Beruhigend: Wenn Gott tot erscheint, wartet vielleicht nur der wahre Gott!

„Wenn dir der Gedanke kommt, dass alles, was du über Gott gedacht hast, verkehrt ist, und dass es keinen Gott gibt, so gerate darüber nicht in Bestürzung. Es geht vielen so. Glaube aber nicht, dass dein Unglaube daher rühre, dass es keinen Gott gibt. Wenn ein Mensch aufhört, an seinen hölzernen Gott zu glauben, heißt das nicht, dass es keinen Gott gibt, sondern nur, dass der wahre Gott nicht aus Holz ist.“ (Leo Tolstoi, gefunden in der aktuellen AUFATMEN)

Streiche hölzern (das lässt zu sehr an simplen Animismus denken) und setze ein…

  • einen Gott, der mir das Leben leicht macht
  • einen Gott, der verfügbar ist
  • einen Gott, der sich auf die Aussagen der Bibel beschränken lässt und nicht mehr redet
  • einen Gott, der primär darüber wacht, ob alles „richtig“ läuft
  • einen Gott, der immer nur „Papa“ ist
  • ….

Der Glaube durchläuft wohl immer wieder schmerzhafte Häutungsphasen. Alles andere wäre verdächtig, denn dann hätten wir ihn im Griff. Und immer stellen wir neu fest: Gott ist anders, ich habe ihn zu klein, zu eng, zu schief gesehen. Gott sprengt die Schubladen und führt mich weiter in die Weite. Oder – wenn mir das Angst macht – in die dogmatische Engführung, in der aus Angst jeder, der Gott anders erlebt, zur Bedrohung wird. Solchen Christen begegnet man in allen Schattierungen immer wieder. Davor bewahre uns der wahre Gott.

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4 Antworten zu “Beruhigend: Wenn Gott tot erscheint, wartet vielleicht nur der wahre Gott!

  1. So, nun kann man auch wieder kommentieren – ich hatte noch die Urlaubseinstellungen drin…. sorry! Gilt auch für den Pissoir-Artikel davor!

  2. Guten Morgen Christof,
    auch schon wach? Das war schon eine geraume Zeit, in der der Blog mir gefehlt hat.
    Andererseits ist in diesen Wochen einiges passiert.
    Was du oben schreibst, ist mir deutlich geworden anhand der Umwälzungen und Begegnungen dieser Zeit. Gott ist mir auf neue und ganz andere Weise entgegengekommen, als ich es gedacht hätte. Mein Bild von ihm und mir hat sich entscheidend gewandelt. Neues Wachstum keimt, noch eine zarte Pflanze, die gehegt und gepflegt werden will. Danke für deine Anregungen!

  3. Hallo da bist du ja wieder, welcome back und einen guten Start!

    Ich denke auch in letzter Zeit oft daran den TOTEN GOTT ZU BEERDIGEN und nur noch dem LEBENDIGEN WUNDERBAREN EWIGEN GOTT , SEINEM SOHN JESUS CHRISTUS UND DEM HEILIGEN GEIST in das LEBEN zu folgen!
    Manche Menschen beten den Tod mehr an als den LEBENDIGEN GOTT…. denn klar
    EINEN TOTEN GOTT, einen TOTEN GLAUBEN UND TOTE GEBEINE VON HEILIGEN
    hat man unter Kontrolle, den LEBENDIGEN GOTT aber NICHT und NIEMALS
    und dem will ich gehören, denn das ist SPANNEND! 😉
    lg.
    elke

  4. Ja ja, der „hölzerne Gott“… aber ist es nicht genau das? Daß Gott uns so anders entgegenkommt, als wir meinten, wie er wäre? Alle Bilder, Alle Vorstellungen sind doch nur Einbildung… vielleicht zutreffend, weil wir Gott einmal genau so erlebt haben. Aber auch falsch. Und weil Gott uns eben oft anders entgegentritt – sind solche Momente möglich wie Maria, die Christus für den Gärtner hält, und die Emmaus-Wanderer, die ihn fragen, „wat, wer bis du denn? Hast du’s als einziger nicht mitgekriegt?“
    Tolstoi faßt das in die Figur vom hölzernen Gott. Aber mir scheint: jedes Mal, wenn wir feststellen, „Gott ist…“, dann versteinern wir eine Eigenschaft, eine Seite des Lebendigen Gottes – und dieser, dann vielleicht steinerne?, Gott wird uns irgendwann tot sein. Denn das „unwandelbar bist du“, das wir so gern in Anbetungsliedern singen, trifft vielleicht auf Gott in seiner Gesamtheit zu, aber die Begegnungen mit ihm sind – und dafür bin ich ihm dankbar! – äußerst vielseitig.

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