Eine, wenn nicht die heilsame Haltung: Sich Gott hinhalten

Wir bekommen in diesen Tagen eine Photovoltaik-Anlage auf das Dach unseres Häuschens. Mich fasziniert das. Auch geistlich – ich wage mal ein Bild…

(Vermeintlich) Harmlose schwarz-glänzende Glasplatten werden von Sonne beschienen und – erzeugen Energie. Einfach so. Die empfangene Energie wird transformiert in nutzbare Energie. Diese muss noch durch einen Wechselrichter und dann ab ins Leben. Faszinierend. Unweigerlich muss ich an die herrlichen Zeilen des evangelischen Liederdichters und Mystikers Gerhard Tersteegen denken:

Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, lass mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen.
Sich Gott hinhalten, sich von ihm füllen lassen mit seinem Wort, seiner Gegenwart, seine Zärtlichkeit und Nähe – ja und manchmal auch seiner liebevollen Korrektur. Je mehr wir zu diesem Akt des Empfangens selbst dazu tun und Kraftanstrengung hinein geben, desto mehr zerstören wir diese Erfahrung: Gott schenkt sich auch heute und füllt uns! Gerne!
Was ist unsere Aufgabe? Uns mit allen Sinnen, Verstand, Willen, Gefühlen, aber vor allem dem Geist IHM hinhalten. Sich füllen lassen. Und dann transformieren in den Alltag. Denn jede Füllung beinhaltet auch Sendung. Ist keine Bauchkraulerei, sondern stattet mit Energie aus für das Reich Gottes. Für die Gemeinde, für den Nächsten, für die Welt. Wo auch immer es nach Gottes Willen hingehen soll.
Mir ist wichtig: Sich selbst zuerst zurücknehmen und empfangen. Harren. Warten. Auf den einzig wahren Gott, der uns in Christus so nahe kommt. Und dann los. Energie in den Alltag!
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4 Antworten zu “Eine, wenn nicht die heilsame Haltung: Sich Gott hinhalten

  1. Sehr, sehr treffend formuliert. Wie oft merke ich bei mir, dass ich dieses oder jenes zu tun oder lassen versuche und wenn es mal wieder nicht geklappt hat, denke „Ich muss mich mehr anstrengen“ oder „Ich muss mehr Willen haben“ etc.
    Dabei brauchen wir uns doch nur ihm zu öffnen und uns „von ihm füllen lassen“. Dann wird er es in uns wirken. Genau das ist wahre Freiheit!
    Nicht das verkrampfte auf uns selber schauen, sondern uns ihm ganz hingeben.
    Ein wahrer Lernprozess…

  2. Das passt zu meinem letzten blog-Eintrag: Seit dem letzten WE höre ich das Lied, von dem dort die Rede ist, jeden Tag neu an, und ich spüre, wie es nicht nur (wie anfangs) mein Gefühl anspricht, sondern langsam aber sicher tiefer sickert und sich in meinem Geist verankert. Ich halte mich den Worten (die ich als Reden Gottes empfinde) hin und sie beginnen zu wirken – eine sehr vertrauensbildende Maßnahme.

  3. Paßt zum Buch „Die Stimme des Königs“. Buchempfehlung von jesus.de
    Da geht es auch um die „Alte Stadt“, in der die Menschen mehr Anstrengung, mehr Beten, mehr Auswendiglernen von Versen etc. benutzten – und doch scheiterten. Sie alle rennen/wir alle rennen Gott hinterher, aber dabei rennt Gott doch UNS hinterher. Will bei uns sein. Bleiben wir doch einfach mal stehen! Hören! Öffnen! Und dann gehen.
    Zitat aus Deinem Buch, Christof: wir sollten keinen Marathon laufen, ohne nicht vorher dafür trainiert zu haben ;-). Gott mit uns!

  4. Zum zweiten Absatz: Äh – nein. Sie erzeugen gerade KEINE Energie. (Im zweiten vollständigen Satz steht es dann richtig.) Sie wandeln lediglich die Energie um, die sie von der Sonne bekommen. Sie sind so disponiert, daß sie möglichst viel Energie aufnehmen und in anderer Form wieder abgeben können. Dabei geben sie übrigens weniger Energie ab, als sie aufnehmen, weil ein Teil in der Umwandlung „verlorengeht“, mal unwissenschaftlich ausgedrückt.

    Theologisch ist vielleicht gerade das aber wichtig: die Energie kommt NICHT aus uns selbst!

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