Ehrfurcht vor Gott: Eine vergessene Dimension?

Dieses Thema bewegt mich und hat mich zur heutigen Predigt bewegt (die trotz (oder wegen?) Bronchitis gesegnet war). Ehrfurcht scheint mir ein Thema zu sein, das einen „kairos“-Moment für Christen besitzt… schau dir an, ob es in dir etwas bewegt…

  • Ehrfurcht vor Gott begräbt in sich jede andere Furcht. Vor der Zukunft, vor Menschen, vor mangelnder Anerkennung, vor was auch immer.
  • Ehrfurcht vor Gott basiert für ein Kind Gottes nicht auf Angst, sondern auf Dankbarkeit für das Blut Christi zur Versöhnung (1.Petrus 1, 18.19), aber auch auf dem Wissen, dass Gott machtvoll ist und uns schon zu Lebzeiten richten wird nach unseren Taten (1.Petrus 1,17)? Was heisst das? Ist damit das ewige Gericht gemeint? Nein – wer unter der Gnade steht, braucht sich davor nicht zu fürchten!
  • Das Richten in 1.Petrus 1,17 bezieht sich auf einen gegenwärtiges Richten zur Veränderung, zur Reife, es soll uns zur Ehrfurcht führen. Gott wird unsere Schwachpunkte immer wieder konfrontieren und uns Umstände schicken, an denen wir durch Reibung wachsen können und sollen. Das ist das, von dem Jesus sagt: mein Vater ist der Weingärtner, der die Rebe beschneidet, damit sie mehr Frucht bringt. (Johannes 15). Aber es geht um Heiligung und Wachstum – nicht um Heil und Rettung. Dennoch: Gott wird uns konsequent disziplinieren – weil er uns ernst nimmt und liebt.
  • Wer Gott in Ehrfurcht begegnet, hat die Quelle des Lebens gefunden und vermeidet tödliche Fehler. (Sprüche 14,27)
  • Ehrfurcht ist immer wieder mit einem Wachstum verbunden – vor allem einen Wachstum an Heiligkeit (2.Kor 7,1; Phil 2,12)

Ehrfurcht kann nicht gemacht werden – mir scheint, als sind wir geradezu immunisiert als Christen gegen ein echtes ganzheitliches „Wissen“ um Ehrfurcht und Liebe Gottes…

Ehrfurcht ist auch kein Gefühl beim Lopbpreis, Ehrfurcht ist das Niederfallen vor Gott, das sich selbst erkennt in seinem Licht und dabei gleichzeitig seine Liebe und Kraft. Diese Kontrasterfahrung – darum möchte ich bitten – denn dieses Thema erträgt keinen weichen Mittelweg, sondern benötigt kraftvolle, biblisch eingepflockte Pfähle, zwischen denen wir uns bewegen.

Furcht brauchen wir vor diesem Weg nicht zu haben. Gott meint es gut. Aber angenehm ist es wahrlich nicht immer. Vielleicht beginnst du damit, dass du bei schwierigen Lebenssituationen nicht mehr fragst: „Warum?“ – sondern: „Wozu?“

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20 Antworten zu “Ehrfurcht vor Gott: Eine vergessene Dimension?

  1. Ich habe heute auch den ganzen Tag gebetet dass die EHRFURCHT vor GOTT nach Deutschland zurückkommt. Vor Allem auch wegen dem Karnevalstreiben hier, bei dem schon so 13 Jährige Teens völlig blau waren…!
    Ich glaube die Furcht des Herrn ist ein Geschenk.. sie bewahrt uns vor vielem und richtet uns aus auf IHN! Dort finden wir SEIN WESEN.. und nach der EHRFURCHT vor allem SEINE LIEBE!
    Ehrfurcht ist für mich ein innerer Hinweis auf den EINEN der GRÖSSER ist als ALLES..! Sie zieht mich immer wieder staunend in SEINE GEGENWART… das wünsch ich EUCH auch!

  2. Lieber Christof, wo sind denn diesmal deine fleißigen Kommentatoren? Haben sie an diesem schwierigen Thema zu kauen? Da bin ich ja direkt ermutigt, auch mal zu antworten.
    Es stimmt, dass wir mit Ehrfurcht vor Gott meistens einen sehr komplizierten Sachverhalt verbinden und sie ganz leicht als Angst definieren.
    Du hast ein wunderbares Bild eingestellt, das sich der Erklärung und Beurteilung entziehen möchte. Ich könnte es immer anschauen.
    Ehrfurcht vor Gott entsteht bei mir, wenn ich Gottes unendliche Geduld mit Menschen in der Schrift betrachte und ebenso seine Wege mit mir. Dazu gehören Stille und der Wunsch zu sehen. Wenn du deiner Gemeinde eine Ahnung davon vermitteln konntest, bist du gesegnet.
    Mir fällt hierzu sofort Gerhard Tersteegen ein und sein Lied: Gott ist gegenwärtig, lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten.

  3. 😀 ja..ich bin auch ein „Wozu“-Vertreter….. wobei ich ein logisches Warum nicht ausschließe, um Wurzeln für Mißstände zu erfragen.

    So bin ich letzte Woche hinter ein erstaunliches Phänomen gekommen: was kann einen Menschen, besonders einen Christen im Weg stehen und ihm eine schnelle Angstreaktion automatisch bescheren? Er will glauben, hüpft aber beim kleinsten „Buh“ hinter den nächsten Busch?
    Die Lösung war ein gezieltes Gebet gegen die Folgen von Traumatisierungen im Angstzentrum (Amygdala > wiki) im Gehirn. Eine Überreaktions dieses Organs durch Prägung ist medizinisch möglich…..und hat Folgen für den Menschen..ständiger hoher Stresslevel…das ist weder für den Geist, noch die Seele noch den Körper gesund.

    Wenn ich daran weiter denke….es geben sich so viele alle erdenkliche Mühe über die Medien und Worte und…und…und….Menschen in Angst zu halten…. und ihnen das Glauben schwer zu machen. Das hat Methode….

    Gott sei Dank, der uns den Sieg gibt in Jesus Christus. 🙂

    Segen
    Deborah

  4. @Elke: ein gutes Gebet!!
    @Sempervivum: die fleissigen Kommentatoren der letzten Tage waren eigentlich nur einer und der hat mir dann eine mail geschickt, dass alles nur eine Wette war, dass er auf einem evangelikalen Blog den Autor dazu bringen kann, den Kontakt abzubrechen oder ihn als spam einzusortieren. Und das vier mal – weswegen er unter vier verschiedenen Namen aufgetreten ist. Ziemliche Sauerei – zumal es nicht um Argumente ging, sondern um miese Kommunikation. Wenn die sowas mit ihrem „Glauben“ vereinbaren können… – ja: Ehrfurcht vor Gott entsteht in der Betrachtung der Trinität… Sehnsucht wie Ehrfurcht entzünden sich am Gegenüber. Tersteegen ist ein tolles Beispiel dafür!
    @Deborah: Huch, ein Gebet für die Amygdala? Finde ich im Prinzip gut – aber meinst du nicht, Gott weiß, wo er heilen muss, wenn man es ihm sagt? Ich meine das – versteh mich richtig – nicht ironisch, sondern ernsthaft interessiert. Muss ich ihm zum Beispiel bei einem kaputten Knie sagen, welches Band er heilen soll (wenn ich es weiß) oder reicht nicht: Herr, heile dieses Knie? Oder wie hast du gebetet?

  5. Hallo Wegbegleiter, danke für Deinen Impuls. Ich habe überlegt, womit ich Ehrfurcht verbinde. Da ist ein Lied, das eine Band in der turbulenten Zeit Anfang der neunziger Jahre gesungen hat: „Wir haben es nicht nötig einflussreiche Leute zu kennen, wir gehören zu Jesus“. Ein unbekümmertes, freches Lied, das Mut gemacht hat, der chaotischen Wirklichkeit zu trotzen. Es vermittelte das Gefühl der Geborgenheit, die der Gewissheit entsprang, zu dem zu gehören, der das letzte Wort sprechen wird. Eben, das letzte Wort – dieses muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Jesus wird das letzte Wort sprechen, diejenigen, die diesen Anspruch erhoben haben, sind vor unseren Augen gefallen.

  6. @Wegbegleiter: Müssen tust du gar nichts. *lol* manchmal ist es notwendig, spezifisch zu beten. Und wenn Gott mich drauf aufmerksam macht, dann tue ich das. Ich denke er nimmt mich in Verantwortung gut mit meiner teilmedizinischen Ausbildung umzugehen und das Wissen einzusetzen.

    Wenn auf den Tisch Kaffee, Tee, Milch, Saft, Wasser….sonstwas steht und ich möchte etwas bestimmtes davon, dann muss ich mich auch klar äussern.

    Spezifisches Gebet auf einen Eindruck von Gott her löst einen Impuls zur Gabe des Glaubens aus und erleichtert den Empfang der Heilung, ist meine Erfahrung.

    Wenn dich mehr interessiert….kannst du meine mail-addy hier sehen? wenn nicht schreibe ich dich persönlich über deine Gemeindeseite an.

    Segen
    Deborah71

  7. Das war ein interessanter Artikel. Ich habe mich gefreut daß du Ehrfurcht von einfacher Angst trennst. Ich habe es oft erlebt daß Gott bei mir versucht hat immer Anregungen zu Liebe und Vertrauen zu geben wenn die Angst hochkam … also einerseits die Angst anzunehmen als eine angemessene Reaktion auf den unermeßlichen Gott, andrerseits sie in etwas noch besseres zu verwandeln, also richtige Gottes- und Menschenliebe. Immer reagiere ich aber nicht so gut darauf und renne manchmal irritiert oder auch einmal verzweifelt weg, weil ich mich nicht so gut in der Gewalt habe und auf Gottes Eingaben irgendwie nicht immer richtig reagieren kann. Das Eine was Ehrfurcht von einfacher Angst unterscheidet ist daß sie uns keinen Widerwillen gegen Gott einflößt sondern uns sogar in Gottes Richtung drängt und leitet. Sie kann dann auch richtige Faszination bedeutet .. während Angst eher Obsession auslöst. Das ganze Thema um Angst und Gott finde ich sehr interessant und bedeutend. Man könnte da sehr viel denken, reden und schreiben.

    Viele Grüße und Segen!

    Daniel

  8. @Sempervivum: die fleissigen Kommentatoren der letzten Tage waren eigentlich nur einer und der hat mir dann eine mail geschickt, dass alles nur eine Wette war, dass er auf einem evangelikalen Blog den Autor dazu bringen kann, den Kontakt abzubrechen oder ihn als spam einzusortieren. Und das vier mal – weswegen er unter vier verschiedenen Namen aufgetreten ist. Ziemliche Sauerei – zumal es nicht um Argumente ging, sondern um miese Kommunikation. Wenn die sowas mit ihrem “Glauben” vereinbaren können…

    solche pfeifen kenne ich auch. mittlerweile lasse ich fast mehr kommentare nicht mehr durch, als welche veröffentlicht werden. ich versteh so was nicht wirklich, was soll das? trolls nerven.

  9. storch :

    solche pfeifen kenne ich auch. mittlerweile lasse ich fast mehr kommentare nicht mehr durch, als welche veröffentlicht werden. ich versteh so was nicht wirklich, was soll das? trolls nerven.

    Ja, das ist auch meine Erfahrung.
    Man sollte wirklich nur noch Kommentare durchlassen, die haargenau der eigenen Meinung entsprechen.
    Dann erspart man sich viele Probleme.

  10. Hi David – meinst du das ernst? Nur Leute durchlassen, die der eigenen Meinung sind? Das ist ja wohl nicht der Sinn eines Blogs und darum geht es auch hier nicht – man kann ja von den verschiedenen Meinungen profitieren – sofern sie sachlich und in einem Stil des Respekts vorgetragen werden. Was auch ich nicht immer schaffe….;-)

  11. Ja, aber wie willst du denn wissen, wo ein Troll dahintersteckt? Die ganze Prädestinationsdebatte klang doch auch ganz vernünftig.

  12. Da war es in der Tat geschickt, auch wenn schon nach 4 oder 5 Kommentaren geschrieben hatte: verbindet euch eine Art Seelenverwandtschaft und: wenn ihr euch gegenseitig loben wollt, schickt euch emails! Ich hätte es ahnen können – was stutzig machte: das extrem hochgestochene der Diskussion (warum versteckt man sich hinter geschwollenen Zitaten) und vor allem der absolut fehlende Respekt. Auf Bitten, Klarstellungen und Argumente wurde nicht eingegangen. Ständig wurde ich in die Ecke mit Mystikern und kurz vor Irrlehrern gestellt. Das macht dann schon stutzig, auch wenn ich das aus manchen theologischen Ecken durchaus kenne, wenn etwas nicht passt. Da muss man wohl schneller abbrechen – kein Respekt, kein Mitspracherecht.
    Generell: du ahnst gar nicht, was man als Blogbetreiber manchmal an den Latz geknallt bekommt mit der Grundaussage: das musst du ab, wenn du ein Blog betreibst. Da sage ich: Nö. Das ist mein erweitertes Wohnzimmer und solange es respektvoll bleibt, ist da jeder willkommen, der konstruktiv (!) diskutieren will.

  13. Zurück zum Thema: Nagel uff’n Kopp getroffe, wie der Hesse sagt! Ich erlebe da bei vielen Leuten (auch bei mir selbst) den seltsamen Zwiespalt, dass durchaus das Bedürfnis und der Wille da ist, näher zu Gott zu kommen, zu ihm zu wachsen und ihn mehr zu erkennen – aber halt nur auf eine Weise, die berechenbar ist und nicht allzuviel Anstrengung verursacht. Und ich sehe doch einige, die müde und ausgeleiert sind von dem ganzen Event-Christentum. Vielleicht könnten mehr Termine mit Gott als für Gott in der Hinsicht helfen…

  14. Hi Rolf, danke für die sanfte Ermahnung…;-) – guter Ratschlag, denn die Ehrfurcht entzündet sich ja am Gegenüber, aber mit dem sollte ich auch Zeit verbringen… Mönsch, würde gerne wieder mal ein Bierchen mit dir trinken, schade, dass du so weit weg bist…

  15. wegbegleiter :
    das extrem hochgestochene der Diskussion (warum versteckt man sich hinter geschwollenen Zitaten) und vor allem der absolut fehlende Respekt.

    Kann man solche Typen nicht am elegantesten loswerden, indem man sich auf ihren Stil einlässt und ihre Argumente beantwortet? So mache ich es immer mit den Zeugen Jehovas. Sonst denken nachher noch die anderen, man hätte keine Argumente.

  16. @David: nö. Argumentieren hat nur Sinn, wenn man bestimmte gemeinsame Regeln einhält. Ansonsten gibt das ein PingPong-Spiel mit welchem Ziel? Wenn jemand gar nicht das Ziel hat, durch einen Austausch bereichert zu werden, dann wird er es auch nicht und dafür ist der Zeitaufwand einfach zu hoch.

  17. wegbegleiter :Ansonsten gibt das ein PingPong-Spiel mit welchem Ziel?

    PingPong ist auch ein Spiel, in dem man bestimmte gemeinsame Regeln einhält. Das Ziel ist, dass der bessere PingPong-Spieler am Ende mehr Punkte hat.

  18. Pingback: Furchtlos leben: Wie man die Furcht los wird « Wegbegleiter – Fährtensucher – Wellenreiter·

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