Furchtlos leben: Wie man die Furcht los wird

Wenn wir Gott eine Sache schuldig sind, dann die, dass wir niemals vor irgendetwas Angst haben (Charles de Foucauld, gefunden auf der aktuellen AUFATMEN)

Steiler Satz – aber letztlich wahr. Denn ein Christ braucht letztlich vor nichts Furcht zu haben (außer der guten und natürlichen Furcht vor Gefahr, die einen schützt). Die vollkommene Liebe Gottes treibt die Angst aus (1.Johannes 4,18). Doch wie kommen wir dahin? Die Welt bietet genug Gründe für Angst. Menschen glauben, diese mit Kontrolle minimieren zu können, glauben, Erfolg würde zum Beispiel die Furcht vor dem Versagen beseitigen… also noch ein Spruch, vom geschätzten Mark Batterson:

The antidote for the fear of failure is not success but small doses of failure (Mark Batterson, gefunden in: „IT“ von Craig Groeschel (S. 115) – übersetzt: das beste Gegengift gegen die Furcht vor dem Versagen ist nicht der Erfolg, sondern kleine Portionen von Versagen.)

Sich der Furcht stellen und sie aushalten und in der Furcht feststellen: sie ist nicht notwendig, sondern Gott trägt – immer! Er ist absolut verlässlich – das wird die Furcht austreiben. Das heisst: Durch die Furcht hindurch tauchen, IM dunklen Tal (Psalm 23) erleben: Gott führt und sorgt für den Sieg und sogar für die Demütigung der Gegner.

Dazu: auf Christus schauen. Seine Liebe. Seine ehrfurchtsgebietende Kraft. Ehrfurcht vor Gott begräbt in sich jede andere Furcht – wie schon einmal weiter unten gesagt. Ist das eine Freiheit, die uns in der frohen Botschaft geboten wird? Ich staune immer wieder neu…

Advertisements

13 Antworten zu “Furchtlos leben: Wie man die Furcht los wird

  1. Mark Batterson Zitat….nein….das Gegengift ist Liebe und Wahrheit. Das ist schriftgemäß.

    ..und ein Verständnis davon, wie der Mensch lernt….Versuch – Irrtum(Fehler) – anderer Versuch….

    Indem man sich den Lernprozess erlaubt und damit schon die Angst runternimmt, macht man weniger Fehler die einfach nur durch Angstspannung entstanden wären.

    Angst hat viele Gesichter…eine einfache Unterscheidung zwischen Angst(Bedrängung) und Angst(Schutzmechanismus) bietet die Frage: beraubt die Angst, die ich gerade verspüre, mein Leben oder schützt sie es?

    Joh 10,10 Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und Überfluß haben.

    Hast du mal ein praktisches Beispiel aus dem Alltag, wie das auf Christus schauen aussehen kann?

    Segen
    Deborah

  2. Hi Deborah: ich glaube, Batterson hat Recht – ich denke, er meint nicht das theologische Gegengift, sondern den praktischen Prozess des Einübens zur Überwindung der Angst. Ich bekomme ja viel in Christus geschenkt, muss es aber auch im Alltag ergreifen lernen. Und im Bereich Angst geschieht das nicht an der Angst vorbei, sondern wie im Psalm 23 mitten durch sie hindurch. Ich erlebe in meiner Furcht (bei mir: vor dem Versagen, vor dem Tod meiner Tochter, vor der negativen Meinung eines geschätzten Menschen) wie alte Mechanismen schwächer werden und Gott durch seinen Geist durch die Situation hindurch trägt. Ich verlerne alte Reflexe und lerne neue, geistliche Reflexe und da zeigt Batterson was wichtiges an!
    Auf Christus schauen…: tjaha, das wird nun fast mystisch….;-) – ich erlebe Christus auch, indem ich ihn anschaue. In meiner Phantasie ist da Christus und er kommt mir entgegen, ganz erfüllt von dem, was die Schrift über ihn sagt. Unsere Phantasie darf da helfen – wofern sie sich an der Schrift orientiert… Dazu: natürlich auch, indem ich Worte Jesu meinen Erfahrungen bewusst entgegensetze… das ist dann mehr der Weg über den Kopf. Emotional kann echte Anbetung helfen… das sind so meine Gedanken… deine Frage zur Unterscheidung der Ängste ist echt gut übrigens…;-)

  3. So ist es.
    Wenn ich Menschen begegne und mit diesen spreche, die wirklich von Angst und Furcht geprägt sind – mitunter noch gemischt mit depressiven Zügen – dann kommen mir die obigen Wahrheiten manchmal ziemlich billig vor. Das typisch fromme Gesülze.

    Und dennoch:
    Es ist die Wahrheit und diese macht frei.

    Erfahrbar im Aufsaugen des Wortes Gottes, im Gebet und im Lobpreis und der Gemeinschaft mit anderen Christen.

    Mehr Liebe!
    Weniger Angst!

    Halleluja!

  4. dikoss, du sprichst einen wesentlichen Punkt an, die Prägung von Kindheit auf. Haut man so einem geprägten und verletzten Menschen Bibelverse um die Ohren und den Satz: du brauchst keine Angst mehr haben, dann geht man völlig an der Realität vorbei, wie der Angstgeprägte sie hört und versteht. Er fühlt sich nicht ernstgenommen, weil er noch kein Handwerkszeug hat, der Angst zu begegnen, hindurchzugehen.

    @wegbegleiter: auf Christus schauen ist für mich nicht mystisch, sondern real praktisch im Wort:

    Vergebung für die, die einen mit Angst geprägt haben…..das hilft gleichzeitig den Emotionen, ruhig zu werden. Anbetung kann eine Maßnahme sein, ist aber in einer Panikattacke nicht möglich, um mal ein Extrem zu nennen. Anbetung kann da genausogut mißbraucht werden zur Verdrängung. Der Splitter, der die Attacke auslöst, wenn ein Trigger kommt, der muss gezogen werden: Vergebung (Vergebung zur seelischen Op, nicht die Gesprächsklärungsebene)

    Erneuerung der Gedanken: Angstgedanken durch die Wahrheit Gottes ersetzen..

    Erbe in Anspruch nehmen zur Unterscheidung: Gott hat uns keinen Geist der Ängstlichkeit gegeben, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Daran muss sich Angst messen lassen.

    Vernünfteleien beseitigen: Wenn…dann-Festlegungen, die mit einschränkender Angst unterlegt sind, kündigen und Gottes Wahrheit reinnehmen. Beispiel: Mutter besorgte sich: Kind zieh eine Mütze auf, sonst wirst du krank > Angstprägung. Der Erwachsene geht in die Kälte, hat keine Mütze auf und wird krank, weil er die Kälte fürchtet und die geprägte Furcht sein Immunsystem runterfährt. Man muss nicht zwingend krank werden, wenn man mal keine Mütze auf hat.

    Gebet vor einer schwierigen Situation: Gott eine Landebahn geben für Vertrauens- Glaubensentwicklung über die Erhörung, das Erleben der Begleitung Gottes…

    Speziallfall:
    Und: nicht jede Angst ist die eigene Angst: ich verweise da auf die Hochsensiblen, die die Angst des Nebenmannes wie eine eigene spüren können und diese Angst nicht übernehmen und zu verarbeiten suchen dürfen.

    Das Geheimnis in Psalm 23: David hatte keine Angst….er hat seinen Mangel an Liebe ausfüllen lassen. Anhand des ersten Verses könnte man beten:

    HErr, du bist mein Hirte, mir wird nichts Mangeln….Mangel will sich in Angst gerade Raum verschaffen, bitte fülle du meinen Mangel aus. Danke. Amen.

    Segen
    Deborah

  5. @Deborah: sehr gute Hinweise – als Hochsensibler kann ich das nur unterschreiben. Mystisch ist übrigens für mich kein Schimpfwort. Ich habe schon intensive Begegnungen mit Jesus in der Kontemplation (die übrigens sehr heilsam sein kann) gehabt, die anders nicht zu beschreiben waren. Angsttrigger lösen – manche Dinge sind einem wie ein Fluch eingeredet worden und müssen gelöst werden, das ist dann auch geistliche Arbeit. Prima Austausch hier.

  6. Was ist, wenn Angst eng verknüpft ist an Gott?

    Es steht geschrieben: Klgl 3:38 Kommt nicht aus dem Mund des Höchsten / das böse und das gute Geschick?

    Gott als Absender der Angst zu betrachten, nimmt der Angst den Schrecken. Ich sehe in der Angst eine liebevolle Macht am Werk, sich der Angst hinzugeben, durch sie hindurch getragen zu werden, bringt mich weiter.

    Wenn ich Gott für all das Gute verantwortlich mache, und mit freude in Empfang nehmen kann, was er mir an Segnungen zuteil werden läßt, und wer freut sich nicht über segnungen?

    Dann gilt all das auch für die negativen Dinge.
    Dann nehme ich auch Leid und Schmerz aus seinen Händen dankbar entgegen.

    gruß

  7. @wegbegleiter: Jesus in Ruhe begegenen ist eine super Sache…fällt leider oft flach, wenn der Alltag sehr fordernd ist…

    Warum mir der Batterson so mißfällt aus meiner Sicht: sensible Menschen können durch tägliche Angstportionen schleichend traumatisiert werden….so funktioniert übrigens Mobbing: systematische Zerstörung des Selbstvertrauens und Platzierung von Angst…

    Wer braucht schon täglich einen unnötigen Beschäftigungstrainer mit Angstsituationen aufgereiht wie eine Perlenkette 😉

    David gefällt mir: der hat ne Menge geschrieben, was sich sehr gut gegen Angst verwenden lässt…

    Psalm 103 gehört auch dazu: sich an die Hilfe Gottes erinnern und sich über die positive Erinnerung stärken zu lassen:

    1 Von David. Preise den HERRN, meine Seele, und all mein Inneres seinen heiligen Namen!
    2 Preise den HERRN, meine Seele, und vergiß nicht alle seine Wohltaten!
    3 Der da vergibt alle deine Sünde, der da heilt alle deine Krankheiten.
    4 Der dein Leben erlöst aus der Grube, der dich krönt mit Gnade und Erbarmen.
    5 Der mit Gutem sättigt dein Leben. Deine Jugend erneuert sich wie bei einem Adler.
    6 usw. ……………

    Positive Erinnerung wirkt direkt im Hormonsystem und gibt ein Gleichgewicht zu den Stresshormonen oder übertönt sie sogar… wir können also selber einen Einfluß nehmen. 🙂

    Segen
    Deborah

  8. @Deborah: das setzt ja voraus, dass mich die kleinen Wagnisse zwangsläufig traumatisieren – doch was stimmt dann mit meinem Glauben nicht, wenn ich Gott nie in diesen erfahre? Es geht ja auch speziell um die Angst vor dem Versagen und da ist die Methode sicherlich: etwas zu wagen und die Angst in Kauf nehmen, anstatt ein Leben lang Wagnisse zu umschiffen. In der Verhaltenstherapie bei Phobien wird das ja kontrolliert und erfolgreich genutzt: das Objekt der Phobie (Spinnen zum Beispiel) gezielt und in kleinen Dosen einsetzen und so desensibilisieren. Ich kann nur von mir reden: mir tut es gut, mich der Angst zu stellen (meist kann man ihr ja gar nicht aus dem Weg gehen) und hinterher gestärkt heraus zu gehen: Gott hat getragen.

  9. Nein…man kann einem Sensiblen keine Härte durch Ängstigen antrainieren… es geht nicht um kleine Wagnisse, sondern den teilweise brutalen Alltag…der auf Vorerlebnisse eintrifft….

    Spinnenphobie: Es ist oft zu beobachten nach solchen Desensibilisierungen, dass die Störung in den Körper verschoben wird und Krankheiten ausgelöst werden. Sehr oft ist die Spinnenphobie nur eine Verlagerung eines tiefer liegenden Traumas und nicht ursprünglich durch ein Spinnenerlebnis direkt verursacht meinen Informationen nach.
    Dazu geht diese Desensibilisierung an der Vergebung vorbei und es geschieht keine wirkliche Aufarbeitung.

    So wie du es sagst: sich der Angst stellen ist konkreter. Zu Gott zu gehen und ihn zu fragen: warum macht mir das Angst..warum hat dieser einschüchternde Mensch so einen Zugriff auf mich…fehlt mir nur ein Verhaltenstraining, weil ich das nie gelernt habe, mich zu behaupten, Grenzen zu setzen…. kenne ich meinen Autoriätsbereich nicht oder die Sachinformationen….. oder steckt etwas anderes dahinter.

    Das Grundwort hinter Angst heisst: zum Fliehen bringen. Da ist es doch besser, der Angst Beine zu machen auf die rechte Art und Weise. 😉

    Segen
    Deborah

  10. @all: ist vielleicht ein wenig alles in Schieflage geraten durch einen Übersetzungsfehler von mir? Nun steht es oben richtig, mir ist es nicht aufgefallen, da ich eh nur in englisch denke, wenn ich ein englisches Buch lese – danke Martin für den Tipp! Es geht nicht um dosierte Furcht (so stand es vorher da), sondern um den Mut zum dosierten kleinen Versagen… in diesem wird man dann eine kleine Furcht erleben, aber auch Getragensein. So is besser.

  11. Tja, Übersetzungsfehler können schon mal zu Kriegen führen, wenn sie z.B. eine höfliche Bitte in eine grobe Beleidigung verwandeln 🙂
    Als ich die Überschrift gelesen habe, dachte ich zuerst an die Ritter ohne Furcht und Tadel. Oder an die Träger der Schwarzgurte bei den Kampfkünsten, die wirklich unheimliche Gelassenheit ausstrahlen können. Oder an Ronja Räuberstochter, die sicherheitshalber geübt hat über den Höllenschlund zu springen, damit sie im Ernstfall keine Angst hat. Bei allen dreien – so scheint es mir – ist es eine Mischung aus Spiel und aus Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Aber das scheint ja genau das Problem zu sein, denn Du sprichst von der Angst vor eigenen Versagen. Die ist natürlich lähmend. Man traut sich nicht, bekommt in Folge dessen keine Bestätigung, dass man etwas kann, also steigt noch die Angst – ein Teufelskreis, im wahrsten Sinne des Wortes. Gott kann ihn durchbrechen. Doch bei mir schwingt da ein „aber“ mit. Nicht das ich an den Fähigkeiten Gottes zweifle, allerdings Gott ist Geist und wir Menschen sind immer noch körperliche Wesen, welche die Welt vor allem mit den Sinnen wahrnehmen. Soll heißen, wenn jemand geistlich geübt ist (geht in Richtung Mystik, wirklich im besten Sinne), wird er aus der unmittelbaren Begegnung mit Gott Mut schöpfen können. Für andere muss das Wort Fleisch werden. Und ich glaube, dass es keine verwegene Interpretation ist, wenn ich sage, dass der Zuspruch: Gott trägt durch auch in konkreten Handreichungen seitens der Gemeinde sichtbar werden sollte. Denn immerhin heißt es, die Gemeinde ist das Leib Christi. Wenn meine Kinder es fürchten, etwas nicht zu schaffen, denn schlage ich ihnen auch vor, es gemeinsam zu machen…
    Ansonsten: bei mir im Büro hängt der Spruch, der das danziger Wappen schmückt „nec temere, nec timide“. Dahinter verbergen sich die Gesichte viele Menschen, die durch die Furcht hindurch gegangen sind, der Furcht zum trotz gehandelt haben.
    „Fürchtet euch nicht“ heißt es so oft in der Bibel. Es ist ein Zuspruch, aber auch ein Gebot.

  12. Noch ein kleiner Nachtrag, ein Beispiel dafür, wie das Wort Fleisch wird.
    Als ich nach Deutschland kam, erwartete mich ein Zeitsprung von etwa 10 Jahren in Bezug auf die technische Entwicklung. In der Schule hatte ich zwar das Fach Informatik, doch der Computer begegnete mir dort in Form von technischen Zeichnungen. Die lassen sich ganz gut handhaben. Hier war er im täglichen Einsatz, an der Uni zum Beispiel. Ich musste mich also mit einen funktionierenden Gerät auseinandersetzen, das für mein Verständnis, völlig unberechenbar war. Ich hatte Angst. Von dieser Angst hatte ich einer Familie in meiner damaligen Gemeinde erzählt. Es waren wunderbare Menschen. Sie haben NICHT gesagt: Wir beten für dich. Ebenso haben sie NICHT mir einen VHS-Kurs empfohlen. Sie haben mich einfach zu sich nach Hause eingeladen, mir alles erklärt und mit mir geübt. Auf dieser Weise sind sie mit mir durch die Angst hindurchgegangen und ich habe gelernt, dass man Computer durchaus seinen Willen unterordnen kann 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s