgendwie die bessere Sicht auf mich und dich als Person.

Menschliche Disziplin ist dabei letztlich nicht erfolgreich, weil aus dem seelischen Bereich stammend, Paulus würde sie „Fleisch“ nennen und als nicht zielführend einstufen. Selbstbeherrschung als Frucht des Geistes dagegen wächst ohne Zwang und ohne „Tschakka, jetzt schaffe ich es!“. Einzige Voraussetzung: dass Gottes Geist in unserem Geist groß werden darf. Und das wird er durch die Ausrichtung auf Jesus und durch das bewusste Loslassen der eigenen Ambitionen. Heilsame Spiritualität ist so vor allem Verlernen, Loslassen und in allem tiefe Beziehung zu Jesus.

Ich wünsche euch allen einen guten Übergang nach 2010! Ich freue mich auf viele gemeinsame Gedanken. Ein spannendes Jahr liegt vor uns. Gott ist bereits am Bau seines Reiches. Überall. Stimmen wir in diese Arbeit ein!?

Advertisements

19 Antworten zu “2010: Diäten, gute Vorsätze und doch noch ein echtes Ziel

  1. Lieber Wegbegleiter,

    auch dir einen guten Übergang in 2010, schön wieder von dir zu lesen.
    Mal so ganz interessiert zurückgefragt: wie geht dieses Abnehmen à la Johannes(daß sich das nicht auf den fleischlichen Speckgürtel bezieht ist klar)?

    @Bauarbeiten: möcte mit dabei sein und hoffe jeweils zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein…

    gesegneten Jahreswechsel

    shasta-cor

  2. Danke ebenfalls für den Artikel, wünsch dir auch einen gesegneten Jahreswechsel … Freu mich deinen Blog wieder zu lesen.
    Be blessed

  3. ich freu mich auch auf ein neues jahr wünsch dir aus seiner kraft zu leben und frieden hier auf diesem blog

  4. Sooo schön, wieder von dir zu hören. Danke für die tollen Worte, die grad ganz genau für mich passten.

    Segen für dich!

  5. „Gott ist bereits im Bau seines Reiches. Überall.“ – Nur nicht dort, wo Christus in vulgärapokalyptischer Lesart als zerknirschter, den nachbarlichen Blumentopfklau übelst gelaunt zurechtweisender Universalabt in entsprechenden Ressentiments er(g)eifert, Seine Zu-Kunft mithin nicht mehr erlitten, erfreut, erwartet wird. Allerbeste Wünsche für das kommende Jahr, für Dich, Deine Familie – daheim und hier, lieber Christof.

  6. Hab mich sehr gefreut wieder von Dir zu lesen:-)
    Auch Dir und Deinen Lieben alles Liebe und Gottes reichen Segen für das neue Jahr

  7. Wie schön, Dich pünktlich wieder zu lesen – freue mich und wünsche Dir reichen Segen! Ich selbst will bezüglich TV, Internet und auch falschen Essgewohnheiten fasten unter dem Motto „das gönn‘ ich mir“. Ich will statt dessen mit der neuen wunderbaren Übersetzung des NT von Roland Werner „das buch“ die Begegnung mit Jesus suchen und das Jahr der Stille mit Spannung erwarten.

  8. Ich wünsche allen ein reich Gesegnetes Neues Jahr! Dankbar legen wird das vergehende Jahr in GOTT-es Hände zurück. Es war für mich ein erfolgreiches Jahr, weil ich vom Rauchen losgekommen bin!
    Wir betreten gleichsam ein Neues Land!
    „JESU geh voran auf der Lebensbahn u. wir wollen nicht verweilen, DIR getreulich nachzueilen!“
    Ich wünsche mir, dass ich im nächsten Jahr noch mehr Fortschritte im Bibelstudium machen kann.
    Auch bete ich um JESU Wiederkunft. ER kommt unerwartet wie ein Dieb in der Nacht.
    Aber es wird nicht dunkel sein, sondern GOTT-es Licht wird erstrahlen!
    So wie ich Heimweh habe nach Deutschland,habe ich auch Heimweh nach der Bleibe bei JESUS!
    „Komm, HERR JESUS, sei DU unser Gast!“ Mein rechter Platz ist frei
    ( ein Gesellschaftsspiel ), den soll JESUS einnehmen! ER soll gleichsam im
    Hl. Geist Wohnung in meinem Herzen nehmen! Dann werde ich wiedergeboren werden. Und ich bekomme so einen Leib, der passend ist für GOTT-es Ewiges Reich!
    „Komm, oh mein Heiland JESUS CHRIST, mein’s Herzens Tür DIR offen ist!“

  9. Willkommen zurück, Wegbegleiter 🙂 Du hast Dir kein einfaches Thema für den Wiedereinstieg ausgesucht 🙂
    In gewisser Hinsicht stimme ich Dir zu, aber … Aber ein wenig Bauchschmerzen habe ich trotzdem. Die treten immer dann auf, wenn ich die Gefahr der Vergeistigung von sehr bodenständigen Themen sehe. Folgendes: bei dem Satz von Johannes lässt es sich durchaus messen, ob der Erfolg (abnehmen – zunehmen) auch eingetreten ist, die Parameter wären öffentliche Aufmerksamkeit oder die Anzahl der Jünger. Johannes hat seine Aufgabe erfüllt und jetzt lenkt er das Interesse auf das Eigentliche. Vergleichbar mit einer Werbeagentur, die ein Event groß macht (über die Agentur redet kaum einer), mit einem Übersetzer, der ein Werk brillant übertragen hat (der ist ja höchstens der Fachwelt bekannt) oder mit einen Manager, der dem Erfolg seiner Künstlers verpflichtet ist. Sie alle bleiben ewig im Schatten, aber es bedeutet nicht, dass sie nichts tun. Ihr Job ist hart und erfordert viel Disziplin. Wir sollten sie, die Disziplin nicht vorschnell verwerfen. Ein geistliche Leiter hat mir mal gesagt, sie ist die Zwillingsschwester des Genusses. Es ist leicht zu verifizieren: in der Küche, in der Musik oder in der Kunst. Dem Genuss geht immer diszipliniertes Lernen und sorgfältige Arbeit vor, doch dort wissen wir, dass es sich lohnt. Warum nicht im geistlichen Leben? Wir dürfen Disziplin nicht mit Verbissenheit verwechseln. Sie bedeutet eher Hingabe, Ausdauer, Konzentration. In diesem Sinne tue ich etwas, ich lerne z.B. lateinische Gesänge (ist wirklich nicht jedermanns Sache)- das ist der Disziplinpart. Der dazugehörende Genuss ist, dass in stressigen Momenten diese Lieder mich zu Ruhe führen, mich in eine jahrhunderte alte Gemeinschaft hineinstellen und zeigen, dass Gott war, ist und für Ewigkeit bleiben wird. Und weil Er immer das letzte Wort spricht, kann ich Dinge geschehen lassen.
    Ein gesegnetes neues Jahr !

  10. @Marco: wer ist Bruce Dickinson?
    @dikosss: nö, war nicht so schwer, war sogar entlastend, aber jetzt freu ich mich auf die Bloggerei!!
    @Eule: willkommen Sprachkünstler mit Tiefgang!
    @gwenhwyr: hihi, wenn du mich kennen würdest, würdest du wissen, wie wenig vergeistigt ich bin…;-D. Aber im Ernst: Selbstbeherrschung bleibt eine geistliche Gabe und ist aus dem motiviert, was wir empfangen haben. Disziplin ist WICHTIG! Aber aus welcher Quelle und welcher Motivation speist sie sich! Geistliche Übungen sind ja z.B. genau das: Übungen. Da muss man auch die Zähne mal zusammen beißen, sicherlich. Auch das kann aber – paulinisch gesprochen – sehr fleischlich passieren und ist dann ein Opfer, an dem Gott keine große Freude hat, weil es nicht auf Liebe, Gnade und Größe Gottes basiert. Stimme dir also vollkommen zu, sehe – auf den Punkt gebracht – bei Motivation und Triebkraft der Disziplin den Knackpunkt, den du ja auch richtig und richtig schön beschreibst! Segen dir!

  11. Hallo Wegbegleiter,

    Es freut mich, dass du wieder da bist! Ich wünsche dir ein gesegnetes neues Jahr!

  12. … da mag ich doch ein paar Impulse absondern, doch mir fehlt mein heimisches WLAN, die Tuettelchen, das sz und einen Klammeraffen, den man nicht via drag&drop klauen muss.
    Dennoch ganz gezielt an diesem Tag: schoen dich bloggermaessig wieder zu lesen und ich freue mich auf deinen Artikel in der Aufatmen, auf weitere geistliche Inputs hier und wer weiss, vielleicht ist dein naechstes Buch beim naechsten Aufenthalt in meinem geistlichen sonnigem Trainingslager Weihnachten 2010 ein Begleiter. Ich warte noch auf den Moment, wo dieser Blog mir mal nicht in meine Seele spricht 😉

    Absolut genialen Segen dir und deiner Familie.

    Freundesgruss
    Sabina

  13. hihi, wenn du mich kennen würdest, würdest du wissen, wie wenig vergeistigt ich bin…;-D.
    Hihi, eben, cih kenne Dich nicht 🙂 Ich muss davon ausgehen, dass Du alles sein kannst. Im Laufe der Zeit kann man das in der Regel ein wenig einschränken. Aber deshalb versuche ich es vorsichtig zu formulieren (mit Konjunktiv und so) und hoffe, dass ich den Ball in die richtige Richtung werfe und dass er bei Dir auch ankommt, ohne Dich umzuhauen 🙂

    Disziplin ist WICHTIG! Aber aus welcher Quelle und welcher Motivation speist sie sich!
    Es ist tatsächlich die Frage der Motivation, des Maßes und auch oft der Situation. Manchmal ist es wirklich dran die ganze Disziplin übers Bord zu werfen. Wie heute morgen, zum Beispiel, als eine herrliche Schneedecke draußen lag. Anstatt diszipliniert den Samstagsputz zu absolvieren, sind wir einfach rodeln gegangen. 🙂
    Das heißt, wir stecken da in der Klemme: Disziplin (und viele andere Eigenschaften ebenso) ist wichtig, richtig, aber denn doch wieder nicht und man muss aufpassen. Um da rauszukommen, können wir zwei Dinge machen. Entweder wir nehmen zwei Begriffe (wie z.B. Disziplin und Selbstbeherrschung) und subsumieren darunter jeweils die positiven und die negativen Aspekte der jeweiligen Eigenschaft oder wir gestehen uns, dass die Eigenschaften (also in unserem Fall Disziplin)neutral bzw. ambivalent sind (ich bin gerade unsicher, was zutreffender ist). Solange die Disziplin ein dienstbarer Geist bleibt, der uns hilft, Gott besser zu entdecken und die Welt in seinem Sinne zu gestalten, ist alles in Ordnung. Sie kann aber auch zu einem Sklaventreiber werden, der uns beherrscht, zum Selbstzweck, der uns die Augen für alles andere verschließt. In so einen Fall brauchen wir Hilfe, aus diesem Sumpf kommen wir nicht selbst raus. An der Stelle bin ich überzeugt, dass Gott so wirkt, dass er unsere natürlichen Eigenschaften, die uns auf lange Sicht gefangen nehmen würden, in „dienstbare Geister“ verwandelt, die uns helfen zurecht zu kommen und für andere da zu sein.
    So in diese Richtung denke ich.

    Alles Gute!

  14. Ich bemerke gerade in diesem Moment dass ich wegbegleiter.wordpress.com wesentlich haufiger lesen musste 🙂 – da kommt der Leser wirklich auf Einfalle

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s