Trau keinem oder: Wie Reuters Messer und Blutlache wegschneidet

Die renommierte Nachrichtenagentur Reuters hat Bilder vom Kampf auf dem Gaza-Schiff „Mavi Marmara“ manipuliert. Hier der ausführliche Artikel in der F.A.Z.

„Is all that we see or seem but a dream within a dream?“ – so fragte einst Edgar Allen Poe und lenkte den Blick weg vom rein Sichtbaren und dessen Handhabbarkeit. Dieser Gedanke wurde dann in den Schlußszenen der „Men in Black“ übernommen.  Plötzlich war die große aufregende Welt selbst nur Inhalt einer kleinen Kugel in einem viel größeren Universum.

Diese Denke gegen einen reinen Naturalismus ist nur allzu berechtigt. Es gibt mehr als das, was wir sehen und erfassen können. Das ist längst ein Allgemeinplatz in der Postmoderne. Das Problem ist: Selbst das vermeintlich Sichtbare ist oft nur manipuliert und selbst die Auswahl von Nachrichten bzw. erst recht die Manipulation derselben macht genau das mit unseren Weltsicht: manipulieren.

Brutal bewusst wurde das wieder in der ganz offenen und als „normal“ bezeichneten Bildbearbeitung von Reuters. Da wurde mal eben das Messer eines harmlosen und unbewaffneten „Friedensaktivisten“ weg retuschiert und die Blutlache eines Soldaten dito. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Hatte wahrscheinlich nur ästhetische Gründe… (oben das Original, dieses wurde zuerst ausgestrahlt und erst in späteren Versionen wurde retuschiert bzw. beschnitten – dumm gelaufen, blöd gemacht…)

Kein Foto ist heute nicht bearbeitet! Keine Werbung, kein Zeitungsfoto, kein Reisekatalog. Meist ist die Bearbeitung zumindest nicht sinnentstellend – meist hat sie ästhetische Gründe (worüber man genauso streiten kann – warum muss Angela Merkel weniger Falten haben? Sie hat allen Grund dazu!), aber die Geschichte bewusster Manipulationen ist lang…

Die Manipulation von Reuters ist ein Skandal – aber nicht ungewöhnlich. Fazit: Keine vorschnellen Urteile – denn genau diese sollen mit Manipulationen erzeugt werden.

Und für Christen gilt: Wir sollen und dürfen ehrlich sein. Echt. Denn vor Gott gilt keine Leistung und sei sie auch fromm retuschiert und manipuliert (was für ein naiver Unsinn gegenüber einem allwissenden Gott!). Fromme Heuchelei ist Gott ein Gräuel! Vor Gott gilt das ungeschminkte: DU. Mensch, werde wahr!

Bildausschnitt aus dem angesprochenen Artikel der FAZ.

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4 Antworten zu “Trau keinem oder: Wie Reuters Messer und Blutlache wegschneidet

  1. Wegretuschiert wurde nun nichts, sondern ‚lediglich‘ der Bildausschnitt verkleinert. Aber trotzdem bleibt mehr als ein fader Nachgeschmack, da die dahinterstehende Absicht nach wirklichen Retuschieraffären (auch gegen Israel!) klar ist.

    Ab in die Ecke, Reuters.

  2. Ein Skandal sieht für mich anders aus. Das Foto wurde nicht retuschiert – es wurde lediglich ein anderer, sinnvollerer Bildausschnitt gewählt. Das macht m. E. in dem Fall auch tatsächlich Sinn, weil das Bild sonst absolut missverständlich ist: Schließlich kann kein Betrachter wissen, wer das Messer hält und von wem die Blutlache stammt. Also hätte man eine erklärende Bildunterschrift einsetzen müssen, etwas wie „Ganz unten rechts sehen Sie eine Hand mit einem Messer. Die gehört einem Friedensaktivisten. Und weiter oben rechts können Sie mit etwas gutem Willen eine winzige dunkle Stelle erkennen. Das ist der Ausschnitt einer Blutlache eines Soldaten. Dass das Messer keinem Soldaten und die Blutlache nicht zu einem Friedensaktivisten gehört, müssen Sie uns jetzt einfach mal glauben.“ Also, da würde ich als Leserin mich doch direkt fragen, warum die Redaktion keine eindeutigere Aufnahme genommen hat und wieso ich mit so einem Suchbild gequält werde.

  3. Reuters hin oder her, schön ist die Tatsache, daß Jesus den Dreck von unserem Leben nicht nur wegretuschiert, sondern tatsächlich wegmacht, soweit der Osten vom Westen ….
    Grüße
    Peter

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