Zwischenruf: Wer Korane verbrennt, hat das Evangelium verpennt!

Andere Blogs haben in genügender Klarheit darauf hin gewiesen. Deswegen nur kurz:

Wer wie Terry Jones, unbedeutender Pastor einer winzigen Gemeinde (der eine deutsche Gemeinde in Köln mit seinem Verhalten traumatisiert hat!), nun Korane verbrennen will, der hat Entscheidendes nicht verstanden.

  • Wie war das mit der Feindesliebe und der Aufforderung Jesu, selbst Feinde zu segnen?
  • Wie war das mit der Aufforderung des Paulus, Frieden mit jedermann zu halten, so es in unseren Möglichkeiten steht?
  • Wie steht es um die respektvolle Art, mit der sich Paulus den Götzendienern auf dem Areopag nähert – obwohl er um ihren Irrweg weiß und nicht für voll genommen wird von der Mehrzahl?
  • Wie steht es um die Aufforderung des Paulus, Böses durch Gutes zu überwinden? Und die Rache nicht auszuüben, sondern Gott das Urteil zu überlassen?
  • u.v.m.

Die Empörung der Amerikaner hinterlässt in dieser Sache leider eine schalen Beigeschmack. Sie haben durch den Irak-Krieg allen christlichen engagierten Leuten in der islamischen Welt einen Bärendienst erwiesen. Ebenfalls schal schmeckt dabei, dass im Rahmen von Kunstprojekten Bibeln verbrannt werden und keiner aufschreit. Orthodoxe Juden verbrennen stapelweise Neue Testamente von christlichen Missionaren (was GottseiDank selbst in Israel für weite Empörung gesorgt hat!). Moslems verbrennen in ihren Ländern Bibeln, Kirchen und Christen. Wo ist da ein Aufschrei, der im Verhältnis auch nur entfernt dem entspricht, was nicht einmal 50(!) Leutchen nun in der amerikanischen Pampa anzetteln?

Weiterhin: Klartext zwischen den Religionen ist notwendig! Aber Liebe genauso. Und wenn die Liebe und der Segen nach Jesu Wort sogar einem Feind gelten soll, dann doch wohl dem türkischen Gemüsehändler zwei Straßen weiter erst Recht. Das Ungleichgewicht der Empörungen allerdings erschreckt.

In allem gilt: Jesus regiert! Wer aber das Zentrum des Evangeliums nicht verstanden hat – wie Terry Jones – der wird nicht von Jesus regiert, sondern von der Gegenseite. Es gilt eben: Wer Korane verbrennt, hat das Evangelium verpennt.

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46 Antworten zu “Zwischenruf: Wer Korane verbrennt, hat das Evangelium verpennt!

  1. Ja, da stimme ich zu.
    „Wer Korane verbrennt, hat das Evangelium verpennt!“
    Aber sowas von vepennt.

    Fanatismus erschwert die Kommunikation zwischen Religionen ungemein.
    Das wollen wir nicht, das brauchen wir nicht.

  2. Amen.
    Deshalb erheben sich Zweifel, ob Terry Jones wirklich Christ ist. Im besten Fall ist er ein christlicher Irrlehrer, von dem man sich distanziert, sobald man von Gottes Liebe getankt hat.

  3. dem Kommentar kann wohl jeder nur zustimmen.

    Bedenklich finde ich aber, dass bei Sarrazin gleich alle die Nazikeule schleudern und beim Zeichner der Mohammedkarikaturen sich unsere Kanzlerin auf die Meinungsfreiheit beruft. Meiner Meinung nach sollten wir vereint viel öfter und sehr laut auch innerhalb unserer Gesellschaft in Richtung Berlin rufen, was uns nicht gefällt.

  4. @Christian: JA! Wir Christen sind zu oft die Stillen im Lande. Leserbriefe, Schreiben an Fernsehsender, Abgeordnete u.v.m. sind wichtiger, als wir denken!

  5. ich bin oft mit Vorträgen über Bücherneuerscheinungen unterwegs, anschl gibt es dann oft Gespräche über Gott und die Welt . . . Oft höre ich dann die Anfrage: Warum hört man von uns Christen im Alltag so wenig. Ich denke viele erwarten das, selbst wenn sie nie zur Tastatur oder zum Kugelschreiber greifen, warten sie oft auf eine richtungsweisendes Wort eines Christenmenschen – vielleicht sollte uns das Ansporn sein noch öfter den Mund aufzumachen oder etwas zu schreiben – da an unserem Platz wo es uns möglich ist.

  6. u.a. @ Wegbegleiter:
    Ja, auch meine „Feindesliebe“ reicht schon ziemlich weit:

    Ich denke da zB. an die olle Tratschtante von nebenan, die ich oft im Gottesdienst bei uns sehe, die für die Gerüchteküche in der ganzen Straße sorgt – übrigens eine Deutsche und sich selbst als Christin bezeichnende Frau…
    Mir fällt da auch noch dieser deutsche Gastronom um die Ecke ein, der jeden dritten Schnaps aus einer nicht in den Steuerunterlagen erscheinenden Flasche ausschenkt – wie er selber mal im Suff ausposaunt hat…
    Ach ja, dann ist da noch dieser Typ von gegenüber – ich glaube der ist katholisch und Pfarrgemeinderat oder sowas, der ständig mit einer Alkoholfahne rumläuft und bei dem schon die Polizei wg. familiärer Streitereien oder so eingreifen musste…
    Nicht vergessen will ich in diesem Zusammenhang jene Politesse, die mich schon zweimal wg. überschrittener Parkdauer aufgeschrieben hat – ihr bringe ich besonders viel „Feindesliebe“ entgegen – würde es ihr auch gerne mal sagen…
    Und vor allen Dingen ist da noch dieser ewig verkniffene Rentner, der meiner ganz persönlichen „Feindesliebe“ offensichtlich bedarf, weil er ständig davon quatscht, dass es dieses und jenes „früher“ (als er noch Soldat gewesen sei!) nicht gegeben habe, dass es damals sooo schlimm ja gar nicht gewesen sei – immerhin habe Hitler ja auch die Autobahnen gebaut… und eine deutsche Frau habe sich damals auch noch abends auf die Straße trauen können; dieser Typ regt sich übrigens auch ständig über spielende Kinder auf und prophezeit schon seit langem die angeblich schleichende Muslimisierung Deutschlands… gerade ihm gegenüber bemühe ich mich, die geforderte „Feindesliebe“ in meinem Verhalten besonders deutlich erkennbar werden zu lassen – habe ich ihm auch schon mal unmissverständliche gesagt…!
    Gnade ihnen Gott – anders gesagt: Möge Er sie segnen!

    Mir fällt allerdings auch auf…
    …dass ich zB. bezogen auf die beiden benachbarten muslimischen Familien ebensowenig Anlass zur „Feindesliebe“ sehe wie gegenüber jenem türkischen Gemüsehändler in der Querstraße, der meine Frau sogar mit Namen begrüßt (was die hektische Kassierein im Supermarkt nie macht!)… auch habe ich bisher keinerlei „Feindesliebe“ gegen die nur noch dem Namen nach als Deutsche türkischer Herkunft (sie heißt eben nicht Kowalewsky, Podolowski oder so, sondern Ayshe mit Vornamen…!) erkennbare Friseurin empfunden, die m.E. sowieso die allerbeste in unserer Stadt ist… und „Feindesliebe“ gegen dem Inhaber der Imbissbude habe ich – die Einschränkung sei erlaubt: zumindest bisher – auch nicht für nötig erachtet… und neulich haben meine Frau und ich im Gottesdienst neben einem farbigen Ehepaar gesessen (wie die heißen, weiß ich nicht mal…!), die sogar unsere deutschen christlichen Lieder mitsingen konnten – ich gestehe, dass ich da überhaupt keine „Feindesliebe“ verspürte…!!!

    Woran liegt das alles nur?
    Habe ich „Feindesliebe“ irgendwie falsch verstanden?
    Mache ich was falsch? Und wenn ja, was – fragt sich der Insider.

  7. @berlinjc

    Dürfen wir zweifeln ob jemand Christ ist? Es soll auch Christen geben die Fehler machen.
    Wir sollten beten das Terry Jones und seine Gemeinde den Fehler noch einsieht.

  8. … seine Aktion ist mit seinen 50 Leutchen (selbst wenn es 500 wären) einfach nicht ernst zu nehmen und das ist auch in der Tat nicht das Evangelium, was er „predigt“.

    Dennoch ist das, was losgetreten wird, ernst zunehmen und ähnliches, wie du es oben beschreibst, gegenzusetzen.

  9. @Insider: was sollen deine Worte bedeuten? Ich habe lediglich gesagt, dass, wenn Herr Jones Moslems als seine Feinde betrachtet, er sie nach dem Gebot Jesu segnen sollte und für sie beten, anstatt sie beschämen und verletzen. Ich habe nicht Moslems als Feinde bezeichnet. Und dass diese Form des Umgangs jedem gebührt, der einem ganz harmlos nd alltäglich „zum Feind“ wird, weil man auf der Autobahn geschnitten wird oder unfreundlich an der Kasse behandelt wird, ist doch klar und nicht immer einfach, nur war nicht Feindesliebe das Thema, sondern Bücherverbrennung. Und beim Thema Feindesliebe lautet die Argumentation, die mir immer hilft: Wenn wir sogar Feinde lieben und segnen sollen, wie viel mehr das, was uns fremd ist oder anders oder fern…(zum Beispiel ein Gemüsehändler mit gebrochenem Deutsch) – ich denke, das ist nachvollziehbar, hm? Und man muss in einem Artikel nicht alle Aspekte behandeln, gelle? Was also wollen deine Worte sagen…

  10. „..unbedeutender Pastor einer winzigen Gemeinde“ *lol*

    hmm – immerhin hat er jetzt vielen „bedeutenden Pastoren von riesigen Gemeinden“ was gezeigt: Er ist weltberühmt!

  11. @ wegbegleiter:
    Deiner Titelüberschrift und was du zB über den amerik. „Bärendienst“ schreibst, schließe ich mich ja an – beachte aber bitte mal deine Argumentation:

    Gleich deine erste Bemerkung zur geplanten Verbrennung des für Muslime heiligen Korans durch diesen Terry Jones mündet in der (rhetorischen) Frage: „Wie war das mit der Feindesliebe und der Aufforderung Jesu, selbst Feinde zu segnen?“

    Wem anders als Menschen islamischen Glaubens soll denn die hier von dir eingeforderte „F e i n d e s liebe“ zugeordnet sein? Muslimen doch, oder? Sie sollen also von Jones und damit von uns Christen – deiner Formulierung hier folgend – geliebt werden, obwohl sie eigentlich „Feinde“ sind – so schreibst du doch!

    Es mag dir ja vielleicht nicht aufgefallen sein, aber mMn hast du hier Muslime leider doch als Feinde bezeichnet (…die es zu lieben gilt!); anhand anderer, mir näher scheinender „Feindbilder“ habe ich dies in meinem Text versucht, aufzuzeigen – hofft der Insider.

  12. Eine Frau aus meiner Gemeinde war früher in Jones‘ Gemeinde in Köln und hat gestern am Telefon gemeint, dass genau das das Problem sei: Der Typ ist einfach krankhaft geltungssüchtig und versucht, alle, mit denen er zusammen ist, zu dominieren. Was den Bekanntheitsgrad anbelangt, hat er jedenfalls Punkte gemacht.

    Gibt es in den USA keine rechtliche Handhabe dagegen?

  13. Sowas nennt man Guerilla-Marketing und ist im heute üblichen Sinne gar nichts Schlimmes.
    Aber hier passt die ursprüngliche bzw. wörtliche Bedeutung wohl viel besser.

    Ansonsten: Genau auf den Punkt gebracht. Danke!

  14. @Insider: sorry – erschließt sich für mich nicht. Ich rede von Anfang an von Herrn Jones und aus seiner absurden Sicht, denn seine Sicht gilt es ad absurdum zu führen. Mit derselben Argumentation müsstest du mir vorwerfen, dass ich Moslems als Götzendiener vom Areopag bezeichne und als das personifizierte Böse… ich kann mich des Gefühl nicht erwehren – bei allem Respekt – dass du in den Text was reinliest. Der Satz: „Und wenn die Liebe und der Segen sogar einem Feind gelten soll, dann doch wohl dem türkischen Gemüsehändler zwei Straßen erst Recht“ zeigt deutlich die Abstufung, oder? Aber ist ok, wenn du das so wahrnimmst… du bist bisher der einzige… lassen wir es einfach so stehen, ok?
    @Matthes: jaha, genau. Das war das Wort… in der Tat: Heckenschütze.
    @Rolf: neee, die haben keine Handhabe. Die absolute Meinungsfreiheit der USA respektiert selbst abgedrehte Neonazis – wobei: Obama ist ja auch nach der Meinung der Meisten Sozialist und die Republikaner bzw. die Tea-Party-Bewegung rufen quasi zu seiner Hinrichtung auf… kann man auch nix gegen machen…

  15. Moment mal. Es gibt nicht „die Amerikaner“, wie sie hier (also in diesem Thema und auch in unserer Geslellschaft), einen äußerst schlechten Ruf haben. Genauso wenig gibt es „die Deutschen“, also was mal Feld-Wald-und Wiesen mäßig als deutsch bezeichnet: Sauerkraut und Bratwurst, Bayrische Bierfeste, Lederanzug und Blaskapelle… . Ich möchte mal behaupten, der Durchschnittsamerikaner ist genauso wenig oder viel durch sinnloses Fernsehprogramm verblödet und lebt mit einem geistigen Horizont bis zur nächsten Tankstelle, wie der Durchschnittseuropäer.

    Dieses Denken in Stereotypen, von einer kollektiv verdummten amerikanischen Gesellschaft bringt mich ehrlich gesagt ziemlich auf die Palme, weil es einfach nicht stimmt. Es ist ein Bild, welches hauptsächlich durch die Medien, Kinofilme, etc. an uns Europäer herangetragen wird. Dabei bemerken wir gar nicht, dass wir mindestens genauso, wenn nicht sogar noch beschränkter sind als die. Schliesslich haben die Vereinigten Staaten mittlerweile ziemlich erfolgreich mehr als zweihundert Jahre auf dem Buckel. Das muss Europa erstmal hinkriegen.

    Aber zurück zum Thema. Natürlich ist das, was dort in Florida geschieht höchst bedenklich. Aber eben weil es so eine kleine, bedeutungslose Gruppe ist, verstehe ich diesen weltweiten Hype mal wieder nicht. Kann es nicht sein, dass da auch wieder die Gutmenschen hinter der Ecke hervorhuschen und mit dem Finger zeigen, nach dem Motto: Seht her, diese abscheulichen evangelikalen Fundamentalisten?!

  16. @Sebastian: wo sprechen wir denn hier von „den“ Amerikanern? Dass Bush massiv den Christen in islamischen Ländern geschadet hat mit seinem Krieg ist unbestritten. Dass weit über 30% der Bevölkerung dort Obama für einen Sozialisten halten, ich weiß ganz ehrlich nicht, ob wir das schaffen würden…;-) – dass wir uns diesem „Niveau“ schrittweise anpassen – da würde ich dir zustimmen. Die mediale Verblödung hält auch hier Einzug. Ich kenne haufenweise intellektuelle Amerikaner – aber was die breite Masse dort teilweise für Äußerungen von sich gibt, das ist schon der Hammer…, aber das können wir ja morgen bei einer Zigarre – einer kubanischen übrigens, in USA verboten – besprechen…;-)

  17. Danke Wegbegleiter! Ich habe heute unzählige Artikel zu diesem Thema gelesen und die meisten davon beschränkten sich aufs Empören. Deiner macht wirklich deutlich, worum es hier geht, nämlich…

    1. Um einen eklatanten Liebesmangel
    2. Um ein Ungleichgewicht der Empörungen (Wo sind die ganzen Politiker, wenn Christen verbrannt werden?)

    Aber mich beschäftigt noch eine andere Frage. Vielleicht hält uns T. Jones ja auch den Spiegel vor? Wo sind wir ohne Liebe? Wo sind wir unausgewogen empört? Wo haben wir zu „politisch korrekt“ agiert und zu wenig klar Stellung bezogen, natürlich in Liebe? Warum musste erst ein T. Jones kommen, der aus meiner Sicht aus einem persönlichen Mangel (Anerkennung, Wertschätzung) heraus agiert? Wo sind wir selber vielleicht geistliche Leiter mit einem Mangel an Liebe (Den nur Gott selber ausfüllen kann)?
    Leiter, die nicht mit Gottes Liebe gesättigt sind, sind gefährlich, das ist hier sehr sehr deutlich geworden.

    Vieleicht hat die ganze Sache ja doch etwas Gutes an sich oder in sich?

  18. p.s. Sollte er wirklich den Koran verbrennen, können wir uns alle warm anziehen…

    Wir sollten intensiv beten, dass hier Gottes Wille geschieht und die ganze Sache nicht in die falsche Richtung geht…

  19. Ich will mich ein fach mal aus dem Fenster lehnen.

    Musleme bringen Christen um . Allah ist nicht Gott.
    Wo ist das Problem – ausser für einen Musslem –
    ein – „Nicht Wort Gottes “ zu verbrennen.

    Ich finde es eingenlich richtig

    Gruss Siegmar

  20. @Siegmar: weil ich das so in der Bibel nicht finden kann (bitte nochmal Paulus auf dem Areopag anschauen) und generell Verbrennen von Büchern Banausentum ist. Vor allem dann, wenn es anderen Menschen etwas bedeutet, unabhängig ob es mir etwas bedeutet. Mit einer menschenfreundlichen Liebe Gottes hat eine solche Aktion aber auch gar nix zu tun! Mit derselben Argumentation könntest du dann auch Moslems verstehen und rechtfertigen, wenn sie Bibeln verbrennen. Ganz einfach auf den Punkt gebracht: kannst du dir vorstellen, wie Jesus wutentbrannt und ohne Rücksicht zu dieser Verbrennung dazu kommt und noch einen weiteren Koran ins Feuer schmeißt? Ich nicht. So sehr der Islam in die Irre führt…

  21. @Dirk: spannendes Gedankenspiel – allerdings wird nun wieder auf „die Evangelikalen“ eingedroschen. Uns mag es nutzen, uns zu definieren und gesund abzugrenzen und deutlich zu erkennen, wo man hinkommen kann. Im öffentlichen Bild auf BILD-Niveau aber sind jetzt alle Freikirchen erst mal wieder suspekt. Nervig.

  22. @Wegbegleiter:
    Suspekt wäre in der Tat nervig, aber vielleicht betrifft das auch nur die Presse. Ich habe natürlich auch die US-News gelesen mit entsprechenden Umfragen. Die Ergebnisse waren erstaunlich: 51% der Amerikaner sind anscheinend dagegen, dass die Politik dem Jones einen Maulkorb anlegt. Das finde ich schon krass, erinnert mich aber ein bischen an das Thema Sarrazin. Politiker und Mainstream-Medien auf der einen Seite, Bevölkerung auf der anderen. Die Radikalisierung finde ich fast beunruhigend, aber in beide Richtungen. Beim Westen nimmt der Hass auf die Muslime anscheinend zu, bei den Muslimen der Hass auf den Westen. Hier können wir als Christen mit der Liebe Gottes einen Unterschied machen, das merkt auch der Muslim und wir sind nicht mehr suspekt 😉

  23. p.s. Der Jones ist im Übrigen ein Charismatiker, wir Charismatiker sind dann wohl eher die Suspekten. Man gut, dass das nicht auch noch in der Presse thematisiert wird…

  24. @ Siegmar:

    Jones bringt nicht nur sein eigenes Leben in Gefahr (was seine eigene Sache wäre), sonden auch das Leben von Millionen Christen in der muslimischen welt, denn das der Islam agressiv und intolerant ist, steht außer Frage. Und er provoziert ganz bewusst. Hier kann ich nicht die Liebe Jesu Christi erkennen…

  25. Bücher, zumal „heilige Bücher“ zu verbrennen, ist generell totaler Schwachsinn – und bittere Vergangenheit nicht nur in Deutschland!

    Was aber diesen Schwachsinn so bemerkenswert macht, ist, dass die ganze Welt sofort heftig darauf reagiert, aus Angst vor oder zum Schutz von Muslimen?! Das ist doch eine Frage, die man in diesem Zusammenhang nicht vernachlässigen kann!

    Brennende Bibeln und brennende christliche Symbole haben weit weniger weltweite Aufmerksamkeit oder gar Aufregung und Empörung hervorgerufen…

  26. nachdem ich jetzt mal alle Kommentare durchgelesen habe möchte ich auch noch einen Aspekt hinzubringen:
    Du schreibst in deinem vorigen Blog über dein Unverständnis wegen dem Segen / Ende Ramadan – hier schreibst du von Segen / Feindesliebe. Vielleicht wird ein Schuh draus, wenn man diese beiden Formen des Segnens miteinander kombiniert!?

  27. @wegbegleiter:

    Dein einleitender Satz darüber, dass Koranbücher öffentlich verbrannt werden sollen, mündet doch in der Mahnung, dass es dem, der solches tue, an jener „F e i n d e s liebe“ mangele, die uns vom Evangelium her ans Herz gelegt sei. – Und gerade der von dir zitierte Paulus begegnet in der Apostelgeschichte den sog. Heiden nicht nur äußerst respektvoll, er lobt sie sogar in ihrer aufrichtigen Verehrung der ihnen bekannten Götter – aber nirgends wird dort angedeutet, dass Paulus sich ihnern mit einer wie auch immer gearteten „Feindesliebe“ zugewendet hätte…!

    Ich verstehe doch, was du sagen willst – aber diese begriffliche Verklammerung der propagierten Koranverbrennung mit der Aufforderung Jesu zur „F e i n d e s liebe“ ist an dieser Stelle und in diesem Zusammenhang leider höchst unglücklich gewählt; sie widerspricht ja geradezu deiner eigentlichen Absicht (wie sie aus den weiteren von dir eingebrachten biblischen Bezügen erkennbar ist)! Hättest du einfach nur die Vokabel „Liebe“ ohne die vorgeschaltete Zuordnung „Feind“ gebraucht, hättest du wohl genau das getroffen, was du ausdrücken wolltest…
    Und dass es uns Christen wohl besser anstünde, anstatt das für Muslime heilige Buch, den Koran öffentlich zu verbrennen, „Feinde zu segnen“ (Menschen muslimischen Glaubens sind eben NICHT von vorn herein als unsere Feinde zu brandmarken!), weist dieselbe ungute Verknüpfung auf und haut damit leider in dieselbe Kerbe – bedauert der Inseider.

  28. @shasta: würde ich unterscheiden. Den Feind segnen heisst ja nicht, dass ich zu ihm hinrenne und ihm den Segen überstülpe. Für mich bedeutet das praktisch, dass ich dem, der mir Unrecht tut, still Vergebung zuspreche und ihn segne. Das hat ganz viel mit der inneren Haltung und auch mit mir und meiner Verbitterung, meinem Zorn zu tun.
    Einen Segen öffentlich zu äußern und das zu einem religiösen Feiertag, finde ich dagegen weniger nachvollziehbar. Es scheint sich hier eher um einen „politisch“ gewollten Segen zu handeln. Ich hätte jedenfalls keinen Stress damit, wenn der Bischof für sich den Muslimen Segen zuspricht – und vielleicht damit verbindet, dass sie in all dem Jesus begegnen… was der größte Segen wäre… aber das war denke ich nicht gemeint.

  29. @Insider: ich bleibe bei der deduktiven Ableitung: wenn schon die Feindesliebe gilt, dann erst recht – sonst verliert die Sache die Pointe. Mit Liebe zu kommen, ist hier zu schwach. Feind inkludiert aber auch alles, was mir fremd ist, was mich (vermeintlich) bedroht etc. Zudem: Paulus geht respektvoll mit den Jungs um – einen Tag vorher betrachtet er ihre Götter voller Zorn. Er erbrannte im Zorn. Sich dann bewusst anders zu entscheiden und respektvoll mit den Leuten umzugehen, die er eindeutig als Götzendiener sehen musste, dass ist echte Liebe, ich finde, eine vorbildhafte, abgeschwächte Form der Feindesliebe. Du siehst aber, wir kommen nicht weiter und ich bitte jetzt, es so stehen zu lassen. Ich denke du hast den dedukativen Gedanken dahinter nicht klar bekommen – wenn ich in einer Predigt sage: Jesus liebte Prostituierte und Penner und Verbrecher – also liebt er auch dich, egal was du tust, behaupte ich damit ja auch nicht, dass meine Zuhörer Prostituierte sind, sondern mache deutlich, dass IHR Verbrechen, Ihre Schuld inkludiert ist. Und jetzt bitte…

  30. Ich kann Dir nur in allem zustimmen und hoffe sehr, dass diese Menschen von Ihrem Entschluss abkommen! Egal welche Haltung zum Islam oder Koran man auch hat, solche Aktionen sind meiner Meinung nach nicht der Weg Jesu!

    Gewalt war nie sein Weg und nie seine Weisung an uns. Unser Weg sollte die Liebe sein und die Verbreitung des Evangeliums.

    Ich kann das alles nicht nachvollziehen und bete sehr, dass Gott das irgendwie gut ausgehen lässt.

  31. und wenn er diesen Segen öffentlich ausspricht, dan habe ich noch weniger Probleme damit – aber das ist dann wohl erst recht political incorrect !?
    Deinen Unterschied zw. Feindesliebe etc. finde ich nachvollziehbar.

    Wir haben uns die FAZ von dem Tag gekauft – leider ist das ganze nur ein 3-Zeiler, was der Bischof sagt steht dort nicht.

    Andrerseits: werden die Muslime dadurch nicth auch in einen positiven Zugzwang gebracht – es gibt etwas worauf man reagieren sollte / müsste…

  32. Zugzwang… tja… es gibt in bestimmten muslimischen Richtungen schon eine Fatwa gegen Weihnachten… Moslems sind extrem zersplittert und tun und sagen eben auch Dinge, um die Scharia voranzubringen und weil es der Koran zu befiehlt – Heiden belügen. Ich rede jetzt nicht von den Namensmoslems, die genauso wie die Namenschristen nicht sooo ernst zu nehmen sind. Ich rede von Menschen, die ihr Buch sehr ernst nehmen…
    Ich sag mal so: wer nicht gleichzeitig aus tiefstem Herzen sagen kann: ich wünsche mir, dass diese Menschen Jesus kennen lernen, dessen Segen scheint mir leer zu sein – denn was sollte dieser Segen dann bewirken? Aber nun habe ich zu tun…

  33. @ wegbegleiter:

    Na gut, was soll’s!
    Im Moment bewegt mich weit mehr, dass die Absage – wenn es dabei bleibt – ein Beispiel dafür ist, dass Gott Gebete erhört – glaubt der Insider.

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  36. Nun, die Verbrennung hat ohnehin nicht stattgefunden. Und selbst wenn: außer einem heuchlerischen Aufschrei irgendwelcher Moslems und ihrer gutmenschlichen fünften Kolonnen im Westen wäre es völlig gleichgültig gewesen.

    Heuchlerisch deshalb, weil es in moslemischen Ländern genug aktuelle Beispiele gibt, daß nicht bloß Schriften*) der Christen verbrannt werden, sondern gleich ihre Kirchen, und wenn geht, samt lebendem Inhalt (wie vor kurzem z.B. in Pakistan bzw. Indonesien).

    Ich gehe davon aus, daß die zur Verbrennung bestimmten Korane ja nicht aus der nächsten Moschee geraubt, sondern legal in einer Buchhandlung erworben wurden. Insofern hat jeder Besitzer das Recht, mit seinem Eigentum nach Gutdünken zu verfahren. So, wie ich berechtigt bin, Lenins „Ausgewählte Werke, Band I-III“ in die Mülltonnne zu werfen, auch wenn das z.B. ein ehemaliges SED-Mitglied mit tiefem Schmerz erfüllen sollte, ebenso bin ich und jeder andere legale Besitzer berechtigt, ein Werk wie den Koran, der nur so strotzt von Aufrufen, wie die „Ruchlosen“ und „Ungläubigen“ am besten umzubringen wären, in die Rundablage zu wefen oder zu verbrennen (sofern nicht der Umschlag nicht eine Entsorgung als Sondermüll geraten erscheinen läßt).

    Wer Korane verbrennt, hat ebensowenig das Evangelium verpennt, wie einer, der Lenins Werke, Hitlers „Mein Kampf“ oder sonst was auch immer, von mir aus Eichendorffs Gedichte verbrennt. Solange es sich dabei um sein Eigentum handelt, ist es seine, und nur seine Sache.
    —-
    *) versuchen Sie einmal, eine Bibel nach Saudi-Arabien einzuführen — viel Spaß! Die wird Ihnen bei Enddeckung von Zoll abgenommen, Sie festgenommen, und glauben Sie mir: die konfiszierte Bibel landet nicht in der Saudischen Nationalbibliothek, sondern im Mistkübel …

  37. Hab gerade „Menschen bei Maischberger“ verfolgt. Es fand eine Diskussion zur berechtigten oder unberechtigten Islamphobie statt. Übrigens war das christliche Ressort mir Jürgen Fliege relativ schwach besetzt – teilweise musste Peter Scholl-Latour die Kohlen für ihn aus dem Feuer holen.

    Was ich mich während dieser äußerst skurrilen Debatte gefragt habe ist: Sollte man als Christ den Koran kennen? Ich bin ein wenig verwirrt.

  38. @Sebastian: jo, habe irgendwann ausgemacht, weil ich Fliege nicht ertragen konnte. Da hätte ich dann gerne mal einen knackigen Christen wie Theo Lehmann oder von mir aus auch Parzany gesehen…;-))
    Koran: Problem – die Lektüre ist echt langweilig. Ich empfehle Bücher von Christine Schirrmacher. Sie schreibt aus christlicher Perspektive, aber betont sachlich und stellt die facts und Unterschiede zum Christentum unpolemisch dar.

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