Wunderschönes und inhaltsschweres Morgengebet: An den Heiligen Geist

Vorformulierte Gebete sind nicht jedermanns Sache – ich schätze sie durchaus, genauso wie das freie Gebet. Die Psalmen geben uns zahlreiche formulierte Gebete und diese lehren uns in ihrer thematischen Vielfalt zu beten und nicht in Schieflagen des Gebets hinein zu geraten. Meine Erfahrung mit berührenden Gebeten ist, dass sie einen neuen Horizont aufschließen können, weil die eigenen Gebetsroutine und -einseitigkeit kreativ gebrochen wird. Neue Räume ergeben sich.
Hier ein Morgengebet aus Gnadenthal von der Jesus-Bruderschaft – an den Heiligen Geist. Mich bewegt es:
Du Heiliger Geist des lebendigen Gottes,
durch den Glauben darf ich jetzt dankbar erkennen,
daß du in mir gegenwärtig bist.
In der Tiefe meines Wesens,
tiefer als alle meine Gedanken,
tiefer als meine Gefühle,
tiefer als mein Wille
hast du Wohnung genommen.
Ich preise dich,
ich bete dich an,
ich liebe dich,
ich danke dir,
daß du dich so tief herabgelassen
und meinen Leib zu deiner Herberge gemacht hast,
ja, daß du ihn deinen Tempel nennst.
Vor allem danke ich dir,
daß du mir den Herrn Jesus Christus, meinen Heiland, geoffenbart hast
und mir alle Segnungen seines Sühnetodes zugeeignet hast.
Ich möchte mich nun
für diesen neuen Tag
deinem Vorhaben mit mir
und deiner Führung ganz und gar ausliefern.
Leite mich
und bereite mich auf jegliche Gelegenheit vor,
deine mächtige Kraft zu erfahren.
Lege mir heute mein Kreuz auf,
und gib mir eine besondere Möglichkeit,
meinem Ich abzusagen und abzusterben,
damit Jesus Christus in mir leben kann.
Lass mich ein Kanal der Liebe und der Heilung,
der Kraft und des Segens für jeden werden,
den du mir heute in den Weg stellst
und begegnen läßt.
Das alles, o Heiliger Geist, geschehe,
damit unser liebender Vater im Himmel verherrlicht werde
und heute an mir sein Wohlgefallen habe.
Amen.
(Quelle: „Tageszeitgebete der Jesus-Bruderschaft Gnadenthal“, Präsenz-Verlag 1985)
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10 Antworten zu “Wunderschönes und inhaltsschweres Morgengebet: An den Heiligen Geist

  1. Für mich: gerade in schwierigen Zeiten sind vorformulierte Gebete oft eine Hilfe (bestes Beispiel: Vater unser!). Danke für ein Gebet an den Heiligen Geist – so etwas ist selten!

  2. Pingback: Gebet an den Heiligen Geist! Sehr schön, dass muss ich mir aufheben! - Heiliger Geist, Gebet - Jesus und Ich...·

  3. Morgengebet

    denke an die Liebe
    die für alles bereit

    denke an die Liebe
    die verzeiht

    denke an die Liebe
    die straft

    denke an die Liebe
    die gar nichts sagt

    denke an die Liebe
    die bereinigt

    denke an die Liebe
    die nicht steinigt

    denke an die Liebe
    die alles liebt

    denke an die Liebe
    die alles gibt

  4. Frage 1: ein Gebet für mich selbst und andere

    Frage 2: kam mir heute Morgen, in den Sinn

    Frage: 3 diente mir zur innerlichen Reinigung und als Ziel für den heutigen Tag

  5. Ein wunderschönes Gebet, das wirklich an der Basis meines Christseins ansetzt, unabhängig von meinem Gefühl, meiner Persönlichkeit und meiner gemeindlichen Prägung.

    Ich kannte es schon und habe es vor längerer Zeit auch öfters gebetet. Leider weiß ich nicht mehr, wo in meiner Fromme-Bücher-und-Zettel-Sammlung es steht.

    Jetzt habe ich es hier wiedergefunden. Vielen Dank!

  6. Ich bin eigentlich nur mit dem ‚freien‘ Gebet bekannt – abgesehen vom Vater Unser. Dieses Gebet finde ich aber auch sehr schön und reich.
    @Wegbegleiter, Ulrike und Quincy: Wie betet ihr es? Lernt ihr es zuerst auswendig wie beim Vater Unser?

  7. Auch ich bete eigentlich fast immer frei. Aber bei mir ist es halt so, dass es momente gibt, wo ich keine eigenen Worte habe. Und dann sind solche Gebete für mich da. Fremde Worte, die aber nach einigen kurzen MOmenten meine eigene werden.

    Einige solcher Gebete – wie z.B. das Vater unser – kenne ich auswendig. Andere hebe ich auf, habe sie gespeichert oder sie liegen neben meinem Schreibtisch.

  8. Also, ich bete weder zu festen Zeiten, noch mit festen Texten, sondern über den Tag verteilt, wann immer ich kleine Inseln finde, wo ich einen Moment mit Jesus verbringen kann. Oft sind vorformulierte Gebete ein guter Einstieg, weil sie auf den Erfahrungen anderer beruhen und Dinge auf den Punkt bringen. Aber ich kann auch mitten im Satz wieder aussteigen, denn ich rede ja mit Jesus und persönliche Dinge brauchen auch persönliche Worte.

    Auch wenn es mir nicht gelingt, das Chaos meiner Gedanken und Gefühle in ein Gebet zu packen, sind feste Texte hilfreich.

    Letzen Sommer ging es mir eine Zeit lang nicht gut. Da habe ich fast gebetsmühlenartig Psalm 63 gebetet, beim Auto fahren, im Aufzug, unter der Dusche…. Es hat einfach geholfen, meine Gedanken immer wieder auf Gott auszurichten, damit sie nicht ständig im Kreis drehen und sich dabei auch noch verheddern.

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