Kleiner Spruch zum Nachdenken: vom Köpfewaschen

„Es gibt durchaus viele Leute in der christlichen Szene, die gerne anderen die Köpfe waschen, aber wenige, die anderen die Füße waschen.“ (mein erster Lehrer in Sachen Seelsorge Willy Weber (Bücher von ihm hier und hier) auf einem Seelsorgeseminar heute in der FeG-Wuppertal Vohwinkel)

Der Satz steht für sich und legt sich im Leben des Lesers individuell aus… deswegen lasse ich ihn so stehen. Möge er dich segensreich bereichern. Weiterlesen in Johannes 13,1-20.

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13 Antworten zu “Kleiner Spruch zum Nachdenken: vom Köpfewaschen

  1. „14 Wenn nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr euch untereinander die Füße waschen. >
    20 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer jemanden aufnimmt, den ich senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.“

    Jemand….wie fein umschrieben für den Heiligen Geist.
    ‚Füße waschen geht‘ nur aus der Kraft des Heiligen Geistes, sonst werden Füße verletzt und können nicht mehr gehen.

  2. Huhu Deborah: eine schöne seelsorgerische Deutung, aber ich denke, hier sind zuerst die Gesandten Jesu gemeint, also die Jünger und damit auch wir, wenn wir ihn weiter geben…;-) – ich kann zumindest für deine Deutung nirgendwo Belege finden. Sorry…

  3. Können wir wirklich mit 100% Sicherheit sagen: den hat Jesus gesandt? Und den nicht? Vielleicht schickt er auch ganz ungewöhnliche Menschen? Alte Feinde, um Versöhnung herbeizuführen? Vielleicht ist es besser allen die Füße zu waschen? Symbolisch…
    Nachdenklich… Nachdem die Welt für eine Woche stillgestanden hat. Jetzt kommt sie wieder zaghaft in Bewegung… Was wird sich ändern?

  4. Vielleicht deuten manche Mitchristen das Wort aus dem Kolosser falsch, wo steht „lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit“. Das „in aller Weisheit“ wird häufig weggelassen …
    Positives Kritisieren nennt man das wohl heutzutage.
    Mir ist dann immer der Vergleich mit dem Splitter im Auge des Bruders/der Schwester im Gedächtnis …

  5. Lieber Wegi,

    es gibt beide Möglichkeiten der Blickrichtung.

    Mein Fokus wurde heute morgen auf Joh 14,16 ff besonders 26 in Gedanken gelenkt: 26 Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

    Das Fleisch will „Köpfe waschen“, der Geist Gottes besteht auf Füße waschen. 😉

  6. Deborah :
    Das Fleisch will “Köpfe waschen”, der Geist Gottes besteht auf Füße waschen.

    Der Geist will auch, dass wir uns und anderen den Schlaf aus den Augen wischen: „So seid nun wach allezeit“ (Lk. 21,36).

  7. Sagen wir es doch mal so: erst wenn wir bereit und fähig sind, anderen zu dienen, sind wir gleichzeitig auf die richtige Weise imstande, zu ermahnen.

  8. Das Kunststück, beides gleichzeitig und in ein und derselben Handlung zu tun, hat Christus geschafft: Indem er den Jüngern die Füße wusch, wies er sie auf ihre Abhängigkeit von ihm als Meister hin, mahnte demütiges Verhalten untereinander an und stellte implizit den Verräter bloß.

  9. Heike :
    Vielleicht deuten manche Mitchristen das Wort aus dem Kolosser falsch, wo steht “lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit”. Das “in aller Weisheit” wird häufig weggelassen …
    Positives Kritisieren nennt man das wohl heutzutage.
    Mir ist dann immer der Vergleich mit dem Splitter im Auge des Bruders/der Schwester im Gedächtnis …

    Ja du hast Recht. Und umgekehrt ist es genau so:
    Wer lässt sich schon gern ermahnen. Die meisten reagieren reflexartig: „Bruder, nimm doch erstmal den Balken …“, und „so lass ich mich schon gar nicht ermahnen. Da fehlt ja die Weisheit!“
    Ökonomisch würde man es so ausdrücken: Die ganze Kopfwäscherei ist am Kunden vorbeigewaschen, weil der Kunde lieber die Füße gewaschen bekommt.

  10. Nachtrag zu meinem letzten Beitrag:

    Der Puritaner Thomas Watson schreibt in „A Godly Man’s Picture“ im Kapitel über Demut (Übers. von mir):

    „Eine demütige Seele ist bereit, Zurechtweisung für Sünde anzunehmen. Ein böser Mensch ist zu hochmütig, sich unter einen Tadel zu beugen. Der Prophet Micha sprach König Ahab auf seine Sünden an, und der König sagte: „Ich hasse ihn“ (1Kön. 22,8, Elberf.). Einen stolzen Menschen zu tadeln, ist so, als gösse man Wasser auf Branntkalk, das dann umso heißer wird. Eine erweckte Seele liebt den, der sie tadelt: „Strafe den Weisen, und er wird dich lieben“ (Spr. 9,8). Ein demütig gesinnter Christ kann die Schmähung eines Feindes und die Zurechtweisung eines Freundes ertragen.“

  11. Andererseits: Manchmal, nach 38 Jahren mehr oder (eher) weniger glorreicher Pilgerschaft als Christ, in teilweise recht staubigen Wüsten, wünscht man sich sowas: Dass jemand einem anstatt den Kopf, die Füße wäscht – nicht aus Bequemlichkeit, sondern eher aus Erschöpfung, damit man sich einen Augenblick ausruhen und dann weitergehen kann.

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