Hitze(3): Gemeinsamer Sakralbau für Moslems, Christen und Juden in Berlin geplant

Nein, kein Scherz. Und leider wohl auch nicht die Hitze. In Berlins Mitte soll ein Sakralbau entstehen, in dem Christen, Juden und Muslime Gottesdienst feiern. Das sagte der Pfarrer der Berliner Evangelischen Kirchengemeinde St. Petri – St. Marien, Gregor Hohberg. Nachzulesen in diesem Artikel.

3 getrennte Gottesdiensträume – ein gemeinsamer. Doch um welchen Gott geht es hier? Das Hebräische nennt die Götter der Heiden „Nichtse“ (der hebräische Ausdruck für "Nichtse" , „ælilim“) – ein amüsantes Wortspiel des Propheten Jesaja im Gegensatz zu elohim – Jahwe, dem wahren Gott. Beten also die einen ein Nichts an und parallel die anderen den wahren Gott? So wird es wohl sein. Das ist die gelebte Ringparabel

Nun ist es „in“, die drei monotheistischen Religionen zusammenzumanschen – aber es hilft ja nichts: Die Gottesbilder könnten an den entscheidenden Punkten entgegengesetzter nicht sein – kann denn Gott in sich zerrissen sein? Den einen Menschen Annahme und Gnade ohne Leistung zusagen und den anderen eventuelle Annahme ohne Gewißheit durch Leistung?

Die Selbstauflösung geht weiter. Aber ganz ehrlich: Gott ist nicht in Gebäuden – sondern unter denen, die ihn im Geist anbeten (Johannes 4,23). Davon lässt sich das Reich Gottes auch durch noch so große Geist-Losigkeiten nicht aufhalten. Das entspannt ungemein.

Wahrscheinlich werden wir eines Tages Gott fragen, was er denn von diesem gemeinsamen Tempel der Weltreligionen gehalten habe. Und er wird antworten: Welcher Tempel? Ich war da noch nie…

(Und um abschließend aus der Schublade des Moslemhassers zu hüpfen: Ich bin durchaus für einen sachlichen Dialog mit Moslems und für eine vernünftige Koexistenz – wer der Islam verbieten will, der sollte sich nicht wundern, wenn eines Tages genauso Freikirchen und andere nicht-volkskirchlichen Gemeinschaften verboten werden – Dialog ja, aber mit deutlicher Profilierung!)

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24 Antworten zu “Hitze(3): Gemeinsamer Sakralbau für Moslems, Christen und Juden in Berlin geplant

  1. Ich stimme Dir vollkommen zu. Das ist nichts als unüberlegte Ökumene und inakzeptabel. Es wäre wirklich verständlich, wenn diese drei Religionen definitiv verfolgt wären, sich einen Gottesdienstraum zu teilen, und sich (Notsituation!) damit abfinden. Aber so geht das nicht. Aber Ernstgläubige werden sich kaum dort blicken lassen….

  2. Den Satz finde ich klasse und werde ihn weiterzitieren: Gott ist nicht in Gebäuden – sondern unter denen, die ihn im Geist anbeten (Johannes 4,23)
    Amen!

  3. Lieber Blogger und liebe Lesenden,
    ich stimme definitiv nicht zu. Ich erlebe ganz praktisch in einem christlichen Team, dass wir sehr wohl gemeinsam mit einer muslimischen Kollegin für unsere Arbeit an Kindern von MigrantInnen und Flüchtlingen für Frieden und gutes Miteinander beten können.
    Das hätte ich mir bevor wir das ausprobiert haben nicht träumen lassen.

    Ja, ich habe auch ein anderes Gottesbild, als ich es in Allah (vllt. bis jetztß) zu finden meine. Aber wer sind wir (als Christen) zu sagen, dass von Herzen gebetete Dinge nicht doch bei Gott ankämen und er Gebete erhört?

    Und warum können gemeinsame Anliegen wie Frieden oder eben auch wirklich Gutes nicht auch Thema eines Hauses sein?

    Ich freu mich und bin gespannt auf weitere Kommentare :))

  4. @Janutschka: ich habe ja auch von den Gemeinsamkeiten im Glauben und speziell im Weg zum Heil und zur Gemeinschaft mit Gott gesprochen – die sind nun mal diametral entgegen gesetzt, wenn man den Koran und die Bibel ernst nimmt. Dass man sich zusammen für das Wohl eines Viertels oder für karitative Zwecke einsetzen kann – warum nicht? Zusammen zu beten, das wäre für mich in der Tat unmöglich. Denn ich komme durch Jesus zu Gott, dem Vater. Das Bild des Vaters, zu dem ich mit meinen Bitten auf den Schoß rutschen kann, ist aber für einen ernsthaften Muslim nicht denkbar, ein Vater-Unser nicht sprechbar…

    Ich zitiere einfach mal das NT, 1. Johannes 2,22: Und wer ist der Lügner schlechthin? Es ist der, der leugnet, dass Jesus der von Gott gesandte Retter, der Christus, ist. Genau das tut der Antichrist, und damit lehnt er nicht nur den Sohn ab, sondern auch den Vater.

  5. @Wegbegleiter, ich danke dir für diese klare Stellungnahme. Manches fühlt sich gut an auf den ersten Blick, vor allem Verführung in jeglicher Verkleidung.
    Der Mops auf dem herrlichen Foto scheint klüger zu sein als mancher Mensch. Er hat begriffen, dass auf dieser Strecke nichts zu holen ist, auch wenn er noch so enttäuscht guckt.

  6. @Janutschka

    das erinnert mcih an das letzte Buch der Narnia Serie, wo auch erstmal alles vermischt wird (hier Allah und Gott – dort: Tash und Aslan => Tashlan) und es dann aber zur großen Entscheidung kommt. Spannend ist es als einer der großen Verfechter und Verehrer von Tash in die andere Welt hinüberkommt und dort Aslan begegnet, den er immer abgelehnt hat. Die Schlußfolgerung von C.S: Lewis finde ich klasse: all die, die ihre Versprechen halten, die sie selbst im Namen eines „nichts“ (s.o.) abgeben sind Nachfolger des wahren Gottes und die, die ihre Gelübde nicht einhalten, selbst wenn sie im Namen von Aslan gegeben werden, sind Nachfolger Tashs…

  7. Du hast recht, Wegbegleiter.

    Joh 3,36 Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.

    Wie könnte man da gemeinsam beten, noch dazu zu dem angeblich gleichen Gott?

  8. @ wegbegleiter

    Ich nehme Dir natürlich ab, dass Du differenziert über das Zusammenleben von Christen, Juden, Muslimen denkst und keinen Hass säen willst.

    Aber wenn ich einige der Kommentare z.B. auf jesus.de lese, denke ich, dass du über manche Art der Zustimmung selbst nicht ganz glücklich sein kannst.

    Ich finde die Idee, eines gemeinsamen Hauses der Religionen, die sich auf den Gott Abrahams berufen, nicht so daneben, u.a. um ein Zeichen des guten Willens für ein friedliches Zusammenleben zu dokumentieren. Der eigene Glaubensstandpunkt soll ja damit nicht relativiert oder preisgegeben werden; da nehme ich die Initiatoren einfach mal beim Wort.

    Dass nicht alles so einfach ist und dass so ein Projekt dann an anderer Stelle wieder schmerzhafte Trennungen und Grenzen aufzeigt, muss man natürlich auch sehen.
    So ein gemeinsames Gebäude nützt dem Frieden nichts, wenn sich dann -übertrieben ausgedrückt- Christen, Juden und Muslime dann jeweils im internen Diskussionsprozess die Köpfe einschlagen oder sich beschuldigen, Ungläubigen oder dem Teufel auf den Leim zu gehen.

    Vielleicht ist es deshalb wirklich sinnvoller, mit einem großen Prestigeprojekt zu warten und darauf zu bauen, in anderen Formen der Begegnung und des Dialogs oder der gemeinsamen Aktion Zeichen zu setzen.

    Ich nehme die Worte der Bibel ernst, die vor Verführung warnen und von einer Unterscheidung der Geister sprechen. Ich bin auch dafür, dogmatische Unvereinbarkeiten zu benennen (wie es sie z.B. auch im katholischen und protestantischen Kirchenverständnis gibt), trotzdem oder vielmehr deswegen gebe ich zu bedenken:

    Jesus Christus hat nichts gelehrt, was nicht auf der Basis jüdischen Glaubens und Überlieferung steht. Jüdischer und christlicher Glaube sind voll kompatibel, doch nach 2000 Jahre starker kultureller Trennung bedarf es einenes intensiven Dialogs und gegenseitigen Erklärens, um Missverständnisse über den Glauben des Anderen abbauen zu können.

    Der Koran und die Religion Mohammeds ist durch Judentum und Christentum stark geprägt. Viele Eigenschaften mit denen der Koran „Allah“ belegt sind deshalb identisch mit jüdischen und christlichen Begriffen. Das Gottesbild ist vielleicht insgesamt ein anderes, aber „Allah“ als Götzen zu bezeichnen, trifft die Sache nicht.

    Über die Bedeutung Jesu gibt es in den drei monotheistischen Weltreligionen unterschiedliche Auffassungen. Es gibt Talmud-Stellen, die schmerzhaft despektierlich über Jesus sprechen (dagegen heute auch viele jüdische Theologen, die das nicht tun). Der Koran spricht sehr ehrenvoll über Jesus, sieht in ihm aber nur einen hervorragenden Propheten.

    Umgekehrt könnte manches an unserer kirchlich/christlich-traditionellen Glaubenspraxis
    anhand von verschiedenen Schriftstellen der jüdisch-christlichen Bibel hinterfragt werden, vielleicht auch die Praxis zu Jesus zu beten und nicht nur in Seinem Namen oder den unbefangenen Umgang mit dem Begriff Dreieinigkeit, der so nicht im Neuen Testament steht.

    Unser Glaube und unsere Praxis ist da doch zumindest erklärungsbedürftig, wenn man
    es in Bezug setzt zum Gebot „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“.
    Juden und Muslime scheinen da z.B. auf den ersten Blick eindeutiger nach dem Wort zu leben.

    Neben manchem, was sich an islamischer und jüdischer Praxis aus unserer Sicht hinterfragen ließe, sehe ich auch eine „Erklärungsbedürftigkeit“ des christlichen Glaubens den anderen monotheistischen Religionen gegenüber.

    Auf Augenhöhe diskutieren, dem anderen am besten überzeugend den eigenen Glauben vorleben, Verbündete dafür gewinnen, dass sich Muslime z.B. dafür einsetzen, dass auch in islamischen Ländern die Religionsfreiheit gelebt werden kann. Ich sehe durchaus Sinn, dafür einen Platz schaffen zu wollen.

  9. Wenn ich in letzter Zeit von diesen Schritten zur Welteinheitsreligion (nach Jenkins / La Haye) lese fällt mir immer nur ein Gebet ein: „Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.“

  10. Ich beobachte dieses verkrampfte Zusammenrücken, das Suchen nach „Gemeinsamkeiten“ und den erhobenen Zeigefinger der politischen Korrektheit, den Weltfrieden herbei beten wollen in Kirchenkreisen seit einiger Zeit mit Argwohn.

    Um es kurz klarzustellen: Ich bete auch für Frieden. Frieden in unserem Land, Frieden für Israel, Frieden für die Welt. Doch kann es in dieser gefallenen Welt überhaupt wahren Frieden, die friedliche Koexistenz von Religionen und Kulturen dauerhaft geben? Ich glaube nicht.

    Ein gutes Beispiel für (vorerst) gescheiterten Religionsdialog kann ich aus meiner Heimatstadt anbringen. In Duisburg-Marxloh wurde vor einigen Jahren die größte Moschee Europas gebaut. Mit viel Glanz und Gloria wurde in der Presse vom „Wunder von Marxloh“ gesprochen und geschrieben. Auch dort sollte dem friedlichen Miteinander von Juden, Christen und Moslems ein Raum geboten werden. Doch schon nach wenigen Jahren musste die Bevölkerung und auch die Politik erleben, dass sich das Prestigeobjekt der Integration als Büchse der Pandorra entpuppte. Der Raum der Religionsvielfalt verschwan. Mittlerweile geht es soweit, dass der Vorstand des Moscheevereins, den Duisburger Ordnungshütern und der Politik nationalsozialistische Gesinnung unterstellt. – Aus die Maus mit „Multikulti“, als wenn wir es nicht alle vorher geahnt hätten.

    Doch soll es nun mit ernst gemeinter Integration, mit Verständnis und gemeinsamen Engagement für Gemeinschaft und Fortschritt für unsere Gesellschaft nun auch aus sein? Ich denke, wir Christen stehen gerade hier in der Verantwortung, das Licht unseres Herrn in die Welt zu tragen. Ich kann mir schon vorstellen, dass eine deutliche „Profilierung“, eine klare Haltung und Überzeugung vor allem zum eigenen Glauben an Jesus Christus Heilung für die Welt verspricht. Doch leider habe ich den Eindruck, dass viel zu oft der Dialog zum Selbstzweck erklärt wird.

    Dieser Selbstzweck hat leider Jesus nicht im Mittelpunkt seiner Motivation. Und deshalb kann es nur scheitern.

    GOTT sei Dank – wir erleben in Deutschland (noch) Religions- und Glaubensfreiheit, auch wenn es gesellschaftlich immer schwerer wird, dies zu verkraften. So lange dies gilt, sind wir Christen aufgefordert diese auch zu nutzen. Genauso wie Muslime, Juden, Buddhisten, Hinduisten und Atheisten diese Freiheit auch genießen dürfen!

  11. In kirchlichen Kreisen wird ja mancher Unfug gern hochgehalten, weil er „in“ ist… aber mich wundert ein wenig, daß die Moslems da mitmachen; was bringt sie dazu?

  12. Ich habe den ursprünglichen Artikel nicht gelesen, aber ich nehme jetzt einfach mal an, dass es nicht darum geht, den Universalgott zu finden.
    Wen es nur darum geht, die gleichen Räume zu nutzen, dann können wir doch nur gewinnen. Im Aufeinandertreffen der Religionen kann sich zeigen, wo der „wahre Gott“ ist. Wenn nicht, muss man sich vielleicht fragen, wo Gott dann ist. Was haben wir den zu verlieren?

  13. @Rainer:

    Deine These, bei einem solchen Projekt allein guten Willen zu zeigen genüge, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Man baut doch auch nicht ein Flugzeug was nur halb oder schlimmer noch gar nicht fliegen kann. Die Folgen wären katastrophal. Genauso problematisch sehe ich es hier auch. Gut gemeint ist nicht unbedingt gut gemacht, sondern leider viel zu oft das Gegenteil.

    Der entscheidedende Punkt an dem sich der christliche Glaube von allen anderen Religionen oder Glaubens“richtungen“ unterscheidet liegt bei Jesus Christus. Am Ende des Tages wird die Frage kommen, nimmst Du Jesus Christus als Deinen persönlichen Herrn, Heiland und Erlöser an, ja oder nein? Dann ist es egal, wie sehr das Christentum mit dem Judentum verwandt ist. Auch das der Koran jüdische Wurzeln hat spielt letztendlich keine Rolle. Ich behaupte frech, das Gott Religionsgetue einfach nicht interessiert, auch wenn noch soviele gute Absichten dahinter stecken. Von Jesus aus soll unser Leben bestimmt sein. Dieser Glaube beruht auf persönliche Erfahrung und vielmehr noch, auf Beziehung. Und das beste ist, dann klappt’s auch mit dem Frieden, denn wahrer Friede kommt nur von Jesus. Jesus spricht nämlich davon, dass er uns den Frieden geben wird. Er spricht von ganzheitlichem Frieden, auf allen Ebenen, vom „Shalom“ (Joh. 14,27)!

  14. @Wolfram: nun, der Koran sieht die Täuschung der Ungläubigen zur Gewinnung politischer Macht zur Durchsetzung der Scharia als Mittel durchaus vor… damit will ich nicht unterstellen, dass es nicht auch muslimische Gruppen gibt, die einen toleranten Islam vertreten – die Problematik ist es, diese Gruppen auseinanderzuhalten und ehrlich: sie schaffen es ja selbst nicht und sind untereinander verfeindet bis zum geht nicht mehr. Es gibt immer noch keine breite muslimische Stimme in Deutschland.
    @toex: so sehr ich deine originellen und quer gedachten Zwischenrufe mag – den finde ich etwas pragmatisch naiv gedacht. Denn entscheidend ist doch nicht, welch hehre Motivation im Kern dahinter stehen mag, sondern was hinten raus kommt. Der Blick von außen wird sich zusammen fassen können auf: Die beten alle den gleichen Gott an. Und genau das wird ja auch zunehmend, nachdem es wie ein Mantra auch von Kirchenvertretern breit getreten wurde, von Christen behauptet. Ich sage es noch einmal: das Gottesbild des Islam ist mit dem der Bibel in den entscheidenden Punkten nicht vereinbar – also sollte man auch nicht nach außen den Eindruck vermitteln.

  15. @Wegbegleiter: Du hast schon recht, man sollte nicht den Eindruck vermitteln, dass die Religionen im Prinzip vereinbar sind. Aber ob das geschieht, hängt doch von den Menschen vor Ort ab.
    Was ich eigentlich sagen wollte: Wenn die 3 Gruppen so eng Gottesdienst feiern, dann kann es doch passieren, dass die anderen sehen, dass wir (Christen) etwas haben, was ihnen fehlt – dass sehe ich als Chance.
    Am Ende kommt es doch gar nicht auf die Räume an, sondern was die Menschen daraus machen, bzw. wie Gott wirkt. Man stelle sich nur mal vor, dort kommen plötzlich massenweise Juden und Muslime zum Glauben an Christus (Oder auch nur ein einziger!!)!

  16. Hi Wegbegleiter,
    du hast in der Antwort an Janutschka geschrieben, dass du mit Vertretern anderer Religionen nicht beten kannst, weil du über Christus zu Gott gelangst und die anderen diesen Weg nicht teilen. Dabei hattest du Muslime vor Augen.
    Im Artikel ging es aber um Christen, *Juden* und Muslime. Wenn man dein Argument beim Wort nimmt, dürfte man dann auch nicht gemeinsam mit Juden beten. Denn Juden teilen nicht den Glauben an Christus, hätten also – nach deiner Aussage – einen anderen Gott. Das ist aber nicht der Fall. Christus zeigt uns den selben Gott, den die Juden schon längst (ohne Christus) angebetet und verherrlicht haben.
    Natürlich gibt es für mich als Christen nur den Weg über Christus zu Gott. Aber es wäre sehr anmaßend zu sagen, dass damit Juden einen falschen Gott anbeten, einen „Nichts“ im jesajaschen Sinn. Vielleicht ist auch gegenüber Muslimen eine gewisse Demut angemessen, die Aufrichtigkeit ihres Gebets zu dem einzigen Gott zu würdigen – und eine gewisse Demut gegenüber unserem Gott, dass er sich auch angesprochen fühlen könnte, wenn ein Muslim ihn mit Allah anredet.
    (Das relativiert natürlich nicht die theologischen Unterschiede, keine Frage.)

  17. Huhu Diet – ich habe ja deswegen auch vom jüdisch-christlichen Gott gesprochen, denn in der Tat ist dieser einer und derselbe und eines Tages werden wir auch gemeinsam anbeten können…;-) – um Gottes Willen: wo habe ich behauptet, dass der Gott der Juden ein Nichts ist? Das wäre absolut falsch und daneben. In Christus hat sich der ultimative Wille Gottes offenbart – aber das heisst nicht, dass ein Jude deswegen plötzlich zu einem anderen Gott betet…

  18. Ich halte den Ursprungsartikel aus kath.net für eine Ente aus dem Sommerloch. Es gibt in Berlin eine Initiative „interreligiöses Zentrum“, die sich eine zentrale Bildungsstätte für Aktivitäten des interreligiösen Dialogs wünscht. Zuletzt gab es zur Eröffnung des Tempelhofer Feldes – nach Stillegung des Flughafens – Überlegungen, dort so etwas zu insitutionalisieren. Gedacht ist vorrangig an Bildungs- und Informationsangebote.
    Mehr dazu hier:
    http://www.irzberlin.de/wir.htm

    Geld für ein solches Gebäude hat erst einmal keiner.

    Dass der Ursprungsartikel schlecht recherchiert ist, zeigen einige Details, die schlciht und einfach nicht stimmen:
    „Auf jüdischer Seite sei man im Gespräch mit einer Gemeinde, die von einer Rabbinerin geleitet wird“
    Es gibt keine „Gemeinde, die von einer Rabbinerin geleitet wird“, sondern eine jüdische Gemeinde, mit acht Synagogen. An einer dieser Synagogen amtiert eine Rabbinerin.
    Weiter heißt es: „eine von einer Frau geleitete Gemeinde (würde) vom orthodoxen Judentum nicht anerkannt“. Auch das stimmt nicht. Vorsitzende der jüdischen Gemeinde zu Berlin ist mit Lala Süsskind eine Frau. Orthodoxe haben damit kein Problem, weil eine Gemeindeleitung keine lg-ttesdienstlichen Funktionen / Aufgaben hat.

  19. Ergänzung: Ich habe mich noch etwas umgehört und umgeschaut. Bei Deutschlandradio wird berichtet, daß ein evangelischer Pfarrer einen interreligiösen Sakralbau plant. Das hört sich doch schon etwas anders an.

    Nur: Ich frage mich, wer sowas braucht. Für Juden und Muslime sind gemeinsame interreligiöse Gebete und G-ttesdienste mit wem auch immer sowieso kein Thema.
    Kirchen, Moscheen und Synagogen gibt es in der Stadt. Wer wissen will, wie die anderen beten, kann dann in den entsprechenden G-ttesdienst gehen. Als Gast beim anderen dabei sein ist doch völlig ausreichend. Vom jüdischen G-ttesdienstverständnis her wäre es schwierig eine interreligiöse Veranstaltung darauf zu machen. Außerdem sind G-ttesdienstformen gewachsen und gehören zur religiösen Intimsphäre. Es gibt genug, was Christen, Juden und Muslime gemeinsam im Rahmen des interreligiösen Gesprächs tun können bis hin zum gemeinsamen gesellschaftlichen Engagement bei lokalen Problemen …

  20. Wenn Gott die Menschen liebt, dann sollte er alle ihre Gebete erhören. Gott ist weder dumm noch engstirnig, er weiß, wie unterschiedliche Glaubenssysteme entstanden sind – oder sagt er:“ Pech gehabt, falsche Religion, du kommst in die Hölle?“ So blöd sind nicht ja nicht mal wir.
    Die Vorstellung, Seite an Seite mit Juden, Christen und Moslems zu stehen und Gott um Hilfe zu bitten bei der Überwindung des jahrtausende alten Hasses zwischen den Religion, ist wunderschön. Denn die Geschichte hat gezeigt, dass der Weg den die Weltreligionen fordern, nämlich die Andersgläubigen zu bekehren, nicht funktioniert- zur sehr wird in die Köpfe gebrannt, dass die eigene Religion die einzig wahre ist. Eine Diskussion der unterschiedlichen Wertvorstellungen kann erst gefolgen, wenn man bereit ist, die anderen Religionen zu schätzen.
    Zumindest einen gemeinsamen Nenner haben wir doch schon: der Wunsch nach Frieden: Shalom, Salam aleikum, Friede sei mit Euch (sorry wegen der Rechtschreibung)
    Das ist ein Anfang, aus dem weiteres folgen kann.
    Danke, dass du über das Projekt informiert hast, es macht Hoffnung!

  21. @Antje: aha. Tja, wenn denn in den letzten Jahrzehnten allgemeines Friedensgeschwurbel geholfen hätte… wenn die gleich-Gültigkeit aller Religionen nicht zu einer Gleichgültigkeit gegenüber Gott geführt hätte…. der dann nämlich zwangsläufig zum unkonkreten Abstraktum werden muss… dann würde ich dir zustimmen. Sagen wir es so: ein Gott, der die Feindesliebe des Neuen Testaments mit der Unterjochung und Hintergehung der Heiden im Islam gleichermaßen als Weg zu sich akzeptiert – na, den könnte ich nicht mehr ernst nehmen. Hilft nur eins: Koran lesen, Neues Testament lesen – und sich ernsthaft und intellektuell redlich fragen, ob das Wege sind, die nebeneinander gleichwertig existieren können bei einem nicht schizophrenen Gott. Aber klar: wenn man Jesus Christus als menschen gemachtes Glaubenssystem sieht, kann man so denken. Muss man aber nicht.
    Nachtrag: die Bibel kennt keinen Zwang zur Bekehrung. Aber zum entspannten Zeugnisgeben. Warum soll man auch von der schönsten Sache der Welt schweigen? Glaube, der aufgezwungen wird, ist Ausfluss eines Machtssystems (so wie im Koran, der die Einführung der Scharia als höchstes Ziel in allen politischen System verlangt, so wie bei manchen kirchlichen Missionierungsfeldzügen des Mittelalters und der jüngeren Neuzeit), dem Neuen Testament ist so etwas fremd.

  22. Lieber Wegbegleiter,
    bei mir ist keine Gleichgültigkeit: ich glaube von ganzen Herzen und mit ganzer Seele an Frieden, Freiheit und Liebe.
    In allen Weltreligionen finde ich diese Werte in der einen oder anderen Form repräsentiert.
    Leider mischt sich in allen Religionen auch wieder Hass, Angst und Gewalt mit rein.
    Z.B. die Sintflut in AT, da wird Gottes Name dazu missbraucht, das langsame Ersaufen von Menschen-unvollkommen wie ich und du- durch 40 Tage Regen zu missbrauchen. Stell Dir doch mal konkret vor, wie die alten Frau mit ihren Enkeln auf ihr Haus klettert und das Wasser steigt und steigt?
    Ich denke, es gibt so gut wie keinen Menschen, der nicht schon mal was Gutes getan hat. Deshalb ist kein Mensch in der Hölle am richtigen Platz.
    Ich suche wirklich sehr Gläubige, die Gewalt in jeder Form ablehnen.
    Wo ist diese Religion?
    Und wie kann der Wunsch nach Frieden Geschwurbel sein? Frieden ist der Anfang von allem und ich denke, Jesus wollte uns dies sagen.

  23. @Antje: ich bestreite nicht, dass Menschen Gutes tun – aber sie sind eben auch Sünder. Ich zumindest. Wie geht man damit um? Meine Erfahrung ist: sich vorzunehmen, ein besserer Mensch zu werden – das funktioniert nicht. Ich habe 10 Jahre buddhistisch praktiziert und Selbstentleerung versucht, nee… was hilft: Gnade, Liebe, Vergebung und das Geschenk der Umwandlung des Herzens. Und genau diese Faktoren finden sich im Neuen Testament. Die kann ich mir selbst nicht zu sprechen, die muss ich gesagt bekommen. Von Gott. Und nur im NT kommt uns Gott so entgegen. Der Islam, gerade die jüngeren Schriften des Koran sind voller Hass und Verachtung (neben sicherlich auch schönen Aussagen) und Mohammed hat seine Macht gewaltsam ausgebreitet. Was die Christen eben in den ersten 250 Jahren nicht gemacht haben! Reden wir nicht von der Schande hinterher – die hatte mehr mit Politik und Macht zu tun denn mit Jesu Botschaft! Deswegen: von Frieden reden ist prima – ist aber Geschwurbel als Absichtserklärung (was ich dir nicht vorwerfe!), und davon haben wir mehr als genug gehabt. Friede fängt bei mir an. In meinem Herzen. Taten sind entscheidend. Und wenn ich da mein Leben anschaue, dann weiß ich, wer das in mir bewirkt. Es ist aber eben kein Unfriede, deutlich zu sagen, dass man den Islam diesbezüglich für eine Verirrung hält. Friede um jeden Preis, auch um den Preis der Wahrheit – das wäre ein schaler und falscher Friede (so funktioniert auch keine Ehe durch Verschweigen von Problemem um des lieben Friedens willen). Im Gegenteil: gerade die Liebe zu den Menschen möchte sie hinweisen auf den Weg der Freiheit! Segen dir!

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