Grandiose Fernsehserie: In Treatment

In Treatment ist anders. Ich kann mich selten für Fernseh-Serien wirklich begeistern (zuletzt nur in diesem Maße für „24“) – hier bin ich hin und weg. So einfach und gerade deswegen so fesselnd.

Vielleicht liegt das daran, dass diese Serie ursprünglich aus Israel kommt und dort Betipul (בטיפול) heisst und auch in der jetzigen Fassung ist das „unamerikanische“ dieser Serie deutlich spürbar.

Die einzelnen Folgen sind absolut puristisch – ein Raum, meistens nur zwei oder drei Darsteller, der Psychotherapeut Dr. Paul Weston, gespielt von Gabriel Byrne (Emmy und Golden Globe dafür!) und seine wöchentlichen Sitzungen mit seinen Patienten. Diese entwickeln sich weiter, wer jetzt noch einsteigen will, kann auf der Homepage von 3-Sat die Charaktere nachlesen. Jeden Abend zwischen Montag und Freitag zwei Beratungsstunden, komprimiert auf jeweils 25 Minuten. Nur Dialog, Blicke, Nahaufnahmen, Studien, intensive Einblicke in die Seelen von Menschen wie du und ich. Wer sich für Seelsorge interessiert, darf zwar keine intensiven Bezüge zu Gott erwarten, dafür aber jede Menge Training in feiner Beobachtungsgabe und Einblicke in das „Ticken“ der Seele – absolut hilfreich! Sehbefehl…;-)! Jeden Wochentag ab 21 Uhr auf 3-Sat – ab März nur noch jeden Mittwoch zwei Folgen. Und hoffentlich bald auf DVD.

Foto zdf/eos – gefunden in dieser Rezension des Spiegels

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9 Antworten zu “Grandiose Fernsehserie: In Treatment

  1. Hallo Christof,im Grunde kann ich mich als Fernsehmuffel bezeichen:-)
    Doch diese Serie hat mich so überzeugt,das ich(als Fan von Gabriel Byrne eigentlich irgendwie selbstredend),einfach einschalten muss,ob ich will oder nicht.
    Wie Deine Überschrift schon sagt:Grandiose Serie.
    LG
    alfruna

  2. Danke für den Hinweis. Bei meinem fast nicht vorhandenen „Fernsehkonsum“ bin ich da noch nicht drauf gestossen. Werd mir das für Montag mal vornehmen.

    Mein Ersteindruck beim Durchlesen der links hat mich etwas stutzen lassen. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass der Therapeut sich nicht in seinem Identitätsfeld (I-F)bewegt, sondern neben sich steht und die Ratsuchenden in seinem I-F und nicht in deren eigenem I-F behandelt, damit er in sich Ruhe bekommt, wenn diese dort befriedet werden. Es kann aber auch sein, dass der Urheber der Serie oder der Kommentarschreiber der Episoden diese Identitätsfeldverschiebung hat.

    Segen
    Deborah

  3. Hi Debora: schau es dir mal an – das Therapiebild, das der Serie zugrunde liegt, ist sicherlich nicht die klassische Gesprächstherapie, basierend auf einem humanistischen Menschenbild, der Therapeut pusht manchmal ganz ordentlich und seine eigenen Konflikte spielen hier und da mit hinein (bzw er ist an schlechten Tagen spürbar unterdrückt genervt von bestimmten Patienten) – aber ganz ehrlich: das ist menschlich und wohl auch unvermeidbar. Deswegen schätze ich die Gestalttherapie, weil die den Therapeuten mehr mit hinein holt in den Prozess und nicht in der Rolle des Fragenden und Spiegelenden überlässt. Das Schöne ist, dass Paul Weston ja selbst auch Supervision bekommt und wir so beobachten können, wie er als Subjekt zwischen verschiedenen Polen (dazu kommt noch die Ehekrise) agiert. Schau es dir einfach mal an – und nicht vergessen: es soll auch Unterhaltung sein…;-), notfalls lernt man halt, wie man es nicht macht… achja: ab nächster Woche kommt die Serie leider nur noch wöchentlich Mittwochs…

  4. Ja, ich werde es mir anschauen und den Mittwoch vormerken.
    Denke nicht, ich will die Serie schlecht machen oder so….. ich verstehe meinen Einwand als Impuls: wo man noch hinschauen kann um zu sehen, welchen Einfluss man als Berater hat und wie man sich davor bewahren kann, zum Spielball fremder Emotionen zu werden.

    „aber ganz ehrlich: das ist menschlich und wohl auch unvermeidbar. “ es gibt etwas darüberhinaus.
    Ich gestalte gerade die Folien für einen Vortrag für Hochsensible Helfer, damit so etwas minimiert wird ohne zu verdrängen. Sobald ich die Grafiken dazu fertig habe, schreibe ich dir pn mit Anhang.

    Segen
    Deborah

  5. @Deborah: nee, denke ich auch nicht…;-) keine Sorge. Es ist bleibt halt Fiktion, wenn auch gut gemachte und fundiert recherchierte. Ich freu mich auf die Folien… machst du öfter was für und mit HSP?

  6. Hab mir gestern abend zwei Sequenzen auf Platte gespielt und heute angesehen….
    Mein Eindruck ist bestätigt worden.
    🙂

  7. Vielen Dank für den Hinweis – klingt echt interessant!
    Und außerdem: Wenn es auf 3sat kommt, bleibt einem ja auch die nervige Werbung erspart – für mich oft DAS Kriterium dafür, ob ich eine Serie ansehe oder nicht. 😉

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