Zum gelassenen Wochenstart: Das ganze Evangelium in einem Vers

Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte (rhema), die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben (zoe). (Johannes 6,63)

Wenn du einen kleinen Vers zum Auswendiglernen und mit dir Herumtragen benötigst – dann empfehle ich dir heute diesen! Nimm ihn mit und bedenke ihn eine Woche lang. Nicht intellektuell, nicht emotional – sondern kaue ihn wieder wie eine Kuh das Gras und schaue, wo dein Herz, dein Geist berührt wird.

Wo die alte Natur, das Fleisch, im Mittelpunkt steht (also Wille, Gefühl, Verstand) da nützt es nichts. Diese Dinge sind gute Diener, aber schlechte Mittelpunkte des Lebens. Deswegen stehe ich auch intellektuellen Diskussionen über Bibelverse und über die Existenz Gottes oder des Teufels etc. egal ob mit Christen oder Nichtchristen zunehmend kritisch gegenüber. Sie bringen zumeist nichts. Weil sie auf der falschen Ebene laufen. Schon Paulus sagt, dass die Menschen ohne Geist all das für Blödsinn halten – eben weil sie keinen Geist haben. Aber auch Christen können erstaunlich geist-los über die Bibel diskutieren und sich die Köpfe einschlagen… dabei geht es darum, dass das logos (Wort) zum Rhema wird, zum erfahrenen Wort, zum Wort als Ereignis. Sonst ist es tot.

Man kann jahrelang Bibel lesen und Atheist bleiben. Die Bibel ist kein magisches Buch – und gerade deswegen GottesWort in Gänze. Deswegen zählt auch nicht der Mythos der Wörtlichkeit einer Übersetzung (den es nicht geben kann, weil es DEN Urtext gar nicht gibt und jede Übersetzung schon semantisch Unschärfen beinhaltet), sondern die Erfahrung, dass durch Gottes Geist in unserem Geist das logos zum rhema wird. Erfahren, treffend, Herz verändernd, heilsam, hinterfragend, aufbauend, irritierend.

In Bezug auf einen solchen Vers lesen viele (mich eingeschlossen) zu oft mit einer schiefen Perspektive Bibel – und dann wird sie schnell langweilig und das Bibellesen zur Routine. Sie soll uns nicht begeistern, nicht intellektuell aufbauen (auch Erkenntnis ist im NT kein Kopf-Begriff!!), sondern unser Innerstes berühren. Wenn das geschieht, wird das auch unser Fühlen und Denken nicht unberührt lassen – aber als Folge, nicht als Ausgangspunkt.

Das Ergebnis? Leben!! Nicht bios, sondern zoe in diesem Vers. Erfülltes, geistliches Leben in überströmender Großzügigkeit Gottes. Wodurch? Durch Jesus. Einen anderen Weg gibt es nicht. Denn nur durch ihn ist selbst ganz unten diese Fülle erfahrbar, wie ich gestern dankbar erleben durfte beim Besuch eines krebskranken Mannes aus dem Umfeld der Gemeinde in den letzten Stunden seines Lebens… Abgemagert und vom Krebs gezeichnet, doch wie übernatürlich, wie großzügig und zart war der Raum dieses Sterbenden mit der Gegenwart Gottes gefüllt. Keine Angst. Stattdessen: Tränen und Lachen gleichzeitig. DAS ist zoe – darunter sollten wir es nicht tun…

Im Angesicht dieses Rhemas, das Zoe bewirkt – des sich ereignenden, lebendig machenden Wortes mitten in den Zusammenhängen des Lebens – zerbröseln alle klugscheißernden Diskussionen, seien sie christlich oder was auch immer, wie der Vampir in der Morgensonne.

(Mehr zu diesem Thema findet sich in meinem aktuellen Buch „Lass dich fallen und flieg“)

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26 Antworten zu “Zum gelassenen Wochenstart: Das ganze Evangelium in einem Vers

  1. Wir sollen nicht auf unser „Fleisch“, sondern auf den „Geist“ bauen. Mit eigener Kraft können wir nicht überwinden, wir brauchen die Kraft GOTT-es. JESUS sagt: „MEIN Wort ist Geist u. ist Leben!“ So haben wir durch JESUS „ewiges Leben“ empfangen. Wir dürfen in dieser Hinsicht sicher sein, es ist keine unsichere Hoffnung. Schon jetzt sind wir im Besitz des „ewigen Lebens!“ Sollten wir auch finanziell knapp sein, GOTT gibt uns wahren Reichtum, so daß gleichsam von unserem Leib „Ströme lebendigen Wassers fließen!“ Die Bibel sollten wir nicht vernachlässigen, auch dann nicht, wenn wir meinen, wir kennten sie doch schon. Bis zum Ende unseres Lebens werden wir mit der Bibel nicht fertig werden. Johannes schreibt: „GOTT-es Wort ist so reichhaltig, dass es auch alle Bibliotheken der Welt nicht fassen könnten.“ Wenn es auch kein magisches Buch ist, so geht doch eine innere Kraft von ihm aus. „Der Hl. Geist wird Euch an alles erinnern, was ICH Euch zu Lebzeiten verkündigt habe!“ (JESUS.) Auch heute ist JESUS unser HERR u. Meister u. wir SEINE Jünger. Darum ruft JESUS Dir zu: „Komm! und folge MIR nach!“ So werden wir auch das Ziel erreichen. Auch, wenn wir kein konkretes Ziel vor Augen haben, geht uns doch JESUS voran u. wir brauchen nur darauf achten, dass wir nicht vom rechten Weg abkommen. JESUS sagt von SICH SELBST: „ICH bin der Weg, die Wahrheit u. das Leben, Niemand kommt zum Vater als nur durch MICH!“

  2. Ich finde Deine deutliche Schreibweise immer wieder herzerfrischend :-)!
    Mir gehen solche klugscheisserischen Diskussionen so auf die Nerven – egal, ob von Außenstehenden oder Mitgeschwistern. Da frag ich mich dann, um was es dort eigentlich wirklich geht: ums Recht haben, oder um das Wort ansich. Schön, Deine Worte dazu hier zu lesen. Auch den Satz mit dem Mythos der Wörtlichkeit der Übersetzung trifft es genau.

    Segen!

  3. Und bevor ich das hier las, zitierte ich an anderer Stelle aus deinem Buch folgendes: „Haben wir doch einfach mal den Mut, Bibelstellen stehen zu lassen, die wir nicht verstehen können, anstatt sie zu rechtfertigen und platt zu erklären, vor denen, die kritisch nachfragen. Lassen wir doch nicht den wilden, geheimnissvollen Gott mutieren zum Bettvorleger des beunruhigten Gewissens. Ich (Sabina, nicht nur Ole) mag den wilden und durch und durch geheimnisvollen Gott. Es muss nicht immer der erklärbare und offenbarte Gott sein, es darf auch der geheinmissvolle Gott sein. Jesus hat dich (Ergänzung: der du gerade hier bist und dies liest) doch lieb, dass ist das was zählt.“

    *grins*

  4. Zoe – Leben im Überfluss in der Gegenwart Gottes, nichts geringeres sollten wir Christen erwarten.

    Oft wird dieses Zoe im Zusammenhang gewissen Formen des Wohlfühlevangeliums missbraucht – viel zu oft. Bei mir ging es teilweise auch schon so weit, dass ich dachte: Tue Dies und tu Jenes, das ist Gott gefällig und du wirst Leben im Überfluss haben: Finanzen ok, Frau ok, Familie ok … Was für ein Teufelskreis!

    Keine Frage: Gott möchte uns das alles schenken, uns soll es sowohl materiell als auch (vor allem) immateriell gut gehen, sehr gut, sogar! Doch sieht Gott als erstes das Herz an.

    Ich kann’s (noch) nicht final beantworten, aber ich habe in letzter Zeit erahnen dürfen, was „Zoe“ heisst: Leben in der Gegenwart Gottes und in der Gewissheit des ewigen Lebens. Gegenwart Gottes heisst für mich ohne wenn und aber: Jesus Christus anzugehören. Das ist eine fundamentale Wahrheit, die man erfahren muss um für sich in Anspruch zu nehmen. Wer die Sorge hat, diese nie erfahren zu können sollte sich daran erinnern, dass Gott verspricht: Wer mich von ganzem Herzen sucht, von dem werde ich mich finden lassen! Also, mein Appell lautet: Erforsche dein Herz! Gott tut es nämlich auch!

    Aus meiner Erfahrung als Christ kann ich sagen, dass nur, wenn es im Herzen stimmt, Gott auch wirken kann. Das Herz kann so verstockt sein, dass ich in der Lage bin, den Segen, mit dem Gott mich (eigentlich) beschenken möchte, zu blockieren. Das ist Sünde, Gott aus dem eigenen Leben auszuklammern, so zu tun, als gäbe es Gott nicht. Doch auch hier gilt Gottes Zusage: Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, dann ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. (1. Joh. 1,9)

    Weiter unten im Johannesbrief steht: …wenn uns unser Herz nicht verdammt, so haben wir Zuversicht zu Gott, und was wir bitten, werden wir empfangen; denn wir halten seine Gebote und tun, was vor ihm wohlgefällig ist (1.Joh 3,22). Also, es geht doch!

    Jesus lebt!

  5. Hmm, vielleicht kauf ich mir doch einmal dein Buch.

    Was du hier beschreibst mit dem alten Mann hat mich auch einmal berührt. Du weißt ja, ich habe Schizophrenie, und vor etwa 3 Jahren ging es mir etwas besser und ich erhielt eine Kur. Es sollte ausgetestet werden ob ich noch einmal wieder arbeiten gehen kann. Erst lief es ganz gut dann kam die Schizophrenie wieder hoch und es war zu anstrengend für mich und ich bestand den Test nicht. Am letzten Tag ging ich zu meiner Ärztin und sie sagte mir das, und dabei war das ganze Zimmer so wie du es beschrieben hast, voller Trost und Freundlichkeit und friedlichem Lachen. Kurz vorher dachte ich noch es ist alles aus, doch danach wurde mir wohl. Ein halbes Jahr später wurde ich getauft. Die Schizophrenie ist immer noch da, aber mit Gottes Hilfe ist es so daß es keine große Belastung mehr ist. Ich habe sehr viel Leben und Gottes Liebe ist da drin und ich bin oft zufrieden.

    Die intellektuellen Sachen würde ich aber nicht komplett entwerten. Es gibt eine Intellektualität die fleischlich ist, keine Frage, es gibt aber auch eine die geistlich ist. Den Verstand würde ich auch nicht komplett fleischlich nennen. Solange er den Geist nicht ignoriert gehört er zum Glaubensleben dazu. Der Verstand ist eigentlich der Punkt wo wir Gläubigen noch mit den Ungläubigen beieinanderstehen, wo da ein Weg ist auf dem wir manche Schritte des Lebens gemeinsam gehen können. Ich habe im Internet Menschen getroffen die ungläubig waren und den Verstand dazu benutzen vor Gott wegzulaufen. Ich habe aber auch Menschen getroffen die noch nicht viel von Gott wußten, die auch kein großes Interesse am Christentum haben aber die zum Beispiel meine Gedichte und meine Texte auf Internetforen gut fanden, die ein Bedürfnis nach Glaube, Liebe und Hoffnung haben und diese nicht gleich entwerten.

    Menschen sind oft schlimmer als man hofft, aber auch oft besser als man befürchtet.

  6. .. sehr gut, Sebastian. Du solltest Gemeinde leiten – was immer auch weiträumig mit „Gemeinde“ für dich gemeint ist und Gott unter „leiten“ für dich versteht.

    In 5 Absätzen hast du das Evangelium erklärt! Blessing.

  7. Hi Daniel – danke für deine Offenheit! Nein, mir ging es nicht darum, den Verstand abzuwerten – die Gefühle genauso wenig. Beide sind im Bereich der Seele (biblisch gesprochen) und wenn sie vom Geist her durchdrungen und geheiligt werden, sind sie großartige und Gott gewollte Werkzeuge!! Wir sollen denken und fühlen lernen wie Jesus! Nur: beides taugt nicht als Ausgangspunkt und Mittelpunkt – dann wird es fleischlich…;-)

    @Sabina: ja, der Sebastian ist prima, gelle? Bin froh, ihn zu kennen und zusammen mit ihm und seiner Frau in einer Gemeinde zu sein…;-D

  8. @Sabina: ich halte es gerne mit Paulus in Römer 1,12b: wir bereichern und ermutigen uns gegenseitig mit unseren Gaben… toll, was man von Geschwistern alles lernen kann.

  9. Hallo Sebastian,
    „Keine Frage: Gott möchte uns das alles schenken, uns soll es sowohl materiell als auch (vor allem) immateriell gut gehen, sehr gut, sogar! Doch sieht Gott als erstes das Herz an.“
    SAG DAS MAL EINEM OBDACHLOSEN, ASYLANTEN, EINER ALLEINERZIEHENDEN MUTTER, DEN ARBEITSLOSEN … Um solche Gedanken zu haben, muss man ja voll und satt sein oder auf dem Weg der Heiligkeit.
    Nichts für ungut,
    Doris

  10. Liebe Leute, danke für den Zuspruch. Ich hoffe, dass ich Jesus durch meinen Beitrag groß machen konnte.

    @doris: Wäre es nicht verantwortungslos, eben diesen Personen das Evangelium vorzuenthalten? Jesus hat sich doch eben mit Obdachlosen, Asylanten, Prostituierten, Verbrechern, Arbeitslosen, also mit den ärmsten Säuen unserer Gesellschaft abgegeben und hat sie geheilt. Und genau das geschieht heute auch und soll auch weiter geschehen.

    Gottes Zuspruch gilt gerade für diejenigen, die geistliche und materielle Dürre erfahren. Nicht selten ist es so, dass Mangel, in welchen Bereichen auch immer mit geistlicher Armut einhergeht. Doch Jesus sagt in der Bergpredigt: Selig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Himmelreich! Gott möchte also alle Bereiche unseres Lebens in Ordnung bringen, ich betone: Alle!

    Bitte, Doris, verstehe mich nicht so: Alle die Mangel erleben, für die gibt es ein schlichtes Patentrezept und im nu sind alle Probleme beseitigt. Oder: Mit Gott ist alles easyund ab dem Tag der Umkehr herrscht nur noch Friede und Freundlichkeit. Das ist Wohlfühlevangelium und hat mit Gottes Wahrheit nichts zu tun. Aber: Der heilige Geist hat die unausprechliche Kraft Leben zu verändern und komplett umzugestalten. Gott möchte, dass er durch uns verherrlicht wird und dafür hat er eine unendliche Vielfalt von Möglichkeiten für jeden Einzelnen.

    Nein, ich bin nicht satt. Ich habe Durst und Hunger nach dem lebendigem Wasser und dem Brot des Lebens, großen sogar!

  11. Hallo Sebastian,

    „Wäre es nicht verantwortungslos, eben diesen Personen das Evangelium vorzuenthalten? Jesus hat sich doch eben mit Obdachlosen, Asylanten, Prostituierten, Verbrechern, Arbeitslosen, also mit den ärmsten Säuen unserer Gesellschaft abgegeben und hat sie geheilt…“

    Sehr richtig.
    Hast du persönlich schonmal einem Obdachlosen dein Heim zum Übernachten angeboten?
    Hast du einem Asylanten in deine Tischgemeinschaft aufgenommen?
    Bist du schon in ein Bordell oder auf den Strassenstrich gegangen und hast dich mit den Frauen unterhalten?
    Hast du mit einem Arbeitslosen intensiv nach einer Arbeit geucht?
    Bevor du das Evangelium verkündest, musst du mit dem Menschen auf TUCHFÜHLUNG gehen, ihn speisen mit dem Nötigsten (s. Brotvermehrung), danach kannst du tiefer gehen –

    „Nicht selten ist es so, dass Mangel, in welchen Bereichen auch immer mit geistlicher Armut einhergeht.“

    Das glaube ich nicht! Geistliche Armut ist meistens bei denen zu finden, die keinen Mangel im landläufigen Sinne leiden.
    Vor allen Dingen bei jenen, die den Propheten geben. Entschuldigung für mein hartes Urteil, aber ich säh dich mal gerne für nur einen Monat lang mit 2 Euro pro Tag leben, in einem Umfeld von Verbrechern usw. Die erste Zeit würdest du wahrscheinlich noch intensiv beten und predigen. Spätestens bei Hunger und Durst würdest du zu Gott schreien und irgendwann würdest du verstummen… weil da einer zu dir kam, der was vom Evangelium erzählte und dann wieder abgezischt ist!

    Will hier nicht als Moralprediger auftreten, denn auch ich bin weit entfernt, all das oben Genannte in die Tat umzusetzen – geschweige bin ich voll von Gottes Geist durchdrungen.
    Ich glaube ganz sicher, dass Jesus heilt und dass der Geist Veränderungen schafft, aber ich finde es auch zu abgehoben, nur zu lamentieren.

  12. @Doris: ich melde mich mal zu Wort und frage: woher kommen deine spürbaren Aggressionen? Vielleicht verneinst du diese, aber sie sind deutlich spürbar zum Beispiel in den unüblichen Großbuchstaben deiner beiden letzten Kommentare? In deinem „harten Urteil“! Hast du schlechte Erfahrungen mit Christen gemacht, die praktisch nicht helfen konnten/wollten? Du kennst weder die Geschichte von Sebastian noch zum Beispiel von mir – warum unterstellst du per se, dass er nie Tuchfühlung mit bedürftigen Menschen hatte? Ich finde das so in dieser Art nicht in Ordnung!
    Ich denke, es ist wichtig, in seinem Umfeld nach Bedürftigen zu gucken und da ist so mancher Akademiker im Geiste ärmer als ein materiell Armer. Warum soll ich um jeden Preis zu jenen gehen, zu denen ich keinen natürlichen Draht habe, wenn ich unter den anderen wie von selbst arbeiten kann? Fakt ist doch: das, was du verlangst, kann ein Einzelner kaum so leisten. Gemeinden schon eher, indem sie eine diakonische Idee haben und damit einer Stadt oder einem Dorf dienen. Einzelne gehen daran fast zugrunde. Man rechnet, dass ein Mensch aus dem Randgruppenmilieu (Obdachloser etc) eine Person komplett bindet in ehrenamtlicher Arbeit. Das geht oft auch über die Kräfte… was anderes ist es, wenn jemand aus diesem Milieu kommt. Wir haben eine Frau in der Gemeinde, die früher Drogenabhängig war und jetzt genau in diesem Milieu arbeitet und unterstützt wird. Nur als Beispiel… wenn ich das versuchen würde, wäre das schnell aufgesetzt und künstlich – es sei denn, ich hätte einen klaren Ruf dahin zu gehen.

  13. Hallo Sebastian,
    hallo Christof,

    keinenfalls wollte ich hier jemanden verletzen oder verurteilen: wenn das so rüberkam, tut es mir leid und bitte um Verzeihung. Der Geist kann auch ganz schön wachrütteln, allein das lag meinem Kommentar zugrunde.

  14. Hi Doris – der Geist arbeitet eben maßgeschneidert an Menschen, die er – zwangsläufig – sehr gut kennt. Mir ging es nicht darum, dich mit meinem Zwischenruf zu verurteilen – sondern nur dich darauf hinzuweisen, dass du seeehr emotional reagierst und das wird ja auch seine (berechtigten) Gründe haben. Das fiel mir auf und das wollte ich fragen.. Vielleicht hilft dir ja dieser Spiegel auch weiter, an einem Punkt zu wachsen? So haben wir alle etwas davon – und werden so vom ermahnenden, aber eben auch immer ermutigenden Heiligen Geist bereichert.

  15. Liebe Doris,

    mein Vorschlag: back to topic. Wie denkst Du über das von Gott geschenkte Leben im Überfluss? Wenn es doch in der Bibel (mehrfach) so steht, dann muss doch da was dran sein. Dieses „zoe“ hat natürlich absoluten Ewigkeitswert, doch sagt uns Gottes Wort , dass wir durch Jesus Christus jetzt schon Anteil an dieser Herrlichkeit haben!

    Jesus möchte in das Leben eines jeden einzelnen Menschen und gerade zu denen, die am Rande unserer Gesellschaft leben und deren Leben verändern. Sowas ist geschehen und geschieht auch heute und wird auch weiter geschehen. Bitte verstehe es nicht als Pauschalurteil, aber ich glaube nicht, dass Gott möchte, dass ein Obdachloser obdachlos bleibt, dass sich eine Prostituierte weiterhin verkauft, ein Asylant diesen Status behält und keine Arbeit annehmen darf, ein Alkoholiker abhängig bleibt, eine alleinerziehende Mutter arm und mittellos bleibt und Schwierigkeiten hat für sich und die Kids zu sorgen. Gott liebt jeden Menschen egal welcher Herkunft. Wo und wie dieser Mensch im Leben steht ist für Gott erstmal bedeutungslos, aber er möchte, dass sich Menschen, die durch Jesus Christus zu ihm kommen in sein Bild verwandeln lassen.

    Ich denke es ist allzu menschlich, Gottes Perspektive und Maßstäbe auf wenige, vor allem sichtbare Größen zu reduzieren. Doch diese Realität Gottes ausblenden zu wollen, wenn seine Maßstäbe nicht sofort sichtbar werden, das ist geistliche Armut. Zugegeben, an der auch ich bei mir selber sehe, dass ich mich von Gott immer wieder neu beschenken lassen muss und darf.

    „Zoe“ bedeutet in erster Linie sicherlich nicht materiellen Reichtum. Es bedeutet ein Leben in der Gegenwart Gottes und der absoluten Gewissheit ewigen Lebens. Von dieser Perspektive aus lässt sich Leben verändern und im Überfluss göttlichen Segens erstmal genießen. Die Herausforderung ist dann, in Situationen in denen es darauf ankommt, sich dieser Wahrheit bewusst zu sein und sie konkret aussprechen zu können, weil Umstände und Situationen für einen Christen immer Aufforderungen zum Wachstum sein sollen.

    Bis dahin.

  16. Hallo Sebastian,
    ich denke „Zoe“ = „pneuma“?
    „Atme du in mir heiliger Geist, dass ich heute aus dir lebe.“ Mehr fällt mir jetzt dazu nicht ein.
    Alles Liebe,
    Doris

  17. In Joh. 6,63 steht: Die Worte die ich zu Euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben. Wenn zoe = pneuma wäre, dann wäre hinter Geist ein Punkt und der Satz würde nicht noch mit „und sind Leben (zoe)“ ergänzt werden. Anscheinend ist es Jesus äußerst wichtig, dass wir den Sinn hinter dem Begriff „Leben“, also dem Leben (zoe) das er uns zusagt, verstehen?!

  18. Hallo Sebastian,
    ich bin der Anregung Christofs gefolgt und habe dem ersten Satz des Bibelverses nachgespürt und ihn morgens und abend gekaut, auch mal zwischendurch am Tag.
    Dabei hatte ich am ersten Tag schonmal Schwierigkeitenn den Wortlaut zu behalten.
    Nach zweimaligen Nachlesen ging’s dann aber. Soweit so gut.
    Dann schlich sich immer wieder der Vers ein: Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.
    So: diesen Vers habe ich soweit wie möglich mal stehen lassen und mich immer zum empfohlenen Vers zurückgeholt bzw. er hat mich geholt.
    Unser Austausch hier hat mich auch sehr bewegt. Ich habe einiges für mich festgestellt und erfahren, aber ich habe auch einiges über euch erfahren.
    – Dabei tauchten einige Fragen auf: Wenn das Fleisch unnütz ist, wieso muss ich dann im Fleisch leben? Wegen der Sünde seit Adam und Eva?
    – Hat der Herr nicht auch im Fleisch gelebt, also alle menschlichen Regungen und Bedürfnisse gehabt? Ich denke doch, „ausser in der Sünde war er uns in allem gleich“.
    – Wenn der Geist über das Fleisch regiert, dann müssten doch alle, bei denen das so ist, nur noch Freude verspüren über die Vereinigung mit dem lebendigen Wort und selbst in den Mängeln und Unbilden des Lebens nicht verzweifeln oder aufgeben.
    Solche Menschen habe ich bisher aber noch nicht kennengelernt – gibt es die?
    Doris

  19. Huhu Doris,

    spannende Fragen. Manches klärt sich, wenn man die verschiedenen Bedeutungen von „Fleisch“ kennt – moderne Übersetzungen vermeiden diesen Begriff und damit auch die Missverständnisse. Jesus war im Fleisch heisst: er war Mensch. Häufig ist aber Fleisch die Bezeichnung für die alte Natur in uns ohne Gott. Die alte Natur ist in der Tat unnütz – aber wir sind ihr verfallen, weil wir uns seit Adam und Eva von Gott abgeseilt haben. Das wäre ja tragisch, wenn an dieser Stelle das Menschsein gemeint wäre oder gar das Körpersein – das wäre Leibabwertung und genau die kennt die Bibel nicht, wenn sie sagt: Gott wurde Mensch (=Fleisch). Insofern kennt Jesus alles, was zum Fleisch (=Menschsein) gehört: Gefühle, Gedanken, Versuchungen, Ängste, einfach alles…. aber er hat niemals dem Fleisch (=der alten Natur ohne Gott) gefolgt und gesündigt.
    Zum letzten Punkt: JA! Jeder Mangel an Freude ist letztlich der Tatsache geschuldet, dass die neue Natur (Geist) noch nich tgenug regiert und alte Dinge (Fleisch) in uns vermeintlich aktiv sind, bzw. wir sie am Leben erhalten, obwohl sie längst gekreuzigt sind. Dazu kommen noch Verletzungen und Wunden, die uns vom Leben aus dem Geist abhalten können… wichtig ist: wir kämpfen für mehr von Gottes Geist in unserem Geist – nicht gegen das Fleisch, die alte Natur – die übrigens alles durchzieht, nicht nur den Körper, sondern genauso Gefühle und Gedanken – alles muss unter die Herrschaft des Geistes und wird dadurch zu etwas Ursprünglichen und von Gott gewollten…

    Puh – etwas klarer?

  20. Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir. Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zur dir. Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir.

    Hl. Klaus von Flüe

  21. Lieber Christof,
    es war sehr nützlich, was du mir geschrieben hast, nur eigentlich hätte ich gerne eine Antwort auf die Frage: Warum muss ich im Fleisch leben? Damit der Geist alles umwandelt und durchdringt? Gott ist doch schon Liebe und liebt uns alle, so wie wir sind.
    Gott hat uns geschaffen als sein Ebenbild – man sagt immer, er braucht uns nicht, um zu sein.
    Wir aber brauchen ihn, um ihm gleich zu werden.
    Ich versuche mal das mit der Freiheit auszuloten: Ich denke auch, dass wir nur in Abhängigkeit von Gott frei sein können, werden, sind. Letzlich geht es aber doch um’s ewige Leben. Also um die Auferstehung!
    Ich verstehe aber nicht, wozu ich mich dafür so „abmühen“ muss, denn wenn ich liebe, ist da keine Mühe mit verbunden. Nun leben wir aber nicht auf Wolke 7 und ich finde es einfach nur anstrengend. Wenn Gott mich liebt, brauche ich mich nicht anzustrengen, denn er liebt mich als der Vater, der seinem Kind immer wieder verzeiht, weil es auch immer wieder versucht, nicht liegen zu bleiben.
    Dann wollte ich noch was sagen: Mach aus diesem Block keinen geschützten, abgeschotteten Raum – denn so schnell wie ich hier Antwort auf meine tief gehenden Fragen bekomme, hab ich noch nie erlebt.
    Es wäre schade, denn gerade die „leichteren“ und „lustigeren“ Themen zeigen mir, dass du ein Mensch aus Fleisch und Blut bist und nicht nur Theologe, Seelsorger und Pfarrer.
    Doris

  22. Hey Doris,

    cool, dass die Diskussion über Joh.6,63 soviel bei Dir ausgelöst hat! Ich denke, dass Gott genau das möchte, nämlich dass wir tiefe Fragen stellen, damit wir durch seinen Geist und schliesslich durch Jesus ein gutes und gesundes Fundament bekommen! Schliesslich soll unser Glaube zu einer unerschütterlichen Hoffnung werden und da geht es darum, die Wahrheit und die Gegenwart Gottes fundamental zu erfahren. Das ist übrigens auch eine Zusage Gottes, dass wenn wir ihn von ganzem Herzen suchen, er sich finden lässt! Also, nicht locker lassen!

    Die Fragen mit dem „Fleisch“ und „auf Wolke 7“ kann glaube ich kein Christ zu 100% beantworten. Ich habe mir heute die Trauerfeier zur „Love“parade angesehen, viele Fragen kommen da auch bei mir hoch. Doch ist es gerade nicht so, dass durch unseren Glauben „alles supi“ ist. Nein, unser Glaube soll sich gerade an Grenzsituationen messen lassen und sogar bewährt werden. Dies ist mit der Frage verbunden: Setze ich alles auf Jesus? Gehöre ich ihm wirklich zu 100%? Durch unseren Glauben und gerade wegen unseres Glaubens wird uns vieles nicht erspart. Doch Gottes Liebe ist stärker, sie ist die ultimative Kraft im Universum und er verspricht uns seinen Segen, Leben im Überfluss und am Ende sogar ewiges Leben in seiner dauerhaften Gegenwart! Um Christofs Formulierung aufzugreifen, ist dies eines der größten Spannungsfelder in der sich ein Christ bewegt.

    Du sagst, dass Du es anstrengend findest, dass nicht alles so easy ist. das finde ich manchmal ehrlich gesagt auch. Doch, gerade die Erfahrung, dass die eigenen Fähigkeiten nicht ausreichen um zu Gott zu kommen, ist die wunderbarste Vorraussetzung dafür, dass der Heilige Geist an Dir wirken kann! Wir brauchen uns nicht abmühen. Gott sucht ein empfangsbereites und offenes Herz.

    In diesem Sinne, ein schönes Wochenende und viele gute Erfahrungen mit unserm Herrn!

  23. Hallo Sebastian,

    danke für deine Rückmeldung. Ich bin froh über diesen Blog, weil ich eine Suchende bin.
    Und es ist gar nicht so einfach mit denen die man kennt auszutauschen. Selbst die aus der Gemeinde machen da sich, glaube ich, nicht besonders viele Gedanken drüber. Der Austausch mit den sogenannten „Fachleuten“ bzw. engagierten Mitchristen ist auch nicht immer gegeben, aus welchen Gründen auch immer. Ich muss auch sagen, das Skelett des Glaubens ist bei vielen mehr oder weniger vorhanden, aber ich brauche auch „Fleisch an die Knochen“ – das ist für mich so wichtig wie das tägliche Brot. Immer wieder mit Gleichgesinnten auf dem Weg sein. Ich träume von den Urgemeinden, in denen jeder Einzelne sein Scherflein beiträgt und alle nur einen Meister haben: nämlich Jesus Christus. So verrückt sein wie David, als er vor dem Volk lachend und tanzend Gott pries, weil er wusste, er war mit ihm.
    Das vermisse ich an der heutigen Christenheit, dieses offene Bekennen vor den anderen.
    Zum Beispiel ein Tischgebet auch im Restaurant sprechen, nicht nur zu Hause…
    Die wenigen, die heute noch um uns herum sind, leiden immer mehr an den eigenen Schwestern und Brüdern, die es nur noch dem Namen nach sind und die paar, die durchhalten, sind masslos überfordert und nehmen immer mehr Aufgaben wahr, um sozusagen alles am Laufen zu halten.
    Oft habe selbst ich das Gefühl bei der Katechese Perlen vor die Säue zu werfen. Was habe ich mir schon den Mund fusselig geredet: aber es hilft alles nichts: der Geist weht wo er will.
    Gestern habe ich mir nochmal den Elija vorgenommen, das ist einer meiner Lieblingspropheten. Und besonders „den Ginsterstrauch“ und die „Höhle“: Wunderbar, wie er mit Gott spricht und Gott mit ihm.
    Ich träume von einer Gemeinde, die ein Herz und eine Seele ist – nicht wegen der Harmonie, sondern wegen der gemeinsamen Liebe.
    Eine Frage, die auch immer wieder in mir hoch kommt ist: „Werde ich noch Glauben finden, wenn ich wiederkomme?“ Wird er noch Glauben finden?
    Schon über 2000 Jahre lässt er uns Zeit, uns auf ihn vorzubereiten, welche Grosszügigkeit!!!
    Ich wünsche dir auch ein gesegnetes Wochenende und einen fruchtbringenden Gottesdienst.
    Doris

  24. @Doris & @all:

    Mache dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir! Jesaja 60,1

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