Her damit: Freude, die von innen kommt!

Gestern an der Tankstelle, Papa holt, äh, spontan ein Bier für abends. Meine Frau Isa zu unserem Ole (5): „Du lachst im Augenblick so wenig“. Ole: „Ja, aber ich werde ja auch älter, ihr seid ja auch älter und lacht kaum noch!“

1. Petrus 1,8 (gestern in der Predigt ausgeführt): Bisher habt ihr Jesus nicht mit eigenen Augen gesehen, und trotzdem liebt ihr ihn; ihr vertraut ihm, auch wenn ihr ihn vorläufig noch nicht sehen könnt. Daher erfüllt euch schon jetzt eine überwältigende, jubelnde Freude, eine Freude, die die künftige Herrlichkeit widerspiegelt; denn ihr wisst, dass ihr das Ziel eures Glaubens erreichen werdet – eure endgültige Rettung.

Der Kontrast hat gesessen. Ich hatte diese Woche jede Menge Freude am Glauben, an Jesus, am Leben mit ihm. Es ist eine Freude, die trotz der Umstände präsent ist. Das schaffe ich noch nicht immer. Wenn eine bleierne Erschöpfung da ist, so wie im Augenblick. Das Tageslicht finster. Wenn das erste Geräusch des Morgens das Streiten der Kinder ist. Wenn der Schlaf schlecht ist. Wenn draußen alle mürrisch durch die Gegend rennen und meckern und jammern (hurra! wir sind die viertreichste Nation der Welt!). Dann jubelt mein Herz bei einem solchen Text – der Alltag stemmt sich gegen diese Einsicht.

Dabei kann es auch nicht sein, dass uns Petrus ein aufgesetztes Grinsen nahelegt. Wir sollen und dürfen die Härten des Alltags wahrnehmen und spüren. Die vielbeschworene Selbstverleugnung gilt nicht unserem ganzen Wesen, sondern dem „fleischlichen“ Anteil, wie Paulus sagen würde. Dem alten Anteil, der immer noch zappelt. Die ganz normalen und gesunden Regungen des Herzens wahrzunehmen, sie zu würdigen, dann abzugeben und die Freude neu durchdringen zu lassen – das ist wohl der Königsweg (mit dem König…).

In eigener Sache: ab Mittwoch bin ich auf dem Willow-Leiterkongress in Karlsruhe und freue mich vor allem auf Larry Crabb, John Ortberg und Craig Groeschel. Mehr dann wieder ab Sonntag! Segen euch!

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3 Antworten zu “Her damit: Freude, die von innen kommt!

  1. Deine Ausgewogenheit gefällt mir sehr! Ich merke, dass ich mir viele schöne Sachen meines Lebens immer wieder vergegenwärtigen muss. Das was Mühe und Sorgen macht ist so leicht präsent, irgendwie ganz automatisch drängt es sich auf und kann das was Freude macht erlöschen. Hängt auch damit zusammen, wie viel Zeit und Gedanken wir ihnen zugestehen. Da kann danken abhilfe schaffen und dazu haben gibt es viele, viele Gründe.

  2. Die Spannung zwischen dem „Fleisch“ und dem neuen Wesen veranlasst mich öfter dazu, vor einer gewissen Schizophrenie zurückzuschrecken. 🙂
    Mein „Fleisch“ ist maulig und kritisch und undankbar.
    Das neue Ich in Christus ist voller Freude.
    Auf wen höre ich?
    Wem folge ich?

    Das ist schon ein hammerthartes Kontrastprogramm im Vergleich zu manch anderen Ansichten, die es in dieser Gesellschaft gibt.

    Viel Spa… äh… Freudigkeit beim Kongress! Ein kleiner Teil meines Neides begleitet Dich! 🙂

  3. Zur Zeit sehen wir noch wie im Spiegel – schreibt Paulus irgendwo. Gott schenkt uns viele Spiegeln. Wenn ich den Predigttext lese: „Ihr habt ihn nicht mit den eigenen Augen gesehen und trotzdem liebt ihr ihn“, denke ich an einen unbekannten Brieffreund: Man tauscht die Gedanken aus, erzählt aus eigenem Leben und nimmt an dem des anderen teil. Und doch – man hat sich noch nicht gesehen. Irgendwo ist zwar der Beschluss gefasst: eines Tages treffen wir uns, aber es wird dauern… Diese Freundschaft schenkt Kraft, auch wenn die täglichen Sorgen trotzdem da sind und uns schaffen machen, mit der an angebrannten Suppe und dem kaputtem Auto müssen wir selbst fertig werden. Dennoch: mit jedem bewältigtem Problem kommt der Tag näher, an dem das Treffen stattfindet. Vielleicht ist das die unterschwellige Freude, die durchträgt?

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