Waaahnsinn ohne Veränderung: Definition und Ausweg

Die Definition von Wahnsinn besteht darin, dass man immer das Gleiche tut und dabei ein anderes Ergebnis erwartet.

Diesen Satz gelesen und nachgedacht. Nun hat der Mensch einen Hang zur Beharrung – einfach um Energie zu sparen. So hat man festgestellt, dass der Organismus genau diese beharrende Verhaltensweise fördert, damit nicht unnötig Kraft und Energie aufgewendet wird. Logisch: wenn man jeden Tag alles so tut, als wäre es das erste Mal – auweia! Was wären wir erschöpft!

Verhaltensweisen haben sich eingeschleift – auch neuronal. Also wiederholt man sie – erhöht vielleicht die Dosis… 5 Diäten haben nicht geholfen – nun noch radikaler, noch eine. Dabei ist die Wahrheit: Keine Diät hilft. Oder: Jeden Tag wird quälend und ermüdend Bibel gelesen – das macht man so. Also macht man es weiter – und bezeichnet es als Disziplin (dabei ist diese ein Geschenk, eine Frucht des Geistes). Freude hat man dabei nicht (rein hypothetisch – vielleicht gehörst du zu den Bibellesern mit viel Freude – dann hast du genau deinen Stil gefunden!).

Vermehrte Willensanstrengungen helfen an dieser Stelle nicht weiter (auch wenn manche es behaupten) – der Wille ist ja keine eigenständige Instanz, die man mal durch Entscheidung stark machen kann. Der Wille ist nur das Pferd, geritten wird es von unseren Einstellungen, dem was uns lenkt und füllt (Geschichten, Stimmen, Gedanken) – hier müssen wir ansetzen. Der Beginn eines Weges bei Veränderungen kann nur sein:

  • Das Falsche, sich stets Wiederholende endlich zu unterbrechen – es wird weiterhin nicht helfen
  • Jede Form von eigener Disziplinierung zu vermeiden – denn das würde biblisch als „Fleisch“ bezeichnet, wir versuchten – als Christen zumindest – einen unchristlichen Weg der Veränderung. „Tschakka – du schaffst es!“ ist kein Spruch des Neuen Testaments.
  • Stattdessen sollte man die Komfortzone verlassen und Neues wagen. Einen neuen Zugang, eine neue Methode, Gespräche mit einem Seelsorger oder einem geistlichen Vater oder einer geistlichen Mutter oder einfach Nichts tun. Eine Zeit lang. Kreative Leere, die gefüllt werden kann…

Fakt ist: Wir werden hart und verbittert, wenn wir 100mal gegen eine Wand laufen und das Ergebnis sich nicht ändert – vor allem dann, wenn Autoritäten behaupten, es müsste sich ändern. Ein solches Verhalten treibt in den Wahnsinn, in die Traurigkeit, in den Zweifel.

Du bist einmalig geschaffen – du hast eine einmalige Geschichte – du hast einen einmaligen Weg. Den gilt es zu entdecken – und dabei kann nur der helfen, der dich geschaffen hat. Lasse los, dann stärke deinen Geist, säe auf ihn, fülle dich mit guten biblischen Geschichten und Bildern, lass Gott deine Verletzungen und Einstellungen heilen, suche heilsame Gemeinschaft – und ein neuer Weg beginnt.

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13 Antworten zu “Waaahnsinn ohne Veränderung: Definition und Ausweg

  1. Waaahnsinn!
    Jetzt hast du mich kalt erwischt! Ich dachte, ich wäre im falschen Film gelandet.
    Also Veränderung ist angesagt. Ob mir deine Seite jetzt so gefällt, weiß ich noch nicht. Aber wenigstens dein Konterfei ist geblieben – tröstlich.
    Den Inhalt deines neuen Beitrags finde ich super und sehr befreiend.
    Immer wieder enttäuschend der Geburtstagswunsch: „Bleib so, wie du bist!“

  2. Liebe Ruth – das erinnert mich an die Geschichte von Herrn K (Berthold Brecht). Ein Mann traf Herrn K. nach langer Zeit und sagte ihm: „Sie haben sich gar nicht verändert!“ Herr K. erschrak….
    Veränderung des Blogs – die letzte Version war mir insgesamt zu blass und wenig kontrastreich und somit lesbar, die alte Version war mir zu ausgelutscht… das neue Design ist sicherlich charakterstark, polarisiert vielleicht – ich fühl mich sehr wohl drin…;-)

  3. Finde das neue outfit deines Blogs gelungen. Ist Bewegung drin…
    Das Thema Veränderung werde ich für eine Männerfreizeit im Herbst aufbereiten. Danke für deine Anregung an dieser Stelle!
    Gott segne Dich bei deinen Schritten aus der Komfortzone 😉

    Wolfgang

  4. Pingback: Zeit für Veränderung?! « jugend.b19.de·

  5. Zitat:
    „Fakt ist: Wir werden hart und verbittert, wenn wir 100mal gegen eine Wand laufen und das Ergebnis sich nicht ändert – vor allem dann, wenn Autoritäten behaupten, es müsste sich ändern. Ein solches Verhalten treibt in den Wahnsinn, in die Traurigkeit, in den Zweifel“

    Mir gefällt der Artikel ebenfalls sehr gut. Bibel zu lesen wie es mir Freude macht, bekommt mir sehr gut, insbesondere stärkt es den Geist.
    Nur oben genanntes Zitat ist mir nicht ganz klar. Soll es bedeuten, dass eine Autorität jemanden auflaufen lässt?
    Freiwillig läuft ja niemand gegen eine Wand.
    Wer hat das Recht festzulegen was bleiben und was sich ändern müsste?
    Geht es um die Leitung einer Gemeinde?

  6. @Cui bono: Die meisten Sätze, die wir in uns drin tragen, haben wir von Autoritäten übernommen und zwar ungeprüft. Lehrer, Eltern, manchmal auch Pfarrer, falls vorhanden. Beispiel Diäten: wie kann denn eine Diät bei mir nicht funktionieren, wenn drei tolle Professoren behaupten, sie würde es? Das macht bitter… oder: eine geistliche Autorität sagt mir: lege dir eine Gebetsliste an und bete sie herunter. Ich schlafe dabei ein und geistlich wird es immer schlechter mit mir, wenn ich eine solche geistliche Übung praktiziere. Eine gute Autorität hätte gesagt: das ist eine Methode, aber du musst deinen Zugang finden – probiere es aus und dann schau, was Gott dir sagt…
    Natürlich sind Autoritäten nicht im klassischen Sinne schuld – ich habe immer die Verantwortung, sie zu prüfen und notfalls auch zu widerlegen. Das aber fällt schwer, wenn zum Beispiel 75% des mainstreams sagen: so geht es und nicht anders. Da braucht man schon selbst gesunde Autorität, zu sagen: nö, für mich nicht. Segen dir!

  7. Danke Wegbegleiter jetzt ist es klar.
    Es ist sicher gut, sich beraten zu lassen aber man muss es auch hinterfragen – und – meiner Meinung nach sehr wichtig: Hinterfragen können und dürfen ohne Nachteile zu erleiden.
    Selbst wenn ein Weg für viele gut, erfolgreich, hilfreich war, kann es sein, dass es nicht der eigene Weg ist.
    Segen auch dir!

  8. Disziplin vermeiden? Wie passt das denn zu dem Bild von Paulus? Dem von dem Wettlauf?
    Und was ist mit dem „Kreuz tragen“? Gehört Unkomfortables, Anstrengendes vielleicht doch zum Christsein dazu?
    Könnte für Leute ohne Disziplin die Veränderung gerade bedeuten, es mal mit Disziplin zu versuchen?
    Mit lieben, nachdenklichen Grüßen aus Q.!

  9. Hoi Annekatrin: damit meine ich „fleischliche“ Disziplin, die aus dem eigenen Willen kommt und wie sie auch die Religiosität hervorragend kennt und bedient. Selbstbeherrschung (und darunter fällt die Disziplin) ist aber nach Galater 5 eine Frucht des Geistes. Somit hat ein Glaubensleben bei aller Anstrengung immer auch eine gewisse Leichtigkeit – wenn es im Geist zentriert ist und nicht im eigenen Leistungsdenken und falschem Stolz (ich bin ja doch ganz fähig…). Die Anstrengung auf unserer Seite – so mache ich auch gerade praktisch die Erfahrung – dafür erbitte ich Kraft und Stärke und Geistesfüllung, denn ich vermag sie nicht oder nur bedingt. So ist meine Anstrengung vor allem die: im Geist bleiben, an Jesus dran bleiben, von ihm abhängig, durch ihn stark gemacht… Segen dir!

  10. Sehr interessanter Artikel, aber leider verstehe ich immer noch nicht so ganz, wie das mit der Disziplin gemeint ist.
    Ich versuche momentan in winzig kleinen Schritten verschiedene Verhaltensweisen an mir zu ändern und bin (verhältnismäßig) sicher, dass ich eingefahrene Verhaltensweisen (also Angewohnheiten, typische Reaktionen von mir in bestimmten Situationen, halt alles, was man so macht, wenn man großenteils im Modus „Autopilot“ lebt) nur ändern kann, wenn ich ausreichend Disziplin und Ausdauer an den Tag lege….

    Viel Kraft und schönen Gruß in meine Heimatstadt!
    M.

  11. Hi Matthes – Eschweiler Jung!
    Ich versuche es mal zu beschreiben, denn mit wird dieser Unterschied auch erst in den letzten Jahren bewusst, in denen ich immer wieder versucht habe, mit Disziplin mich und mein Glaubensleben in den Griff zu kriegen. Stichwort: sich anders verhalten, mehr Stille Zeit, manche Sünden bleiben lassen etc… ich sage es ehrlich: hat nicht geklappt. Natürlich kann man mit Disziplin einiges erreichen und das möchte ich auch nicht schlecht machen. Aber an was bastelt man da eigentlich herum? Man versucht irgendwie, Christus ähnlicher zu werden. Man modifiziert und „tuned“ das „Fleisch“, die alte Natur. Die aber kann sicherlich aufgehübscht werden, für einen Christen gilt aber: du kletterst zwar eifrig und mit guter Absicht, aber an der falschen Wand hoch. Und: Ist das unsere Leistung? Römer 12,2 (bei Luther falsch übersetzt!): Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an. Lasst euch vielmehr von Gott umwandeln, damit euer ganzes Denken erneuert wird. Dann könnt ihr euch ein sicheres Urteil bilden, welches Verhalten dem Willen Gottes entspricht, und wisst in jedem einzelnen Fall, was gut und gottgefällig und vollkommen ist.

    Gott wandelt uns um. Nach Galater 2,20 ist Selbstbeherrschung eine Frucht des Geistes. Also ist sie leicht und nicht verkrampft, sie wächst einfach, sie hat eine heilige und staunenswerte Gelassenheit. Wie gelingt sie? Indem ich jeden Morgen zu Gott gehe und sage: Du bist mein Mittelpunkt, ich vermag nichts aus mir heraus zu tun (will meinen: was wirklich Bestand hat, natürlich habe ich eine eigene Kraft ohne Gott… aber soll ich die verwenden?). Hilf mir auf, gib du mir Kraft und Stärke im inneren Menschen, am Geist (Römer 11). Ich liefere mich aus, ich kapituliere. Immer wieder neu mache ich abhängig von IHM. Dann setze ich alles darauf, auf den Geist zu säen – DAS ist das eigentliche Schlachtfeld, von daher werden sich alle Dinge sortieren, reinigen, heilen, und zwar in der Reihenfolge, wie Gott es will (woher weiss ich sonst, was gerade dran ist? Wenn ich mich anschaue, ist sooo viel dran…). So bitte ich Gott, mir die Kraft zu geben, aus dem Geist zu leben und das auszuleben, was er verheißen hat und bereits in mir angelegt hat. Mittelpunkt ist aber nicht MEIN Wille (sondern seiner – der soll geschehen in mir).

    Mmmhm, ist es deutlicher geworden? Segen dir!

  12. Danke, zugegebenermaßen noch nicht ganz klar, ein Stück weit aber schon!
    Aber da mir momentan ohnehin der Kompass fehlt, wundert mich das nicht. Ich bleib am Ball und sage schon mal Danke für die guten Gedankenanstösse hier!
    Gute Kraft!

  13. Ich weiß nicht wie sich Wahn tatsächlich äußert oder anfühlt aber es ist bestimmt gut, mal inne zu halten, einen Schritt zurück zu treten.
    Wenn keine Zeit für eine ausgiebige Kontemplation oder Meditation ist, kann auch eine kurze Gebetszeit – täglich ein paar Minuten – schon hilfreich sein. Ein kleines Gebet, eine Bitte um Lebenskraft. Wer achtsam mit sich selbst umgeht, kann auch zum Segen für andere werden.

    So ist es denn auch nicht verwerflich einen vorformulierten Vers zu beten.
    Das sehr schöne Gebet an den Heiligen Geist vom 27.07. hat mich inspiriert folgenden Vers zu schreiben:

    Dir heute entgegengehen
    einen Schritt weit,
    nicht ja sagen,
    wo du nein fühlst,
    das Lächeln verweigern,
    wo dir ums Weinen ist,
    dir nicht vorenthalten,
    was du brauchst,
    deine Grenzen in Schutz nehmen,
    dich leben lassen.

    Von Antje S. Naegeli

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