Keeekse: Von Insektenspray zur Fleischbeschau zur Liebe Gottes

„Wenn ich Kekse kaufe, esse ich nur vier davon und schmeisse den Rest weg. Doch zuvor sprühe ich sie mit einem Insektenvernichtungsmittel ein, damit ich sie später auf keinen Fall aus dem Mülleimer grabe und doch esse!“ (Janette Barber)

So lustig dieser Satz zuerst erscheint – er macht deutlich, wie pervertiert Nahrung in unserer Gesellschaft ist. Sie ist längst nicht mehr Lebens-Mittel und auch nicht nur Genuss-Mittel, sondern längst und im stärkeren Maße ein vollkommen überhöhtes Produkt zur Befriedigung emotionaler Leere und Schieflagen.

Das erinnert mich an C.S. Lewis, der sich fragt, wie wir das beurteilten, wenn ein Haufen von Menschen in einem speziellen Raum säße und auf der Bühne ein Stück Steak auf einem Teller rotieren würde und alle würden jubeln, johlen und sich daran aufgeilen? Sicher, meint Lewis, würde das zeigen, wie eigenartig und pervertiert unser Verhältnis zur Nahrung sei. Genauso verhält es sich – so Lewis weiter – mit der Sexualität. Wenn sie ach so normal ist – warum benötigt sie dann die aggressive Ausstellen, die permanente mediale Verwurstung, das ständige bemühte Darstellen?

Beide Beispiele zeigen: wunderschöne Dinge wie Sexualität und Nahrung können ratzfatz und ganz nebenbei zum emotionalen Lochstopfer und Lückenfüller werden. Die „Therapie“ der Gesellschaft ist die Diät (die nichts nutzt und nicht an die Wurzel des Problems geht) und die weitere Liberalisierung der Sexualität. Mehr vom Falschen bzw. Wursteln an den Symptomen. In diesem Sinne kann auch Religion zum Opium werden und ein religiöser Gott zur Droge.

Dabei ist letztlich so einfach. Wenn der Weg dahin auch steinig sein kann, weil viele falsche Geschichten und Bilder unser Herz prägen. Letztlich geht es immer darum, zu kapieren, dass man ein geliebtes Kind eines großen Gottes ist. Der einen in Jesus annimmt und einfach nur prima findet. Das ist – da hänge ich mich mal aus dem Fenster – das tiefste Bedürfnis jedes Menschen. Und wenn ich das Zentrum in Ordnung habe, ordnen sich die anderen Dinge Stück für Stück. Wenn die anderen Dinge zum Zentrum werden, beginnt die Schieflage und das Leben schlingert.

Lass es dir sagen: Du bist ein geliebter Sohn, du bist eine geliebte Tochter! An dir hat er höchstes Wohlgefallen. Ja, auch, wenn du gerade auf die Schnauze gefallen bist!

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5 Antworten zu “Keeekse: Von Insektenspray zur Fleischbeschau zur Liebe Gottes

  1. Gestern stellte ich im Chat die Frage: warum haben CD’s eigentlich ein Loch in der Mitte? So mancher CD-Player hat keinen Nupsi, auf den die CD gepinnt wird, sondern eine genau zugeschnittene Vertiefung. Da paßt die CD rein, man drückt auf den Knopf, die CD wird reingeschlunzt in den stylischen Player, und los geht es.
    Wozu also dieses Loch?

    (okay, mein Disk-Man hat einen Nupsi)…

    Wozu haben Kekse eigentlich Löcher? Wie auch auf diesem Foto hier im Blog zu sehen.

    Schallplatten (für die jugendlichen Leser unter uns: das waren große, sehr große CD’s, meist schwarz, und der Player hieß damals „Schallplatten-Spieler“) hatten ein Loch. Sie wurden auf den Plattenteller gelegt, der einen „Nupsi“ in der Mitte hatte. Ohne diese Arettierung im „Nupsi“ trudelte die Platte hin und her, und ein Abspielen war absolut unmöglich.

    Ich habe die Theorie, daß wir Menschen alle ein Loch in unserer Seele haben. Wenn wir versuchen, unser Leben „abzuspielen“, geraten wir ohne Arettierung schnell ins Trudeln. Ich will Gott jetzt beileibe nicht als „Nupsi“ abtun, abwerten!!!
    Die Sache ist für mich ganz einfach: ich bin eine Schallplatte (Jahrgang 64 – paßt genau in diese Zeit; die Beatles zu hören war von Schallplatte einfach genial gut!), und nur mit Arettierung bei Gott kann ich schön klingen.

    Ohne Arettierung gerate ich bei höherer Abspielgeschwindigkeit sehr schnell aus der Bahn, und segel mit Bravour auf den Boden – oder falle tierisch auf die Schnauze ;-).

    Wer füllt Dein Loch in der Seele? Wie füllst Du es? Läßt Du Dich führen? Wer spielt Dich ab?

  2. „Das ist – da hänge ich mich mal aus dem Fenster – das tiefste Bedürfnis jedes Menschen.“

    … also aus dem Fenster wirst du nicht fallen.

    Es ist schlicht so!! Im Zentrum eines Herzen beginnt „angenommen sein“, „sich abgelehnt fühlen“, genauso wie Sünde und Vergebung. Daraus wächst die Frucht, im Zentrum die Wurzel. Im Zentrum sitzen einfach sehende Augen des Herzens.

    Was kann es schöneres geben, dass genau dort der liebende Vater, der heilende Jesus und der Heilige Geist, der uns Gottes Wort erklärt, hineinkommt.

    Ich schreibe bewusst nicht „hineinkommen“ (Plural), weil es nun mal DIE Trinität Gottes ist.

    Einen spannenden Tag wünsche ich.
    Sabina

  3. @Heike: Nupsi ist ein sehr schönes Wort….;-) – und: je höher die Eigenrotation desto stärker wird die Unwucht, wenn keine Arretierung mit Nupsi vorhanden ist…
    @Sabina: Allein darüber nachzusinnen, dass Gott selbst in einem Wohnung nimmt… ist irre… und ein tiefer Ausdruck seiner Nähe und seiner Zuneigung… Wahnsinn. Kann man nur ganz ruhig werden…

  4. Oh ja, Essen als Seelentrost, das kenne ich. Zur Genüge. Oder besser: Im Überfluss. Und auch wenn ich weiß, dass das ein emotionaler Lückenfüller ist: Es ist oft sauschwer, aus solchen Denk- und Handlungsmustern rauszukommen.

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